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21.08.2026 | 05:10

Ondas, Volatus Aerospace, Kratos Defense - Drohnenboom geht in die nächste Runde

  • Rüstungsindustrie
Bildquelle: Pixabay

Drohnen haben die moderne Kriegsführung verändert und nun beginnt die nächste Phase. Statt einzelner Hightech-Systeme zählen zunehmend niedrige Kosten, hohe Stückzahlen und schnell skalierbare Produktionskapazitäten. Milliarden fließen in autonome Fluggeräte, Aufklärung und neue Antriebssysteme. Gleichzeitig bauen Hersteller ihre Fabriken aus oder kaufen zusätzliche Kapazitäten hinzu. Drei Unternehmen positionieren sich für einen Verteidigungsmarkt, in dem Masse und Geschwindigkeit immer wichtiger werden.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , ONDAS INC | US68236H2040 | NASDAQ: ONDS , KRATOS DEF.+SEC.NEW DL001 | US50077B2079

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Inhaltsverzeichnis:


    Ondas Inc. - Kaum zu bremsen

    Die Strategie von Ondas Inc. liegt in Zeiten der modernen Kriegsführung auf dem anorganischen Wachstum. So besteht das Unternehmen derzeit aus 17 spezialisierten Firmen, um die bestmögliche Qualität autonomer Verteidigungssysteme zu gewährleisten. Dies wirkt sich deutlich auf den Umsatz aus und ist in den jüngsten Zahlen erkennbar. Im zweiten Quartal wurde ein Umsatz von 83,8 Mio. USD erwirtschaftet, dieser fiel somit dreizehnmal so hoch aus als im Vorjahr. Allerdings wurde dennoch ein EBITDA-Verlust von 50,6 Mio. USD gemeldet. Diese negativen Ergebnisse resultieren aus massiven Investitionen, die die Expansion des Unternehmens absichern sollen. Aufgrund der starken Entwicklung wurde die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 525 bis 550 Mio. USD angehoben.

    CEO Eric Brock betonte, dass durch anhaltende globale Konflikte ein starker Mangel an Drohnenabwehr- und Präzisionsschlagsystemen aufgedeckt wurde. Um den Bedarf der Streitkräfte zu decken, erweitert Ondas seine Produktionskapazitäten für die kommenden Jahre deutlich. Der Auftragsbestand beläuft sich auf 757 Mio. USD, während das Volumen globaler Projekte 11 Mrd. USD übersteigt. Um dieses Wachstum zu stemmen, nutzt das Unternehmen die Software Palantir Foundry. Geleitet wird dieses Vorhaben durch erfahrene Personalien. Der frühere Mossad-Direktor David Barnea und der pensionierte US-General Charles Flynn ergänzen die Führungsebene.

    Im Rahmen dieser Wachstumsstrategie hat Ondas Holdings den Erwerb der Rüstungssparte des israelischen Unternehmens Aran R&D beschlossen. Der Kaufpreis von 33,56 Mio. USD wird vollständig in Ondas-Aktien beglichen. Aran R&D rechnet durch diese Transaktion mit einem Vorsteuergewinn von rund 25,17 Mio. USD.

    Für Ondas stellt dieser Schritt die sechste Akquisition in Israel dar und ist zugleich die erste Übernahme einer dortigen börsennotierten Gesellschaft.

    Volatus Aerospace – Vor entscheidender Wachstumsphase

    Volatus Aerospace stellt die Weichen für die nächste Wachstumsphase. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorquartal um 49,5 % auf 8,42 Mio. CAD. Dienstleistungen legten sequenziell um 59 %, Equipment-Lieferungen um 38 % zu. Gegenüber dem Vorjahr fiel der Umsatz zwar niedriger aus, allerdings verzögerte sich wegen Lieferkettenproblemen ein Verteidigungsauftrag mit rund 2,6 Mio. CAD Umsatzanteil. Dieser soll noch 2026 vollständig abgearbeitet werden. Die Bruttomarge erreichte 29,3 %, während das bereinigte EBITDA mit minus 4,35 Mio. CAD noch deutlich negativ ausfiel.

    Entscheidender als die Momentaufnahme ist die strategische Ausgangslage. Mit 59,2 Mio. CAD Cash und 63,8 Mio. CAD Working Capital verfügt Volatus über die höchste Liquidität seiner Geschichte. Damit kann das Unternehmen den Ausbau vorantreiben, ohne kurzfristig auf operative Cashflows angewiesen zu sein. Im Mittelpunkt steht das im Juni eröffnete rund 4.924 m² große Werk in Mirabel. Dort sollen Fertigung und Systemintegration hochgefahren und größere staatliche sowie militärische Programme adressiert werden.

    CFO Abhinav Singhvi sieht Volatus an einem Wendepunkt. Aus dem Betreiber unbemannter Systeme entstehe zunehmend eine vertikal integrierte Aerospace- und Defence-Plattform. Eigene Fertigung, operative Erfahrung und Technologien wie das KI-basierte Autonomiesystem V-Cortex sollen künftig die gesamte Wertschöpfungskette abdecken. Mit SKYDRA kommt zudem ein SaaS-Angebot hinzu, das den Anteil margenstärkerer wiederkehrender Softwareerlöse erhöhen soll.

    Auch nach Quartalsende wurde die Strategie mit neuen Partnerschaften für autonome Aufklärung und Heavy-Lift-Flugzeuge weiter vorangetrieben. Parallel bleibt das etablierte Geschäft mit Energie-, Versorgungs- und Infrastrukturkunden erhalten. Das Ziel des Managements ist klar. Langfristige Verträge, Software, Services und Defence sollen Volatus in Richtung nachhaltiger Profitabilität führen. Mit Rekordliquidität, eigener Produktion und wachsenden Beziehungen zu Regierungen und NATO-Partnern ist die Basis dafür stärker als je zuvor.

    Kratos Defense: Der Auftragsbestand boomt

    Auch beim US-amerikanischen Rüstungsunternehmen Kratos Defense konnte man eine hohe Nachfrage nach Drohnentechnologien in den Quartalszahlen wiedererkennen. Der Konzern konnte im zweiten Quartal 2026 wirtschaftlich überzeugen und die Vorhersagen der Analysten übertreffen. So wurde der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp ein Drittel auf 459 Mio. USD gesteigert. Auch der Gewinn je Aktie fiel mit 0,21 USD höher aus als im Vorfeld angenommen.

    Ein zentraler Faktor für dieses Wachstum ist der wachsende Auftragsbestand, der um fast die Hälfte zulegte und nun bei einem Höchstwert von über 2 Mrd. USD liegt. In der Folge passte das Unternehmen die Umsatzschätzung für das Gesamtjahr nach oben an. Finanzexperten bewerten die operativen Zahlen positiv. Das Institut Citizens bestätigte seine gute Einschätzung der Aktie und nannte ein Kursziel von 105 USD, während Piper Sandler das Papier kürzlich aufwertete. Trotz der soliden Bilanzen gab der Aktienkurs seit Jahresbeginn um rund 32 % nach. Zudem wird das Wertpapier aufgrund seiner aktuellen Ertragsbewertung noch immer als vergleichsweise teuer eingestuft.

    Auf der operativen Seite sicherte sich der Konzern bedeutende militärische Projekte. In Kooperation mit GE Aerospace erhielt Kratos von der US-Luftwaffe einen Auftrag zur Weiterentwicklung und Produktion eines neuen Strahltriebwerks. Dieser Motor, der nun die militärische Bezeichnung F143-ZZ-100 trägt, wird künftig als zweiter Standardantrieb für Langstreckenraketen des JASSM-Programms eingesetzt. Der Antrieb ist gezielt für den Einsatz bei Drohnen sowie weitreichenden Waffen konzipiert und soll dabei helfen, die nationalen Fertigungskapazitäten in den USA zu stärken.

    Gleichzeitig meldet das Unternehmen technische Fortschritte bei seinen unbemannten Systemen. Eine für das US Marine Corps modifizierte Drohne der Modellreihe Valkyrie absolvierte im Frühjahr einen komplexen Testflug. Dabei ließ sich das System erfolgreich über weite Distanzen und außerhalb der direkten Sichtverbindung steuern. Die Drohne kooperierte dabei mit bemannten Kampfflugzeugen und erfüllte Aufgaben im Bereich der elektronischen Kriegsführung. Aufgrund der generellen Nachfrage wird derzeit eine deutliche Ausweitung der jährlichen Fertigungszahlen vorbereitet.


    Fazit:

    Ondas treibt seine Expansion mit Übernahmen, massivem Kapazitätsausbau und einer Milliardenpipeline voran, muss die hohen Investitionen jedoch erst in nachhaltige Gewinne verwandeln. Volatus Aerospace verfügt mit Rekordliquidität, eigener Fertigung und wachsendem Software- und Defence-Geschäft über die Basis für den nächsten Wachstumsschub. Kratos Defense überzeugt mit einem Rekordauftragsbestand von über 2 Mrd. USD und baut seine Position bei Drohnen, Raketenantrieben und elektronischer Kriegsführung weiter aus.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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