Menü schließen




21.09.2022 | 05:10

Rock Tech Lithium, Edison Lithium, Albemarle, Allkem – Der Rezession getrotzt

  • Lithium
  • Rezession
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Die Ängste vor einer globalen Rezession nehmen weiter zu, die Preise für Rohstoffe wie Kupfer, Holz, Baumwolle oder auch Getreide korrigieren stark. Dagegen hält sich der Lithium-Preis nach dem explosionsartigen Anstieg Anfang des Jahres weiterhin auf hohem Niveau. Der Grund liegt in der weiterhin starken Nachfrage von Seiten der Elektroautomobilindustrie. Allein in China belief sich der Absatz von Elektroautos im vergangenen Jahr auf 3,2 Mio. Einheiten, für das laufende Jahr sollen bereits 5 Mio. Fahrzeuge ausgeliefert werden. Dagegen ist das bestehende Angebot an Lithium-Ressourcen knapp. Die Hauptprofiteure dieses Mangels sind neben den bestehenden Produzenten die Explorationsunternehmen, die sich bereits attraktive Liegenschaften sichern konnten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ROCK TECH LITHIUM | CA77273P2017 , ALBEMARLE CORP. DL-_01 | US0126531013 , Edison Lithium Corp | CA28103Q1090

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Hohe Lithium-Nachfrage, knappes Angebot

    Um rund 130% soll die Nachfrage nach Lithium zwischen 2020 und 2025 steigen. Elektrofahrzeuge machten im Jahr 2020 etwa 39% der Nachfrage aus. Es wird erwartet, dass sich dieser Anteil bis 2025 auf weit über 60% erhöht. Die restlichen 40% entfallen laut dem US Geological Survey auf Batterien für die Unterhaltungselektronik, Energiespeicherbatterien und eine Vielzahl industrieller Prozesse. Im Jahr 2030 soll dann die weltweite Nachfrage nach Lithiumcarbonat voraussichtlich 1,79 Mio.t erreichen. Das Angebot und die Produktionskapazitäten hinken jedoch hinterher. Dadurch ist der Preis für batteriefähiges Lithiumcarbonat mit einem Plus von über 400% in den letzten anderthalb Jahren förmlich explodiert. Dies dürfte sich laut Experten in den nächsten Jahren noch deutlich verschärfen.

    Der Lithiummarkt ist aktuell hochkonzentriert, sowohl geographisch als auch bezüglich der Konzernstrukturen. So kommen 85% der weltweiten Lithiumproduktion aus Chile, Argentinien und Australien. Die stark steigenden Preise am Weltmarkt machen zuvor unwirtschaftlich erscheinende Projekte attraktiv und steigern die zu erwartenden Projektrenditen deutlich. Während das australische Lithium aus Spodumen-Erz extrahiert wird, das aus den Bergbauminen stammt, wird Lithium in Südamerika aus der Sole riesiger Salzseen gewonnen. Geschätzt wird, dass in den Salinas von Chile, Argentinien und Bolivien bis zu 60% der globalen Lithiumreserven lagern.

    Edison Lithium – Inmitten des Lithium-Mekkas

    Dabei ist das „Lithium-Triangle“, das mit dem Nordwesten Argentiniens, den Süden Boliviens und Chile drei Länder schneidet, als das Mekka des Lithium-Abbaus bekannt. Mitten im Konzert der großen Produzenten exploriert Edison Lithium zwei aussichtsreiche Sole-Claims. Die Gesamtgröße beträgt 148.000 Hektar. Die Liegenschaften, die im vergangenen Jahr von Resource Ventures erworben wurden, teilen sich in die Projekte Salar de Antofalla mit 107.000 Hektar und Salar de Pipanaco mit 41.000 Hektar. Salar de Antofalla befindet sich in weniger als 20 km Entfernung westlich eines Lithiumproduktionsbetriebs von Livent Corporation, Argentiniens größtem Lithiumproduzenten. Zudem grenzt das Konzessionsgebiet an die Liegenschaft des Majors Albemarle. Auch die weitere Nachbarschaft liest sich mit globalen Unternehmen wie Allkem, Lake Resources oder Posco Chemical wie das „Who is Who“ der Bergbauindustrie.

    Bisher liegen Ergebnisse von 56 historischen Bohrungen vor, die Ressourcen in Höhe von 83 Mio.t Kali mit einem Erzgehalt von 6.400 mg/l und 2,22 Mio.t Lithium mit einem Gehalt von 350 mg/l hervorgebracht haben. In einem früheren Explorationsstadium befinden sich die Claims der zweiten Liegenschaft Salar de Pipanaco, welches weniger als 50 km von der Stadt Catamarca entfernt liegt.

    Kobalt als zweites Standbein

    Obwohl Lithium die Schlagzeilen beherrscht, ist Kobalt in Wirklichkeit die schwierigere Herausforderung für die Batteriehersteller. Auch die neueste Technologie verschiebt sich zugunsten der Verwendung von Kobalt. Wenn die Nickel-Kobalt-Mangan- und Nickel-Kobalt-Aluminium-Chemie für vollelektrische Fahrzeuge dominieren wird, dann wird Kobalt noch wichtiger als bisher. Auch hier ist Edison Lithium mit seinem Kobalt-Projekt in Ontario in Kanada vertreten. Frühere Ressourcenschätzungen zeigten dabei Gehalte von 1,5% Kobalt auf 1,37m und ausgewählte Schürfproben mit bis zu 4% Kobalt und 93,3 g/t Gold auf. Zudem wurden Vorkommen von Nickel und Kupfer identifiziert.

    Um den Aktionären einen höheren Wert zu schaffen, damit an der Entwicklung von zwei separaten spezialisierten Unternehmen partizipiert werden kann, wurde nun das Spin-Out des Kobalt-Segments in eine neu gegründete Tochtergesellschaft abgesegnet, was in Folge der Börsennotierung des Kobalt-Segments zusätzliche Kursfantasie hervorrufen könnte. Aktuell beträgt der Börsenwert des Unternehmens Edison Lithium 7,58 Mio. CAD. Mit einem Kurs von 0,07 CAD bekommt man die Kanadier rund 50% günstiger als noch am Jahresanfang.

    Rock Tech Lithium – Weiter abwärts

    Beim deutsch-kanadischen Greentech-Unternehmen ging es in den vergangenen Wochen trotz aussichtsreicher Nachrichten weiter abwärts. Obwohl eine langfristige Kooperation mit Mercedes-Benz bekanntgegeben wurde, verlor der Kurs seit August rund 44% an Wert und befindet sich mit 2,85 CAD weiter im freien Fall.

    Zurückzuführen ist der starke Kursverfall wohl auf die kürzlich durchgeführte Kapitalmaßnahme, was dem Unternehmen rund 50 Mio. CAD für die weitere Expansion einbrachte. Die Erlöse sollen laut Firmenangaben überwiegend in den Bau der geplanten Lithiumhydroxid-Konverter-Anlage im brandenburgischen Guben fließen sowie in die Entwicklung der Lithiummine Georgia Lake in Kanada. Das Unternehmen wird insgesamt 11.349.743 Einheiten für einen Gesamterlös von etwa 39,7 Mio. CAD zu einem Preis von 3,50 CAD pro Einheit emittieren. Jede Einheit besteht aus einer Stammaktie des Kapitals von Rock Tech und einem halben Optionsschein für den Erwerb einer Stammaktie. Jeder Warrant berechtigt den Inhaber zum Erwerb einer Stammaktie für einen Zeitraum von 36 Monaten ab dem Ausgabedatum des Warrants zu einem Ausübungspreis von 4,50 CAD.

    In Verbindung mit dem gezeichneten Angebot wird das Unternehmen zusätzlich eine nicht vermittelte Privatplatzierung von Einheiten für einen Gesamtbetrag von nicht weniger als 9.037.500 CAD gemäß Zeichnungsverträgen abschließen, die direkt zwischen Rock Tech und den Käufern abgeschlossen werden, von denen alle bestehenden Aktionäre von Rock Tech sein sollen. Trotz des Kursrutsches ist das Analysehaus Montega langfristig bullish für die Rock Tech-Lithium-Aktie und sieht auf Sicht von 12 Monaten ein Kursziel in Höhe von 10,00 CAD, was gegenüber dem aktuellen Niveau eine Vervierfachung bedeuten würde.


    Trotz der Rezessionsängsten bleibt Lithium aufgrund der hohen Nachfrage aus der Elektroautomobilindustrie auf hohem Niveau. Dabei besitzt Edison Lithium zwei aussichtsreiche Claims in Argentinien. Trotz des Kursverfalls sind die Analysten für Rock Tech Lithium weiterhin positiv gestimmt.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 08.10.2026 | 04:00

    Edelmetalle im Ausverkauf - jetzt in Qualität positionieren! Barrick, Agnico-Eagle, Fresnillo und Lahontan Gold

    • Edelmetalle
    • Gold & Silber
    • Rohstoffe
    • Kritische Metalle

    Die anhaltend hohen Zinsen und eine hartnäckige Inflation schränken den geldpolitischen Handlungsspielraum der US-Notenbank FED massiv ein, was die Finanzmärkte spürbar unter Druck setzt und die Volatilität enorm erhöht. Da rasche Zinssenkungen vorerst ausbleiben dürften, belastet dieses Marktumfeld derzeit auch die traditionellen Krisenwährungen wie Gold und Silber. Weil Edelmetalle keine Zinsen abwerfen, flieht viel Kapital in verzinste Anlagen, was die Kurse der Metalle jüngst auf Talfahrt schickt. Gestern fiel Silber bereits unter 60 USD und auch Gold kann nur mit Mühe und Not über 4.000 USD schließen. Doch in diesen sinkenden Notierungen liegt für strategische Anleger eine hervorragende Gelegenheit, um auf einen vielversprechenden Einstiegszeitpunkt zu hoffen. Denn die aktuelle Korrektur bereinigt den Markt von spekulativen Übertreibungen und drückt die Preise auf Niveaus, die fundamental wieder äußerst attraktiv sind. Das begrenzte Angebot der physischen Rohstoffe bildet ein solides Fundament, das vor einem dauerhaften Wertverlust schützt. Wer jetzt die Nerven behält und den temporären Preisverfall als Rabattaktion versteht, legt die Basis für überdurchschnittliche Renditen beim nächsten metallischen Aufschwung.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 07.10.2026 | 05:00

    Aspermont, S&P Global und Alphabet: Fachdaten fordern selbst Tech-Giganten

    • Rohstoffe
    • Daten
    • KI

    Generative Künstliche Intelligenz verändert die Informationsbeschaffung grundlegend und entzieht traditionellen Medienplattformen den organischen Webtraffic. Da Suchmaschinen KI-generierte Antworten wie die AI Overviews nutzen, verliert das klassische Anzeigengeschäft von Webseiten seine Grundlage. Verlage geraten in Abhängigkeiten, doch spezialisierte B2B-Informationsanbieter schaffen sich selbst eine lukrative Nische. Historisch gewachsenes, tiefes Branchenwissen bietet noch immer Mehrwert, da es für verlässliche Industrieanwendungen unverzichtbar und nicht leicht ersetzbar ist. Wir beleuchten den Trend und stellen spannende Unternehmen vor.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 16.09.2026 | 04:00

    Big Data, More Cloud, Less Energy – wer hat die besten Speicher Chips? AMD, Infineon, Aspermont und SK Hynix im Rampenlicht

    • KI-Rechenzentren
    • HighTech
    • Big Data
    • Cloud-Dienste
    • Halbleiter
    • Mikrochips
    • Rohstoffe

    Die Jagd nach der heißesten KI-Rendite des Jahrzehnts ist offiziell eröffnet. Denn die Gier nach Daten wächst unaufhörlich und bringt die Serverräume weltweit zum Glühen. Dabei buhlen vier verlockende Börsen-Kandidaten um das Kapital der Anleger und lassen die Hüllen fallen. Speicher-Spezialist AMD zeigt stolz seine Muskeln und will mit brutaler Rechenpower das große Feld dominieren. Der Chiphersteller drängt sich tief in die Cloud-Infrastruktur und lässt die Konkurrenz vor Neid erblassen. Infineon verführt dagegen mit purer Effizienz und weiß genau, wie man mit weniger Energie maximale Ausdauer erreicht. Die Münchner machen Server sexy, indem sie den Stromdurst der Giganten drastisch zügeln. Der Koreaner SK Hynix dominiert das High-Bandwidth-Memory-Segment und füttert die KI-Anwendungen im Rekordtempo mit frischen Daten. Als wilder Außenseiter bringt Aspermont frischen Wind ins Spiel und sorgt für den nötigen Durchblick im Rohstoff-Universum. Was wie eine Liaison anfängt, erzeugt höchstes Prickeln im Depot. Denn dieses Quartett lässt die Kurse täglich tanzen und treibt Analysten den Schweiß auf die Stirn. Anleger sollten sich jetzt entscheiden, welchen dieser Tech-Lieblinge sie fest in ihr Portfolio einschließen wollen. Denn die Zeit bis zum Weihnachtsfest ist knapp, um die Lichtlein ordentlich scheinen zu lassen.

    Zum Kommentar