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05.06.2026 | 05:00

Milliardenmarkt Effizienz: Zefiro Methane, Friedrich Vorwerk und Serviceware sind die Gewinner des Booms

  • Effizienz
  • CO2-Zertifikate
  • Klimaschutz
  • Entsorgung
  • KI
  • Künstliche Intelligenz
Bildquelle: Pixabay

Jahrzehntelang wurde weltweit in vielen Bereichen zu wenig investiert. Alte Öl- und Gasbohrlöcher, überlastete Energienetze und ineffiziente Unternehmensprozesse verursachen heute hohe Kosten. Gleichzeitig steigt weltweit der Druck, Emissionen zu reduzieren, Infrastrukturen zu modernisieren und die Produktivität zu erhöhen. Daraus entstehen neue Milliardenmärkte. Besonders spannend erscheinen derzeit Zefiro Methane, Friedrich Vorwerk und Serviceware. Die drei Unternehmen sind in völlig unterschiedlichen Branchen tätig, verfolgen letztlich aber das gleiche Ziel: Sie beseitigen Ineffizienzen und profitieren davon, dass Wirtschaft und Gesellschaft aufräumen und kräftig investieren müssen.

Lesezeit: ca. 7 Min. | Autor: Lars Winter
ISIN: ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , FRIEDRICH VORWERK GROUP SE | DE000A255F11 , SERVICEWARE SE INH O.N. | DE000A2G8X31

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Inhaltsverzeichnis:


    Der Autor

    Lars Winter

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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    Zefiro Methane: Aufräumer im Milliardenmarkt

    Die jahrhundertelange Öl- und Gasförderung hat in den USA gewaltige Altlasten hinterlassen. Nach Schätzungen existieren dort noch Millionen verwaiste Öl- und Gasbohrlöcher. Viele dieser sogenannten Orphan Wells stoßen unkontrolliert Methan aus. Das Problem ist erheblich, denn Methan gilt als eines der klimaschädlichsten Treibhausgase überhaupt. Gleichzeitig fehlen häufig die ursprünglichen Betreiber, sodass Bund, Bundesstaaten und private Auftraggeber auf spezialisierte Dienstleister angewiesen sind.

    Genau hier setzt Zefiro Methane an. Das Unternehmen verschließt alte Bohrlöcher, misst Methanemissionen und entwickelt Lösungen zur Reduzierung klimaschädlicher Gase. Das Marktpotenzial ist enorm. Allein die Sanierungskosten der Altlasten werden von Experten auf mehrere hundert Milliarden Dollar geschätzt. Während viele junge Wachstumsunternehmen noch um Kunden kämpfen, muss Zefiro inzwischen offenbar sogar seine Kapazitäten ausbauen. Nach Aussagen von CEO Catherine Flax übersteigt die Nachfrage nach Dienstleistungen zur Stilllegung verwaister Öl- und Gasquellen derzeit deutlich das verfügbare Angebot. Die US-Regierung hat zudem Milliardenprogramme aufgelegt, um die Emissionen alter Öl- und Gasfelder dauerhaft zu reduzieren. Die staatliche Unterstützung sorgt für einen stetigen Strom neuer Projekte. Die jüngst übernommene Viking-Flotte erscheint vor diesem Hintergrund wie ein strategischer Volltreffer. Gelingt es dem Unternehmen, die zusätzlichen Kapazitäten schnell auszulasten, dürfte das Wachstumstempo in den kommenden Quartalen nochmals deutlich anziehen.

    Operativ auf Rekordkurs

    Operativ läuft es bei den Kanadiern derzeit schon rund. Mitte Mai meldete das Unternehmen Rekordzahlen. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres stieg der Umsatz auf rund 33,2 Mio. USD. Das entspricht einem Wachstum von rund 36 % gegenüber dem Vorjahr. Allein im dritten Quartal legten die Erlöse um mehr als 58 % auf knapp elf Mio. USD zu. Auch die Profitabilität verbessert sich zunehmend. Das bereinigte EBITDA erreichte rund 4,25 Mio. USD. Besonders interessant erscheint die jüngste Expansion. Anfang Mai schloss Zefiro die Übernahme zusätzlicher Bohrtürme und Ausrüstung ab, die künftig mehr als zehn Mio. USD zusätzlichen Jahresumsatz ermöglichen sollen. Dadurch wächst die operative Schlagkraft deutlich. Gleichzeitig meldete die Tochtergesellschaft Plants & Goodwin eine prall gefüllte Projektpipeline. Unter anderem läuft ein Großprojekt über 19,6 Mio. USD für den Bundesstaat Ohio an. Hinzu kommen weitere Aufträge in West Virginia, Pennsylvania und New York. Ende Mai wurde zudem bekannt, dass zusätzliche Bohrtürme für einen großen amerikanischen Erdgasproduzenten zum Einsatz kommen sollen. Für zusätzliche Fantasie sorgt die Finanzierung. Zwei strategische Investoren aus Europa beteiligten sich jüngst mit 4,5 Mio. CAD an Zefiro. Das Management will das frische Kapital für weiteres Wachstum und mögliche Übernahmen einsetzen. Bemerkenswert ist, dass es sich um die erste größere Eigenkapitalfinanzierung seit dem Börsengang handelt.

    Der eigentliche Kurstreiber könnte jedoch ein anderes Geschäftsfeld werden. Zefiro verdient nicht nur am Verschließen alter Bohrlöcher, sondern zunehmend auch an der Vermarktung von Emissionsgutschriften. Das Unternehmen war eines der ersten überhaupt, das CO2-Zertifikate aus der Sanierung verwaister Öl- und Gasquellen erfolgreich verkaufen konnte. Hinzu kommt das margenstarke Geschäft mit der Messung von Methanemissionen. Damit verdient Zefiro potenziell gleich mehrfach an derselben Umweltproblematik: bei der Sanierung, beim Monitoring und bei der Monetarisierung der Emissionsreduktionen. Genau diese Kombination macht die Story derzeit so spannend.

    Neue Finanzchefin an Bord

    Hinter den Kulissen stellt sich Zefiro derzeit auch personell für die nächste Wachstumsstufe auf. Mit Correne Loeffler übernimmt seit Anfang Juni eine Finanzmanagerin das Steuer, die in der nordamerikanischen Energiebranche einen exzellenten Ruf genießt. Die ehemalige CFO von Callon Petroleum, Whiting Petroleum und Key Energy Services bringt jahrzehntelange Erfahrung bei Finanzierung, Restrukturierung und Wachstum börsennotierter Energieunternehmen mit. Für Börsianer ist die Personalie durchaus bemerkenswert. Solche Führungskräfte wechseln in der Regel nicht zu Micro Caps, wenn sie dort keine attraktive Entwicklungsperspektive sehen. Nach den jüngsten Rekordzahlen, der Viking-Übernahme und dem Einstieg europäischer Investoren könnte Loeffler nun dabei helfen, die nächste Wachstumsphase auch am Kapitalmarkt sichtbar zu machen.

    Die Aktie bleibt hochspekulativ, denn der nachhaltige Beweis der Profitabilität steht noch aus. Zudem steht und fällt ein Teil der Börsenstory mit der regulatorischen Unterstützung für Methan-Förderprogramme und einer ESG-freundlichen Politik in den USA. Doch operativ zeigt die Kurve momentan klar nach oben. Sollte Zefiro Methane der Sprung in die schwarzen Zahlen tatsächlich in diesem Jahr gelingen, könnte der kleine Spezialist an der Börse noch deutlich höher bewertet werden. Der Titel besitzt erhebliches Wachstumspotenzial.

    Eine Video-Präsentation mit Zefiro-Methane-Chefin Catherine Flax finden Sie hier:

    https://youtu.be/nNodjcqNJMM

    Friedrich Vorwerk: Profiteur der Energiewende

    Während Zefiro die Altlasten der fossilen Vergangenheit beseitigt, baut Friedrich Vorwerk die Energieinfrastruktur der Zukunft. Der Spezialist für Energieleitungen profitiert derzeit von einem historischen Investitionszyklus. Deutschland muss seine Stromnetze ausbauen, Wasserstoff transportieren und die Energieversorgung neu organisieren. Dafür werden Milliardenbeträge investiert. Die Niedersachsen gehören zu den wichtigsten Profiteuren dieser Entwicklung. Ob Stromtrassen, Wasserstoffleitungen oder große Erdgasprojekte – Friedrich Vorwerk ist bei zahlreichen Schlüsselprojekten beteiligt. Besonders die Süddeutsche Erdgasleitung entwickelt sich zum Dauerbrenner. Das Unternehmen konnte dort bereits mehrere Aufträge gewinnen. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Wasserstoffprojekten kontinuierlich.

    Volle Auftragsbücher und Insiderkäufe

    Die Niedersachsen profitieren dabei massiv vom strukturellen Investitionsbedarf in Energienetze. Der Ausbau von Wasserstoff-Infrastruktur, Stromtrassen und modernen Gasnetzen dürfte Deutschland noch viele Jahre begleiten. Entsprechend voll sind die Auftragsbücher. Analysten erwarten für das laufende Jahr einen Umsatz von rund 769 Mio. EUR. Dem steht ein Auftragsbestand von deutlich über einer Milliarde EUR gegenüber. Auch das Management zeigt sich selbstbewusst. In den vergangenen Monaten haben Vorstandschef Torben Kleinfeldt und Finanzvorstand Tim Hameister mehrfach eigene Aktien gekauft. Solche Insiderkäufe gelten an der Börse häufig als Vertrauenssignal. Schließlich kennt kaum jemand die operative Entwicklung eines Unternehmens besser als das eigene Management.

    Operativ läuft das Geschäft ohnehin hervorragend. Friedrich Vorwerk wächst dynamisch, steigert die Profitabilität und profitiert von einem Marktumfeld, das strukturell Rückenwind liefert. Die Zahlen, die Friedrich Vorwerk am 12. Mai vorlegte, zeigen das Wachstum anschaulich. Bei einem soliden Umsatzplus von 4,6 % sprang das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 75 % nach oben, die Marge verbesserte sich von 13,7 auf 22,8 %. Das ist für einen Infrastrukturspezialisten und Pipelinebauer außergewöhnlich stark. Analysten von Berenberg rechnen auch in den kommenden Jahren mit zweistelligen Gewinnzuwächsen und einer Ebitda-Marge oberhalb von 20 %. Damit gehört Friedrich Vorwerk inzwischen zu den qualitativ interessantesten Infrastrukturwerten in Deutschland. Da die Aktie in den vergangenen Wochen korrigiert hat, sind Käufe auf aktuellem Niveau wieder eine gute Option.

    Serviceware: Digitale Effizienzmaschine

    Nicht nur alte Bohrlöcher oder Energienetze verursachen Ineffizienzen. Auch in Unternehmen schlummern enorme Produktivitätsreserven. Das bringt Serviceware ins Spiel. Der Softwareanbieter aus Idstein hilft Unternehmen dabei, Service- und IT-Prozesse zu digitalisieren und zu automatisieren. Gerade in Zeiten künstlicher Intelligenz gewinnt dieses Thema an Bedeutung. Unternehmen suchen nach Möglichkeiten, Kosten zu senken und gleichzeitig die Produktivität zu erhöhen. Serviceware bietet dafür die passenden Lösungen.

    An der Börse wurde die Aktie zuletzt allerdings kräftig abgestraft. Seit Jahresanfang verlor der Small Cap zeitweise mehr als 40 % an Wert. Fundamental erscheint dieser Rückgang jedoch überzogen. Das operative Geschäft entwickelt sich solide. In den ersten drei Monaten 2026 stieg der Umsatz um 5,6 % auf 29,3 Mio. EUR. Die Gesellschaft investiert in neue KI-Funktionen und verfügt über wiederkehrende Erlöse. Die SaaS- und Serviceerlöse legten starke 18 % zu und machen inzwischen fast 84 % des Umsatzes aus. Für das Gesamtjahr 2025/26 bestätigte das Management die Prognose: Bei Umsatzzuwächsen zwischen 5 und 15 % sollen EBIT und EBITDA signifikant zulegen.

    Zusätzlichen Rückenwind liefert das neue Aktienrückkaufprogramm. Bis zu 5 Mio. EUR will das Unternehmen in eigene Aktien investieren. Gelingt es Serviceware, die Wachstumsdynamik zu beschleunigen und die Chancen rund um künstliche Intelligenz zu nutzen, könnte die Aktie vor einer Neubewertung stehen. Nach der scharfen Kurskorrektur der jüngeren Vergangenheit könnte sich spekulative Käufe mittelfristig auszahlen.

    Fazit

    Zefiro Methane, Friedrich Vorwerk und Serviceware sind auf den ersten Blick kaum miteinander vergleichbar. Die Kanadier sanieren Öl- und Gasbohrlöcher, Friedrich Vorwerk baut Energieinfrastruktur und Serviceware optimiert Unternehmensprozesse. Gemeinsam haben die drei Unternehmen jedoch, dass sie von einem der größten Trends der kommenden Jahre profitieren, nämlich der Beseitigung von Ineffizienzen – einem Milliardenmarkt. Während Zefiro in diesem Trio als spekulativer Wachstumswert den größten Kurshebel besitzt, überzeugt Friedrich Vorwerk mit hoher Visibilität und strukturellem Rückenwind. Die Aktie ist zudem zuletzt deutlich zurückgekommen, wodurch sich das Chance-Risiko-Verhältnis aus Anlegersicht verbessert hat. Auch Serviceware bietet nach der Kurskorrektur Turnaround-Potenzial.


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    Lars Winter

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

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    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Zefiro Methane.

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