Menü schließen




23.12.2021 | 04:44

Lufthansa, TUI, Tembo Gold, Barrick – Mit Vollgas in die Ferne!

  • Rohstoffe
  • Touristik
  • Covid-19
Bildquelle: pixabay.com

Wie wird wohl das Urlaubsjahr 2022 werden? Mit dem Aufkommen immer neuer COVID-Varianten ist die neue Ampel-Regierung von der ersten Minute an unter Zugzwang. Wie schütze ich meine Bürger und halte trotz aller Einschränkungen die Laune noch oben? Zugeständnisse und Verbote sollten dem allgemeinen Menschenverstand und letztlich den verfassungsmäßigen Vorgaben entsprechen. Natürlich haben Wirtschaft und Gesellschaft eine Wunschliste, an der sich die politische Ausrichtung orientieren soll. Doch wenn die Ansteckungen ungezügelt durch die Decke gehen, ist wohl vieles nur Wunschdenken. Für folgende Aktien wird es jetzt richtig heiß.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: TEMBO GOLD CORP. | CA87974N4057 , BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Lufthansa – Kann die Kranichlinie wieder höher fliegen?

    Das Jahr 2021 wird pandemiebedingt wohl mit einem Milliardenverlust als ein weiterer Minusmarker in die jüngere Firmengeschichte der Lufthansa eingehen. Denn aktuell hat die Lufthansa noch stark mit operativen Problemen und einem potenziellen Streik zu kämpfen. Im Sommer hatte man in Erwartung einer Besserung die Kapazitäten wieder nach oben gefahren, nun geht die Auslastung der Flugzeuge aber schon wieder stark zurück, Reisen werden wieder storniert oder verschoben.

    Doch die Hoffnungen auf ein gutes Touristik-Jahr 2022 bleiben weiterhin bestehen. So wird die Lufthansa-Tochter Eurowings in Erwartung starker Nachholeffekte im kommenden Sommer mehr Ziele anfliegen als jemals zuvor. Insgesamt rechnet der Flughafenverband ADV für das kommende Jahr mit 180 Millionen Passagieren und einem erneuten deutlichen Wachstum bei Fracht und Logistik. Das Vorkrisen-Niveau von 248 Millionen Fluggästen aus dem Jahr 2019 wird damit aber um gut 28% verfehlt. An das neue Niveau sollte sich die Lufthansa wohl vorerst gewöhnen.

    Mit 2.500 Flügen in der Woche soll das Angebot des Konzerns in 2022 trotzdem fast das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreichen. Allein 380 Mal in der Woche geht es von 20 verschiedenen Flughäfen nach Palma de Mallorca. Eurowings deckt im Lufthansa-Konzern vor allem Urlaubsflüge in Europa und die erweiterte Mittelmeerregion ab. Man sieht sich mit einer Flotte von 100 Flugzeugen als Deutschlands größte Ferienfluggesellschaft. Man kann Lufthansa nur wünschen, dass diese Planung auch von Erfolg gekrönt wird.

    Unbestritten bleibt, dass die pandemische Lage die Nachfrage nach Flugleistungen in den kommenden Winter- und Frühjahrsmonaten noch stark einschränken wird. Rein bilanziell hat die Lufthansa einen Großteil der Staatshilfen zurückzahlen können, ebenso konnten die Barmittel auf einen robusten Stand gebracht werden. Der Chart der LHA-Aktie baut gerade eine aussichtsreiche Untertassenformation, die mit einem Anstieg über 7 EUR ihre Vollendung hätte. Spekulative Anleger legen sich den MDAX-Titel wieder ins Depot, auch wenn ein Investment in Touristik derzeit wenig opportun erscheint.

    Tembo Gold holt sich Barrick Gold an Bord

    Von Europa richten wir den Blick ins afrikanische Tansania auf das dort ansässige Unternehmen Tembo Gold. Der in Kanada börsennotierte Explorer besitzt eine gleichnamige 100%-Beteiligung am örtlichen Goldprojekt. Wie bei allen jungen Edelmetall-Unternehmen liegt der Fokus in der Entdeckung und Erschließung von Edelmetall in Ostafrika. Tansania selbst will nach Jahren der politischen Abstinenz nun wieder zurück ins Minengeschäft. Das kommt Tembo in allen Verhandlungsschritten entgegen.

    Für eine übersichtlichere Struktur hat Tembo Gold nun einige Assets an den Major Barrick Gold verkauft. Die Vereinbarung beinhaltet die Übertragung von Lizenzen in der Nachbarschaft von Barricks Weltklassemine Bulyanhulu. Barrick zahlt dafür 6 Mio. USD und erhält im Gegenzug eine 5,5%-Beteiligung an Tembo Gold. Barricks CEO Mark Bristow selbst bezeichnete die Akquisition als bedeutenden Schritt in der Strategie des Unternehmens, seine Wachstumsmöglichkeiten in Tansania zu erhöhen. Außerdem verpflichtet sich Barrick im Laufe von vier Jahren nach Abschluss der Transaktion mindestens 9 Mio. USD in das neu erworbene Lizenzgebiet zu investieren. Das ist eine gute Basis für die Finanzierung zukünftiger Vorhaben. Die veräußerten sechs Lizenzen befinden sich in Gebieten, auf die Tembo seine Explorationsaktivitäten bisher nicht konzentriert hat. Tembo setzt nun hohe Priorität auf seine verbleibenden Kernliegenschaften und auf die noch nicht erprobten Zonen seines Claims. Hier dürften in 2022 noch einige positive Überraschungen folgen.

    Durch die Nachrichten im Zusammenhang mit Barrick gab es verfrühte Übernahme-Spekulationen und der Kurs von Tembo Gold legt schon mal 100% zu. Dann kam es zu ersten Gewinnmitnahmen, das drückte die Notiz wieder in die Zone 0,23 bis 0,26 CAD. Hier erreicht die Marktkapitalisierung niedrige Werte um 23 Mio. CAD, ein gutes Setup für Zuwächse im nächsten Jahr. Die Aktie hat auf diesem Niveau ein Potenzial zur Kurs-Vervielfachung.

    TUI – Wie soll man als Touristik-Unternehmen überleben?

    Noch einmal zurück in die Touristik-Branche. Der Kurs des größten Reiseveranstalters in Europa TUI erreichte Ende November mit 2,25 EUR ein neues Allzeit-Tief. Das Ganze geht auf eine lebensrettende Kapitalerhöhung zurück, denn eine große Menge neuer Aktien musste erst vom Markt verdaut werden. Dafür erhielt TUI eine Barspritze von 1,1 Mrd. EUR in die Kasse und konnte daraus fällige 375 Mio. EUR Fremdmittel an die KfW zurückführen. Der russische Investor Alexej Mordaschow, der auch nach der Maßnahme bei seinem 32%-Anteil geblieben ist, macht die Restrukturierung des Konzerns vollends mit. Das sind insgesamt gute Zeichen für die TUI und sichert den Bestand.

    Allerdings führt Omikron zu weiteren Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr. Wegen der rasanten Ausbreitung dieser Variante hat das Robert-Koch-Institut sowohl Großbritannien als auch mehrere Übersee-Regionen zu Virusvarianten-Gebieten erklärt. Die damit verbundenen Hürden sind für viele Reisende unzumutbar, vor allem wenn es um 10-tägige Quarantäne-Verpflichtungen geht. Sehr schlechte Nachrichten für die TUI, der operative Dauerdruck lässt einfach nicht nach.

    Blickt man unter den genannten Umständen auf den Chart des beliebten Trading-Titels, dann verwundert es etwas, dass der Kurs Anfang der Woche bei 2,40 EUR zu einem kleinen Gegenangriff ansetzte. Offenbar ist den Börsianern die Stimmung dauerhaft zu schlecht und man kauft nach dem Motto: „Einsteigen, wenn die Kanonen donnern!“. Die Chancen für ein Gelingen dieser Strategie stehen nicht schlecht, denn bekanntlich denkt die Börse gut sechs Monate voraus. Dann nämlich, befindet sich Deutschland wieder im Sommer-Modus und selbstverständlich das Erkältungs-Virus auch. TUI bleibt damit spekulativ interessant, denn operative Gewinne winken bereits ab 2022 wieder.


    Die Reisebranche steht wieder mal unter Druck, doch diesmal haben die Konzerne Lufthansa und TUI ihre Eigenkapital aufgefüllt. Wer jetzt seine Liquidität etwas hortet, kann leicht über den Winter kommen und nächstes Jahr beginnt ein neues Spiel. Für Tembo Gold stehen die Zeichen jetzt schon auf Sturm, denn in Tansania ist es ganzjährig heiß.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 10.07.2026 | 05:20

    Zinsen, Rohstoffe und Mieten: Mit Deutsche Bank, Globex Mining und Vonovia verdienen Sie in jeder Marktphase

    • Deutsche Bank
    • Globex Mining
    • Vonovia
    • Zinsen
    • EZB
    • Wealth-Management
    • Rohstoffe
    • Edelemetalle
    • Basismetalle
    • Spezialmetalle
    • Immobilien
    • Immobilienmarkt

    Die EZB hält den Zins-Poker aufrecht, geopolitische Risiken bleiben präsent und der deutsche Immobilienmarkt sucht nach Stabilität. Die entscheidende Frage ist nicht, welcher Sektor dominiert, sondern wie sich Banken, Rohstoffe und Wohnimmobilien kombinieren lassen, um Zinsrisiken und Marktschwankungen auszugleichen. Wer nur auf Gold oder eine Immobilienrallye setzt, übersieht die komplexe Realität: Zinspolitik, Rohstoffzyklen und Baukosten folgen eigenen Gesetzmäßigkeiten. Ein diversifizierter Ansatz gewinnt daher an Bedeutung. Die Deutsche Bank, Globex Mining mit seinem Rohstoffportfolio und der Immobilienkonzern Vonovia stehen exemplarisch für diese drei Säulen und lassen sich gezielt als Basis für ein ausgewogenes Portfolio nutzen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 08.07.2026 | 05:00

    Kanada und Europa sichern gemeinsam Rohstoffe: Warum BMW und Volkswagen Power Metallic Mines im Blick haben sollten

    • Rohstoffe
    • Kupfer
    • Nickel
    • Platingruppen
    • E-Auto

    Die Transformation der Automobilindustrie hin zur Elektromobilität wirbelt die klassischen Lieferketten durcheinander. Während früher die möglichst effiziente Montage entscheidend war, kommt es in der Ära der E-Autos auf den gesicherten, ökologischen Zugang zu kritischen Mineralen an. Vor allem strenge gesetzliche Vorgaben wie das europäische Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz zwingen die Autobauer dazu, die Herkunft ihrer Rohstoffe lückenlos bis zur Mine zu dokumentieren. In dieser Gemengelage hat sich Kanada als einer der wichtigsten Partner für die europäische Industrie herauskristallisiert. Hier stimmen die Standards und die mineralischen Gehalte – wir stellen Markt und mögliche Profiteure vor.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 06.07.2026 | 04:00

    Crash nein Danke - Automobilsektor vor dem Turnaround! 133 % mit BYD, VW, North Arrow Minerals und BMW

    • Automotive
    • E-Mobilität
    • Rohstoffe
    • Kritische Metalle
    • Gold

    In den letzten Monaten gab es an der Börse kaum eine andere Branche, die sich so großer Unbeliebtheit erfreuen konnte wie der Automobil-Sektor. Margenkampf und Restrukturierungen mit Massenentlassungen machen in Europa die Runde. Dieser Abwärtstrend resultiert primär aus strukturellen Überkapazitäten und dem verfehlten Timing beim Hochlauf der Elektromobilität. Nun blicken die deutschen Verbrenner-Könige auf den aggressiven Markteintritt staatlich subventionierter chinesischer Konkurrenten. Gerade europäische Hersteller geraten dadurch in eine fatale Zangenkrise aus sinkenden Absatzzahlen und gleichzeitig steigenden Investitionskosten. Analysten bewerten die traditionellen Geschäftsmodelle der OEMs daher mehrheitlich als risikobehaftet und setzen ihre Zukunftserwartungen nach unten. Schlagartig verlagern institutionelle Investoren ihre Portfolios in weniger zyklische und margenstärkere Wachstumssektoren. Das Resultat: Minus 34 % im gesamten Sektor in den letzten 12 Monaten. Gibt es noch Hoffnung für die Titanen auf 4 Rädern?

    Zum Kommentar