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29.10.2026 | 05:22

Goldaktien – Barrick Mining, Lahontan Gold und Newmont zwischen Förderkosten und Goldpreis

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Bildquelle: Pixabay

Am 9. November legt Barrick die Zahlen zum dritten Quartal vor, und die Goldbranche geht mit Rückenwind in die Berichtssaison. Der hohe Goldpreis lässt bei den Förderern mehr hängen, solange sie ihre Kosten im Griff haben. Die großen Produzenten profitieren davon bereits heute. Entwickler können damit rechnen, dass sich der Bau neuer Minen eher lohnt. Die hohe Nachfrage nach Gold spielt der Branche in die Karten. Wer an dieser Lage mitverdienen will, sollte die laufenden Minen ebenso kennen wie das Projekt, das erst noch gebaut wird. Wir sehen uns daher Barrick Mining, Lahontan Gold und Newmont genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: Lahontan Gold Corp | CA50732M1014 , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 , NEWMONT CORP. | US6516391066

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Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Mining – Lizenz sichert den Betrieb, Kosten entscheiden über die Marge

    Am 5. Oktober hat Tansania die Special Mining Licenses für die Goldmine North Mara um 15 Jahre verlängert. Für Barrick ist das mehr als eine Formalie. Der Konzern kann nun langfristig in die Mine, die Belegschaft und die umliegenden Gemeinden investieren. Der Staat hält 16 % an North Mara und an Bulyanhulu, die wirtschaftlichen Vorteile teilen sich beide Partner zu gleichen Teilen. Seit 2019 sind nach Angaben der Gesellschaft rund 5,3 Mrd. USD in die tansanische Wirtschaft geflossen. Planbare Förderkosten beginnen mit der Rechtssicherheit.

    Auf dem Mining Forum Americas am 29. September nannte das Management für Nevada Gold Mines, an der Barrick 61,5 % hält, ein Ziel von mehr als 3 Mio. Unzen Gold pro Jahr. Cortez soll mit zusätzlicher Verarbeitungskapazität über ein Jahrzehnt rund 1 Mio. Unzen liefern, bezogen auf 100 %. Carlin soll mindestens ein weiteres Jahrzehnt bei über 1 Mio. Unzen pro Jahr bleiben. Geht der Plan auf, könnte der hohe Goldpreis dem Konzern in die Karten spielen. Allerdings sprach das Management von Kostenmanagement in einem stark inflationären Umfeld.

    Gebremst wird Barrick beim Projekt für Kupfer und Gold in Reko Diq in Pakistan. Laut Management braucht es dort bessere Sicherheitsbedingungen, bevor der volle Bau beginnt. Die Planung, Phasierung und Finanzierung werden derzeit überprüft. Besser läuft es in Loulo Gounkoto. Dort hat der Konzern den Betrieb nach Angaben des Managements wieder unter Kontrolle, die Lizenz wurde um 10 Jahre verlängert und der Hochlauf liege vor dem ursprünglichen Plan. Am 9. November legt Barrick die Zahlen zum 3. Quartal vor. Dann zeigt sich, wie sich Kosten und Goldpreis entwickelt haben.

     

    Lahontan Gold – elf Jahre Laufzeit und ein klarer Fahrplan bis zum ersten Gold Guss

    Am 14. Oktober hat Lahontan Gold die aktualisierte vorläufige wirtschaftliche Bewertung (PEA) für die Santa Fe Mine in Nevada vorgelegt. Sie sieht 11 Jahre Minenlaufzeit vor und einen Kapitalwert nach Steuern (NPV5) von 820,0 Mio. USD bei einem internen Zinsfuß von 40,1 %. Die Studie rechnet mit 3.600 USD je Unze Gold, einem Vorproduktionskapital von 172,0 Mio. USD und einer Amortisationsdauer nach 3,7 Jahren, jeweils inklusive einer Sicherheitsreserve von 20 %. In den Jahren 4 bis 11 sollen im Schnitt 112.500 Unzen Goldäquivalent pro Jahr anfallen. Die Gesamtkosten (AISC) liegen bei angenommenen 2.250 USD je Unze Gold.

    Das Management hat einen klaren Zeitplan im Kopf. Die CEO Kimberly Ann erklärte in einem Interview, dass die Genehmigung Mitte 2027 erwartet werde und der erste Goldguss im 4. Quartal 2027 folgen soll. Im Laufe des Jahres 2028 soll die Produktion vollständig hochgefahren sein. Finanzieren will man den Bau mit 80 % Fremdkapital und 20 % Eigenkapital und ohne Streaming-Vereinbarung, bei der ein Geldgeber vorab zahlt und dafür später Gold geliefert bekommen würde. Acht Banken zeigen Interesse, die Gespräche laufen unter Vertraulichkeit, ein Abschluss ist für Januar oder Februar 2027 angepeilt. Gelingt dieser Fahrplan, könnte Lahontan vom Explorer zum Produzenten werden. Das wäre ein Meilenstein und das Unternehmen müsste neu bewertet werden.

    Eine Erweiterung des Projekts soll die Übernahme von Emergent Metals bringen, die laut Chefin Kimberly Ann in der ersten Dezemberwoche abgeschlossen werden soll. Die Transaktion konsolidiert West Santa Fe, spart die 1 % NSR Royalty auf West Santa Fe und auf die 27 York Claims. Außerdem erhält Lahontan Zugriff auf das New York Canyon Projekt. Das Landpaket in der Walker Lane, eine bedeutende geologische Struktur im Westen Nevadas, wächst dann auf über 93 qkm. Lahontan Gold hat in einem Unternehmensupdate gemeldet, dass man 2026 auf seinen Projekten Santa Fe und West Santa Fe bislang 13.334 Bohrmeter absolviert und dabei weitere Goldmineralisierungen entdeckt hat, darunter eine neue Zone bei Slab West.

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    Newmont – mehr Gewinn und Cashflow, aber weniger Gold als im Vorjahr

    Newmont hat am 22. Oktober die Zahlen zum 3. Quartal vorgelegt. Der bereinigte Nettogewinn stieg auf 2.309 Mio. USD, im Vorjahresquartal waren es 1.883 Mio. USD. Je Aktie ergeben sich 2,20 USD nach 1,71 USD. Beim Free Cashflow stehen 1.912 Mio. USD zu Buche, vor einem Jahr waren es 1.571 Mio. USD. Gefördert hat der Konzern 1,302 Mio. Unzen Gold, weniger als vor einem Jahr, da waren es noch 1,421 Mio. Unzen. Die AISC stiegen auf 1.454 USD je Unze nach 1.303 USD. Unterm Strich bleibt trotzdem mehr hängen.

    Bei der Prognose für 2026 bleibt es bei 5,26 Mio. Unzen Gold. Die Kostenprognose für die AISC verbesserte Newmont auf 1.520 USD je Unze, und das 4. Quartal soll das produktionsstärkste des Jahres werden. Beim Kupfer- und Goldprojekt Red Chris Block Cave steht die Machbarkeitsstudie kurz vor dem Abschluss, die Investitionsentscheidung ist für Anfang 2027 vorgesehen. Die erste Phase soll über 13 Jahre 3,0 Mio. Unzen Gold und über 850.000 t Kupfer liefern. Die Entwicklungskosten werden auf 4,2 bis 4,8 Mrd. USD geschätzt, die kommerzielle Produktion soll 2033 beginnen. Vorschusslorbeeren gibt es dafür noch nicht.

    Die Aktionäre profitieren schon heute. Newmont hat seit dem letzten Call Aktien für 1,6 Mrd. USD zurückgekauft, und von der Ermächtigung über 6,0 Mrd. USD sind noch 2,8 Mrd. USD übrig. Dazu kommt die Dividende von 0,26 USD je Aktie. Der Stichtag für den Erhalt der Dividende ist der 25. November, Zahltag ist der 21. Dezember 2026. Das Management bezeichnete 2026 auf dem Mining Forum Americas am 29. September allerdings als Jahr des Produktionstiefs. Danach sollen Projekte wie Cadia, Boddington und Cerro Negro das Wachstum tragen. Die Kasse ist gut gefüllt.

     

    Fazit

    Der hohe Goldpreis hilft der Branche, doch am Ende zählt, was nach den Kosten übrigbleibt. Barrick hat in Tansania für 15 weitere Jahre Rechtssicherheit, peilt in Nevada mehr als 3 Mio. Unzen Gold pro Jahr an und legt am 9. November die Zahlen zum dritten Quartal vor. Lahontan Gold hat laut PEA mit 11 Jahren Minenlaufzeit eine gute Basis und könnte, wenn der Fahrplan aufgeht, 2027 den ersten Goldguss feiern. Newmont verdient mehr als vor einem Jahr und gibt einen Teil davon an die Aktionäre weiter. Alle drei haben ihre Hausaufgaben gemacht.

     


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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