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23.04.2025 | 06:00

Das Ende des Dollars? Deutsche Bank, Newmont, Desert Gold

  • Gold
  • Notenbank
Bildquelle: pixabay.com

Die Unabhängigkeit der Zentralbank ist ein hohes Gut, das von Investoren geschätzt wird. Zum wiederholten Mal hat US-Präsident Donald Trump die Unabhängigkeit der Fed erschüttert und eine Entlassung von US-Notenbankchef Jerome Powell ins Spiel gebracht. Der Grund: Während die EZB zuletzt am Gründonnerstag die Zinsen senkte, will Powell für den Dollarraum zunächst die Folgen der Zölle abwarten, bis er an der Zinsschraube dreht. Für die Kapitalmärkte könnte eine Entlassung Powells fatale Folgen haben.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008

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Inhaltsverzeichnis:


    Politische Einflussnahme auf Notenbanken treibt Sachwerte

    Würde sich Donald Trump durchsetzen und würde er Powell entweder durch eine Art Amtsenthebungsverfahren, das eine Pflichtverletzung voraussetzt, aus dem Amt bugsieren oder aber, indem er das Fed-Gesetz ändert. Ersteres gilt mangels echter Pflichtverletzungen als schwierig, Letzteres benötigt die Zustimmung beider Kammern im Parlament. Aktuell haben die Republikaner dort jeweils die Mehrheit. Dass Jerome Powell die Segel streichen muss, ist also nicht unwahrscheinlich. Für die Kapitalmärkte käme ein solcher Schritt einer Zäsur gleich: Bisher gab es derartige Eingriffe in die Unabhängigkeit der Notenbank nur in Ländern von geringerer Relevanz für die Weltwirtschaft, wie etwa der Türkei. Die größte Volkswirtschaft der Welt mit einem Anleihemarkt von satten 27 Billionen Dollar war bislang nicht betroffen. Genau dieser Anleihemarkt gilt Investoren aus aller Welt aber als sicherer Hafen. Das Handelsblatt zitiert in seiner Ausgabe von Dienstag eine Analystin des Anleiheinvestors Pimco mit den Worten: „Unsere Kunden sorgen sich um die Unabhängigkeit der Fed.“ Ähnlich äußerte sich Ökonom Scott Galloway und nannte die Unabhängigkeit der Notenbanken einen „der Schlüsselfaktoren für die Stabilität der westlichen Volkswirtschaften“.

    Zwar ist das Ende von Jerome Powell als Fed-Chef noch längst nicht beschlossen, doch sind die Pläne Grund zur Beunruhigung. Beobachter gehen davon aus, dass eine nicht mehr unabhängige Notenbank auch den Grad der Regulierung in einem Finanzsystem senkt und so Banken dazu bringt, riskantere Geschäfte einzugehen. Experten gehen davon aus, dass eine unterwanderte Unabhängigkeit zu Inflationsrisiken, Währungsabwertung und langfristigem Vertrauensverlust führt. Konkret drohen höhere Risikoaufschläge bei Anleihen und eine Flucht in Sachwerte. Erst vor zwei Wochen warnte die Deutsche Bank vor einer Schwächung der Rolle des Dollars im globalen Finanzsystem.

    Desert Gold sprintet Goldproduzenten davon

    Dass diese Flucht in Sachwerte bereits im Gange ist, zeigt die Entwicklung des Goldpreises. Auch Aktien von Goldproduzenten, wie etwa Newmont, haben sich zuletzt positiv entwickelt. Vor allem Käufer aus Schwellenländern, die bislang auf den Dollar gesetzt haben, schichten aktuell bevorzugt in Gold um. Der Dollar ist dagegen ein Schatten seiner selbst und hat seit der Amtseinführung Donald Trumps gemessen am Dollar-Index rund zehn Prozent seines Wertes verloren.

    Während Aktien der großen Goldproduzenten als stabil gelten, mitunter aber eine schwächere Entwicklung zeigen als der Goldpreis, haben kleine Gold-Titel das Potenzial einer deutlichen Outperformance. Der kanadische Goldsucher Desert Gold kletterte in der vergangenen Woche beispielsweise um mehr als 16 %. Die Gründe liegen zwar einerseits in höheren Risiken auf Unternehmensebene, andererseits aber auch im großen Potenzial für Überraschungen. Desert Gold betreibt mit SMSZ ein Gold-Projekt in Mali, das mit einer Fläche von 440 km² zu den größten in Westafrika zählt. Bislang hat das Unternehmen bereits rund zwanzig offene Goldzonen identifiziert.

    Der 27-Billionen-Markt wankt – Startschuss für Gold?

    Als ein Highlight gilt etwa Gourbassi West North, wo Bohrungen Goldgehalte von bis zu 1,13 g/t über 42 Meter zeigten. Im Umkreis des SMSZ-Projekts befinden sich bereits produzierende Minen, wie etwa die Fekola-Mine von B2Gold, der Loulo-Gounkoto-Komplex von Barrick Gold sowie die Sadiola und Yatela-Minen von Allied Gold. Viele Gold-Investoren sind davon überzeugt, dass SMSZ angesichts der Nähe zu bestehenden Projekten ein potenzielles Übernahmeziel ist.

    Während Aktien von Goldproduzenten die wachsende Unsicherheit durch Donald Trump und seine Regierung bereits abbilden, scheint der ganz große Run auf Edelmetalle noch nicht begonnen zu haben. Während Investments in Gold sowie in Aktien der größten Produzenten vergleichsweise unkompliziert sind, scheinen einige Investoren bei kleineren Minenwerten bislang noch zu zögern. Sobald die Renditen auf US-Staatsanleihen wieder steigen und Trump weitere Fakten schafft, könnte sich das aber ändern. Gerät der 27 Billionen Dollar schwere US-Anleihenmarkt ins Wanken, dürfte der Effekt bei gut aufgestellten Explorationsgesellschaften groß sein. Desert Gold ist trotz oder gerade wegen seiner geringen Marktkapitalisierung von 18,8 Mio. CAD eine spannende Wette im Falle weiterer Hiobsbotschaften aus dem Weißen Haus.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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