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10.02.2026 | 05:10

Glencore, Aspermont und Barrick Mining – Goldene Aussichten

  • Gold
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Geplatzte Mega-Deals, strategische Teilverkäufe und stille Transformationen abseits des Rampenlichts. Im Rohstoffsektor verschieben sich derzeit die Gewichte. Während ein globaler Branchenriese seine Konsolidierungspläne begraben muss und stattdessen mit gezielter Portfoliosteuerung auf geopolitische Realitäten reagiert, arbeitet ein anderer Akteur im Hintergrund an einem völlig neuen Geschäftsmodell. Gleichzeitig sorgt der Goldmarkt nach turbulenten Wochen wieder für klare Signale, flankiert von überraschend starken Quartalszahlen und hohem Cashflow. Für Anleger eröffnen sich damit spannende Konstellationen, zwischen Neubewertung, Stabilität und strukturellem Rückenwind.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: GLENCORE PLC DL -_01 | JE00B4T3BW64 , ASPERMONT LTD | AU000000ASP3 , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080

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Inhaltsverzeichnis:


    Glencore – Zwischen geplatztem Mega-Deal und strategischem Teilverkauf

    Das Schweizer Unternehmen gehört zu den weltweit größten Rohstoffkonzernen und verbindet ein starkes Handelsgeschäft mit Minen für strategische Metalle wie Kupfer, Kobalt und Zink, die im Zuge von Energiewende und geopolitischer Neuordnung an Bedeutung gewinnen.
    Vor diesem Hintergrund hatte die jüngst diskutierte Übernahme durch Rio Tinto enormes Potenzial, doch die Gespräche sind gescheitert. Ausschlaggebend war das Umtauschverhältnis. Glencore strebte eine Beteiligung von rund 40 % am kombinierten Konzern an, was Rio gegenüber den eigenen Aktionären nicht rechtfertigen konnte. Hinzu kamen Governance-Fragen, da Rio Tinto sowohl Chairman- als auch CEO-Posten behalten wollte, ohne einen entsprechenden Preis zu zahlen.

    Der Abbruch beendete die Konsolidierungsfantasie abrupt und ein neuer Anlauf ist nach britischem Übernahmerecht für mindestens sechs Monate ausgeschlossen. Operativ hätte der Zusammenschluss vor allem im Kupfersektor eine neue Dimension eröffnet, doch die Differenzen erwiesen sich als bislang unüberbrückbar.

    Parallel richtet Glencore den Blick auf eine gezielte Portfoliosteuerung und hat eine unverbindliche Absichtserklärung mit dem Orion Critical Mineral Consortium unterzeichnet, die den möglichen Verkauf von 40 % an den Bergbau-Assets Mutanda Mining und Kamoto Copper Company vorsieht. Die Bewertung liegt bei rund 9 Mrd. USD. Dabei bliebe Glencore operativer Betreiber, während Orion Mitspracherechte und Vermarktungszugang erhält. Die Transaktion adressiert zugleich strategische Interessen der USA an sicheren Lieferketten für kritische Mineralien aus der Demokratischen Republik Kongo, dem weltweit wichtigsten Produzenten von Kobalt und einem bedeutenden Kupferstandort.

    Aspermont – Vom Verlag zur Datenmacht

    Aspermont hat sich in den vergangenen Jahren still, aber konsequent neu erfunden. Aus einem traditionsreichen Fachverlag mit über 190 Jahren Historie ist ein datengetriebenes Technologieunternehmen entstanden, das heute spezialisierte Intelligence-Lösungen für die globale Rohstoff-, Energie- und Agrarindustrie liefert.

    Herzstück dieses Wandels ist ein einzigartiges, vollständig digitalisiertes Archiv historischer Branchendaten, das mit aktuellen Marktinformationen verknüpft wird. Daraus entstand eine skalierbare SaaS-Plattform mit planbaren, wiederkehrenden Erlösen, die inzwischen den Großteil des Umsatzes trägt und seit Jahren wächst.

    Mit der 2025 eingeführten KI-basierten Analyseplattform Mining-IQ hebt Aspermont dieses Modell auf die nächste Stufe. Die Lösung erlaubt tiefgehende Analysen zu Projektpipelines, geopolitischen Risiken und Investitionsströmen und adressiert damit exakt die wachsende Komplexität der Rohstoffmärkte. Die Marktreife wurde durch einen hochkarätigen Vertrag mit Rio Tinto unterstrichen, für den Aspermont eine maßgeschneiderte KI-gestützte Such- und Analyseplattform entwickelt.

    Neben Data & Intelligence bilden digitale Fachmedien mit Millionen-Reichweite, integrierte Marketinglösungen für Regierungen und Konzerne sowie hochkarätige Branchen-Events ein sich selbst verstärkendes Ökosystem. Dieses Zusammenspiel macht Aspermont weniger abhängig von Konjunkturzyklen und positioniert das Unternehmen als strategischen Infrastruktur-Anbieter für Entscheidungsprozesse in einem zunehmend politisierten Rohstoffumfeld.

    Ein wichtiges Signal an den Kapitalmarkt könnte nun die geplante Aktienzusammenlegung sein. Auf der Hauptversammlung im Februar 2026 soll ein Reverse Split im Verhältnis 250:1 beschlossen werden. Rein rechnerisch ändert sich dadurch weder die Marktkapitalisierung noch der wirtschaftliche Wert, wohl aber die Wahrnehmung der Aktie. Eine deutlich höhere optische Notierung würde das Penny Stock-Image beenden, die Handelbarkeit verbessern und den Titel für institutionelle Investoren überhaupt erst investierbar machen.

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    Barrick Mining – Solide Zahlen

    Der Goldpreis hat sich nach einer volatilen Handelswoche eindrucksvoll zurückgemeldet und zum Wochenschluss erneut über 4.900 USD geschoben. Nachdem zur Wochenmitte kurzzeitig sogar Niveaus oberhalb von 5.000 USD erreicht wurden, sorgte der Rücksetzer für Nervosität. Der starke Freitag bringt das Edelmetall jedoch wieder in Stellung. Die Zone um 5.000 USD bleibt der zentrale Trigger, während die Unterstützungsbereiche zwischen 4.500 und 4.300 USD nicht unterschritten werden sollten.

    Mitten in dieses nervöse Marktumfeld hinein hat Barrick Mining überzeugende Zahlen geliefert und damit die Berichtssaison im Goldsektor eröffnet. Der kanadische Gold- und Kupfergigant präsentierte für das vierte Quartal 2025 ein robustes Zahlenwerk. Der Umsatz sprang auf 5,997 Mrd. USD nach 4,148 Mrd. USD im Vorjahresquartal. Der Gewinn legte auf 2,406 Mrd. USD zu, nachdem im vierten Quartal 2024 noch 1,302 Mrd. USD erzielt wurden. Auch der freie Cashflow entwickelte sich positiv und stieg auf 1,619 Mrd. USD.

    Treiber der Entwicklung war vor allem das Kupfergeschäft. Die Kupferproduktion erhöhte sich im vierten Quartal um 13 % gegenüber dem Vorjahr, während die Goldproduktion um fünf Prozent zulegte. Damit profitiert Barrick gleich doppelt vom aktuellen Umfeld aus strukturell hoher Goldnachfrage und dem zunehmenden Nachfrageüberhang von Kupfer für Energiewende und Infrastruktur.

    Für 2026 rechnet das Management mit einer Goldproduktion zwischen 2,90 und 3,25 Mio. Unzen, nach 3,26 Mio. Unzen im Jahr 2025. Die Kupferproduktion soll zwischen 190.000 und 220.000t liegen.


    Der Mega-Deal zwischen Glencore und Rio Tinto ist, zumindest vorerst geplatzt. Aspermont plant ein Reverse-Split und macht sich für institutionelle Investoren interessanter. Barrick konnte solide Zahlen liefern.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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