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05.10.2026 | 05:10

RTX, Almonty Industries, Elmet Group – Das ist für den Westen elementar

  • Rüstungsindustrie
  • Kritische Metalle
Bildquelle: Pixabay

Wolfram wird zum strategischen Rohstoff im neuen Wettrüsten. Raketen, Triebwerke, Hochtemperaturlegierungen und zahlreiche weitere Anwendungen sind auf das extrem harte und hitzebeständige Metall angewiesen. Gleichzeitig dominiert China große Teile der globalen Lieferkette. Für die USA und ihre Verbündeten wird eine unabhängige Versorgung deshalb zunehmend zur Frage der nationalen Sicherheit. Milliarden fließen in neue Rüstungskapazitäten, strategische Lagerbestände und westliche Rohstoffprojekte. Für Produzenten außerhalb Chinas öffnet sich damit ein Markt, dessen Bedeutung weit über klassische Rohstoffzyklen hinausgeht.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | NASDAQ: ALM , ELMET GROUP CO | US2893951051 | NASDAQ: ELMT , RTX CORPORATION | US75513E1010

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Inhaltsverzeichnis:


    RTX – 45 Milliarden USD für neue Raketen

    Vor allem die US-Regierung ist einer der führenden Kunden im Bereich innovativer Waffensysteme. Der Industriekonzern RTX hat über seine Rüstungssparte Raytheon jüngst zwei umfangreiche Lieferverträge mit der US-Regierung abgeschlossen, die ein maximales Gesamtvolumen von über 45 Mrd. USD umfassen.

    Im ersten Rahmenvertrag vereinbarte das US-Verteidigungsministerium mit Raytheon, dem Tochterkonzern von RTX, eine Lieferung über bis zu 20,7 Mrd. USD. Dieser Auftrag fokussiert sich auf die beschleunigte Herstellung von AMRAAM-Raketen. Das Pentagon reagiert damit auf die gesunkenen Munitionsreserven, welche durch Waffenlieferungen an Verbündete sowie durch die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten stark beansprucht wurden. Die Waffensysteme kommen sowohl im Luftkampf als auch in bodengestützten Verteidigungsanlagen zum Einsatz. Das Abkommen ist Teil einer staatlichen Initiative zur Stärkung der Rüstungsproduktion. RTX hat die Fertigung dieser Raketen im Jahr 2025 bereits fast verdoppelt und visiert eine Jahresproduktion von mindestens 1.900 Stück an. Für großangelegte Investitionen in die Lieferketten steht jedoch noch die finale Budgetfreigabe durch den US-Kongress aus.

    Darüber hinaus erhielt Raytheon einen weiteren Auftrag für die Produktion von SM-6-Abfangraketen. Dieser Vertrag ist auf bis zu 24,4 Mrd. USD festgelegt und läuft über fünf Jahre, zuzüglich einer vertraglichen Verlängerungsoption um weitere zwei Jahre. Das SM-6-System ist für seine Vielseitigkeit bekannt und wird für die reguläre Flugabwehr, die Bekämpfung von Überwasserzielen sowie die Abwehr ballistischer Raketen genutzt. Die Waffe kann sowohl von Marineschiffen als auch von Landplattformen abgefeuert werden. Um die hohen Abnahmemengen der U.S. Navy zu sichern, investiert der Konzern derzeit verstärkt in zusätzliches Personal und in die Automatisierung seiner Produktionslinien.

    Almonty Industries – aus dem Projekt wird ein Produzent

    Für Almonty Industries könnte das Timing kaum besser sein. Nach jahrelanger Entwicklung hat die Sangdong-Mine in Südkorea den entscheidenden Schritt geschafft. Die Anlage erhielt die finale Betriebsgenehmigung, anschließend wurde erstmals seit 1993 wieder Wolframkonzentrat in Sangdong produziert. Aus einem Entwicklungsprojekt wird damit ein tatsächlicher Produzent, in einer Phase, in der westliche Staaten ihre Abhängigkeit von China bei kritischen Rohstoffen reduzieren wollen.

    Sangdong gehört zu den bedeutendsten Wolframprojekten außerhalb Chinas. Ein großer Teil der geplanten Produktion ist bereits langfristig abgesichert. Der Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders aus der Plansee-Gruppe wurde auf 21 Jahre verlängert und umfasst mehr als 90 % der Phase-I-Produktion. Nach dem Hochlauf sollen mindestens 210.000 MTU Wolframkonzentrat jährlich geliefert werden. Beim zum Zeitpunkt der Vertragsänderung geltenden APT-Preis bezifferte Almonty den daraus resultierenden jährlichen Vertragsumsatz auf rund 490 Mio. USD.

    Und Phase I ist nur der Anfang. Mit Phase II soll die Verarbeitungskapazität deutlich erweitert werden. Gleichzeitig baut Almonty seine Position entlang einer westlich orientierten Wolfram-Lieferkette weiter aus. Dazu gehören die Aktivitäten in Portugal und Spanien sowie neue strategische Initiativen in Ruanda. Damit entwickelt sich das Unternehmen zunehmend von einem einzelnen Minenbetreiber zu einer breiter aufgestellten Wolframplattform.

    Für Anleger verändert sich die Story dadurch grundlegend. Jahrelang bestand das zentrale Risiko darin, Sangdong überhaupt bis zur Produktion zu bringen. Dieser Meilenstein ist erreicht. Jetzt geht es um den Hochlauf, Liefermengen und Cashflows.
    Treffen steigende westliche Nachfrage, hohe Wolframpreise und der Produktionshochlauf wie geplant zusammen, könnte Almonty in eine neue Größenordnung hineinwachsen. Sangdong kommt damit genau zu dem Zeitpunkt auf den Markt, an dem eine unabhängige Wolframversorgung strategisch immer wertvoller wird.

    Elmet Group – Washington steckt Milliarden in Wolfram

    Wolfram gilt aufgrund seiner hohen Dichte und Hitzebeständigkeit als essenzieller Rohstoff. Elmet richtet seine Strategie aktuell gezielt darauf aus, die Anfälligkeit der westlichen Unternehmenskunden gegenüber globalen Lieferengpässen zu verringern. Durch die Kopplung eigener Kapazitäten in der Weiterverarbeitung mit vertraglich zugesicherten Rohstoffquellen stellt das Unternehmen eine durchgängige Wertschöpfungskette vom Erzabbau bis zum fertigen Präzisionsbauteil sicher.

    Um den Zugang zu den Rohmaterialien langfristig abzusichern, hat die Elmet Group eine Anteilsübernahme beim vietnamesischen Rohstoffkonzern Masan High-Tech Materials vereinbart. Elmet erwirbt für rund 125 Mio. USD eine Minderheitsbeteiligung von 4,99 % an dem Anbieter, der die bedeutende Nui-Phao-Mine betreibt. Das Abkommen beinhaltet eine achtjährige Liefervereinbarung über jährlich rund 1.250 t Wolframtrioxid-Äquivalent mit einem prognostizierten Handelsvolumen von 1,5 Mrd. USD. Neben einem Sitz im Aufsichtsgremium übernimmt Elmet eine beratende Rolle beim angestrebten Börsengang von Masan High-Tech Materials an der Börse in Ho-Chi-Minh-Stadt.

    Auch bei Elmet Technologies fragte zuletzt die US-Regierung an. Die Behörde Defense Logistics Agency hat eine Festvereinbarung im Wert von 36 Mio. USD geschlossen, welche die Belieferung mit hochfesten Molybdän- und Wolframlegierungen vorsieht. Diese sollen hauptsächlich in der Luft- und Raumfahrt sowie bei der Fertigung von Flugzeugtriebwerken eingesetzt werden. Zudem schließt Elmet einen Rahmenvertrag zur langfristigen Bestandsaufstockung der nationalen Verteidigungsreserven. Die Vergaben folgen auf eine bereits gewährte US-Regierungsförderung in Höhe von 450 Mio. USD, die der Stärkung heimischer Produktionskapazitäten dient.


    Während RTX zeigt, wie stark die militärische Nachfrage wächst, baut Elmet die amerikanische Verarbeitungskette auf. Dazwischen positioniert sich Almonty Industries mit einer neuen großen Wolframquelle außerhalb Chinas. Der Kampf um den strategischen Rohstoff hat damit eine neue Stufe erreicht.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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