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03.09.2021 | 06:10

Deutsche Rohstoff, K+S, Royal Dutch Shell – Wo investieren, wenn Fondsmanager die Aktienquote runterfahren?

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Bildquelle: pixabay.com

Einschätzungen von Fondsmanagern haben sich im vergangenen Monat deutlich gewandelt, wie ein Blick auf die Global Fund Manager Umfrage zeigt, die von der Bank of America durchgeführt wurde. Von einer starken Weltwirtschaft gehen demnach nur noch 27% aus, im Vormonat war der Optimismus fast doppelt so hoch. Ein Grund ist die Erwartungshaltung, dass die FED ihren Geldhahn zum Ende des Jahres merklich zudrehen wird. Durch die Geldschwemme ist die Inflation entfacht worden, was man beispielsweise gut an den Rohstoffpreisen ablesen kann. All das sind Gründe dafür, warum die Cashquote in den Fonds hochgefahren wird und die Aktienquote runter. Die hohen Rohstoffpreise kommen vor allem den Rohstoffproduzenten zugute, weswegen wir uns heute drei Unternehmen aus diesem Bereich ansehen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: DT.ROHSTOFF AG NA O.N. | DE000A0XYG76 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888 , ROYAL DUTCH SHELL A EO-07 | GB00B03MLX29

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Inhaltsverzeichnis:


    Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
    "[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG

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    Deutsche Rohstoff – starke Zahlen und Ausbau der Ölproduktion

    Der Monat August hielt jede Menge gute Nachrichten für Anleger von Deutsche Rohstoff bereit. Den Anfang machte am 2. August das Listing von Almonty Industries, an dem die Deutsche Rohstoff 12,2% der Anteile hält, an der australischen Börse ASX. Mit dem Listing und der damit verbundenen Kapitalerhöhung ist der Weg für die größte Wolframmine außerhalb Chinas frei. Voraussichtlich wird sich der Wert der Beteiligung damit deutlich erhöhen.

    Am 5. August wurden die sehr guten Halbjahreszahlen vorgestellt. Bei einem Umsatz von 38,8 Mio. EUR konnte ein EBITDA von 39,9 Mio. EUR ausgewiesen werden. Hauptverantwortlich war die Öl-Produktion und Einnahmen aus dem Investmentportfolio, die zusammen 36,8 Mio. EUR an Erträgen brachten. Ein weiteres Highlight ist die Reduktion der Verschuldung von 92 Mio. EUR Ende 2020 auf 59 Mio. EUR. Mit Rückzahlung der Anleihe und eines Darlehens im Juli konnte die Verschuldung um weitere 22,8 Mio. EUR reduziert werden.

    Ende August wurde dann Bright Rock Energy, ein Tochterunternehmen von Deutsche Rohstoff, in Wyoming und Utah aktiv. Am 25. August wurde bekannt gegeben, dass man mit den Bohrungen in Wyoming beginnen will. Die Investition beträgt etwa 9 Mio. USD und die erste Produktion von Öl ist im Dezember vorgesehen. In Utah wird bereits gebohrt und wie am 30. August bekannt gegeben wurde, wird die Erschließung nun noch schneller vorangetrieben. Im ersten Quartal 2022 sollen 1.500 Barrel Öläquivalent pro Tag gefördert werden. Die Investition von 18 Mio. USD sollte sich innerhalb von ein-zwei Jahren amortisiert haben.

    Neben Öl und Gas kann das Unternehmen auch Beteiligungen im Bereich Wolfram, Gold und Lithium vorweisen. Die Investitionen, die in der Corona Krise getätigt wurden, waren allesamt positiv für die Unternehmensentwicklung. Die Aktie befindet sich bereits seit Anfang 2021 wieder in einem Aufwärtstrend. Die Investitionen in die Zukunft sind getätigt, so dass man von weiterem Wachstum des Konzerns ausgehen kann.

    K+S – baut Schulden ab

    Die Kalipreise haben erneut Höchstwerte erklommen. Anfang 2021 lag der Preis in Brasilien bei 250 USD mittlerweile sind es 720 USD pro Tonne. Bei einem solchen Anstieg wird über kurz oder lang auch eine Konsolidierung einsetzen. Das dürfte K+S jedoch nicht so stark treffen. Durch den Verkauf des Salzgeschäfts in den USA wurden viele Schulden abgetragen und auch das Ergebnis des Konzerns hat sich aufgrund des hohen Rohstoffpreises deutlich verbessert. Die Schulden können so noch schneller gedrückt werden. Da die Experten von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Düngemitteln ausgehen, wird das Geschäft auch auf absehbare Zeit brummen.

    Die Aktie stürzte seit dem 11. August von 13,23 bis auf 10,90 EUR ab. Bei 11 EUR befand sich ein Doppelboden, der auch gehalten hat. Seit dem 19. August klettert die Aktie wieder. Aufgrund der Sondererträge durch den Verkauf des Salzgeschäfts könnte, laut Bloomberg, ein Nettogewinn von 4,96 EUR pro Aktie erzielt werden. Beim aktuellen Aktienkurs von 12,25 EUR ergibt sich damit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 2,5. Rechnet man den Sondereffekt heraus, bleibt immer noch ein KGV von rund 5,2 wenn man von einem Gewinn pro Aktie von 2,37 EUR ausgeht. Die aktuelle Bewertung ist also günstig. Noch besser sähe das Verhältnis aus, wenn der Konzern schuldenfrei wäre.

    Royal Dutch Shell – stärkt die Nachhaltigkeit

    Der Ölpreis ist in diesem Jahr deutlich gestiegen. Davon profitiert auch Royal Dutch Shell, die aber seit dem Urteil von Amsterdam ihre Ausrichtung verändern müssen, um die geforderten Klimaziele zu erreichen. Ob der Ölpreis auf dem hohen Niveau verbleiben kann, wird sich zeigen. Einerseits steigt die Nachfrage seit einem Abflauen der Corona-Pandemie, andererseits fördert die OPEC wieder mehr Öl. Wie sich die Delta-Mutation auf die Nachfrage auswirken wird, muss sich noch zeigen. Solange es keine Lockdowns mehr gibt, sollte die Nachfrage stabil bleiben.

    Der Konzern versucht seine Klimabilanz durch neue Geschäftsbereiche zu optimieren. Die Tochtergesellschaft Sarawak Shell Berhad entwickelt das Timi-Erdgasprojekt, das durch Solar- und Windkraft betrieben werden soll. Zusammen mit CoensHexicon entsteht ein schwimmender Windpark in koreanischen Gewässern mit einer Leistung von 1,4 Gigawatt. In Großbritannien sollen in den kommenden Jahren 50.000 Ladestationen für Elektroautos entstehen. Dabei soll vorhandene Straßeninfrastruktur genutzt werden.

    Ohne Öl wird die Welt noch lange Zeit nicht auskommen. Gewinne werden in Erneuerbare Energien und E-Mobility gesteckt. Diese Transformation wird Zeit brauchen. Die Aktie läuft seit Anfang Juli seitwärts zwischen 15,50 EUR und 17,80 EUR. Die aktuelle Dividendenrendite beträgt etwa 4,8%. Ist man kein Dividendenjäger, sollte man den Effekt der OPEC-Fördermengenerhöhung abwarten. Zudem ist der Produktionsstandort Norco aufgrund von Hurrikan Ida ohne Strom.


    Alle Rohstofflieferanten können zufrieden auf das bisherige Jahr schauen. Die gestiegenen Rohstoffpreise sorgen fast durch die Bank weg für gute Ergebnisse. Die Deutsche Rohstoff ist mit ihrer Ölproduktion, Wolfram, Gold und Lithium sehr diversifiziert aufgestellt. K+S scheint den Turnaround aus den Schulden geschafft zu haben, auch dank eines stark gestiegenen Kalipreises. Royal Dutch Shell befindet sich in der Transformationsphase und wird auf lange Sicht ein wichtiger Ölproduzent bleiben, der sich nun aber auch verstärkt um Nachhaltigkeit bemüht.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.
    3. Kapitalerhöhung – Erhöhung des Eigenkapitals eines Unternehmens

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