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30.09.2026 | 05:10

FMC, MustGrow Biologics, Corteva – Diese Technologie verändert den Acker

  • Agrartechnologie
Bildquelle: Chat GPT KI-generiert

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von MustGrow Biologics.

Die Landwirtschaft steht unter enormem Innovationsdruck. Schädlinge entwickeln Resistenzen, extreme Wetterereignisse bedrohen Ernten und gleichzeitig wächst der Druck, den Einsatz klassischer Chemikalien zu reduzieren. Für Agrarkonzerne beginnt deshalb ein technologisches Wettrennen. Biologische Wirkstoffe, künstliche Intelligenz und Gene Editing sollen Pflanzen widerstandsfähiger machen und Erträge sichern. Was jahrzehntelang von synthetischer Chemie dominiert wurde, könnte sich in den nächsten Jahren grundlegend verändern.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: FMC CORP. DL-_10 | US3024913036 , CORTEVA INC. DL -_01 | US22052L1044 , MUSTGROW BIOLOGICS CORP. | CA62822A1030 | TSXV: MGRO , OTCQB: MGROF

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Inhaltsverzeichnis:


    FMC Corp. – 403 Millionen USD und Angriff mit RNA

    FMC bekommt finanziell kräftige Unterstützung. Der belgische Industriekonzern Tessenderlo hat den bereits angekündigten Einstieg jetzt abgeschlossen und rund 403 Mio. USD investiert. Dafür wurden 30,3 Mio. FMC-Aktien zu jeweils 13,30 USD übernommen. Tessenderlo hält damit rund 20 % des US-Agrarchemiekonzerns und darf einen unabhängigen Vertreter für den Verwaltungsrat nominieren.

    Für FMC kommt die Kapitalstärkung in einer wichtigen Phase. Das Unternehmen kämpft mit hoher Verschuldung und einem schwierigen Agrarmarkt, investiert gleichzeitig aber weiter in neue Wirkstoffe. Besonders interessant ist die Kooperation mit AgroSpheres. Zwei gemeinsam entwickelte RNA-basierte Biomoleküle sind im September in großflächige Feldversuche in den USA, Brasilien und Asien gestartet.
    Die Kandidaten richten sich gegen Schmetterlingsschädlinge wie den Herbst-Heerwurm und die Kohlschabe. Allein einige der wichtigsten Arten verursachen nach Angaben der Unternehmen weltweit jährlich fast 14 Mrd. USD an Ernteverlusten und Bekämpfungskosten. Statt Schädlinge breit mit klassischer Chemie anzugreifen, sollen die Biomoleküle gezielt bestimmte biologische Prozesse stören.

    Labor-, Gewächshaus- und kleinere Feldversuche liegen bereits hinter den Kandidaten. Dabei hätten sie laut FMC und AgroSpheres mit etablierten chemischen Lösungen mithalten oder diese übertreffen können. Jetzt folgt der entscheidende Test unter realen Bedingungen. Gelingt der Sprung zur Marktreife, könnte FMC sein traditionelles Pflanzenschutzgeschäft um eine völlig neue Wirkstoffklasse erweitern.

    MustGrow Biologics – Bayer zahlt ersten Meilenstein

    Während die FMC Corp. Milliardenumsätze erzielt, ist MustGrow Biologics weiter vorne in der Wertschöpfungskette tätig. Der kanadische Spezialist entwickelt biologische Agrarlösungen auf Basis natürlicher Inhaltsstoffe, die aus Senfkörnern gewonnen werden. Die Zusammenarbeit mit Bayer zeigt, dass die Technologie auch das Interesse eines Branchenriesen geweckt hat. Im August erhielt MustGrow die erste Meilensteinzahlung im Rahmen der Ende 2023 unterzeichneten Lizenz- und Kooperationsvereinbarung.

    Bayer hält die Rechte in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) für bestimmte Bodenanwendungen der auf Senf basierenden biologischen Pflanzenschutztechnologie und ist dort unter anderem für die Produktentwicklung, behördliche Studien und Zulassungsverfahren verantwortlich. Im Mittelpunkt steht das vorregistrierte Produkt TerraMG™. Das patentierte System nutzt Sinigrin und das Enzym Myrosinase aus Senfkörnern. In Verbindung mit Wasser entsteht Allylisothiocyanat, ein hochwirksames biologisches Bekämpfungsmittel gegen schädliche Nematoden und Krankheiten im Boden.

    Mit TerraSante™ hat MustGrow weitere Fortschritte erzielt. Dieses Produkt zur Biofruchtbarkeitsförderung und Bodenverbesserung ist bereits in etwa einem Dutzend US-Bundesstaaten zugelassen, biozertifiziert und im Handel erhältlich. Damit verfügt MustGrow nicht mehr nur über eine Entwicklungspipeline, sondern auch über ein eigenes Produkt, dessen Skalierung zunehmend im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie steht.

    An dieser Stelle setzt auch die erste Analyse der GBC AG an. Analysten prognostizieren für die Jahre 2026, 2027 und 2028 einen Umsatz von 4,50 Mio. CAD, 14,05 Mio. CAD bzw. 31,56 Mio. CAD. Mit einem wachsenden Anteil der Umsätze aus dem firmeneigenen Produkt TerraSante™, verbesserten Produktionsbedingungen und Skaleneffekten dürfte sich auch die Margenstruktur deutlich verbessern.

    GBC hat die Berichterstattung über MustGrow mit einer „Kauf“-Empfehlung und einem Kursziel von 2,70 CAD aufgenommen. Analyst Matthias Greiffenberger nennt die zunehmende Größe von TerraSante, steigende Bruttomargen und den durch die wachsende Marktdurchdringung getriebenen operativen Hebel als wichtige Werttreiber. TerraMG™ und die Partnerschaft mit Bayer bieten zusätzliches langfristiges Potenzial. Der unscheinbare Senfkorn könnte sich somit schrittweise zu einer skalierbaren Biologika-Plattform entwickeln. Derzeit notieren die MustGrow-Aktien bei rund 0,42 CAD.

    Corteva – KI und Gene Editing für den Acker

    Corteva geht noch einen Schritt weiter und will Pflanzen selbst verändern. Die künftig eigenständige Saatgut- und Genetik-Gesellschaft Vylor hat dazu eine Kooperation mit Rainbow Crops vereinbart. Gemeinsam sollen neue Eigenschaften für Mais entwickelt werden, die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Hitze, Trockenheit und Überschwemmungen machen.

    Dabei treffen mit künstlicher Intelligenz und dem sogenannten Multiplex Gene Editing zwei Schlüsseltechnologien aufeinander. Die Trait-Foundry-Plattform von Rainbow Crops nutzt KI, während mit Gene Editing mehrere Gene einer Zelle gleichzeitig verändert werden können. Das Ziel sind komplexe Pflanzeneigenschaften, die Betriebsmittel effizienter nutzen und gleichzeitig höhere beziehungsweise stabilere Erträge ermöglichen sollen.

    Für Corteva ist das Teil einer größeren strategischen Neuordnung. Am 1. Oktober soll Vylor als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen für Saatgut und Genetik abgespalten werden. Das verbleibende Unternehmen konzentriert sich auf Pflanzenschutz. Bereits 2025 erzielte Corteva konzernweit 17,4 Mrd. USD Umsatz und investiert über ein Netzwerk von rund 120 Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in neue Agrartechnologien.


    Damit zeigt sich, wie breit die Revolution auf dem Acker inzwischen läuft. FMC setzt auf RNA-basierte Bioinsektizide, MustGrow Biologics erschließt mit Bayer das Potenzial natürlicher Senfwirkstoffe und Corteva greift mit KI und Gene Editing direkt in die Pflanzengenetik ein. Wer sich mit seiner Technologie durchsetzt, könnte an einem grundlegenden Umbau des milliardenschweren Agrarmarktes verdienen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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