03.10.2026 | 05:00
KI-Boom und Netzengpässe: Meta, BCE und NU E Power kämpfen um Stromkapazitäten in Kanada
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power Corp.
Der Siegeszug der künstlichen Intelligenz sorgt für eine nie dagewesene Nachfrage nach elektrischer Energie und bringt selbst die Netze von Industrienationen an ihre Grenzen. Früher reichten für Rechenzentren überschaubare Kapazitäten, heute fordern moderne Anlagen Anschlüsse im Maßstab von rund 1.000 MW. Kanada rückt wegen seines kühlen Klimas und großer Flächen in den Fokus der Technologiekonzerne. Die regionalen Stromnetze können diese zusätzliche Last jedoch kaum meistern. Es entsteht ein harter Wettbewerb um Energie, Anschlüsse, aber auch Grundstücke. Wir beleuchten den Trend und zeigen Chancen auf.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
NU E POWER CORP | CA6699882065 | CSE: NUE , BCE INC. NEW | CA05534B7604 , META PLATFORMS INC | US30303M1027 | NASDAQ: META
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Meta: Vorgehen in Alberta ruft Kritik hervor
In Alberta baut der Technologiekonzern Meta ein neues Rechenzentrum in Sturgeon County, das die 33. Anlage dieser Art von Meta wird. Das Unternehmen investiert mehr als 13 Mrd. CAD und führte im Vorfeld zahlreiche Grundstücke auf einer Fläche von rund 1.750 Acres (gut 700 Hektar) zusammen. Alberta betreibt einen reinen Strommarkt, bei dem Erzeuger ausschließlich für den eingespeisten Strom vergütet werden. Der Netzbetreiber AESO begrenzte die kurzfristig möglichen Neuanschlüsse großer Verbraucher bis 2027/28 auf 1.200 MW. Davon entfielen 970 MW auf das mit dem Greenlight-Kraftwerk verknüpfte Projekt, auf dem nun Metas Rechenzentrum entsteht. Laut dem CEO von Capital Power, Avik Dey, prüfen weitere Hyperscaler den Markt in Alberta seit rund eineinhalb Jahren. Das Gaskraftwerk Greenlight eines Konsortiums um Pembina Pipeline geht voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2030 ans Netz. Bis dahin bezieht Meta Strom aus dem Netz, unter anderem 250 MW über einen Liefervertrag mit Capital Power. Der Thinktank Pembina Institute, der nicht mit Pembina Pipeline verbunden ist, schätzt, dass ein durchschnittlicher Haushalt in Alberta zwischen 2027 und 2031 dadurch jährlich 267 bis 462 CAD mehr für Strom zahlen könnte. Meta und die Provinzregierung weisen die Berechnung zurück. Bereits Anfang August protestierten in Morinville Hunderte Bürger gegen das Projekt, unter anderem wegen der Belastung von Wasserversorgung und Stromnetz. Die oppositionelle NDP fordert inzwischen einen Genehmigungsstopp für neue KI-Rechenzentren, bis strengere Regeln gelten.
BCE: Staatliches Regulierungsmodell erzwingt Eigenstromversorgung
In der Nachbarprovinz Saskatchewan operiert die Telekommunikationsgesellschaft BCE unter völlig anderen Voraussetzungen. Die Provinz verlässt sich auf das staatliche Monopolnetz von SaskPower, das die Erzeugung und Verteilung von Energie steuert. Laut der Provinzregierung von Saskatchewan soll das Rechenzentrum von BCE bei Regina von ursprünglich 300 MW auf bis zu 1,2 Gigawatt wachsen. Die geschätzten Gesamtinvestitionen von über 50 Mrd. CAD schließen Rechentechnik der Mieter und Energieinfrastruktur ein. Grundlage ist bislang eine unverbindliche Absichtserklärung. Das Projekt zielt auf eine souveräne Dateninfrastruktur ab. Mieter sind der Chiphersteller Cerebras und der KI-Cloud-Anbieter CoreWeave. Mit der George Gordon First Nation besteht eine Vereinbarung zu Beschaffung und Ausbildung. Zum Vergleich: Saskatchewans bisherige Rekordlast lag bei 3.910 MW, 1,2 GW entsprächen knapp einem Drittel davon. Die Provinz verlangt im neuen Data Centre Framework deshalb, dass neue Rechenzentren eigene Stromquellen erschließen. Der Bau der ersten Ausbaustufe läuft bereits, erste Datenhallen sollen im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb gehen.
NU E Power: Grundstücke für Energie-Infrastruktur
Der Projektentwickler NU E Power konzipiert hybride, abnehmerunabhängige Energieparks und verkauft baureife Projekte an große Abnehmer weiter. Das Unternehmen fokussiert sich auf Plattformen, die erneuerbare Energien mit Speichern und Gaserzeugung kombinieren. Bereits seit August 2025 hält das Unternehmen Entwicklungsrechte im Großraum Regina. Anfang August 2026 gab NU E Power eine unverbindliche Absichtserklärung zum Kauf von knapp 12 Hektar Land bei Regina für insgesamt 2,7 Mio. CAD bekannt. Das Geschäft sieht eine unter bestimmten Bedingungen rückzahlbare Anzahlung von 500.000 CAD sowie eine Barzahlung von 600.000 CAD bei Abschluss vor. Ein Verkäuferdarlehen deckt rund 1,6 Mio. CAD der Kaufsumme ab und wird erst sechs Monate nach dem Abschluss fällig. Zusätzlich zahlt NU E Power dem Verkäufer 100.000 CAD, die dieser zweckgebunden für Umwidmung, Genehmigungen, Vermessung und Erschließung einsetzt. Ein solcher Standort könnte künftig für die Stromversorgung großer Abnehmer in der Region interessant werden. Konkrete Vereinbarungen gibt es dazu bislang nicht.

Eine große Hürde bleibt jedoch der rechtliche Rahmen. Weil es sich um Agrarland handelt, braucht NU E Power eine Ausnahmegenehmigung nach dem Saskatchewan Farm Security Act. Unabhängig davon müssen Grundstücksteilung und Umwidmung gelingen, denn bislang ist die Fläche weder für industrielle Nutzung ausgewiesen noch erschlossen. Die Exklusivität für NU E Power läuft bis Ende Oktober. Das Projektportfolio des Unternehmens umfasste laut einem Kapazitätsupdate von Mai rund 1.112 MW brutto beziehungsweise 614 MW netto.
NU E Power: Projektpipeline in Alberta, frische Liquidität und Einblicke vom CEO
Neben Saskatchewan baut NU E Power auch seine Position in Alberta aus. Im August unterzeichnete das Unternehmen eine unverbindliche Absichtserklärung zur vollständigen Übernahme eines 145 MWac großen Solarprojekts mit geplantem Batteriespeicher. Das Projekt durchläuft das Netzanschlussverfahren des AESO, einen Anschlussvertrag oder Abnehmer gibt es noch nicht. Bei Abschluss fallen nur 100.000 CAD an, der Großteil des Kaufpreises wird erst bei Baureife und Inbetriebnahme fällig. Bereits im Juli und August hatte NU E Power über eine Privatplatzierung rund 3,86 Mio. CAD brutto eingenommen. Ende September beglich das Unternehmen zudem eine Verbindlichkeit von 105.000 CAD gegenüber Cronin Capital, einer Gesellschaft mit Verbindung zu einem damaligen Board-Mitglied, durch 700.000 Units zu je 0,15 CAD. Da der Wert unter 25 % der Marktkapitalisierung lag, entfielen eine formelle Bewertung und die Zustimmung der Minderheitsaktionäre.

Wenn es NU E Power gelingt, die 12 Hektar bei Regina zu erwerben, umzuwidmen und baureif zu entwickeln, könnte das Grundstück zum Investitionsziel für große Betreiber werden. Verzögerungen bei der Flächenumwidmung oder eine Ablehnung durch lokale Behörden können das Projekt aber auch noch gefährden. Hinzu kommt, dass Netzanschlussverfahren weitere Unsicherheiten bergen. Das gilt etwa dann, wenn Netzbetreiber teure Ausbauten der Hochspannungsleitungen verlangen. Finanziell ist das Unternehmen zudem noch dünn aufgestellt. Die Kapitalerhöhung verbesserte die Lage, für die geplanten Akquisitionen ist laut Unternehmen jedoch zusätzliche Finanzierung nötig. Das Geschäftsmodell von NU E Power trifft auf eine wachsende Nachfrage, ist aber nicht frei von Risiken. Privatanleger sollten sich detailliert mit den Hintergründen auseinandersetzen. Eine gute Gelegenheit bietet der Vortrag von CEO Broderick Gunning beim International Investment Forum (IIF) am Mittwoch, 7. Oktober, um 18:30 Uhr MESZ.
Interessenskonflikt
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