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18.01.2023 | 05:10

NIO, dynaCERT, Nordex – Unterschiedliche Vorzeichen

  • klimawende
  • Elektromobilität
  • CO2
  • Transport
Bildquelle: pixabay.com

Die Energiewende begleitet uns pausenlos. Spätestens seit dem Ukraine-Konflikt werden händeringend Alternativen gesucht, um sich von der Abhängigkeit Russlands zu befreien. Dabei liegen die Planungen der Politiker und die Realität mit einer zeitnahen Umsetzung weit auseinander. Allein beim Thema Verkehr und Transport dürften bis zur tatsächlichen Klimaneutralität noch Jahrzehnte vergehen. Allerdings gibt es bereits verfügbare Brückensysteme, die den CO2-Ausstoß drastisch verringern.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

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Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT – Absatz zieht deutlich an

    Ein Schlussspurt bei den Auftragseingängen verhalf dem kanadischen Cleantech-Unternehmen dynaCERT noch zu einem versöhnlichen Jahresabschluss. So wurden kurz vor dem Weihnachtsurlaub insgesamt 137 bestätigte Aufträge vermeldet, wobei sogar 112 noch in 2022 das Lager verließen. Im Vergleich dazu wurden im dritten Quartal lediglich 9 HydraGEN-Einheiten an den Mann gebracht.

    Im neuen Jahr dürfte es spannend weitergehen, denn die Kanadier warten weiterhin auf ein endgültiges „Go“ für den Handel mit Emissionszertifikaten.

    Laut dem CEO von dynaCERT, Jim Payne, befindet sich das Unternehmen im Rahmen des Verified Carbon Standard- von Verra, dem global am weitest verbreiteten Programm zur Anrechnung von eingesparten Treibhausgasen, in der Endphase. Als letzten Schritt beauftragte Verra mit Earthood einen zugelassenen Validierer mit der Erbringung von Dienstleistungen in Zusammenhang mit der Methodenvalidierung gemäß den im Abkommen und den VCS-Bestimmungen festgelegten Bedingungen. Im Moment sind Verra, Earthood und dynaCERT dabei, das VCS-Verfahren zu finalisieren, damit die Emissionszertifikate von dynaCERT den Verified Carbon Standard von Verra erreichen.

    Mit der endgültigen Zustimmung würde sich für dynaCERT eine neue, wiederkehrende Ertragsquelle eröffnen. Denn mit der Verwaltung von Emissionsgutschriften für ihre HydraGEN-Kunden basiert das Geschäftsmodell auf der Aufteilung der durch den Verkauf von Emissionsgutschriften erzielten Einnahmen. Zudem will das Unternehmen in Form einer Emissionszertifikate-Wandelanleihe bis zu 10 Mio. CAD generieren. Diese ist vor allem für Unternehmen interessant, die ihre Treibhausgase ausgleichen müssen, um ihre ESG-Anforderungen erfüllen zu können. Hier kommen Öl- und Gasproduzenten, aber auch Bergbau- oder Transportunternehmen in Frage.

    Nach den Tiefstständen Anfang Dezember konnte sich die dynaCERT-Aktie stark erholen. Quelle: Refinitiv, Stand: 17.01.2023

    Nordex – Rückläufige Auftragslage

    Eigentlich waren in jüngster Vergangenheit die die stark sinkenden Margen das Hauptproblem des Windkraftanlagenbauers. Dagegen waren die Auftragsbücher gut gefüllt. Nun vermeldeten die Hamburger für das Gesamtjahr 2022 einen deutlichen Rückgang bei der Gesamtleistung. Gegenüber 7,95 Gigawatt im Jahr 2021 waren es im gerade zu Ende gegangenen Gesamtjahr 2022 nur noch 6,33 Gigawatt.

    Allein im Abschlussquartal kamen 386 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1,9 Gigawatt hinzu. Auch hier ist im Vergleich zum vierten Quartal des Jahres 2021 ein drastischer Rückgang zu verzeichnen. Damals waren es noch 678 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 3,3 Gigawatt. Positiv war zumindest der durchschnittliche Verkaufspreis, der mit 0,89 Mio. EUR pro MW deutlich über dem Vorjahresquartal mit 0,74 Mio. EUR pro MW lag.

    „Wie erwartet, verzeichneten wir im vierten Quartal ein starkes Auftrags-Momentum und dies zu höheren Turbinenpreisen als im Vorjahr. Neben zahlreichen Aufträgen aus Märkten mit bereits etablierter Nordex-Präsenz, freut es mich, dass wir auch Kunden in Kanada nach mehreren Jahren wieder überzeugen konnten. Dabei stießen besonders unsere leistungsfähigen Turbinentypen aus der 5-MW- sowie unserer neuen 6-MW-Klasse auf eine rege Nachfrage“, so José Luis Blanco, CEO der Nordex Group.

    Im Hinblick auf die endgültigen Jahreszahlen und der Veröffentlichung des Jahresfinanzberichtes sollten sich Anleger den 28.3.2023 vormerken. Hier dürften vor allem die zuletzt schwächelnden Margen besonders in den Vordergrund rücken. Sollten sich diese weiter negativ entwickelt haben, dürfte es mit einer nachhaltigen Erholung vorbei sein.

    NIO – Deutliche Absatzsteigerung

    Das Geschäftsmodel des chinesischen Elektroautobauers ist einzigartig. So bietet NIO seinen Kunden ein Battery-as-a-Service-System im Abo-Modell an. So ist der Kunde lediglich Mieter der Energiequelle. Vorteile sind hier für den Käufer, dass der Kaufpreis gegenüber anderen Anbietern deutlich niedriger liegt. Die Zahlen zum Dezember zeigen erneut, dass der Proof of Concept dieses Modells erfolgreich ist. So konnte im Abschlussmonat des Jahres 2022 ein Rekordmonat mit 15.815 Einheiten ein neuer Rekord eingefahren werden. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies ein Plus von 50,8%.

    Insgesamt konnte NIO im Gesamtjahr 2022 122.486 Fahrzeuge verkaufen und seine Auslieferungen um 34,0 % steigern. Allein im vierten Quartal steigerte sich der Absatz um 60% auf 40.052 Elektroautomobile.

    Mit 50.000 Batterietauschdiensten an einem Tag konnte NIO zudem einen Meilenstein erreichen. Ein vom Elektrofahrzeughersteller geteiltes Diagramm zeigt, dass am 13. Januar 45.494 Batterietauschservices angeboten wurden, am 14. Januar 51.040 und am 15. Januar 55.481. Vom 13. Januar bis zum 5. Februar stehen alle NIO-Batterietauschstationen entlang der Autobahnen den Fahrzeugbesitzern zur kostenlosen und unbegrenzten Nutzung offen. Wie CnEVPost mitteilte, verfügte das Unternehmen per Stand 16.1.2023 über 1.311 Batteriewechselstationen in China, von denen sich 348 an Autobahnen befinden. Zudem besitzt Nio über 2.307 Ladestationen mit 13.560 Ladeplätzen in der zweitgrößten Volkswirtschaf der Welt.


    Während sich bei dynaCERT die Auftragslage im vierten Quartal stark verbesserte, musste der Windkraftanlagenbauer Nordex deutliche Rückgänge hinnehmen. Bei NIO boomt weiterhin das Geschäft, zudem findet das Battery-as-a-service-Modell großen Anklang.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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