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06.11.2026 | 05:44

Goldaktien – Zentralbanken und ETF-Zuflüsse im 3. Quartal könnten Newmont, Kobo Resources und Agnico Eagle Rückenwind geben

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Bildquelle: Pixabay

321,2 Tonnen Gold haben die Zentralbanken im dritten Quartal gekauft. Das waren 42 % mehr als im Vorjahreszeitraum, wie der World Gold Council am 3. November mitteilte. Dazu kamen 211,2 Tonnen Zuflüsse in börsengehandelte Goldfonds nach Abflüssen im zweiten Quartal. Die weltweite Minenproduktion legte im gleichen Zeitraum dagegen nur um 3 % auf 1.070,9 Tonnen zu. Liefern müssen die Förderer, und aus einer Lagerstätte wird erst nach Jahren eine Mine. Das macht den Förderern Beine, denn wer Minen am Laufen hält, Neues findet oder Projekte baut, kann profitieren. Wir sehen uns dazu Newmont, Kobo Resources und Agnico Eagle genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: Kobo Resources Inc. | CA49990B1040 , NEWMONT CORP. | US6516391066 , AGNICO EAGLE MINES LTD. | CA0084741085

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Inhaltsverzeichnis:


    Newmont – mehr Gewinn aus weniger Gold

    Am 22. Oktober hat Newmont die Zahlen zum 3. Quartal vorgelegt. Der bereinigte Nettogewinn stieg auf 2.309 Mio. USD oder 2,20 USD je Aktie, nach 1.883 Mio. USD und 1,71 USD ein Jahr zuvor. Der freie Cashflow lag bei 1.912 Mio. USD, im Vorjahr bei 1.571 Mio. USD. Der realisierte Goldpreis von 4.317 USD je Unze spielt dem Konzern in die Karten, vor einem Jahr waren es lediglich 3.539 USD. Gefördert wurden dagegen nur 1,302 Mio. Unzen nach 1,421 Mio. Unzen. Die Fördermenge soll langfristig wieder nach oben.

    Bei den Kosten hat Newmont die Prognose für 2026 verbessert. Die Gesamtkosten inklusive laufender Investitionen (AISC) sieht man nach Gutschriften für Nebenprodukte nun bei 1.520 USD je Unze, die Produktion bleibt bei 5,26 Mio. Unzen. Im 4. Quartal erwartet man mit 1,365 Mio. Unzen mehr Gold als zuletzt, aber auch höhere AISC von 1.900 USD. Seit der letzten Zahlenvorlage flossen 1,9 Mrd. USD an die Aktionäre, davon 1,6 Mrd. USD über Rückkäufe. Von dem Programm über 6,0 Mrd. USD bleiben derzeit etwa 2,8 Mrd. USD übrig. Die Dividende von 0,26 USD je Aktie wird am 21. Dezember gezahlt.

    Den Nachschub sollen die Projekte liefern. Bei Tanami ist der Schachtbau der zweiten Ausbaustufe abgeschlossen, die kommerzielle Produktion erwartet man nun gegen Ende des ersten Halbjahres 2027, früher als geplant. Beim Red Chris Block Cave, an dem Newmont 70 % hält, steht die Investitionsentscheidung für Anfang 2027 an, die Produktion für 2033. Das Entwicklungskapital liegt bei 4,2 bis 4,8 Mrd. USD auf Basis von 100 % und nach dem erwarteten Zuschuss Kanadas. Gelingt der Hochlauf, könnte die Fördermenge zulegen. Im 4. Quartal sind 1,95 Mrd. USD an Barrick fällig, wegen der geänderten Vereinbarung zum Gemeinschaftsunternehmen Nevada Gold Mines.

    Kobo Resources – Kossou bohrt sich zur ersten Ressourcenschätzung

    Neue Unzen entstehen nicht am Reißbrett, sondern im Bohrloch. Dort setzt Kobo Resources an. Das Unternehmen sucht in der Elfenbeinküste nach Gold. Das Flaggschiff des Unternehmens heißt Kossou. Das Projekt gehört zu 100 % der Gesellschaft, eine Lizenzabgabe an Dritte fällt nicht an. Bis zur Meldung vom 29. September hat man auf Kossou über 53.430 m in 260 Bohrungen niedergebracht, und das erst auf etwa 10 % der 110,2 qkm großen Lizenz. Die Geologie ähnelt laut Kobo einer etablierten Mine in der direkten Nachbarschaft.

    Am 29. September kamen neue Bohrergebnisse aus 14 Bohrungen, 6 von der Road Cut Zone und 8 von der Kadie Zone. An der Road Cut Zone durchteufte ein Bohrloch 19 m mit 1,94 g/t Gold, darin 14,2 m mit 2,44 g/t und 9 m mit 3,29 g/t. In der Kadie Zone traf man auf 9 m mit 2,44 g/t, darin 2 m mit 9,78 g/t. Die nördlichen Profile deuten nach Angaben der Gesellschaft darauf hin, dass sich das System nach Norden fortsetzt. Dort sind weitere Bohrungen geplant. Das Bild wird klarer.

    Dazu passt die Metallurgie. Tests bei SGS ergaben eine durchschnittliche Goldausbeute von etwa 97 % bei einer Spanne von 94 bis 99 %, mit einem Verfahren nach dem Vorbild einer Mine in der Nähe. Am 7. Oktober stellte Kobo beim International Investment Forum die erste Ressourcenschätzung für das 1. Quartal 2027 in Aussicht. Zuvor sind noch 9.000 bis 10.000 Bohrmeter geplant. Zudem sollen auf der Lizenz Kotobi, die mit 302 qkm mehr als doppelt so groß ist wie Kossou, die Bohrungen beginnen. Gelingt es, die Ressource zu vergrößern, könnte das dem Projekt Rückenwind geben. Die Weichen sind gestellt.

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    Agnico Eagle – Barnat bremst, eigene Projekte sollen liefern

    Am 28. Oktober hat Agnico Eagle die Zahlen zum 3. Quartal veröffentlicht. Der Nettogewinn stieg auf 1.353 Mio. USD oder 2,67 USD je Aktie, nach 1.055 Mio. USD und 2,10 USD im Vorjahr. Bereinigt waren es 1.324 Mio. USD oder 2,62 USD je Aktie, zuvor 1.085 Mio. USD und 2,16 USD. Den Schub lieferte der Goldpreis. Realisiert hat man 4.264 USD je Unze nach 3.476 USD. Beim freien Cashflow ging es dagegen bergab, auf 852 Mio. USD nach 1.190 Mio. USD.

    Die Förderung sank auf 814.012 Unzen, vor einem Jahr waren es 866.936 Unzen. Grund ist die Gesteinsbewegung im Tagebau Barnat im Juli, die dem Komplex Canadian Malartic einen Dämpfer verpasst hat. Im zweiten Halbjahr fehlen dadurch 60.000 bis 80.000 Unzen. Für 2026 rechnet man deshalb am unteren Ende der Spanne von 3,3 bis 3,5 Mio. Unzen. Auch die Kosten ziehen an. Die Gesamtkosten inklusive laufender Investitionen (AISC) stiegen je Unze auf 1.648 USD nach 1.331 USD. Für das Gesamtjahr peilt man das obere Ende der Spanne von 1.400 bis 1.550 USD an.

    Finanziell hat der Konzern Luft. Nach Abzug der Schulden blieb Ende September ein Barbestand von 3.416 Mio. USD, nach Quartalsende hob man die Kreditlinie von 2 auf 3 Mrd. USD an, mit Laufzeit bis 2031. Das Wachstum soll aus eigenen Projekten kommen. Der Bau von Hope Bay steht bei etwa 13 %, ab 2030 sollen dort 400.000 bis 435.000 Unzen im Jahr fließen. Die Förderung über den Schacht 1 bei Odyssey ist für das 2. Quartal 2027 geplant. Gelingt der Zeitplan, könnte Agnico Eagle die Lücke bei der Förderung schließen. Am 15. Dezember zahlt man 0,45 USD je Aktie Dividende. 

    Fazit

    Die Zentralbanken kaufen Gold, doch liefern müssen es die Förderer. Newmont verdient am Preis und setzt bei der künftigen Goldmenge auf Tanami und Red Chris. Gelingt der Hochlauf, könnte die Fördermenge wieder zulegen. Kobo Resources reiht Bohrergebnis an Bohrergebnis, und mit einer Goldausbeute von etwa 97 % steuert das Unternehmen auf die erste Ressourcenschätzung im ersten Quartal 2027 zu. Agnico Eagle verdient ebenfalls mehr, büßte aber zuletzt Unzen ein und setzt auf Hope Bay und Odyssey.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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