Menü schließen




21.09.2026 | 05:10

Lockheed Martin, Almonty Industries, Rheinmetall – Rüstungsboom trifft Wolfram-Engpass

  • Rüstungsindustrie
  • Kritische Metalle
Bildquelle: Chat GPT KI-generiert

Der weltweite Rüstungsboom geht in die nächste Phase. Nicht mehr nur neue Aufträge entscheiden über das Wachstum, sondern die Frage, wie schnell Produktionskapazitäten hochgefahren werden können. Raketen, Flugzeuge und gepanzerte Fahrzeuge benötigen jedoch große Mengen strategischer Materialien. Besonders Wolfram ist aufgrund seiner extremen Härte und Hitzebeständigkeit für zahlreiche militärische Anwendungen kaum zu ersetzen. Während westliche Rüstungskonzerne ihre Fertigung ausbauen, wird die Kontrolle über sichere Rohstoffquellen deshalb zunehmend zur strategischen Frage.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: LOCKHEED MARTIN DL 1 | US5398301094 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Lockheed Martin – Raketenproduktion soll deutlich steigen

    Lockheed Martin erhöht das Tempo. Der US-Rüstungskonzern hat am 17. September eine Rahmenvereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium geschlossen, um Produktion und Auslieferung der neuen Luft-Luft-Rakete AIM-260 JATM deutlich zu beschleunigen. Das Waffensystem ist für moderne Kampfflugzeuge wie F-22 und F-35 vorgesehen und soll eine größere Reichweite und Leistungsfähigkeit als bisherige Systeme bieten.

    Die Vereinbarung soll den Weg für eine mehrjährige Beschaffung ebnen, die allerdings noch von der Zustimmung des Kongresses abhängt. Für Lockheed Martin geht es dabei nicht nur um höhere Stückzahlen. Der Konzern will seine Lieferkette stabilisieren, Produktionsrisiken reduzieren und langfristig zusätzliche Kapazitäten aufbauen.

    Wie groß der Druck ist, zeigt eine zweite Meldung vom selben Tag. Gemeinsam mit GM Defense hat Lockheed die ersten Bauteile für die PAC-3-MSE-Abfangrakete erhalten, weniger als einen Monat nach Beginn der Zusammenarbeit. Die Kooperation soll zusätzliche industrielle Kapazitäten erschließen und die Produktion des Luftverteidigungssystems schneller hochfahren.

    Damit verschiebt sich der Fokus vom Auftragsbestand zunehmend auf die industrielle Umsetzung. Neue Fertigungslinien benötigen Maschinen, Fachkräfte und vor allem Materialien. Hochleistungsmetalle und kritische Rohstoffe werden dadurch zu einem entscheidenden Faktor für den Ausbau der westlichen Verteidigungsindustrie.

    Almonty Industries – Sandvik sichert sich Wolfram

    Bei Almonty Industries nimmt der Ausbau einer westlichen Wolfram-Lieferkette weiter Gestalt an. In der abgelaufenen Woche schloss das Unternehmen einen mehrjährigen Take-or-Pay-Abnahmevertrag mit Wolfram Bergbau und Hütten, einer Tochter des schwedischen Industriekonzerns Sandvik. Geliefert werden sollen mindestens rund 1.720 t enthaltenes Wolframtrioxid, die durch die Wiederaufbereitung vorhandener Tailings der spanischen Los-Santos-Mine gewonnen werden. Bestandteil der Vereinbarung ist zudem eine bedingte Einmalzahlung von 3 Mio. USD für die Abnahmerechte.

    Almonty muss dafür keine neue Mine von Grund auf entwickeln. Die vorhandenen Halden stammen aus dem früheren Betrieb von Los Santos. Die seit 2020 ruhende Aufbereitungsanlage soll wieder in Betrieb genommen werden, um aus dem bereits geförderten Material zusätzliches Wolfram zu gewinnen. Damit könnte aus einer bestehenden Altlast schnell ein zusätzlicher Produktionsbaustein entstehen.

    Gleichzeitig verbreitert Almonty seine Rohstoffbasis geografisch. Erst wenige Tage zuvor wurde eine strategische Partnerschaft mit Ruanda vereinbart. Almonty hält 75 % des neuen Gemeinschaftsunternehmens, der Staat Ruanda 25 %. Eingebracht werden unter anderem Explorationsrechte für Shyorongi sowie eine Verarbeitungslizenz. Die Partnerschaft entstand nach einer Vermittlung durch das US-Außenministerium und unterstreicht die geopolitische Bedeutung von Wolfram.

    Hinzu kommen die bestehenden Aktivitäten in Portugal sowie Sangdong in Südkorea. Damit entwickelt sich Almonty zunehmend von einem einzelnen Minenbetreiber zu einer breiter aufgestellten westlichen Wolframplattform. Nach der Ankündigung einer strategischen Partnerschaft mit der Regierung von Ruanda bestätigte das Analystenhaus DA Davidson seine Kaufempfehlung für Almonty Industries mit einem Kursziel von 33 USD.

    Rheinmetall – Milliardenboom braucht neue Kapazitäten

    Auch Rheinmetall investiert weiter in seine industrielle Basis. Am 17. September meldete der Konzern eine neue Vibrationstestanlage am britischen Standort Telford. Dort können komplette Strukturen und Baugruppen mit einem Gewicht von bis zu 40 t unter realitätsnahen Vibrations-, Stoß- und Bewegungsbedingungen getestet werden. Die Anlage wird bereits bei der Entwicklung des Challenger 3 eingesetzt, dem neuen Kampfpanzer der britischen Armee.

    Statt Bauteile und Systeme ausschließlich in langwierigen Praxistests zu erproben, können Belastungen nun kontrolliert simuliert und Entwicklungszyklen verkürzt werden. Gerade angesichts steigender Verteidigungsbudgets wird die Fähigkeit, zusätzliche Aufträge tatsächlich abzuarbeiten, für Rheinmetall immer wichtiger.

    Die Investition ist Teil eines wesentlich größeren Kapazitätsausbaus. Der Düsseldorfer Konzern erweitert derzeit Produktions-, Entwicklungs- und Teststandorte in mehreren Ländern. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Munition. Das Portfolio reicht von gepanzerten Fahrzeugen und Luftverteidigung über Sensorik und Elektronik bis zu militärischer Digitalisierung.

    Doch mehr Produktionskapazität bedeutet auch einen höheren Materialbedarf. Moderne Waffensysteme benötigen Spezialstähle, Kupfer, Aluminium und kritische Metalle. Wolfram spielt wegen seiner hohen Dichte, Härte und Temperaturbeständigkeit insbesondere bei verschleißfesten Komponenten und bestimmten militärischen Anwendungen eine Rolle.

    Damit zeigt Rheinmetalls Expansion exemplarisch, warum der Rüstungsboom zunehmend auch zu einer Rohstofffrage wird. Fabriken lassen sich bauen und Produktionslinien erweitern, strategische Metalle können dagegen nicht beliebig schnell erschlossen werden.


    Der Rüstungsboom erreicht die Lieferketten. Lockheed Martin beschleunigt die Raketenproduktion, Rheinmetall baut seine Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten weiter aus. Dadurch steigt die strategische Bedeutung kritischer Rohstoffe. Almonty Industries positioniert sich mit Sangdong, Portugal, Spanien und der neuen Partnerschaft in Ruanda immer breiter im Wolframmarkt. Der Sandvik-Vertrag zeigt dabei erneut, dass westliche Industriekonzerne beginnen, sich verfügbare Mengen langfristig zu sichern.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 16.09.2026 | 05:20

    DroneShield, Volatus Aerospace, Kratos Defense – wer den Luftraum schützt, kassiert die neuen Budgets

    • DroneShield
    • Volatus Aerospace
    • Kratos Defense
    • Drohnen
    • Drohnenabwehr
    • Drohnentechnologie
    • Drohnenkrieg
    • kommerzielle Anwendung
    • Rüstung
    • Rüstungsindustrie

    Ein einziges Fluggerät reicht, um einen Flughafen lahmzulegen. Der gescheiterte Drohnenangriff auf Leipzig/Halle im August 2026 hat Berlin, Brüssel und Washington aufgeschreckt. Die Politik wurde von dem Vorfall aufgeschreckt. Die Bundesregierung bereitet ein Paket gegen Sabotage vor, und zwischen Januar und September 2026 wurden weltweit Aufträge zur Drohnenabwehr über mehr als 53 Mrd. USD öffentlich bekannt. Was gestern Nischentechnik war, rutscht gerade mitten in die Verteidigungsbudgets. Wir sehen uns daher drei Unternehmen an, die Drohnen aufspüren, abwehren und mobile Ziele schützen, nämlich DroneShield, Volatus Aerospace und Kratos Defense.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 15.09.2026 | 04:00

    Entwickelt sich Wolfram zum Showstopper fragiler Lieferketten? Rheinmetall, Almonty Industries und Airbus im Fokus

    • Kritische Metalle
    • Defense-Sektor
    • Rüstungsindustrie
    • Rohstoffe
    • Lieferketten

    Der Nahost-Konflikt geht in die nächste Runde. Dabei setzt der explodierende Ölpreis die Weltwirtschaft gehörig unter Druck und rückt strategische Branchen wie Rüstung und Luftfahrt ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Rheinmetall und Airbus kämpfen dabei nicht nur mit geopolitischen Risiken, sondern auch um stabile Lieferketten für die dringend benötigten kritischen Metalle. Neben Kupfer gewinnt dabei vor allem Wolfram an Bedeutung: Das extrem harte und hitzebeständige Metall ist für verschleißfeste Werkzeuge, Speziallegierungen und zahlreiche Anwendungen in der Rüstungs- und Luftfahrtindustrie unverzichtbar. Während die anhaltenden Spannungen die Rohstoffpreise also weiter antreiben, sollten Anleger den Blick über den Ölmarkt hinaus auf jene Schlüsselmetalle richten, welche Europas industrielle Zukunft sichern. Im Fokus haben wir deshalb den Wolfram-Lieferanten Almonty, der mit neuen Beschaffungswegen in Afrika die nächste Raketenstufe zündet. Eine klare Prioritätenliste macht Sinn!

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 11.09.2026 | 04:50

    Es ist real! Die Drohnen-Bedrohung nimmt zu! Volatus Aerospace, Rheinmetall und Deutz im Fokus

    • Drohnen
    • Drohnentechnologie
    • Drohnenabwehr
    • Drohnenpilotenausbildung
    • Ökosystem
    • Plattform-Ökonomie
    • Dual Use
    • Verteidigung
    • Militär
    • Rüstungsindustrie
    • Investments

    Die geopolitischen Verwerfungen ordnen den Verteidigungssektor neu. Was lange wie ein Szenario aus einem Film wirkte, ist längst Realität. Immer häufiger werden Drohnen über kritischer Infrastruktur, Flughäfen und militärischen Einrichtungen gesichtet. Das verdeutlicht die Bedeutung leistungsfähiger Drohnenabwehrsysteme. Volatus Aerospace ist eines der hochspezialisierten Defence-Tech-Unternehmen, die ein komplettes Ökosystem in der Schlüsselbranche anbieten. Der jüngste Großauftrag der kanadischen Regierung untermauert eindrucksvoll die Geschäftspotenziale. Zeitgleich sitzen etablierte Branchenriesen wie Rheinmetall auf Rekord-Auftragsbüchern, doch die Kurse korrigieren weiter. Die entscheidende Frage ist zunehmend, aus welchen Bereichen das Wachstum stammt und wie sich Margen entwickeln. Über einen strategischen Zukauf setzt der Traditions-Motorenbauer Deutz nun auch auf den Verteidigungssektor. Der Börse gefällt das. Welche Aktie hebt als Nächstes ab?

    Zum Kommentar