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22.01.2026 | 05:30

Die Gewinner der Entglobalisierung: Warum Almonty Industries, Rheinmetall und RENK Group jetzt im Fokus stehen

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Bildquelle: pixabay.com

Geopolitische Konflikte und Handelszölle beenden das Zeitalter globalisierter Lieferketten. Statt reiner Effizienz zählt nun strategische Resilienz. In diesem Umbruch definieren drei Unternehmen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, die Säulen künftiger Wertschöpfung. Ein Produzent kritischer Rohstoffe, ein Rüstungsgigant und ein Spezialist für Antriebstechnik. Ihre gemeinsame Basis ist die Antwort auf fragmentierte Märkte und das Streben nach technologischer Souveränität. Es lohnt sich, den Weg von Almonty Industries, Rheinmetall und RENK Group zu verfolgen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , RENK Group AG | DE000RENK730

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Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – Wolfram im Fokus

    Der Wolframmarkt erlebt ein außergewöhnliches Jahr. Die Preise sind 2025 um mehr als 160 % gestiegen und setzen ihren Aufwärtstrend auch zu Beginn 2026 fort. Dies ist kein klassischer Zyklus, sondern eine strukturelle Verknappung. China, das über 80 % der Weltproduktion kontrolliert, hat seine Exporte weiter eingeschränkt. Gleichzeitig verlangen geopolitische Spannungen und nationale Sicherheitsinteressen, etwa das US-Einfuhrverbot von chinesischem Wolfram für Verteidigungsgüter ab 2027, nach alternativen, zuverlässigen Quellen. Das Metall ist für moderne Industrien und Verteidigung unersetzlich.

    Genau in diese Lücke stößt Almonty Industries. Das Unternehmen vollzieht den entscheidenden Schritt vom kleinen Produzenten zum Großproduzenten, der unersetzlich für die westlichen Lieferketten ist. Der aktive Bergbaubetrieb in der Flaggschiffmine Sangdong in Südkorea hat im Dezember 2025 begonnen. Sie soll eine der größten und langlebigsten Wolframminen außerhalb Chinas werden. Die strategische Ausrichtung ist klar: Almonty baut eine integrierte, westlich ausgerichtete Versorgungsplattform auf, um bis zu 40 % des Nicht-China-Wolframs zu liefern. Bereits gesicherte Langzeitabnahmeverträge, auch für US-Verteidigungsanwendungen, untermauern diesen Weg.

    In seinem jüngsten Schreiben vom 20. Januar unterstreicht CEO Lewis Black die Bedeutung dieser Schwelle. Sangdong ist die operative Grundlage für die kommende Wachstumsphase. Parallel treibt Almonty die Expansion der traditionsreichen Panasqueira-Mine in Portugal voran und entwickelt mit dem kürzlich erworbenen Projekt in Montana eine US-Produktionsbasis. Die Finanzierung ist durch erfolgreiche Kapitalmaßnahmen gesichert. Für Investoren liegt die Chance nun darin, ein Unternehmen zu begleiten, das genau zum richtigen Zeitpunkt mit produktionsreifen Assets in einen fundamental unterversorgten Markt expandiert. Die Aktie notiert aktuell bei 9,44 USD an der NASDAQ.

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    Rheinmetall - mehr als nur Panzer

    Für Investoren ist Rheinmetall längst nicht mehr nur ein Rüstungskonzern. Das Unternehmen hat sich zu einem systemrelevanten Technologieanbieter für physische und digitale Sicherheit entwickelt. Diese strategische Breite macht es zu einem zentralen Player in einer unsicheren Weltlage. Während das Kerngeschäft von der nachhaltig hohen Verteidigungsnachfrage in Europa profitiert zeigen aktuelle Projekte, wie das Unternehmen sein Know-how auf zivile Zukunftsfelder überträgt. Diese Dual-Use-Fähigkeit schafft zusätzliche Wachstumsfelder jenseits des klassischen Wehrgeschäfts.

    Die ersten Januarwochen lieferten eindrucksvolle Belege für diese Strategie. Gleich zwei Meilensteine unterstreichen die militärische Innovationskraft: In Großbritannien absolvierte der neue Kampfpanzer Challenger 3, ausgestattet mit einer Rheinmetall-Kanone, erfolgreich seine ersten Schießversuche mit Besatzung. Parallel dazu wurde ein Vertrag über die Lieferung moderner Lynx-Schützenpanzer an die Ukraine Anfang 2026 wirksam. Beide Projekte zeigen, wie Rheinmetall entscheidend zur technologischen Überlegenheit und Verteidigungsfähigkeit verbündeter Nationen beiträgt.

    Die Bedeutung des Konzerns beschränkt sich jedoch nicht auf das Schlachtfeld. Ein im Januar gestartetes Forschungsprojekt zur Fernsteuerung von Zügen demonstriert die zivile Anwendung von Sicherheitstechnologie. Hier bringt Rheinmetall Kompetenzen in hochverfügbarer Kommunikation und künstlicher Intelligenz ein, um die Resilienz kritischer Infrastruktur wie des Bahnverkehrs zu erhöhen. Dieses Engagement in unterschiedlichsten Sicherheitsdomänen festigt die einzigartige Marktposition und macht das Unternehmen langfristig interessant. Derzeit ist die Aktie für 1.902,50 EUR zu haben.

    RENK Group - vom Nischenlieferanten zum strategischen Player

    Die RENK Group durchlebt eine bemerkenswerte Transformation. Das Augsburger Unternehmen, einst ein breit aufgestellter Antriebsspezialist, schärft sein Profil mit klarer Entschlossenheit. Bis 2030 sollen rund 90 % des Umsatzes aus dem Verteidigungsgeschäft stammen. Dieser Fokus kommt nicht von ungefähr. Vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen und steigender Militärbudgets weltweit positioniert sich RENK gezielt als systemkritischer Zulieferer. Die langen Lebenszyklen von Panzern und Marineschiffen bieten dabei eine stabile Basis mit hoher Planungssicherheit.

    Diese strategische Ausrichtung wird durch substanzielle Investitionen unterfüttert. RENK hat sich der Initiative "Made for Germany" angeschlossen und will bis 2028 bis zu 325 Mio. EUR in Deutschland investieren. Das Geld fließt in Digitalisierung, Kapazitätsausbau und neue Technologien wie "Drive-by-Wire"-Systeme für autonome Fahrzeuge. Parallel zeigt das prall gefüllte Auftragsbuch mit 6,4 Mrd. EUR die konkrete Nachfrage. Jüngst unterstreicht ein neuer 5-Jahres-Vertrag mit der U.S. Army im Wert von bis zu 75,5 Mio. USD die wachsende internationale Bedeutung des Unternehmens.

    Finanziell bewegt sich RENK bereits auf hohem Niveau. Mit einer EBIT-Marge von 16,6 % und einer Kapitalrendite von knapp 20 % ist man gut aufgestellt. Bis 2030 soll die Marge sogar noch auf 20 % steigen. Ein ehrgeiziges Ziel, was das Unternehmen noch attraktiver machen würde. Für Investoren ist RENK damit eine konkrete Wette auf den anhaltenden Verteidigungszyklus und die Fähigkeit, Technologieführerschaft in Hochleistungsantrieben in massives profitables Wachstum zu übersetzen. Die aktuelle Volatilität der Aktie reflektiert dabei die Spannung zwischen dieser langfristigen Perspektive und kurzfristigen Bewertungsfragen. Momentan kostet eine Aktie 58,46 EUR.


    Die Entglobalisierung und geopolitischen Spannungen schaffen neue strategische Gewinner. Almonty Industries avanciert durch seine Sangdong-Mine zum systemkritischen Wolfram-Lieferanten für den Westen. Rheinmetall festigt seine Rolle als unverzichtbarer Technologieanbieter für physische und digitale Sicherheit in einem destabilisierten Umfeld. Die RENK Group transformiert sich mit Fokus auf Hochleistungsantriebe für die Verteidigung zu einem profitablen Schlüsselzulieferer. Gemeinsam stehen sie für Resilienz und technologische Souveränität, die neuen Leitwerte in einer fragmentierten Weltordnung.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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