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03.06.2026 | 05:15

Mobilität der Zukunft: Warum nicht nur eine Technologie gewinnt, sondern viele! dynaCERT, BYD und Nel im Fokus!

  • Mobilität
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Bildquelle: pixabay.com

Hohe Ölpreise begünstigen die Verbreitung von Elektroautos. Dennoch sprechen Markt, Infrastruktur und Wirtschaftlichkeit für ein Nebeneinander verschiedener Antriebstechnologien in der Zukunft. Der klassische Diesel ist längst nicht verschwunden. Im Schwerlastverkehr, im Bergbau, in der Landwirtschaft und bei Generatoren bleibt er auf absehbare Zeit alternativlos. Gleichzeitig gewinnen Brückentechnologien an Bedeutung. Hier sticht das Cleantech-Unternehmen dynaCERT hervor. Die innovative Nachrüstlösung der Kanadier macht bestehende Diesel-Flotten durch Wasserstoffunterstützung effizienter und emissionsärmer. BYD hat sich zum Platzhirsch der Branche entwickelt, leidet aber unter einem starken Preiskampf im Heimatmarkt China. Im nächsten Jahr geht die Gesellschaft mit einer neuen Batterie-Generation an den Start. Der Wasserstoffpionier Nel will neue Kostenmaßstäbe in der Branche setzen und so den Wettbewerb hinter sich lassen. Wer hat angesichts des Nebeneinanders der verschiedenen Lösungen die Nase vorn?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

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Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT – Innovativer Cleantech-Player mit massiver Unterbewertung

    Die Brückentechnologie der Kanadier heißt HydraGEN™. Mittels Elektrolyse an Bord eines Diesel-Fahrzeugs werden bedarfsgerecht kleine Mengen an Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt. Diese Gase werden dem Verbrennungsprozess zugeführt und sind mit einer Reihe von positiven Effekten verbunden. Der Dieselverbrauch wird gesenkt, die Verbrennung verbessert und die CO2-Emissionen reduziert.
    Die Technologie wird bereits in mehreren Ländern der Welt eingesetzt, jedoch noch in einem kleinen Maßstab. LKW-Flotten, Bergbau-Fahrzeuge, Baumaschinen und stationäre Dieselgeneratoren sind weit verbreitete Anwendungsfelder. Mit dem jüngsten Wechsel an der Führungsspitze des Unternehmens forciert dynaCERT nun die Kommerzialisierung. Insbesondere mit diesem Ziel übernimmt der bisherige COO Kevin Unrath die Leitung. Der bisherige CEO Jim Payne sorgt als Chairman des Boards für Kontinuität.
    Eine besondere Rolle spielt dabei Südostasien als eine der wichtigsten Wachstumsregionen. Vietnam ist hier zentraler Bestandteil der Strategie. Die Rahmenbedingungen und Potenziale sind vielversprechend. Es existieren Millionen von Diesel-LKWs und Baumaschinen im Land. Zudem sind die Kraftstoffkosten hoch und die Regierung hat sich in der Zukunft zur Einhaltung von Klimaschutzzielen verschrieben.
    In diesem Jahr haben die Kanadier ihre Aktivitäten in Vietnam deutlich beschleunigt. Neben dem Aufbau einer strategischen Partnerschaft mit einem führenden vietnamesischen Öl- und Gasunternehmen wurden die ersten Pilotanlagen in den Logistikzentren in Ho-Chi-Minh-Stadt, Hanoi und Hải Phòng erfolgreich in Betrieb genommen. Mit dem Ziel, die dynaCERT-Technologie unter lokalen Gegebenheiten zu validieren, wurde zudem eine Zusammenarbeit mit der Ho Chi Minh City Vietnam University of Technology ins Leben gerufen.
    Perspektivisch höchst interessant ist das zweite Geschäftsfeld rund um HydraLytica™. Mit der unternehmenseigenen Telematik- und Monitoring Plattform können Kraftstoffverbrauch und Emissionsdaten erfasst werden. Die von dynaCERT verwendete Methodik wurde von VERRA bereits anerkannt. Somit können zu gegebener Zeit als weitere Erlösquelle CO2-Zertifikate auf Basis eingesparter Emissionen emittiert und so monetarisiert werden.
    dynaCERT liefert also vielversprechende Lösungen, die sich für Kunden wirtschaftlich lohnen. Nun geht es darum, die Lösungen schnell und konsequent auszurollen. Aktuell ist die Gesellschaft bei einem Kurs von 0,13 CAD mit 66 Mio. CAD bewertet. Hierin spiegeln sich die Potenziale der sich abzeichnenden Expansion jedoch nicht wider. Die Analysten von GBC sehen es ähnlich und raten zum Kauf der Aktie mit einem Kursziel von 0,93 CAD. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von mehr als 500 %!

    BYD: Platzhirsch unter Margendruck, Feststoffbatterie ab 2027?

    Die Chinesen sind Sinnbild für den tiefgreifenden Wandel der globalen Automobilwirtschaft. Aus dem ehemaligen Herausforderer ist weltweit ein bedeutender Hersteller von Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden geworden. Seit einiger Zeit gestaltet sich das Umfeld jedoch auch für BYD anspruchsvoller. Insbesondere der harte nationale Preiswettbewerb bleibt nicht ohne Spuren.
    Strategisch sinnvoll forciert das Unternehmen aus diesem Grund seit einiger Zeit die internationale Expansion. Noch wesentlicher ist jedoch die hohe vertikalen Integration. Das heißt, BYD produziert nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Batterien und Energiespeicher. Die Kontrolle über große Teile der Wertschöpfungskette ermöglicht nicht nur erhebliche Kostenvorteile, auch eine schnellere Umsetzung technologischer Innovationen ist möglich.
    Der Aktienkurs hat in den vergangenen 12 Monaten um rund 40 % nachgegeben. BYD ist aktuell mit 117 Mrd. USD bewertet und mit KGVs von 18 für 2026 und 14 für 2027 angesichts der prognostizierten Gewinndynamik nicht zu teuer ist. Analysten bescheinigen dem Titel im Durchschnitt ein Aufwärtspotenzial von fast 40 %.
    Zuletzt gaben die Chinesen bekannt, ihre eigenentwickelte Feststoff-Batterie ab 2027 in ersten Serienfahrzeugen zu verbauen. Dies ist ein technologischer Meilenstein, denn mehrere Parameter lassen sich dadurch grundlegend verbessern. Energiedichte und Lebensdauer lassen sich erhöhen, die Zellstruktur wird verbessert und die Brandgefahr sinkt. Die Frage bleibt, wie sich Wettbewerber in Zukunft positionieren und wie schnell eine Serienproduktion möglich ist.

    Nel – Können die Norweger neue Maßstäbe in der Branche setzen?

    Der Spezialist für Elektrolyseure und Wasserstofftankstellen gehört zu einem wachsenden Kreis von Unternehmen, die sich in Stellung gebracht haben, um von der Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft zu profitieren. Generell ist der Markt in den letzten Jahren hinter den optimistischen Wachstumszielen zurückgeblieben. Steigende Zinsen, Projektverzögerungen und Unsicherheit in Bezug auf Förderungen sind auszumachen.
    Entscheidend für die Zukunft ist, dass Wasserstoff wirtschaftlich skalierbar wird, eine ausreichende Infrastruktur verfügbar ist und der politische Rahmen für Förderprogramme stabil bleibt. In Bezug auf die Kosten haben die Norweger zuletzt eine Kampfansage gemacht. Nach einer mehrjährigen Entwicklungs- und Testphase erfolgte jüngst die Markteinführung des Druck-Alkalielektrolysesystems der nächsten Generation.
    Nel geht davon aus, dass mit dieser neuen Technologieplattform die am Markt üblichen Betriebskosten für großtechnische Elektrolysesysteme um über 50 % reduziert werden können. Die Aktie hat darauf mit steigenden Kursen reagiert. Analysten halten den Titel jedoch nach den jüngsten Kurszuwächsen für deutlich überbewertet.

    Fazit

    Das Rennen ist längst eröffnet. Elektro, Hybrid, Wasserstoff oder doch Verbrenner und Brückentechnologien? BYD will neue technologische Maßstäbe mit seinen Feststoffbatterien setzen. Nel greift massiv auf der Kostenseite an und dürfte damit die Kommerzialisierung deutlich beschleunigen. Mit seiner innovativen Brückentechnologie adressiert dynaCERT einen großen Markt. Auch hier besitzen Kommerzialisierung und Expansion höchste Priorität. Die Aktie ist deutlich unterbewertet und spiegelt die Potenziale nicht wider. Die Papiere werden aktuell mit 0,13 CAD gehandelt. Die Analysten machen mit einem Kurspotenzial von 0,93 CAD einen Vervielfacher aus.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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