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28.01.2022 | 04:44

Daimler, Altech Advanced Materials, Nel ASA, Varta – Batterie Hausse auch ohne Tesla!

  • Technologie
  • E-Mobilität
  • Hightech
Bildquelle: pixabay.com

Im Jahr 2021 gab es viele Anlegerthemen, die die Herzen höherschlagen ließen. Ob E-Mobilität, Wasserstoff oder Lithium. Jeder Megatrend hatte seine grüne Welle und ebenso kam es nach dem Kaufrausch auch wieder zu Korrekturen. Immerhin 12,1 Mio. Deutsche waren laut aktueller Statistik des Deutschen Aktieninstituts in Aktien, Fonds oder ETFs investiert. Das entspricht einer Aktionärsquote von über 14% und liefert das dritthöchste Ergebnis seit Start der Aufzeichnungen in 1997. Nun müssen die neuen Börsianer mit Schwankungen und Unsicherheiten zurechtkommen, denn der Jahresstart 2022 ist ungleich holpriger, wie im letzten Jahr. Wir zeigen aktuelle Chancen auf!

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , DAIMLER AG NA O.N. | DE0007100000 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

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Inhaltsverzeichnis:


    Daimler – Mercedes investiert in eine neue Feststoff-Batterie

    Der Automobilarm des ehemaligen Daimler Konzerns firmiert in naher Zukunft unter dem bekannten Markennamen Mercedes-Benz AG. Wichtig bleiben die Weichenstellungen für die Transformation in die E-Mobilität. Hierzu hat der Technologie-Konzern aus Stuttgart sich jüngst mit einem hohen zweistelligen Millionen-EUR-Betrag am taiwanesischen Feststoff-Batteriezellen-Hersteller ProLogium beteiligt, um die Entwicklung von Batteriezellen der nächsten Generation voranzutreiben.

    Die ersten gemeinsam gebauten Prototypen könnten bereits in den kommenden Jahren in Testfahrzeugen von Mercedes-Benz zum Einsatz kommen. Noch ist nicht bekannt, um welche Baureihen es sich dabei handelt. Daimler-Vorstand Markus Schäfer hat aber die zwei Stellschrauben der Elektromobilität erkannt: Effizienz und Reichweite. Feststofftechnologien der neuesten Generation haben das Potenzial, Größe und Gewicht der Batterie für E-Fahrzeuge deutlich zu reduzieren. Gleichzeitig gelingt es mit Einsatz von innovativen Materialien und neuem Produktionsdesign die Reichweite der konventionellen Li-Ionen-Batteriezellen nahezu zu verdoppeln. Ein guter Ansatz wie wir meinen!

    Der Kooperationspartner ProLogium Technology arbeitet seit 2016 mit Mercedes-Benz an der Erprobung neuartiger Batteriezellen, diese Partnerschaft wird nun durch eine Kapitalbeteiligung vertieft. Im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft wird Mercedes-Benz einen Sitz im ProLogium Board of Directors einnehmen. Über die Verflechtung stärkt Mercedes-Benz nach eigenen Angaben die Weiterentwicklung der Batterietechnologie sowie den geplanten Aufbau von Produktionskapazitäten des Partners in Europa. Mercedes-Benz kommt damit seinem Ziel näher, gemeinsam mit Partnern acht Gigafactories zur Zellfertigung auf den Weg zu bringen.
    Die Daimler-Aktie profitiert von den Meldungen und kann wieder über die Marke von 70 EUR springen. Das langfristige Bild der Stuttgarter sieht sehr rund aus, darüber hinaus gibt es eine Dividende von über 4%. Einsammeln!

    Altech Advanced Materials – Der Mega-Batterie auf der Spur

    In Sachen Batterie ist auch das deutsche Unternehmen Altech Advanced Materials AG (kurz AAM) unterwegs. Das Management von AAM geht davon aus, dass E-Fahrzeuge aufgrund des technologischen Fortschritts bald günstiger sein werden, als herkömmliche Verbrenner. Einen Preiskampf in der Batterie-Technologie sieht man noch nicht, eher steht das Potenzial im Raum, in den nächsten Jahren eine deutliche Leistungs-Steigerung erreichen. Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg der E-Autos werden die Punkte Ladezeit, Reichweite und die verfügbare Infrastruktur sein.

    Das Unternehmen aus Heidelberg ist eine in Frankfurt notierte Beteiligungsgesellschaft im Bereich technologischer Lösungen für Stromspeicher, vor allem im Bereich E-Mobilität. Die Zielrichtung der eigenen Forschungsbemühungen ist die Verbesserung der Kathoden-Eigenschaften mit einer gewünschten Erhöhung der Leistungsdichte, Betriebssicherheit und einer Verlängerung der Lebensdauer.

    AAM sieht die Herstellung relevanter keramischer Grundstoffe, die in der Lithium-Ionen-Batterie Anwendung finden, sowohl in der Kathode, dem Separator als auch der Anode, als Ansatzpunkt für die eigenen Forschungen. Der Einsatz von Aluminiumoxid zur Beschichtung von Anodenmaterial in Lithium-Ionen-Batterien ist dabei ein wesentlicher Schritt der erwarteten Leistungssteigerung. Weiteres klares Ziel ist die Senkung der Kosten pro kWh-Leistung auf unter 100 USD, das ist die Benchmark an der alle Marktteilnehmer derzeit forschen. Die Liefersicherheit ist für den erwarteten Bedarf der Europäischen Automobilindustrie wegen belasteter Lieferketten derzeit bei weitem noch nicht gesichert. Entgegen dem Globalisierungsgedanken würde eine Verfügbarkeit vor Ort die aktuelle Komplexität stark verringern. Ein erstrebenswertes Ziel von AAM ist die Lösung dieser Defizite.

    Die AAM-Aktie zieht derzeit immer mehr Umsätze auf sich, der aktivste Handelsplatz ist Frankfurt. Im ersten Quartal 2022 ist eine Machbarkeitsstudie angekündigt. Mit diesen Erkenntnissen wird es um den Kurs richtig spannend. Aktuell sind Positionierungen freilich noch spekulativ.

    Nel ASA und Varta – Immer noch ein ganzes Stück Hoffnung eingepreist

    Zuletzt hatten wir ein genaues Auge auf die zwei Technologie-Werte Nel ASA und Varta geworfen. Die Korrektur seit Jahresanfang hat beide Werte extrem getroffen. So verlor Nel ASA ganze 32% und Varta erging es mit einem Verlust von 25% nicht wesentlich besser. Wie steht es nun aktuell mit den einstigen Lieblingskindern der neuen Börsianer-Generation?

    Auch heute ist Nel ASA mit knapp 1,6 Mrd. EUR Bewertung noch immer weit von seiner Umsatzbasis bei geschätzten 120 Mio. EUR entfernt. Immerhin ist das Kurs-Umsatz-Verhältnis durch die jüngste Korrektur schon mal um ganze 20 Punkte auf 13 gefallen. Das hatte zu den letztjährigen Höchstständen noch ganz anders ausgesehen. Von 24 befragten Analysehäusern gibt es jetzt im Konsens immerhin schon eine positive Gewinnschätzung für das Jahr 2025. Die einen werden sagen, das sind ja immer noch drei Jahre, die Wasserstoff-Bullen finden das vielleicht schon wieder aussichtsreich. Wie immer ist das Glas halb leer oder eben halb voll. Technisch gibt es im aktuellen Abwärtstrend als Unterstützung nur noch die Marke um 1 EUR oder umgerechnet 10,05 NOK.

    In Sachen Varta warten die Anleger auf eine Zwischenmeldung zum Geschäftsjahr 2021. Immerhin ist der vollständige Bericht erst für den 30. März 2022 angekündigt. Bei dem aktuellen Tempo des Kursrückgangs wäre Varta anzuraten, so schnell wie möglich eine Vorabmeldung zu veröffentlichen, sofern diese natürlich positive Überraschungen birgt.

    Wir behalten beide Werte auf der engeren Watchlist. Wenn die NASDAQ wieder in einen Aufwärtstrend dreht, sind technisch schnelle 10-20% Erholung möglich. Die momentane Überbewertung der Titel bleibt mit den bekannten Zahlen bestehen.


    Die NASDAQ ist im Trend sehr angeschlagen, das beeinflusst auch europäische Top-Wachstumstitel. Das Eintrommeln auf Nel ASA und Varta wird wohl erst mit einem US-Dreh aufhören, auch Daimler wird in diesem Umfeld nicht fliegen. Für die noch kleine Altech-Aktie gibt es viel Phantasie, denn hier könnte in den nächsten Jahren etwas ganz Großes entstehen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Dividende – Die Ausschüttung an Aktionäre einer Aktiengesellschaft wird Dividende genannt.
    3. Vorstand – Das eigenverantwortliche und geschäftsführende Organ einer Aktiengesellschaft ist der Vorstand.
    4. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen

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    Das Tesla-Werk in Brandenburg leitet verschmutztes Abwasser in die Kanäle ein. Zulässige Grenzwerte bei Phosphor und Stickstoff werden um bis das Sechsfache überschritten. Elon Musk hat auf die Vorwürfe noch gar nicht reagiert, denn er plant emsig an der Erweiterung seiner Produktionsstätte. Würden die Behörden hier durchgreifen, könnte das Werk auch einem Produktionsstopp unterliegen, bis die schädlichen Quellen beseitigt sind. Wieder einmal prallen Umweltschutz und die Klimadebatte auf den Egoismus ausländischer Produzenten, für die geltende EU-Rechte offensichtlich nicht auf dem Radar stehen. Die Wasserdebatte ist nämlich wirklich nicht neu. Anliegende Gemeinden haben seit Inbetriebnahme des Werks in Grünheide mit einem Absinken des Grundwasserspiegels zu kämpfen, weil das Werk eine unzulässige Menge an Wasser entnimmt. Wem Tesla damit unsympathisch ist, der sucht nach anderen Möglichkeiten im Automobil-Sektor!

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