16.03.2026 | 05:10
Renk, Silver Viper, Harmony Gold – Silber und Kupfer im globalen Rohstoff-Kampf
Silber und Kupfer entwickeln sich zunehmend zu strategischen Schlüsselmetallen der neuen Industrieära. Der weltweite Ausbau erneuerbarer Energien, Stromnetze und Elektromobilität treibt den Bedarf massiv nach oben. Gleichzeitig wächst auch die Nachfrage aus der Rüstungsindustrie. Dem gegenüber steht ein Angebot, das nur langsam wächst. Neue Minen benötigen Jahre bis zur Produktion, während bestehende Lagerstätten teilweise sinkende Erzgehalte aufweisen. Experten warnen deshalb bereits vor strukturellen Engpässen. Für Produzenten könnte dieses Spannungsfeld aus steigender Nachfrage und begrenztem Angebot zu einem echten Gewinnmotor werden.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
SILVER VIPER MINER. CORP. | CA8283344098 , RENK AG O.N. | DE000RENK730 , HARMONY GOLD MNG RC-_50 | ZAE000015228
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Inhaltsverzeichnis:
"[...] Intern gehen wir davon aus, dass die Ressource deutlich wachsen wird, je tiefer wir abbauen. [...]" Dennis Karp, Executive Chairman, Manuka Resources
Der Autor
Stefan Feulner
Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.
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Renk Group - Skepsis macht sich breit
Das Umfeld für die Rüstungsindustrie könnte kaum besser sein. Angesichts einer angespannten weltweiten Sicherheitslage drehen westliche Staaten an der Rüstungsschraube. Die Budgets steigen, allein Deutschland plant für das kommende Jahr Verteidigungsausgaben in Höhe von 108 Mrd. EUR. Insgesamt peilt die EU-Militärausgaben von rund 2,5 % des BIP an. In diesem Klima voller Auftragsbücher wittern Unternehmen ihre Chance. Der Trend zu Börsengängen in der europäischen Verteidigungsbranche hält unvermindert an. Nach dem erfolgreichen IPO des Getriebespezialisten Renk im Jahr 2024 folgten zuletzt der U-Boot-Spezialist Gabler und bald wohl auch der Panzerbauer KNDS.
Die Augsburger Renk Group profitiert von diesem Rückenwind und präsentierte für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 beeindruckende Zahlen. Der Umsatz kletterte um knapp 20 % auf 1.36 Mrd. EUR. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) stieg auf 230 Mio. EUR, was einer Marge von 16,9 % entspricht. Besonders imposant liest sich der Auftragsbestand. Mit 6,7 Mrd. EUR sind die Auftragsbücher prall gefüllt.
Trotz dieser Rekordwerte zeigten sich Analysten gespalten. Stein des Anstoßes war der Ausblick. Die Prognose für das bereinigte EBIT im laufenden Jahr lag mit erwarteten 270 Mio. EUR leicht unter den Konsensschätzungen. Während Experten der Deutschen Bank und von Warburg Research die Aktie weiterhin zum Kauf empfehlen, sieht mwb research die langfristigen Ziele bis 2030 als ambitioniert an und stuft den Titel als fair bewertet ein.
Die Skepsis des Marktes spiegelte sich nach der Zahlenvorlage deutlich im Aktienkurs wider. Das Papier gab spürbar nach und rutschte zeitweise auf 52 EUR ab, weit entfernt vom Rekordhoch bei über 90 EUR im Oktober 2025. Charttechnisch befindet sich die Renk-Aktie derzeit in einer schwierigen Phase. Der Kurs notiert unter allen wichtigen Durchschnittslinien, was ein klares Verkaufssignal darstellt. Ein nachhaltiger Befreiungsschlag ist erst bei einem Sprung über die Widerstandszone um 66,90 EUR in Sicht. Rutscht der Kurs hingegen unter die Unterstützung bei rund 50 EUR, drohen weitere Verluste.
Silver Viper – Perle in Mexikos Edelmetall-Gürtel
Nach der jüngsten Korrektur beim Silberpreis fragen sich viele Investoren, ob die Rally bereits vorbei ist. Vieles spricht jedoch für das Gegenteil, denn strukturelle Angebotsdefizite, steigende industrielle Nachfrage und geopolitische Unsicherheiten könnten den nächsten Aufwärtsimpuls vorbereiten. Genau in solchen Phasen rücken Explorationsunternehmen mit hochwertigen Projekten stärker in den Fokus.
Einer dieser Kandidaten ist Silver Viper Minerals. Der kanadische Explorer entwickelt mehrere Gold- und Silberprojekte in Mexiko, einem Land, das rund ein Fünftel der weltweiten Silberproduktion stellt. Herzstück des Portfolios ist das Projekt La Virginia im Bundesstaat Sonora. Auf der rund 6.800 Hektar großen Liegenschaft wurden bereits mehr als 52.000 m gebohrt. Die nach NI-43-101 erstellte Ressourcenschätzung weist 253.000 Unzen Goldäquivalent in der Kategorie „indicated“ sowie 445.000 Unzen in „inferred“ aus. Neue Bohrprogramme konzentrieren sich auf Zonen wie El Rubi und El Molino, um die Ressource weiter auszubauen. Ein aktualisiertes Ressourcenmodell wird bereits im Laufe des Jahres erwartet.
Zusätzliche Fantasie liefert das Coneto-Projekt im Bundesstaat Durango. Im berühmten „Mexican Silver Trend“ wurden über 40 epithermale Quarzgänge identifiziert. Das sind geologische Strukturen, die häufig hohe Silbergehalte aufweisen. Historische Daten deuten auf rund 19,1 Mio. Unzen Silber sowie 286.000 Unzen Gold hin. Durch die vollständige Konsolidierung des Projekts sicherte sich Silver Viper die Kontrolle über ein Gebiet mit möglichem Distriktpotenzial. Der Bergbauriese Fresnillo ist zudem über einen Projektverkauf zum Großaktionär aufgestiegen.
Auch operativ zeigt sich Dynamik. Das Unternehmen wurde 2026 in die TSX Venture 50 aufgenommen, eine Auszeichnung für die erfolgreichsten Wachstumsunternehmen in Kanada. Mit einem Börsenwert von rund 102 Mio. CAD bleibt die Bewertung im Branchenvergleich moderat. Nach einer deutlichen Kurskorrektur seit dem Jahreswechsel könnte sich hier eine interessante Einstiegsgelegenheit ergeben, insbesondere, wenn Silber wieder Fahrt aufnimmt.
Harmony Gold Mining - Strategischer Umbau im Schatten des Goldbooms
Die Finanzmärkte befinden sich in Aufruhr. Geopolitische Krisen, insbesondere die Spannungen am Persischen Golf, treiben Anleger in sichere Häfen. In diesem volatilen Umfeld rückten Edelmetalle verstärkt in die Gunst der Anleger. Doch während Konkurrenten von Rekord zu Rekord eilen, schlägt der südafrikanische Minenbetreiber Harmony Gold einen deutlich steinigeren Weg ein.
Der Konzern treibt eine tiefgreifende strategische Transformation voran. Die Abhängigkeit vom reinen Goldabbau soll schrittweise reduziert werden, um stattdessen vom gewaltigen Rohstoffhunger der globalen Energiewende zu profitieren. Hierbei spielt Kupfer eine entscheidende Rolle. Mit der kürzlich vollzogenen Übernahme der australischen CSA-Mine meldet Harmony nun die erste eigene Kupferproduktion. Die Ambitionen sind riesig, denn mittelfristig sollen jährlich 100.000 t des Industriemetalls gefördert werden, wofür Milliardeninvestitionen, unter anderem in das "Eva-Copper-Projekt", eingeplant sind. Langfristig strebt das Management einen Produktionsmix von 60 % Gold und 40 % Kupfer an.
Dieser Kraftakt in Richtung Diversifizierung kommt jedoch zu einer Zeit, in der das Kerngeschäft stottert. Im ersten Geschäftshalbjahr 2026 verbuchte Harmony einen schmerzhaften Rückgang der Goldproduktion um rund 9 %. Mechanische Defekte in Papua-Neuguinea und Lieferengpässe in Südafrika ließen die Fördermengen sinken, während gleichzeitig die operativen Kosten kräftig anzogen.
Dass die Kassen dennoch klingeln, hat das Unternehmen einzig und allein der massiven Rallye beim Goldpreis zu verdanken. Der Umsatz kletterte um knapp 20 %, das operative Ergebnis schoss sogar um über 60 % in die Höhe. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 9,8 Mrd. ZAR. Das Management belohnt die Aktionäre mit einer verdoppelten Rekord-Zwischendividende von 3,4 Mrd. ZAR.
Die Sorgen um die sinkenden Fördermengen und die enormen Kosten des Umbaus wiegen dennoch schwer. Anleger von Harmony Gold quittierten die Bilanzvorlage mit einem Abverkauf, was einen Kursrutsch von über 20 % zur Folge hatte. Für mutige Anleger könnte sich auf dem aktuellen Niveau um die 15 USD jedoch eine spekulative Einstiegschance bieten, vorausgesetzt, der Spagat zwischen Gold und Kupfer gelingt.
Der Kampf um Silber und Kupfer dürfte sich weiter verschärfen und eröffnet Chancen entlang der Wertschöpfungskette. Renk profitiert vom globalen Rüstungsboom und prall gefüllten Auftragsbüchern. Silver Viper besitzt ein vielversprechendes Gold- und Silberprojekte in Mexiko. Harmony Gold setzt mit seiner Kupferstrategie auf die Rohstoffe der Energiewende.
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