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17.08.2023 | 05:00

Cantourage, Amazon, Bayer Aktie: junge Börsengänger im Höhenflug, alte Hasen in Neuorientierung

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Bildquelle: pexels.com

Nun ist es endlich auch in Deutschland soweit: die Bundesregierung gibt grünes Licht für die private Nutzung von Cannabis. Bereits seit 2017 dürfen Ärzte in Deutschland Cannabis als Therapeutikum verschreiben. Den wachsenden Markt in diesem Segment hat das Team von Cantourage erkannt und setzt auf die medizinische Produktion der Wirkstoffe aus der Hanfpflanze. Entspannung hätte die Führungsetage von Bayer bitter nötig. Analysten der Berenberg Bank haben die Bilanz der Leverkusener auf Herz und Nieren geprüft und einige Dinge entdeckt, welche die Bayer Aktie nun von "Kaufen" auf "Halten" herunterstuft. Einen Schritt nach vorn geht es erneut für Amazons Cloud-Business. Die hauseigene KI zieht ein in die Dokumentation medizinischer Gesundheitsreports. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie hier.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: CANTOURAGE GROUP SE | DE000A3DSV01 , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

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Inhaltsverzeichnis:


    Stephan Dorfmeister, Finanzressort, Deep Nature Project GmbH
    "[...] Seit 2014 haben wir die ersten Kooperationen mit Bio-Landwirten in Österreich und Deutschland begonnen und diese kontinuierlich weiterentwickelt. [...]" Stephan Dorfmeister, Finanzressort, Deep Nature Project GmbH

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    Nun endlich auch in Deutschland: Die Legalisierung von Cannabis wurde vom Bundeskabinett beschlossen. In der Zukunft wird es für erwachsene Bundesbürger erlaubt sein, bis zu 25 g Cannabis zu erwerben und bis zu 3 Pflanzen für den Eigenanbau zu besitzen. Dass die Wirkstoffe der Hanf-Pflanze auch medizinisch zum Einsatz kommen, ist manchen Investoren noch gar nicht bewusst. Seit 2017 dürfen Ärzte in Deutschland Cannabidiol verschreiben, besonders an Patienten, die unter akuten und chronischen Schmerzen leiden. Das ist bei Rheuma und auch bei Multipler Sklerose (MS) der Fall.

    Manchen Anlegern ist vielleicht noch Juicy Fields in schmerzhafter Erinnerung. Die dubiose Plattform flog durch einen groß angelegten Anlagebetrug auf.

    Doch ganz anders verhält es sich mit dem in Deutschland gegründeten Unternehmen Cantourage. Die Berliner sind angetreten, Cannabis für den medizinischen Markt verfügbar zu machen. Das Team arbeitet kontinuierlich daran, Therapiekosten zu reduzieren, innovative Medikamente zu entwickeln und hochwertige Cannabisblüten aus globalen Quellen zu importieren. Momentan erstreckt sich ihr globales Kooperations-Netzwerk auf 40 Unternehmen im Anbau- und Herstellungsbereich. Die Produkte von Cantourage werden in deutschen und europäischen Apotheken verkauft.

    Ein von Grund auf solides Business in einem Wachstumsmarkt, dessen Team lieber an die Frankfurter Börse gegangen ist, als sich von Venture Capital Investoren in die Strategie hineinreden zu lassen. Und der Erfolg gibt Ihnen recht: Im ersten Halbjahr 2023 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von über 11 Mio. EUR aus der Produktion und dem Verkauf von medizinischem Cannabis, was einem Anstieg von etwa 90 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Insgesamt erwartet CEO Philip Schetter für das Jahr 2023 ein Umsatzwachstum im höheren zweistelligen Prozentbereich. Das Ziel ist, dass das Unternehmen profitabel weiter expandiert. Derzeit liegt der Aktienkurs von Cantourage bei 11,34 EUR an der Börse.

    Das Gründerteam von Cantourage, Norman Ruchholtz, Florian Holzapfel und Patrick Hoffman, sind erfahrene Akteure in der Cannabisindustrie. Bereits im Jahr 2015 gründeten sie Pedanios, einen der ersten großen Cannabisgroßhändler in Europa, den sie 2 Jahre später an den kanadischen Marktführer Aurora verkauften. Unter dem Namen Aurora Deutschland GmbH führten sie ihr Unternehmen weiter und im Jahr 2019 gründeten sie dann Cantourage. Da der Cannabismarkt oft sprunghaft agiert, hat sich das Team für die Liquiditätsbeschaffung für den Börsengang entschieden. Dank des starken Händler-Netzwerks und der hauseigenen Markenstrategie, Cannabis in unterschiedlichsten Preis-Segmenten anzubieten, kann sich das Unternehmen auf weiteres Wachstum freuen. Und Investoren auch. Hier geht es zum aktuellen Deck.

    Amazon drängt erneut den Healthcare Markt - diesmal mit generativer KI

    Schon öfter probierte sich Retail-Riese Amazon im Gesundheitsmarkt aus. Sei es durch die Idee, per Drohnen Medikamente zu versenden, einer eigenen Apotheken-Sparte oder einen Call-a-Doctor Service. Doch richtig erfolgreich wurden die Pioniere nicht, da die Regularien im Healthcare Markt besonders eng gestrickt sind.

    Nun zeichnet sich ein Silberstreif am Horizont im Cloud-Segment des Konzerns aus Seattle. AWS kündigt AWS HealthScribe an, einen neuen generativen KI-gesteuerten Service, der automatisch klinische Dokumentation erstellt. Fachärzte wie z. B. interventionelle Radiologen müssen ihre Fälle dokumentieren. Früher per Diktiergeerät zum Abtippen an die Assistentin, nun kann das eine ASW KI übernehmen.

    Auf dem AWS Summit in New York wurde AWS HealthScribe vorgestellt, ein neuer, HIPAA-zugelassener Service, der Gesundheitssoftwareanbietern ermöglicht, klinische Anwendungen mit Spracherkennung und generativer KI zu entwickeln. Dies spart Ärzten Zeit, indem es automatisch klinische Dokumentationen erstellt.

    Mithilfe von AWS HealthScribe können Gesundheitssoftwareanbieter durch eine einzige API umfassende Transkripte erstellen, wichtige Details extrahieren und Zusammenfassungen von Arzt-Patienten-Gesprächen generieren. Diese können dann in ein elektronisches Gesundheitsakten-System (EHR) eingetragen werden. Durch das Zitieren der Quelle jeder Zeile generierten Textes aus dem ursprünglichen Gesprächstranskript ermöglicht AWS HealthScribe eine verantwortungsbewusste Bereitstellung von KI-Systemen, was Ärzten eine Überprüfung der klinischen Notizen vor der Eingabe in das EHR erleichtert.

    So schleicht sich der Konzern durch eine kleine Hintertür mit großem Potenzial erneut in das Gesundheitswesen. Der Markt für KI im Gesundheitswesen hatte im Jahr 2021 eine Größe von 5,9 Mrd. EUR und wird voraussichtlich bis 2030 auf 184 Mrd. EUR anwachsen. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 45,5 % von 2023 bis 2030.

    Berenberg Bank setzt Bayer Aktie auf „Halten“

    Die Berenberg Bank hat laut Reuters ihre Bewertung für die Bayer AG von "Kaufen" auf "Halten" gesenkt und dabei auf Probleme wie rechtliche Auseinandersetzungen, Unternehmensbürokratie und Schuldenstand hingewiesen. Es scheint, dass der neue Bayer CEO zuerst einen großen Hausputz hinlegen muss, bis der traditionsreiche Leverkusener Konzern wieder auf Kurs fährt.

    Berenberg zufolge haben geschätzte rechtliche Verbindlichkeiten von 9 Mrd. EUR, durch Agrar-bezogene Gewinnrückgänge verursachte Downgrades und ein mehr als 9-faches 2023 EV/EBITDA (Unternehmenswert zu EBITDA-Verhältnis) dazu geführt, dass die Aktien "nicht billig" sind. Downgrades bezeichnen im Accounting die schwindende Möglichkeit des Konzerns, seine Verbindlichkeiten mit überschüssigem Bargeld aus den Einnahmen zu begleichen, nachdem die Ausgaben abgezogen wurden.

    Die Berenberg Bank fügt hinzu, dass Bayer in den nächsten beiden Jahren voraussichtlich Schwierigkeiten haben wird, die Gewinne zu steigern, aufgrund des Verlusts der Exklusivität und niedrigerer Preise für Rohstoffe.

    Die Begründung für den Kauf ist zunehmend eine Wette darauf geworden, ob Bayer in der Lage ist, die Fälle von polychlorierten Biphenylen (PCB) erfolgreich beizulegen oder sich davor zu verteidigen. In dieser Hinsicht ist die bisherige Erfolgsbilanz von Bayer nicht inspirierend, so Berenberg.

    Zudem weisen die Analysten von Berenberg darauf hin, dass die Dividende voraussichtlich im Jahr 2023 nicht gedeckt sein wird. Die Priorisierung von Dividenden gegenüber der Reduzierung der Nettoverschuldung würde den Broker angesichts der rechtlichen Risiken beunruhigen.

    Die Aktien von Bayer verzeichneten einen Rückgang von 2 % auf 50,85 EUR. Das durchschnittliche Kursziel für die kommenden 12 Monate beträgt 66 EUR, basierend auf Berichten von Analystenhäusern im letzten Jahr.


    Den medzinischen Cannabis Markt erobert zurzeit das Berliner Unternehmen Cantourage. Im 1. Halbjahr 2023 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von über 11 Mio. EUR aus der Produktion und dem Verkauf von medizinischem Cannabis – ein Anstieg von etwa 90 % im Vergleich zum Vorjahr. CEO Philip Schetter erwartet ein Umsatzwachstum im höheren zweistelligen Prozentbereich für 2023. Der Aktienkurs von Cantourage liegt aktuell bei 11,34 EUR. Die Berenberg Bank hat ihre Bewertung für die Bayer AG von "Kaufen" auf "Halten" gesenkt und auf Probleme wie rechtliche Auseinandersetzungen, Unternehmensbürokratie und Schuldenstand hingewiesen. Die Herausforderungen für den neuen CEO von Bayer sind offensichtlich. Amazon kündigt AWS HealthScribe an, ein neuer Service, der automatisch klinische Dokumentationen erstellt. Dieser HIPAA-zugelassene Service ermöglicht es Gesundheitssoftwareanbietern, klinische Anwendungen mit Spracherkennung und generativer KI zu entwickeln. Das spart Ärzten Zeit, indem es automatisch klinische Dokumentationen erstellt.


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    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

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