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21.07.2021 | 05:10

Nio, Pure Extraction, Nikola – Kampf um die Pole Position

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Ob mit dem Pkw, der Bahn, mit Schiff oder Flugzeug – ist der Mensch unterwegs, verursacht er fast immer Emissionen. Auch der Gütertransport rund um die Welt belastet Luft und ⁠Klima⁠ stark. Durch die Energiewende und die Dekarbonisierung setzen Autobauer global auf mit Batterie betriebene Elektroautos. Für den Transportverkehr ist dies aufgrund der geringen Reichweite und der langen Ladezeit jedoch ungeeignet. Hier liegt der Vorteil aktuell ganz klar bei der Brennstoffzellen-Technologie.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: PURE EXTRACTION CORP. | CA74622J1012 , NIKOLA CORP. | US6541101050 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061

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Inhaltsverzeichnis:


    Transportlogistik in Bewegung

    Der Kampf um die LKWs der nächsten Generation ist voll entbrannt. Viele etablierte Automobilhersteller forschen und entwickeln an eigenen Brennstoffzellen-Lastkraftwagen. Nikola, Daimler mit Volvo, Mercedes, Hyundai, MAN und Toyota wollen teilweise bereits im nächsten Jahr ihre Modelle fertiggestellt haben und die LKWs am Markt etablieren. Zudem wird an Tanksystemen geforscht, die vor allem die hohen Kosten des Wasserstoffs senken sollen. Bislang sind die Systeme mit Wasserstoff zu kostenintensiv, jedoch sollen diese in den nächsten Jahren durch Implementierung von Wind- oder Solarenergie um bis zu 50% sinken. Damit hätte sich der Nachteil gegenüber mit Diesel betriebenen Lastkraftwagen erledigt.

    Neuer Player mit großen Zielen

    Den boomenden Logistikmarkt hat sich das Wasserstoffunternehmen First Hydrogen, das in Deutschland noch unter den alten Namen Pure Extraction gelistet ist, vorgenommen. Die Transportbranche stehe laut dem mit anerkannten Branchenspezialisten gespickten Unternehmen massiv unter Druck, die vorgegebenen Emissionsziele zu erreichen. Mit einer „best of“-Strategie plant First Hydrogen, innerhalb eines Jahres, einen auf Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie basierenden Prototypen eines emissionsfreien Lieferwagens herzustellen, der sämtliche Nachteile der Batterietechnologie wie kurze Reichweite, lange Ladezyklen und eingeschränkter Stauraum wegen der Größe der Batteriepacks lösen soll.

    Die Entwicklung des „First Hydrogen Utility Van“ soll neben der kurzen Entwicklungszeit auch kostengünstiger, die Unternehmensführung geht von rund 1,33 Mio. EUR aus, erfolgen. Eine Design- und Integrationsstrategie sowie die Nutzung eines bewährten Fahrgestells verschaffen First Hydrogen enorme Produktionsvorteile. Zudem wurden im vergangenen Monat zwei bedeutende Kooperationen unterschreiben. Ballard Power, ein globaler Anbieter von innovativer sauberer Energie mit einer Wasserstoff-Brennstoffzellenflotte, wurde für die Technologie gewonnen. Für das Design konnte mit AVL Powertrain UK, dem weltweit größten unabhängigen Unternehmen für Entwicklung, Simulation und Tests in der Automobilbranche, eine endgültige Vereinbarung geschlossen werden. AVL soll für die Entwicklung von Fahrzeugkomponenten und die Steuerungssoftware verantwortlich sein.

    First Hydrogen befindet sich in einem absoluten Wachstumsmarkt, die Steigerungsraten des Marktes für Brennstoffzellen liegen laut Branchenexperten bei rund 20% pro Jahr. Mit rund 90 Mio. EUR ist das Unternehmen im Augenblick an der Börse bewertet.

    Netzwerk erweitert

    Dass die Entwicklung nicht ohne Hindernisse läuft, davon kann der US-Entwickler von Batterie- und Brennstoffzellentrucks, Nikola, ein Lied singen. Nach den Betrugsvorwürfen im vergangenen Jahr und eines Crashs der Aktie von knapp 94 USD auf im Tief 9,37 USD versucht das neue Management, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen und operativ zu glänzen. Nun wurde eine Erweiterung des Vertriebs- und Servicenetzes vermeldet.

    Durch die Kooperation mit fünf neuen freien Händlern kommen 51 neue Standorte in Texas, Arizona, Kalifornien, Colorado, New Mexico, Florida, Delaware, Virginia und Maryland dazu. Zudem wurde eine Kooperation mit dem RIG360 Service Network geschlossen, das über 65 Standorte im Südosten, Mittleren Westen und Nordosten der Vereinigten Staaten besitzt.

    Nach einer starken Kurserholung von annähernd 100% auf 19,50 USD scheiterte die Aktie am markanten Widerstandspunkt und drehte in der Folge erneut Richtung Süden. Bei volatilem Handel testet Nikola aktuell die Unterstützung bei 13,50USD. Nikola ist trotz der Misswirtschaft des alten Managements weiterhin einer der interessantesten Player im Markt für Brennstoffzellen-LKWs. Jedoch eignet sich die Aktie nur für spekulative Anleger.

    Nio sorgt vor

    Die Chipknappheit ging auch am chinesischen Elektroautohersteller Nio nicht spurlos vorbei. So musste auch Nio durch den Mangel an Halbleitern bereits im März seine Produktion stoppen und das Werk in Hefei für kurze Zeit schließen. Nun beteiligt sich das Tochterunternehmen Nio Ltd. beim in Shanghai notierten KI-Chipunternehmens Cambricon, allerdings mit einer kleinen Tranche von lediglich 2%, die einen Gegenwert von rund 525.000 EUR besitzt. Die Aktie von Nio befindet sich aktuell in der Korrekturphase. Ein Bruch der Unterstützung bei 42,50 USD dürfte einen größeren Abverkauf zur Folge haben. Bullish würde das Chartbild durch einen nachhaltigen Ausbruch über die Marke von 45 USD.


    Im PKW-Sektor geht der Trend aktuell eindeutig auf mit Batterie betriebene Elektrofahrzeuge. Dagegen besitzt die Brennstoffzellen-Technologie neben der kürzeren Ladezeit mit der längeren Reichweite für den LKW-Bereich enorme Vorteile. Bei Nikola und First Hydrogen besteht die Chance, langfristig am Erfolg der Branche teilhaben zu können. Allerdings befinden sich beide Unternehmen noch in der Entwicklungsphase. Ein Investment ist somit mit Risken verbunden.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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