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22.04.2026 | 05:30

Neue Führung, 19 % weniger Sprit und 88 % weniger Stickoxide: Wie dynaCERT den Dieselmotor neu erfindet

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Bildquelle: pixabay.com

Manchmal braucht eine gute Idee einfach ihre Zeit. Bei dynaCERT hat diese Zeit nun Früchte getragen. Was vor zwei Jahrzehnten als Tüftlerprojekt begann, steht heute mit vielen verbauten Einheiten, frischem Führungsteam und einem Vertriebsrollout auf drei Kontinenten da. Die Technologie ist simpel, der Markt riesig, der Zeitpunkt günstig. Während andere über Wasserstoff träumen verkauft dieses kanadische Unternehmen Nachrüstsysteme für Dieselmotoren. Die Richtung stimmt und Analysten sehen noch viel Luft nach oben.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: DYNACERT INC | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF

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Inhaltsverzeichnis:


    HydraGEN™ optimiert Dieselmotoren

    Die einen bauen milliardenteure Tankinfrastrukturen für Brennstoffzellen. Die anderen setzen auf Batterien mit Reichweitenproblemen. dynaCERT macht es einfacher. Das Unternehmen nimmt einen bestehenden Diesel-Lkw, integriert das HydraGEN™-System und senkt Verbrauch und Emissionen noch am selben Nachmittag. Keine neue Flotte. Keine Wartezeit. Kein Schnickschnack.

    Das Prinzip ist physikalisch sauber. Wasserstoff aus destilliertem Wasser wird direkt in den Brennraum geleitet, verbessert die Zündung, verbrennt den Diesel vollständiger. Die Effekte sind bis zu 19 % weniger Kraftstoff, bis zu 88 % weniger Stickoxide. Das sind keine Laborphantasien, sondern TÜV-Nord-geprüfte Werte aus dem echten Einsatz.

    Frischer Wind im Management

    Doch Technologie allein reicht nicht. dynaCERT hat das verstanden und in den vergangenen Monaten die Weichen für den kommerziellen Durchbruch gestellt.

    Das Management wurde neu ausgerichtet. Jim Payne, der das Unternehmen fast zwei Jahrzehnte führte, bleibt als Chairman an Bord und sorgt für Kontinuität an der Spitze. Die operative Verantwortung übernimmt Kevin Unrath, ein erfahrener Industriemanager aus der MTU- und Rolls-Royce-Welt, der als COO das operative Geschäft verantwortet und nun als CEO die Umsetzung vorantreibt. Mit ihm kam eine klare Ausrichtung auf Skalierung und Umsetzung. Unterstützt wird er von Bernd Krüper, dem früheren Hatz-CEO, der als President die europäische Expansion vorantreibt. Das ist ein Team, das weiß, wie man Industriekunden gewinnt.

    Solide finanziert für den nächsten Sprung

    Finanziell ist das Unternehmen bestens für den nächsten Schritt gerüstet. Frische Mittel aus Privatplatzierungen in Höhe von rund 6 Mio. CAD flossen in die Kasse. Ein weiteres Darlehen über 2 Mio. CAD sichert die operative Flexibilität. Die Verbindlichkeiten wurden deutlich reduziert, das Working Capital aktiv gesteuert. dynaCERT steht auf soliden Füßen und ist bereit zu wachsen.

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    Vertriebsrollout auf verschiedenen Kontinenten

    In Vietnam ist das Unternehmen mit Unterstützung der kanadischen Exportentwicklungsbehörde Export Development Canada (EDC) vor Ort. Die ersten 10 Pilotinstallationen sind aktiv, ein Service-Center-Vertrag unterschrieben. Das Land dient als Sprungbrett für den gesamten asiatisch-pazifischen Raum. Parallel laufen Gespräche in Japan und Südkorea.

    In Mexiko hat sich mit Hydrofuel Technologies ein neuer Distributor ins Spiel gebracht, der auch den Markt in Texas abdeckt. Testinstallationen laufen, die Pipeline füllt sich.

    In Australien wurde das Distributoren Netzwerk neu aufgestellt, der Fokus liegt auf dem boomenden Bergbausektor. Und in Ecuador sitzt man mit dem Verkehrsministerium und der Transportkammer direkt am Verhandlungstisch.

    Präsenz in Europa gezeigt

    dynaCERT ist längst auch in Europa sichtbar. 2025 verlegte das Unternehmen sein Deutschland-Geschäft an den Flughafen München. Die neue Basis soll die Nähe zu heimischen Motorenbauern, Nutzfahrzeugherstellern und Baufirmen verbessern. Die Präsenz in Bayern gilt als strategischer Hebel für weitere Rollouts in der Industrie. Im vergangenen Jahr war das Unternehmen auf der bauma erfolgreich vertreten. Mitten im Herzen des europäischen Industriegürtels konnten die Kanadier potenzielle Kunden aus der Bau- und Schwerindustrie direkt ansprechen. Da die neue Führungsriege deutsche Wurzeln hat, gibt es hier ohnehin ein großes Netzwerk.

    Ein unerwarteter Verbündeter: die Verteidigung

    Die Verteidigungsindustrie hat dynaCERT auf dem Radar. Nicht wegen grüner Image‑Kampagnen, sondern weil Reichweite im Einsatzfall über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Mit der gleichen Menge Treibstoff weiterzukommen, ist ein klarer strategischer Vorteil.

    Das zweite Standbein: Zertifikate

    Dann wäre da noch das Thema Emissionszertifikate. dynaCERT hat die Methodik zur Berechnung der CO2-Einsparungen von Verra, dem weltweit größten Programm für freiwillige Kompensation, bereits zertifizieren lassen. Das war ein vierjähriger Prozess und er ist abgeschlossen. Jetzt geht es an die Automatisierung über die hauseigene Softwareplattform HydraLytica. Sobald die CO2-Zertifikate fließen, entsteht ein wiederkehrendes Einkommen, das das Geschäftsmodell komplettiert. Ein Splitting-Modell mit den Kunden ist geplant und so profitieren beide Parteien.

    Was die Analysten sagen

    Die Experten von GBC haben all diese Puzzleteile in ein DCF-Modell gesteckt. Ihr Fazit: Die Aktie ist deutlich unterbewertet. Sie kommen auf ein Kursziel von 0,75 CAD. Aktuell notiert die Aktie bei lediglich 0,10 CAD. Die Analysten erwarten einen Umsatzsprung auf 21 Mio. CAD in diesem Jahr. Dabei prognostizieren sie einen Nettogewinn von 5,77 Mio. CAD.

    Chart dynaCERT, Stand, 20.04.2026, Quelle: Refinitiv

    dynaCERT hat eine Transformation hinter sich. Die Technologie ist erprobt, das Management neu sortiert, der Vertrieb läuft auf mehreren Kontinenten an. Analysten sehen ein Kursziel von 0,75 CAD, ein Vielfaches des aktuellen Niveaus. Die Kombination aus Hardwareverkäufen, Software-Abos und künftigen Zertifikaterlösen schafft ein stabiles Fundament. Wer an pragmatischen Klimaschutz glaubt, findet hier eine der überzeugendsten Geschichten am Markt. Die Richtung stimmt, die Fantasie ist berechtigt.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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