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28.08.2026 | 04:51

Chancen und Risiken bei Nike, dynaCERT und Hapag-Lloyd!

  • Nike
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  • Schiffe
  • Lkw
Bildquelle: Gemini

Kriege, Konflikte oder einfach nur ein mieses Management: Der Aufstieg und der Abstieg von Weltkonzernen hängt an vielen Faktoren. Dieses Jahr sind es mal wieder die Kriege Washingtons, die Lieferketten, Schifffahrtsrouten oder einfach die Laune der Konsumenten abwürgen. Für Anleger bieten solch kursbewegende Zeiten Chancen und Risiken. Da profitiert der eine, weil der Dieselpreis hoch ist und der andere leidet unter gesperrten Handelswegen. Das ist Grund genug, um die Aktien von Nike, dynaCERT und Hapag-Lloyd in den Blick zu nehmen!

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: NIKE INC. B | US6541061031 , HAPAG-LLOYD AG NA O.N. | DE000HLAG475 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF

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Inhaltsverzeichnis:


    Hapag-Lloyd: Was passiert mit den Kühne-Aktien?

    Die Sperrung der Straße von Hormuz trifft Hapag-Lloyd doppelt und dreifach. Den größten deutschen Schifffahrtskonzern kosten neue Routen und Ausfälle richtig Geld. Noch dazu sind die Energiekosten erheblich gestiegen. Dementsprechend sprach das Management im Halbjahresbericht von einem „herausfordernden Marktumfeld und operativen Störungen“ im Geschäft. Steigende Kosten, sinkende Mengen und negative Wechselkurseffekte führten im ersten Halbjahr zu einem Rückgang des Konzernumsatzes von 9,7 Mrd. auf 9,2 Mrd. EUR. Beim EBIT meldeten die Hamburger sogar einen totalen Einbruch, von 619 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum auf gerade einmal 16 Mio. EUR in den ersten sechs Monaten 2026. Allerdings gelang es, den Free Cashflow mit 846 Mio. EUR im positiven Bereich zu halten. Bilanziell steht man generell gut da. Hapag-Lloyd verfügt über eine Liquiditätsreserve in Höhe von 5,2 Mrd. EUR.
    Wie schwierig die Lage auf den Weltmeeren derzeit ist, zeigt die Prognose der Hanseaten. So erwartet der Vorstand aufgrund einer verbesserten Marktnachfrage und der positiven Entwicklung der Spot-Frachtraten eine bessere Situation als erwartet. Aber: Die Prognosegüte leidet. So wird beim Konzern-EBIT 0,1 bis 1,0 Mrd. EUR prognostiziert. Diese breite Spanne kommt einer Nicht-Prognose gleich. Immerhin rechnet man somit nicht mit einem Verlust.
    Nun könnte sich neben der geopolitischen Unsicherheit eine neue Baustelle für den Konzern ergeben. Großaktionär Klaus-Michael Kühne ist diese Woche verstorben. Über seine Schweizer Holding hielt der Unternehmer 30 % der Anteile an Hapag-Lloyd.
    Die Aktie von Hapag-Lloyd hat nach der scharfen Korrektur im März und einer monatelangen Seitwärtsphase nun wieder ein Lebenszeichen gesendet. Seit Ende Juni ging es um etwa ein Fünftel hoch. Da die Unsicherheit derzeit sehr groß ist, eignet sich das Papier nur für sehr spekulative Naturen.
    Die Aktien bleiben laut Medienberichten in der Stiftung. Ob dies neue strategische Möglichkeiten eröffnet, dürften die kommenden Monate zeigen.

    Für die Aktionäre von dynaCERT hatte das Jahr stark begonnen

    Die Aktie des deutsch-kanadischen Unternehmens konnte sich vom Dezembertief bis Mitte April in etwa verdoppeln. Selbst der Kriegsausbruch am Persischen Golf schien den Papieren nichts anhaben zu können.

    Doch die Zugewinne wurden seither fast vollständig zurückgehandelt. Dabei setzt das Unternehmen operativ voll auf Wachstum und hat mächtig Rückenwind von den Folgen des Kriegs am Persischen Golf. Denn hohe Dieselpreise stellen vor allem Logistiker und Spediteure vor enorme Probleme. Der Kostendruck ist durch Billig-Konkurrenz ohnehin groß, nun kommt dazu der gestiegene Dieselpreis, der teilweise schon im Bereich von 2,40 EUR pro Liter steht.

    Schnelle Hilfe bietet die Entwicklung von dynaCERT. So können Lkw durch die HydraGEN-Technologie kurzfristig nachgerüstet werden. Das Verfahren soll nicht nur Diesel einsparen, sondern auch den Motor sauberer und effizienter arbeiten lassen. Dabei werden Wasserstoff und Sauerstoff während des laufenden Betriebs direkt im Fahrzeug produziert und dem Dieselmotor zugeführt. Die patentierte Technik kann schnell eingebaut werden und erfordert keinen separaten Wasserstofftank. Das Aggregat ist gerade einmal so groß wie ein Koffer.

    Der Vorstand um den deutschen CEO Kevin Unrath läutet nun die nächste Phase der internationalen Expansion ein. dynaCERT will dabei die Kunden- und Marktaktivitäten in Europa, Asien und Nord- und Südamerika massiv forcieren. So wird man allein oder mit Partnern auf Messen, Branchentreffs und Konferenzen im Bereich von Schwertransporten, Lkws, Hafenbetrieb und stationärer Stromerzeugung vertreten sein. Konkret werden die IAA TRANSPORTATION 2026 in Hannover, die 24-Stunden-Camions in Le Mans, TOC Americas in Cartagena und die Breakbulk Asia in Singapur sowie die Powergen International 2027 in Salt Lake City genannt.

    dynaCERT will dabei ganz gezielt vorgehen. Laut Vorstandschef Unrath konzentriert man die Ressourcen auf die Märkte, Anwendungen und Branchenbeziehungen, bei denen man das größte kommerzielle Potenzial sieht. Der Aktie könnten entsprechende Erfolgsmeldungen guttun. Das aktuelle Niveau können risikobewusste Akteure zum Einstieg nutzen.

    Nike: Immer tiefer und kein Ende?

    Emotion, Status, Siegermentalität: Das sind wohl Begriffe, die viele Freizeitsportler mit Nike verbinden. Der zeitlose Spruch „Just do it“ und die Partnerschaften mit Weltklasse-Sportlern wie Michael Jordan und Serena Williams machten den Swoosh zu einem globalen Symbol und Nike zu dem erfolgreichsten Sportkonzern der Welt.
    Doch die Bäume wachsen für Nike schon lange nicht mehr in den Himmel. Im Finale der Fußball-WM standen zwei Adidas-Teams, die Nike-Mannschaften England und Frankreich waren schon im Semifinale ausgeschieden. Und auch strategisch läuft es schon lange nicht mehr gut. Nike hatte sich aus dem Fachhandel zurückgezogen und voll auf den direkten Kontakt mit den Kunden gesetzt, sei es über die eigenen Stores oder per App. Die Sichtbarkeit im Einzelhandel ging dadurch stark zurück, klassische Probleme des Online-Handels (Retouren, Logistik) kosteten viel Marge. Nicht zuletzt gewannen in den vergangenen Jahren dynamischere Marken wie On Running oder Hoka Marktanteile hinzu, Nike verlor. Das Management steuert zwar inzwischen um, aber das kostet Zeit und Geld.
    Spürbar ist die Underperformance am Aktienkurs. Stolze 178 USD musste man für einen Anteilsschein von Nike noch vor fünf Jahren hinlegen. Heute kostet das Papier an der NYSE nicht einmal 40 USD. Drei Viertel des Börsenwerts haben die Irrungen des Managements in diesem Zeitraum gekostet. Doch wann ist der Boden erreicht?
    Richtig günstig ist die Nike-Aktie immer noch nicht. Das Forward-KGV schätzt der Marktkonsens auf 24. Die Erwartungen an den Gewinn pro Aktie für das laufende Geschäftsjahr wurden in den vergangenen Monaten von vielen Analysten nach unten korrigiert. Sie haben also wenig Hoffnung auf eine schnelle Wende. Der aktuelle Abschlag wird also als gerechtfertigt angesehen. Angesichts der vielen Herausforderungen für Konsumenten dürfte es kurzfristig für Nike nicht einfacher werden. Hohe Energiepreise und eine teils steigende Arbeitslosigkeit in den Kernmärkten in Nordamerika und Europa verunsichern die Käufer. Anleger sollten daher auch auf die Bremse gehen. Noch ist die Nike-Aktie nicht „günstig“ genug!


    Fazit: Bei Nike mit Blick auf die immer noch stolze Bewertung der Aktie und die Konsumaussichten auf den wichtigsten Märkten weiterhin Vorsicht. Das Papier muss noch nicht sein Tief erreicht haben. Bei dynaCERT steht nun eine massive Wachstumsoffensive an. Gleichzeitig ist die Aktie wieder deutlich zurückgekommen, was Chancen für mutige Anleger bietet. Die Geopolitik dominiert mal wieder das Geschäft von Hapag-Lloyd. Die Aktie zeigt einen Aufwärtstrend in den vergangenen Wochen, dennoch bleibt sie ein Gefangener der globalen Handels- und Kriegspolitik.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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