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16.09.2022 | 04:44

Deutscher Wirtschaft droht Absturz: E.ON, Globex Mining, Deutsche Bank und Commerzbank im Fokus

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Bildquelle: pixabay.com

Der marktwirtschaftliche Niedergang Deutschlands setzt sich vehement fort. Nachdem in den letzten Jahren ca. 40% des importierten Gases verstromt wurden, mangelt es den örtlichen Stadtwerken nun an wirklichen Alternativen. Die Preise steigen dramatisch, insbesondere kennt Gas wohl nur eine Richtung – nach oben! Die Abhängigkeit von Energieimporten und die gewollte Sanktionierung wird zum Preistreiber der lokalen Versorger, der Stromproduktion und damit der gesamten Wirtschaft. Von den Vorteilen der besagten Klimawende ist bislang wenig zu spüren, bislang sind nur die Kostensteigerungen spürbar. Aktionäre sollten wachsam sein, welche Bereiche demnächst betroffen sein könnten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: GLOBEX MINING ENTPRS INC. | CA3799005093 , E.ON SE NA O.N. | DE000ENAG999 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , COMMERZBANK AG | DE000CBK1001

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Inhaltsverzeichnis:


    Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
    "[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG

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    E.ON – Nun kommt es zu Kündigungen von Stromverträgen

    Im ersten Halbjahr bestand der deutsche Strom-Mix laut offizieller Angaben zu 51,6% aus Erneuerbaren Energien. Der fossile Anteil verteilte sich auf Braun- und Steinkohle sowie auf Gas und schrumpft seit Jahren beträchtlich. So haben Gas und die auslaufende Kernkraft nur noch einen Anteil von 3-4%, das Öl ist aus der öffentlichen Stromproduktion bereits komplett eliminiert. Trotzdem kommt es in Deutschland zu einer starken Preisdynamik, die eigentlich niemand so richtig nachvollziehen kann.

    Während sich bislang nur die Stromkunden kleinerer Energieversorger Sorgen machen mussten, ob ihr Anbieter sie aufgrund dramatisch steigender Beschaffungskosten loswerden will, trifft es nun auch die ersten Kunden von E.ON, denn der Energieriese will die ersten Verträge kündigen. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, will das Unternehmen zahlreiche Bestandsverträge nicht verlängern. Bislang äußerte sich E.ON nicht dazu, wie viele Kunden konkret von den Kündigungen betroffen sind. Einige davon haben jedoch keine finanziellen Reserven, um die dramatischen Anpassungen zu bezahlen. Der Ruf nach mehr Regulatorik wie in Frankreich wird an dieser Stelle immer lauter.

    Für die E.ON-Aktionäre sieht es wohl sukzessive besser aus. Das ehemalige Kerngeschäft der konventionellen Energie-Erzeugung wurde rechtzeitig abgespalten und unter dem Namen Uniper an der Börse platziert. Das dürfte einer der besten Management-Entscheidungen der Geschichte gewesen sein, denn Uniper ist jetzt auf Staatsrettung angewiesen. Nach dem Juli-Tief von 7,72 EUR konnte sich der E.ON-Aktienkurs trotz des widrigen Umfelds auf 8,86 EUR nach vorne arbeiten. Auf 12-Monatssicht klafft zwar noch eine Lücke von 19,8%, die Analysten sind jedoch nicht mehr allzu negativ und votieren zu 70% mit Kaufen. Das durchschnittliche Kursziel errechnet sich zu 11,94 EUR. Das wären auf 12 Monate gerechnet schon mal plus 35% und 5,7% Dividendenrendite gibt es obendrein.

    Globex Mining – Silber Spin-Off in Sachsen

    Das Umfeld für Minenwerte ist angesichts steigender Energiekosten und sinkender Edelmetallpreise nicht gerade günstig. Die Aktie von Globex Mining (GMX) hat es in den vergangenen Monaten auch herb erwischt, der Kurs halbierte sich glatt von 1,60 auf 0,80 CAD. Doch wer sich mit dem Branchen-Veteran und CEO Jack Storch unterhält, stößt auf ein Lächeln, denn er ist schon ewig im Geschäft und verfolgt seit Jahren eine erfolgreiche und gut diversifizierte Anlagestrategie.

    Globale Vernetzung, Zugang zu Deals und der beständige Wille, am Puls der Zeit zu segeln, machen die Kanadier in ihrer Investitionsstrategie sehr erfolgreich und auch schwierigen Zeiten robust. Das Unternehmen verfügt neben seinen vielen Beteiligungen in Gold, Silber, Kupfer, Platin und Palladium sowie Basis- und Spezialmetallen auch über eine ausreichend gefüllte Kasse. Diese gute Diversifikation erlaubt es bei Bedarf immer wieder Aufstockungen oder Neuerwerbungen durchführen zu können. Denn die Chancen im ausgebombten Ressourcen-Sektor sind jetzt riesiger denn je. Aktuell ist GMX nur noch mit etwa 44 Mio. CAD bewertet, das ist gerade mal der zweifache Kassenbestand und umfasst weiterhin über 200 investierte Projekte.

    Bei Excellon, einem Unternehmen aus dem Portfolio, gibt es einen nahestehenden Spin-Out von Silver City, einer seit 800 Jahren erfolgreichen Abbaustätte von Silber in Sachsen. Excellon besitzt Schürflizenzen mit einer Gesamtfläche von 340 qkm über einem bedeutenden epithermalen Silbersystem mit vielen hochgradigen Abschnitten. Das Explorationsteam und die institutionelle Unterstützung für Silver City in Sachsen sind außergewöhnlich. Nun sollen die Aktivitäten in eine eigene börsennotierte Unternehmung abgespalten werden. Das sieht per se nach einem weiteren guten Deal für Globex aus, der Kurs dürfte bei Erholung der Edelmetalle auch wieder richtig nach oben durchstarten. Das aktuell hoch-inflatorische Umfeld könnte diese Bewegung alsbald in Gang setzen. Einsammeln!

    Deutsche Bank und Commerzbank – Gefahren für die Mittelstandskredite

    Der deutsche Konsument wird bei der Erfüllung seiner Wünsche wohl in Zukunft stärker mit Kredit finanzieren müssen, denn die durchschnittlichen Haushaltsbudgets werden bereits von den hohen Preisen für Lebensmittel, Energie und Heizung aufgezehrt. Verbraucherschützer malen sogar das Schreckensbild einer breiten Zahlungsunfähigkeit in Zusammenhang mit explodierenden Wohn- und Lebenshaltungskosten an die Wand. Auch wenn es nicht so kommen dürfte, die Kaufkraft der breiten Bevölkerung schwindet dramatisch und damit wird eine Rezession mehr als wahrscheinlich.

    Wie in anderen Staaten Europas, ist auch die deutsche Politik dringend aufgefordert, eine staatliche Deckelung für Energie- und Heizpreise einzuführen, ebenso sollten die marktbedingten Übergewinne der Lieferanten zu Gunsten der Steuerzahler abgeschöpft werden. Für den deutschen Mittelstand entwickeln sich die explodierenden Kosten zur betrieblichen Katastrophe. Steigende Erzeugerpreise stehen einer wegbrechenden Nachfrage gegenüber, die Wirtschaftsinstitute werden in ihren aktuellen Vorhersagen noch deutlich nachzubessern haben. Aber man kennt die zögerliche Vorgehensweise, wenn es brenzlich wird, keiner möchte der Erste sein, beim Reigen der Abwärtskorrekturen.

    Die äußerst gefährliche Gemengelage führt allerdings zu Schieflagen und Masseninsolvenzen. Bislang steht diese Bewegung erst am Anfang, aber die Zusammenbrüche von Hakle und Görtz deuten schon an, wo die Reise hingeht. Für den Bankensektor wird sich das gut begonnene Jahr dann auch noch einmal drehen, denn neben Einzelwertberichtigungen wird die generelle Risikovorsorge auf den Bilanzen lasten. Sinkende Hypothekennachfrage, Flaute im Investmentbanking und auch im Asset Management sind die Zeiten der Zuwächse wohl vorbei.

    Interessant ist allerdings die Chartsituation, sie weist bei Deutsche Bank und Commerzbank klar nach oben. Während der DBK-Aktionär noch auf Verlusten von knapp 20% sitzt, feiern die CBK-Besitzer schon die 50% Plusmarke im 12-Monats-Rückblick. Spannend, wie die Börse zumindest temporär von der Realwirtschaft abzuweichen scheint.


    Für die deutsche Wirtschaft sind die Aussichten beklemmend. Die Auswirkungen auf die Sektoren werden aber unterschiedlich zum Tragen kommen. Portfolios sollten daher ausgewogen und risikobewusst strukturiert sein. Globex Mining ist ein interessanter Vertreter aus dem Minensektor, die deutschen Banken werden zeigen müssen, wie die Neuaufstellungen der letzten Jahre nun zur nachhaltigen Ertragsstabilität führen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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