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29.09.2026 | 04:00

KI- und Krypto-Kurstreiber mit Seltenheitswert – Strategy, Metaplanet, Circle Internet und Strategic Resources im Fokus

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Bildquelle: Pixabay

Strommangel, kritische Metalle und die nächsten Technologie-Hürden. Aktuell steuern wir wohl in ein fragiles Umfeld aus hoher Inflation, geopolitischem Druck und steigenden Zinsen. Notenbanken können sich von ihrer Hauptaufgabe der Geldwertstabilität kaum wegbewegen, während alternative Währungen und Zahlungssysteme Zweifel an der Fiat-Welt heraufbeschwören. Alle genannten Sektoren sind eng miteinander verwoben, da komplexe KI-Systeme für ihr Training und den verlässlichen Betrieb riesige Mengen an fälschungssicheren, transparenten Daten benötigen. Die Blockchain-Technologie bietet hierfür die perfekte Infrastruktur, indem sie Daten dezentral speichert, die Herkunft von Informationen kryptografisch absichert und so Manipulationen effektiv verhindert. Zudem ermöglicht das dezentrale Netzwerk das Teilen von enormen Rechenkapazitäten, wodurch das Monopol großer Rechenzentren aufgebrochen und KI-Entwicklung demokratisiert wird. Voraussetzung für ein Ineinandergreifen sämtlich nötiger Komponenten ist eine gute Infrastruktur. Dazu gehören am Startpunkt der Produktionskette vor allem kritische Metalle. Investoren müssen heute also multidimensional denken, um ihrem Depot sowohl Drive als auch Sicherheit zu bescheren.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: STRATEGIC RES INC. | CA86277X4093 | TSXV: SR , STRATEGY INC | US5949724083 | NASDAQ: MSTR , METAPLANET INC | JP3481200008 , CIRCLE INTERNET GROUP INC | US1725731079 | NYSE: CRCL

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Inhaltsverzeichnis:


    Strategy und Metaplanet – Wer ist der erfolgreichste Bitcoin-Sammler?

    Der Bitcoin ist mit seiner 30 %-Rally seit Ende Juni wieder in aller Munde. Beim Rennen um den Titel des erfolgreichsten börsennotierten Bitcoin-Sammlers hat Strategy (vormals MicroStrategy) im direkten Vergleich mit dem japanischen Herausforderer Metaplanet klar die Nase vorn. Das von Michael Saylor geführte US-Unternehmen hat Pionierarbeit geleistet und hält mit Stand September 2026 gigantische 847.670 BTC in seiner Treasury. Demgegenüber steht die in Tokio gelistete Firma Metaplanet, die aufgrund ihrer aggressiven Kaufstrategie oft als „asiatische MicroStrategy“ bezeichnet wird. Obwohl Metaplanet seine Bestände im Jahr 2026 rasant ausgebaut und die Marke von 43.000 BTC überschritten hat, bleibt der physische Abstand zum amerikanischen Marktführer monumental.

    Trotz des Größenunterschieds gilt Metaplanet mittlerweile als der drittgrößte börsennotierte Bitcoin-Halter der Welt. Beide Konzerne nutzen ähnliche finanzielle Hebel wie Aktien- und Anleiheemissionen, um frisches Kapital direkt in digitale Token umzumünzen. Strategy hat jedoch durch den Zugang zu den deutlich tieferen US-Kapitalmärkten einen unschätzbaren strukturellen Vorteil bei der Milliardenschöpfung. Während das US-Schwergewicht seine Käufe fast wöchentlich fortsetzt, verfolgt Metaplanet unter CEO Simon Gerovich das ehrgeizige Ziel, bis Ende 2026 die Marke von 100.000 Bitcoin zu knacken. Beide Unternehmen dienen Investoren heute gleichermaßen als hochgradig gehebelte Stellvertreter-Aktien für den direkten Bitcoin-Kurs. Unterm Strich bleibt Strategy der unangefochtene König der Krypto-Akkumulation, denn zeitgleich zum BTC-Aufschwung von 30 % konnte sich Strategy sogar verdoppeln. Metaplanet addierte immerhin 50 % und stellt damit unter den größeren Titeln den erfolgreichsten BTC-Aufsteiger im asiatischen Raum dar. Beide Aktien sind hochspekulativ, aber unter der Flagge einer Bitcoin-Replizierung hochinteressant, denn man bewegt sich damit in einer liquiden Aktienwelt und ist nicht den Launen von Kryptobörsen ausgesetzt.

    Circle Internet – Ein Absatzmarkt für US-Bonds erster Güte

    Ein besonderes Geschäftsmodell verfolgt Circle Internet. Denn als Emittent des weltweit zweitgrößten Stablecoins USDC generiert das US-Finanztechnologie-Unternehmen astronomische Einnahmen, indem es jede digitale Münze zu 100 % mit hochliquiden, realen Werten absichert. Das Fundament dieser Reserven bilden kurzlaufende US-Treasury Bills, die das Unternehmen in einem exklusiv von BlackRock verwalteten Staatsgeldmarktfonds hinterlegt. Wenn Nutzer also Bargeld gegen USDC eintauschen, investiert Circle dieses Kapital direkt in amerikanische Staatsschulden und fungiert so als einer der verlässlichsten Großabnehmer für US-Bonds. Während die Inhaber von USDC von einem stabilen, wertbeständigen 1:1-Dollar-Äquivalent für grenzenlosen Echtzeit-Zahlungsverkehr profitieren, streicht Circle die anfallenden Zinsen fast vollständig selbst ein. Angesichts anhaltend solider Renditen im US-Zinsmarkt erweist sich diese Zinsmarge als eine hocheffiziente Gelddruckmaschine. Die rechtliche Legitimität dieses Modells wurde in den USA durch Meilensteine wie den GENIUS Act nachhaltig untermauert, was das Vertrauen institutioneller Akteure weiter stärkt. Zudem treibt Circle seine Ambitionen massiv voran und bietet mit USYC mittlerweile sogar einen hauseigenen tokenisierten Geldmarktfonds an, um institutionellen Kunden Renditen direkt auf der Blockchain zu ermöglichen. Auf diese Weise verknüpft Circle die traditionelle Wall Street untrennbar mit dem modernen Krypto-Sektor und untermauert seine Rolle als systemrelevanter Brückenbauer im globalen Finanzsystem. Doch Vorsicht: Auch wenn 16 von 32 Analysten auf der Plattform LSEG Refinitiv zum Einstieg blasen, muss ein KGV 2027e von 60 und KUV von 5 fundamental akzeptiert werden.

    Strategic Resources – Mit BlackRock und Mustavaara auf der Spur des grünen Stahls

    Der Brückenbauer für eine funktionierende, digitale Infrastruktur könnte in ein paar Jahren Strategic Resources heißen. Die Kanadier arbeiten seit einigen Jahren an einer wichtigen Schnittstelle zwischen kritischen Rohstoffen, europäischer Stahldekarbonisierung und nordamerikanischer Versorgungssicherheit. Im Zentrum steht das BlackRock-Projekt in Québec, das mit rund 127,8 Mio. Tonnen Reserven und einer geplanten Minenlaufzeit von 39 Jahren eine langfristige Rohstoffbasis für die Produktion hochwertiger Eisenerzeugnisse schaffen soll. Geplant ist zunächst eine Pelletieranlage am Tiefwasserhafen Port Saguenay mit einer Kapazität von rund 4 Mio. Tonnen DR-Grade-Pellets pro Jahr, wobei der Standort mit Wasserkraft, Erdgasinfrastruktur und direktem Zugang zum Sankt-Lorenz-Strom mehrere industrielle Standortvorteile verbindet.
    Der Clou liegt dabei weniger im klassischen Eisenerzgeschäft als in der möglichen Einbindung in eine künftig stärker elektrifizierte und wasserstoffbasierte Stahlindustrie. Hier liefert das neue FutSteel-Projekt der Universität Oulu einen interessanten technologischen Rückenwind: Denn im Rahmen des bis 2029 laufenden, 17 Mio. EUR schweren Forschungsprogramms mit SSAB wird das vanadiumreiche Magnetitkonzentrat aus Strategic Resources’ Mustavaara-Projekt für Tests zur wasserstoffbasierten Eisenherstellung eingesetzt. Damit erhält das finnische Mustavaara neben seinem Rohstoffpotenzial eine zusätzliche technologische Validierung, denn FutSteel untersucht die komplette Prozesskette von der Eisenherstellung über den Elektrolichtbogenofen bis zur modernen Warmwalzung.

    Für Strategic Resources ist das relevant, weil hochwertige Eisenerzpellets und geeignete Konzentrate zu den entscheidenden Ausgangsmaterialien für Direct Reduced Iron gehören, während die Umstellung auf Wasserstoff und Strom derzeit noch mit erheblichen Kosten- und Infrastrukturhürden kämpft. Die IEA weist darauf hin, dass wasserstoffbasierte DRI-EAF-Verfahren zwar als wichtige Option für emissionsärmeren Stahl gelten, die Kosten heute jedoch noch deutlich über der klassischen Hochofenroute liegen. Gerade deshalb kann die Verfügbarkeit hochwertiger, lokal verarbeitbarer Rohstoffe künftig an Bedeutung gewinnen, denn nicht jedes Eisenerz eignet sich gleichermaßen für die Direktreduktion. Mustavaara verfügt laut Unternehmensangaben über rund 103,7 Mio. Tonnen gemessene und angezeigte Ressourcen mit 15,36 % Magnetit und 0,90 % Vanadium im Magnetitkonzentrat sowie weitere 42,2 Mio. Tonnen abgeleitete Ressourcen. Hinzu kommt eine rund 18 Kilometer lange magnetische Anomalie mit weiterem Explorationspotenzial, wodurch das finnische Projekt zu einem möglichen europäischen Baustein der Strategie wird.

    IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk spricht mit CEO Sean Cleary über den geplanten Aufbau der Verarbeitungsanlage in Québec. Hier geht´s zum Video.

    https://youtu.be/ha8A2-FPIwk

    Die Verbindung zwischen Kanada und Europa wird damit zum eigentlichen strategischen Thema: BlackRock soll eine großskalige Produktionsplattform in Nordamerika ermöglichen, während Mustavaara einen europäischen Rohstoff- und Technologieanker darstellt. Gleichzeitig passt diese geografische Aufstellung in einen Markt, in dem Versorgungssicherheit und Diversifizierung zunehmend genauso wichtig werden wie der reine Rohstoffpreis. Ergänzend eröffnet die Kooperation mit Tyfast Energy Perspektiven für eine Vanadium-to-Battery-Wertschöpfungskette und damit einen möglichen zweiten Abnehmermarkt außerhalb der klassischen Stahlindustrie. Entscheidend für die weitere Neubewertung der Aktie bleibt nun, ob Strategic Resources die Genehmigung und Finanzierung der ersten 4-Mio.-Tonnen-Phase von BlackRock in konkrete Projektfortschritte übersetzen kann. Die Aktie notierte zuletzt im Bereich von 0,22 bis 0,26 CAD, mit einem Marktwert von 12 Mio. CAD ist der Titel im Explorer-Universum nicht teuer!

    In den letzten 9 Monaten hat es nur Circle Internet so richtig aus der Minuszone geschafft. Maßgeblich dafür dürfte die Erholung des Bitcoins gewesen sein. Strategy und Metaplanet folgen dem Kryptomarkt und auch Strategic Resources ist auf dem Sprung, den Rohstoff-Super-Cycle in steigende Kurse umzusetzen. Jetzt müssen nur noch die Umsätze steigen. Quelle: LSEG Refinitiv vom 28.09.2026

    Der enorme Bedarf an Rechnerleistung für das Training von KI-Modellen und das Sichern von Krypto-Netzwerken ist zum primären Katalysator eines neuen Rohstoff-Superzyklus geworden. So verschlingt der Aufbau von gigantischen Hyperscale-Rechenzentren unzählige Tonnen an kritischen Metallen wie Kupfer, Aluminium, Stahl und Silber für Stromleitungen, Gebäude, Kühlsysteme und hochmoderne Mikrochips. Der immense Hunger dieser digitalen Industrien führt nach elektrischer Energie zu einer massiven Nachfragewelle nach Energieträgern jeglicher Form. Da das Angebot dieser physischen Ressourcen aufgrund jahrelanger Unterinvestitionen im Bergbau extrem begrenzt ist, treibt die digitale Revolution die Rohstoffpreise auf Jahre hinaus strukturell in die Höhe. Anleger sollten ausgewogen in vor- und nachgelagerte Segmente investieren, um alle Renditequellen abzuschöpfen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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