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30.09.2026 | 05:00

Goldrausch in Westafrika: Wie Desert Gold neben Barrick Mining und B2Gold in Mali einen eigenen Weg geht

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Bildquelle: Nano Banana KI

Der Goldpreis erreicht immer wieder neue Rekordstände, doch in wichtigen Förderregionen wie Westafrika herrscht weiterhin ein gewisser Ausnahmezustand. Während das Edelmetall auf dem Weltmarkt hohe Margen verspricht, sehen sich die etablierten Bergbauunternehmen in Mali zunehmend staatlichen Repressionen ausgesetzt. Auch wenn diese Entwicklungen das laufende Geschäft keineswegs stoppen, erfordern sie doch viel Verhandlungsgeschick von den großen Produzenten. Genau in diesem operativen Umfeld positionieren sich wendige Afrika-Profis mit klugen Konzepten. Wir werfen ein Schlaglicht auf Barrick, B2Gold und Desert Gold.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX , B2GOLD CORP. | CA11777Q2099

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Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Mining: Zwischen Regierung und Belegschaft

    Am Loulo-Gounkoto-Komplex in Mali steuert Barrick Mining derzeit durch ein herausforderndes Umfeld. Im Jahr 2024 förderte der Komplex noch 723.000 Unzen Gold. Im Januar 2025 wurde der Betrieb unterbrochen, im November 2025 folgte die Einigung mit der Regierung. Seitdem läuft die Produktion wieder an: Im ersten Halbjahr 2026 kamen rund 190.000 Unzen (100 %-Basis) zusammen, laut Barrick schneller als geplant. Der Weg dorthin war teuer. Im Zuge des Streits hatte Mali zeitweise Forderungen von bis zu 5,5 Mrd. USD erhoben und Gold im Wert von rund 245 Mio. USD beschlagnahmt. Beigelegt wurde der Konflikt schließlich mit einer Zahlung von rund 430 Mio. USD. Zuletzt meldeten sich die Gewerkschaften zu Wort. Laut Reuters kündigten die Belegschaften der Betreibergesellschaften Somilo und Gounkoto für Ende September 2026 Streiks an. Auch die Mitarbeiter des Catering- und Servicedienstleisters Food & Events Africa reichten eine Streikankündigung ein. Im Kern eines Katalogs von 15 Forderungen standen Überstundenvergütungen, die Erstattung von Dienstreisekosten und die Umsetzung bestehender Tarifvereinbarungen. Laut Gewerkschaft einigten sich die Parteien am 21. September auf einen neuen Tarifvertrag, die geplanten Streiks wurden abgesagt. Die Kostenseite bleibt dennoch angespannt: Barricks unternehmensweite All-In Sustaining Costs lagen im zweiten Quartal bei 1.866 USD je Unze.

    B2Gold: Kooperative Wege für mehr Planbarkeit

    Einen pragmatischen Weg der Zusammenarbeit wählt B2Gold. Der Konzern verständigte sich bereits im September 2024 mit der Regierung auf einen Rahmen für den Fekola-Komplex, der unter anderem einen Mechanismus zur Rückerstattung ausstehender Mehrwertsteuer-Gutschriften vorsieht. Am 7. August 2026 folgte die offizielle Abbaugenehmigung für Menankoto. Zusammen mit der Dandoko-Lizenz bildet Menankoto das Projekt Fekola Regional, das unter den Minencode von 2023 fällt. Der malische Staat erhält daran 35 %, während die Hauptmine Fekola unter dem Code von 2012 bei der bisherigen 80/20-Aufteilung bleibt. Mit diesem Entgegenkommen erkauft sich B2Gold Planungssicherheit. Fekola Regional soll bis Ende 2027 hochgefahren werden und ab 2028 jährlich mehr als 150.000 Unzen zur Produktion des Fekola-Komplexes beitragen. Parallel lenkt das Unternehmen Kapital in Projekte wie Otjikoto in Namibia oder Goose in Kanada, um das eigene Portfolio breiter aufzustellen.

    Desert Gold: Agilität als treibende Kraft auf der Senegal-Mali Shear Zone

    Fernab der Verhandlungstische der großen Konzerne treibt Desert Gold sein schlankes Geschäftsmodell voran. Das Unternehmen kontrolliert ein 440 km² großes Areal auf einem 43 Kilometer langen Abschnitt der geologisch aussichtsreichen Senegal-Mali Shear Zone. Auf derselben Struktur liegen auch die Minen von B2Gold, Barrick und Allied Gold. Statt direkt in eine kapitalintensive Zyanidlaugungsanlage zu investieren, startet das Management unter CEO Jared Scharf mit einer kleineren ersten Ausbaustufe. Am 16. September meldete das Unternehmen, dass eine Schwerkraft-Aufbereitungsanlage für 200 t Erz pro Tag sowie ein 650-kVA-Generator am Standort Barani eingetroffen sind. Die Anlage trennt das Gold rein physikalisch über sein spezifisches Gewicht vom stark verwitterten Oxid-Erz und soll bis Ende Oktober 2026 in Betrieb gehen. Im Vorfeld musste das Team Verzögerungen bei der Seefracht über Dakar und regionale Treibstoffengpässe bewältigen. Hinzu kamen die starken Niederschläge der Regenzeit, die die Tiefbauarbeiten erschwerten.

    Die Aktie von Desert Gold kam zuletzt in Schwung.

    Der ursprünglich für Juli angepeilte Starttermin wurde deshalb angepasst. Nach dem aktuellen Zeitplan folgen im November das Hochfahren und die erste Aufbereitung. Das erste Gold soll noch im vierten Quartal 2026 gewonnen werden, vorbehaltlich erfolgreicher Errichtung, Inbetriebnahme und Hochfahren. Die aktualisierte Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) vom November 2025 beschreibt den späteren Vollausbau: eine modulare Gravitations- und CIL-Anlage mit 36.000 t Durchsatz pro Monat und Initialinvestitionen von 20,4 Mio. USD. Im Basisfall bei 2.850 USD je Unze ergeben sich ein Kapitalwert (NPV, 10 %, nach Steuern) von 61 Mio. USD, ein interner Zinsfuß (IRR) von 57 % und eine Amortisation nach 2,5 Jahren. Bei 4.070 USD je Unze steigen die Werte laut PEA auf einen NPV von 124 Mio. USD, einen IRR von 101 % und eine Amortisationszeit von 2,1 Jahren. Da der Spotpreis aktuell oberhalb von 4.000 USD liegt, dürften diese Zahlen auch Mali-Skeptiker dazu bringen, sich Desert Gold näher anzusehen.

    Desert Gold: Diversifikation und Interesse aus Asien

    Die Anlage in Barani markiert lediglich den Anfang einer breiteren Erschließung. Auf dem SMSZ-Projekt haben die Geologen von Desert Gold inzwischen mehr als 25 Goldzonen identifiziert. Die Ressourcenschätzung aus dem Jahr 2022 weist nachgewiesene und angedeutete Mineralressourcen von 310.300 Unzen mit einem Gehalt von 1,14 g/t sowie vermutete Mineralressourcen von 769.200 Unzen mit 1,16 g/t aus. Eine im Februar abgeschlossene Finanzierung über rund 7,2 Mio. CAD stellte das Kapital für die erste Ausbaustufe bereit. Die Marktkapitalisierung von Desert Gold lag zuletzt bei rund 47 Mio. CAD. Das Unternehmen diversifiziert sein Portfolio weiter: Für das Phase-1-Explorationsprogramm auf dem Tiegba-Projekt in der Elfenbeinküste sind rund 535.000 USD budgetiert. Derweil bleibt das westafrikanische Terrain für finanzkräftige asiatische Akteure interessant. Die geplante Übernahme von Allied Gold durch Zijin Gold scheiterte zwar. Im August zeichnete die Zijin-Mining-Tochter Zijin Gold aber im Rahmen einer Privatplatzierung neue Aktien für rund 295 Mio. USD und hält seither rund 9,2 % an Allied Gold.

    Die PEA von Desert Gold kalkuliert für den Vollausbau mit All-In Sustaining Costs von 1.137 USD je Unze. Beim aktuellen Goldpreis ergäbe sich daraus eine Marge von rund 3.000 USD je Unze. Gelingt der Übergang von der ersten Schwerkraftstufe zum geplanten Vollausbau, könnten diese Erträge die weitere Exploration des großen Areals mitfinanzieren und die Verwässerung durch neue Kapitalrunden begrenzen. Desert Gold befindet sich aktuell in einer spannenden Phase.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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