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06.10.2026 | 05:10

NextEra Energy, NU E Power, Primoris –Strom im Superzyklus

  • Energie
Bildquelle: Pixabay

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power

Der KI-Boom wälzt den Energiemarkt grundsätzlich um. Rechenzentren benötigen gewaltige Strommengen, und dies rund um die Uhr. Wie groß die Dimension inzwischen ist, zeigt Texas. Dort soll für 22,3 Mrd. USD ein neuer Energiecampus entstehen, der einen benachbarten 5-GW-Datacenter-Komplex versorgt. Stromerzeugung, Netzzugang und schnell verfügbare Kapazitäten werden damit zu strategischen Ressourcen. Für Energieunternehmen beginnt ein Wettlauf um neue Kraftwerke, Solarparks, Speicher und Netzanschlüsse.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NU E POWER CORP | CA6699882065 | CSE: NUE , PRIMORIS SERVICES CORP. | US74164F1030 , NEXTERA ENERGY INC.DL-_01 | US65339F1012

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Inhaltsverzeichnis:


    NextEra Energy – 22,3 Milliarden USD für den KI-Boom

    Aufgrund der sich verändernden Situation hat NextEra Energy kürzlich eine angepasste Unternehmensstrategie vorgestellt. Ein grundlegender Bestandteil dieses Konzepts ist die Realisierung staatlich geförderter Energieprojekte. Das Unternehmen plant den Bau und Betrieb von Anlagen mit einer Gesamtkapazität von über 20 GW, die sich größtenteils aus Gaskraftwerken und zu einem kleineren Teil aus Energiespeichern zusammensetzen.

    Die Besonderheit dieses Ansatzes liegt in der Finanzierungsstruktur. NextEra Energy übernimmt in dieser Strategie keine eigenen finanziellen Risiken und belastet die eigene Unternehmensbilanz nicht. Die Gelder für den Bau stammen von internationalen Partnern wie Japan und Südkorea sowie von Regierungsstellen. Im Gegenzug für die operative Umsetzung erhält NextEra festgelegte Gebühreneinnahmen. Neben diesen Aufträgen erzielt der Konzern einen steigenden Strombedarf durch neue Rechenzentren, insbesondere in Florida.

    Zudem steht eine mögliche Fusion mit Dominion Energy im Raum, was zu einer Vergrößerung des Unternehmens führen würde. Investitionen in die Kernenergie werden ebenfalls fortgeführt, jedoch nur unter der Bedingung einer strikten finanziellen Risikoteilung.

    Ein konkretes Beispiel ist das Projekt Star in Texas. Bei diesem Vorhaben arbeitet NextEra Energy mit dem US-Handelsministerium, der südkoreanischen Regierung sowie weiteren Unternehmen wie Related Companies und der Lewis Energy Group zusammen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 22,3 Mrd. USD.

    Im Zentrum des Projekts steht der Bau eines neuen Gaskraftwerks in der Ortschaft Encinal mit einer Leistung von knapp 6,5 GW. Der dort erzeugte Strom ist in erster Linie für ein direkt angrenzendes, geplantes Rechenzentrum vorgesehen. Darüberhinausgehende Energiekapazitäten werden in das öffentliche texanische Stromnetz eingespeist.

    Dieses Konzept folgt den lokalen Vorgaben, wonach neue Rechenzentren ihre Energieversorgung eigenständig sicherstellen müssen, um das öffentliche Netz nicht zu belasten. Der Start der Stromerzeugung ist für das Jahr 2029 vorgesehen. Während der Bauarbeiten sollen mehrere tausend Arbeitsplätze entstehen, wobei für den regulären Betrieb des Kraftwerks knapp 170 dauerhafte Stellen eingeplant sind.

    NU E Power – Energieinfrastruktur für den steigenden Strombedarf

    NU E Power hat kürzlich sein Führungsteam um zwei erfahrene Branchenkenner verstärkt. John Windsor ist seit Ende August als COO tätig. Er bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung bei Energieunternehmen wie Algonquin Power, Northland Power und Emera mit und war unter anderem für ein Portfolio von 3.200 MW verantwortlich. Peter Espig wurde Anfang September in den Vorstand berufen. Als derzeitiger CEO von Nicola Mining war Espig zuvor unter anderem als Vice President bei Goldman Sachs Japan und Olympus Capital tätig und hat laut NUE Transaktionen im Wert von mehreren Milliarden strukturiert.

    Diese Neuzugänge stehen im Einklang mit dem wachsenden Geschäftsmodell des Unternehmens. NUE versteht sich als Entwickler von Energieinfrastruktur und verfolgt einen „Develop-to-Divest“-Ansatz. Das Unternehmen treibt Projekte durch Standortauswahl, Netzanschluss, Genehmigungsverfahren und Vertragsgestaltung voran. Zu den Zielmärkten zählen Regionen mit hohem Strombedarf, der durch rechenintensive Anwendungen und große industrielle Verbraucher getrieben wird.

    Das Unternehmen verfügt bereits über eine in Betrieb befindliche Anlage in Alberta. NUE hält einen Anteil von 25 % an Lethbridge One, was 2,19 MW entspricht. Das Projekt befindet sich seit Dezember 2024 im kommerziellen Betrieb. Zuletzt meldete das Unternehmen ein Projektportfolio mit einer Bruttoleistung von insgesamt 1.112,25 MW und einer Nettoleistung von 613,94 MW, basierend auf seinen Beteiligungsanteilen.

    Hays könnte das Portfolio weiter ausbauen. Im August unterzeichnete NUE eine unverbindliche Absichtserklärung (LOI) zum Erwerb des 145-MWac-Solarprojekts Hays in Alberta sowie der dazugehörigen Batteriespeicheranlage mit einer Leistung von 61,5 MW bzw. 123 MWh. Bei erfolgreichem Abschluss würde das Unternehmen damit sein erstes Projekt in Alleinbesitz sowie seine erste integrierte Solar- und Speicheranlage erhalten. Der Abschluss der Übernahme steht weiterhin unter dem Vorbehalt von sieben aufschiebenden Bedingungen. Für Hays liegen derzeit weder ein unterzeichneter Netzanschlussvertrag noch ein Stromabnahmevertrag oder eine andere Abnahmevereinbarung vor.

    In finanzieller Hinsicht hat sich das Unternehmen kürzlich zusätzliche Finanzierungsflexibilität gesichert. Eine im August abgeschlossene, überzeichnete Privatplatzierung brachte einen Bruttoerlös von rund 3,86 Millionen CAD ein. Dies verschafft NU E Power zusätzliches Kapital neben seinen bestehenden Betriebsanlagen und der Entwicklungspipeline, während das Unternehmen seine Energieinfrastrukturprojekte weiter vorantreibt.

    Primoris – Solarprojekte vor dem Endspurt

    Während NextEra neue Milliardenprojekte entwickelt und Nu E Power seine Pipeline aufbaut, sitzt Primoris Services an einer anderen Stelle der Wertschöpfungskette. Das Unternehmen plant, baut und wartet kritische Infrastruktur für Energieversorger, Stromnetze und erneuerbare Energien in den USA und Kanada. Sechs Großprojekte im Solarbereich hatten das Geschäftsergebnis im bisherigen Jahresverlauf durch unerwartet hohe Kosten spürbar belastet.

    Bei fünf dieser Vorhaben wurde inzwischen die mechanische Fertigstellung erreicht, während das verbleibende Projekt im vierten Quartal abgeschlossen werden soll. Das Unternehmen besetzte die Leitung der Sparte für erneuerbare Energien mit Matt Tetrault neu, um die operative Ausführung künftig zu stärken.

    Zudem schloss der Konzern sein genehmigtes Aktienrückkaufprogramm im Umfang von insgesamt 150 Mio. USD vollständig ab, wovon 100 Mio. USD im dritten Quartal umgesetzt wurden. Das Management zeigte sich zuversichtlich, die betrieblichen Herausforderungen damit überwunden zu haben.

    Das Analysehaus Cantor Fitzgerald bestätigte die Einstufung der Aktie mit „Neutral“ und behielt ein Kursziel von 105 USD, nachdem das Wertpapier in den vorangegangenen sechs Monaten deutlich an Wert verloren hatte. Die Fortschritte bei den problematischen Solarprojekten werden hierbei als wichtiges Signal zur Wiederherstellung der operativen Kontrolle hervorgehoben.

    Obwohl die Finanzergebnisse des zweiten Quartals mit einem Verlust von 0,27 USD pro Aktie und einem Umsatzrückgang um knapp 11 % hinter den Erwartungen des Marktes zurückblieben, gilt eine schrittweise Erholung der Gewinnmargen bis zum Jahr 2027 für erreichbar. Neben den Bereinigungen im Solarsegment verweisen die Experten zudem auf den weiterhin hohen Auftragsbestand sowie eine stabile Nachfrage im Bereich der Erdgaserzeugung. Auch andere Analysehäuser wie Guggenheim behielten ihre positiven Empfehlungen bei.


    NextEra Energy zeigt mit Project Star, welche Milliardenbeträge inzwischen mobilisiert werden, um den Stromhunger der KI zu bedienen. Primoris könnte als Infrastruktur-Spezialist vom notwendigen Ausbau von Erzeugung und Netzen profitieren. Nu E Power setzt früher an. Mit einer wachsenden Projektpipeline, Batteriespeichern und dem Vorstoß in hybride Energieversorgung für Rechenzentren will das Unternehmen Stromkapazitäten entwickeln, bevor der eigentliche Bau beginnt. Gelingt die Umsetzung, könnte der KI-Energieboom dem kleinen Entwickler einen gewaltigen Wachstumsmarkt eröffnen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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