28.07.2026 | 05:00
Adidas, Tonies und Lahontan Gold: Drei aussichtsreiche Aktien mit starkem Momentum
Aktien mit Momentum, die bereits kräftig gestiegen sind, laufen häufig weiter. Eine mögliche Erklärung liegt im Verhalten der Anleger. Neue Entwicklungen werden selten sofort in ihrer gesamten Tragweite erkannt. Verbessern sich Geschäftszahlen, Wachstumsaussichten oder die strategische Position eines Unternehmens, passt der Markt seine Erwartungen oft nur schrittweise an. Steigende Kurse sorgen zudem für Aufmerksamkeit. Neue Anleger steigen ein, Analysten heben ihre Prognosen an und institutionelle Investoren bauen Positionen auf. Die Aktien von Lahontan Gold, Adidas und Tonies befinden sich in einem Aufwärtstrend, verfügen über eine nachvollziehbare operative Geschichte und stehen vor wichtigen Nachrichten, die für den nächsten Kursschub sorgen könnten.
Lesezeit: ca. 7 Min.
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Autor:
Lars Winter
ISIN:
LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , ADIDAS AG NA O.N. | DE000A1EWWW0 , TONIES SE | LU2333563281
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Lars Winter
Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.
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Lahontan Gold: Potenzieller Verdoppler
Bei Lahontan Gold trifft hohes Momentum auf eine klassische Neubewertungsstory. Die Aktie hat sich auf Jahressicht auf einen aktuellen Kurs von 0,35 CAD zwar schon mehr als verdreifacht. Doch das Ende der Fahnenstange ist längst noch nicht erreicht. Sollten demnächst wie erwartet gute Nachrichten in der neuen Wirtschaftlichkeitsstudie veröffentlicht und neue Bohrerfolge verkündet werden, könnte die Aktie charttechnisch wieder nach oben ausbrechen. Im Hoch Mitte März lag der Kurs bereits bei 0,52 CAD. Dieses Kursniveau ist zeitnah wieder erreichbar, mittelfristig erscheinen auch Kurse oberhalb von 1 CAD gerechtfertigt.
Der kanadische Explorer entwickelt im US-Bundesstaat Nevada vier Gold- und Silberprojekte. Im Mittelpunkt steht die frühere Santa-Fe-Mine. Dort wurden zwischen 1988 und 1995 im Tagebau bereits rund 359.000 Unzen Gold und 702.000 Unzen Silber gewonnen. Lahontan will das Projekt nicht erst von Grund auf entdecken, sondern eine bestehende Mine mit vorhandener Infrastruktur wieder in Produktion bringen. Die Ausgangsbasis kann sich sehen lassen. Insgesamt kommt das Projekt auf annähernd 2 Mio. Unzen Goldäquivalent. Ein Großteil der Mineralisierung liegt oberflächennah und in oxidiertem Gestein. Das Material könnte sich deshalb für die vergleichsweise kostengünstige Gewinnung über Haufenlaugung eignen.
Die jüngsten Bohrergebnisse deuten darauf hin, dass die bisherige Ressource noch nicht das Ende der Fahnenstange sein muss. Bei Calvada durchschnitt eine ursprünglich für geotechnische Untersuchungen angesetzte Bohrung über 30,8 Meter eine Goldäquivalentkonzentration von 0,93 Gramm je Tonne. Die Mineralisierung liegt nahe der Unterkante der bisherigen Ressourcengrube und könnte deren Ausdehnung vergrößern. Bereits zuvor hatte Lahontan bei Calvada über 90,8 Meter durchschnittlich 0,44 Gramm Goldäquivalent je Tonne nachgewiesen. Darin enthalten war ein 12,3 Meter breiter Abschnitt mit 1,22 Gramm je Tonne. Westlich der Slab-Grube stieß das Unternehmen zudem auf eine bislang nicht bekannte und in mehrere Richtungen offene Goldzone. Besonders spannend sind die jüngsten Ergebnisse aus einer historischen Abraumhalde neben der zweiten Laugungsfläche. Das dort gelagerte Material war vom früheren Betreiber lediglich als niedriggradig eingestuft worden. Die ersten drei Sonic-Bohrungen kamen jedoch auf durchschnittlich 2,3 Gramm Goldäquivalent je Tonne. Der stärkste Abschnitt lieferte über 9,9 Meter 2,40 Gramm Gold und 50,7 Gramm Silber je Tonne. Das liegt deutlich über den ursprünglichen Erwartungen.
Der Vorteil: Dieses Material wurde bereits abgebaut und liegt direkt an der Oberfläche. Es müsste nicht erst mit hohem Aufwand aus einer neuen Grube geholt werden. Bestätigen weitere Untersuchungen Menge und metallurgische Eigenschaften, könnte die Halde günstiges Material für den Neustart der Produktion liefern. Das fast 100 Bohrungen umfassende Sonic-Programm auf den vier historischen Laugungsflächen ist inzwischen abgeschlossen. Weitere Resultate stehen noch aus. Damit wächst die Chance, dass Lahontan nicht nur die Gesamtressource erhöht, sondern auch die Wirtschaftlichkeit des Projekts verbessert. Historische Halden und Laugungsflächen könnten früh verfügbares Ausgangsmaterial liefern, den Kapitalbedarf begrenzen und einen schnelleren Produktionshochlauf ermöglichen.
Die nächsten Wochen werden entscheidend. Die Bohrdaten fließen in eine aktualisierte Ressourcenschätzung und anschließend in eine neue vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie ein. Diese soll zeigen, wie groß eine künftige Mine ausfallen könnte, welche Investitionen erforderlich wären und zu welchen Kosten Gold und Silber produziert werden könnten. Parallel treibt Lahontan die Genehmigungsverfahren voran. Das erklärte Ziel ist eine Rückkehr zur Produktion im Jahr 2027.
Das Momentum der Aktie ist damit fundamental unterfüttert. Neue Goldzonen, höhere Gehalte in bereits abgebautem Material und die Aussicht auf eine wachsende Ressource liefern gleich mehrere Ansatzpunkte für eine Neubewertung. Da sich Lahontan Gold derzeit am Übergang vom Explorer zum Entwickler befindet, gilt die Aktie zudem als potenzieller Übernahmekandidat. Denn wiederbelebbare Projekte wie die Santa-Fe-Mine mit vorhandener Infrastruktur und fortgeschrittener Entwicklung sind selten und begehrt und stehen im Visier großer Minenkonzerne. Newmont oder Barrick Mining suchen händeringend nach neuen Projekten, und Lahontan sitzt in einem der attraktivsten Golddistrikte der Welt. Das verleiht dem Pennystock zusätzliche Kursfantasie.
Adidas: Die drei Streifen sind zurück
Auch bei Adidas zeigt der Trend wieder nach oben. Die Aktie hat im Frühjahr ihren Abwärtstrend verlassen und anschließend sichtbar an Momentum gewonnen. Der nächste wichtige Termin steht unmittelbar bevor: Am 30. Juli präsentiert Vorstandschef Björn Gulden die Zahlen für das erste Halbjahr.
Rückenwind liefert die Fußball-Weltmeisterschaft. Mit Spanien und Argentinien standen zwei von Adidas ausgestattete Mannschaften im Finale. Auch die Schiedsrichter sowie der offizielle Spielball trugen die drei Streifen. Die enorme mediale Präsenz dürfte nicht nur den Verkauf von Trikots und Fanartikeln anschieben, sondern die Wahrnehmung der gesamten Marke stärken. Vor dem Turnier hatten Beobachter Adidas rund 1,2 Mrd. EUR WM-Umsatz zugetraut. Inzwischen erwartet der Konzern offenbar etwa 1,5 Mrd. EUR.
Die WM ist allerdings nur ein Teil der Geschichte. Unter Gulden ist Adidas schneller, regionaler und näher an den jeweiligen Märkten geworden. Produkte werden nicht mehr ausschließlich in der Zentrale entwickelt und anschließend weltweit ausgerollt. Ein größerer Teil der Kollektionen wird gezielt auf lokale Vorlieben zugeschnitten. Das zahlt sich aus. Im ersten Quartal legten die Erlöse in China um 10 % zu, in Lateinamerika sogar um 19 %.
Damit kommt Adidas bislang besser durch das schwierige Konsumumfeld als der US-Rivale Nike. Gleichzeitig bleibt die Konkurrenz intensiv. Kleinere Marken erreichen ihre Zielgruppen über soziale Medien und Influencer deutlich leichter als früher. Adidas besitzt jedoch etwas, das sich nicht kurzfristig kopieren lässt: eine weltweit bekannte Marke, eine starke Position im Fußball und ein dichtes Vertriebsnetz.
Bei einem aktuellen Kurs um 175 EUR wird die Aktie mit etwa dem 16-Fachen des für 2027 erwarteten Nettogewinns bewertet. Das erscheint angesichts der verbesserten Marktposition nicht überzogen. Die WM könnte den Aufschwung weit über das Trikotgeschäft hinaus verstärken. Bestätigen die Halbjahreszahlen den operativen Trend, sind weitere Kurssteigerungen möglich. Der Analystenkonsens taxiert das Kursziel für den Sportartikelhersteller auf 221 EUR – ein Kurspotenzial von über 25 %.
Tonies: Die Box gibt den Takt vor
Auch bei Tonies zeigt der Trend klar nach oben. Seit dem Tief im Frühjahr 2025 hat sich der Kurs mehr als verdoppelt und zuletzt wieder Kurs auf das 52-Wochen-Hoch genommen. Neue Impulse könnten schon bald folgen. Am 20. August legt der Anbieter digitaler Audiosysteme für Kinder seine Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr vor.
Im Mittelpunkt steht die im September 2025 eingeführte Toniebox 2. Weil sich die Vertriebspartner im Vorjahresquartal vor dem Modellwechsel mit Bestellungen zurückgehalten hatten, fällt die Vergleichsbasis niedrig aus. Analysten von MWB Research etwa erwarten deshalb, dass die Erlöse mit den Boxen im zweiten Quartal um 75 % nach oben schnellen. Auch das Geschäft mit den margenstärkeren Figuren soll um rund 24 % wachsen. Unter dem Strich könnte der Quartalsumsatz um 34 % auf etwa 106 Mio. EUR zulegen.
Wichtigster Wachstumsmotor bleibt Nordamerika. Nach einem vergleichsweise verhaltenen Jahresauftakt rechnen die Analysten dort im zweiten Quartal mit einem Umsatzsprung um 48 %. Selbst in der inzwischen etablierten DACH-Region soll Tonies noch um 25 % wachsen. Auf den ersten Blick dürfte die Ergebnisentwicklung weniger spektakulär ausfallen. Durch den hohen Anteil der niedriger margigen Boxen könnte die Bruttomarge im ersten Halbjahr um rund vier Prozentpunkte auf 67 % sinken. Beim EBITDA erwartet MWB lediglich ein Ergebnis in der Nähe der Gewinnschwelle. Auch der freie Cashflow dürfte wegen des Bestandsaufbaus für Produktneuheiten wie Pokémon und Bluey deutlich negativ bleiben. Doch genau darin liegt die Chance. Jede zusätzlich verkaufte Box vergrößert die installierte Basis und zieht über Jahre weitere Käufe der lukrativeren Tonie-Figuren nach sich.
Für zusätzliche Wachstumsimpulse könnte die zu Wochenbeginn neu angekündigte Toniebox Lite sorgen. Die kompaktere und günstigere Variante kommt zunächst in Nordamerika sowie anschließend in Großbritannien, Australien und Neuseeland auf den Markt und soll neue Kundengruppen für das Tonies-Ökosystem erschließen. Nur ein Jahr nach der Toniebox 2 unterstreicht die Einführung zudem das höhere Innovationstempo und den Ausbau der Plattform zu einem Ökosystem mit mehreren Geräten, Figuren und Zubehör.
Für das Gesamtjahr peilt Tonies ein währungsbereinigtes Umsatzplus von mindestens 20 % und eine bereinigte EBITDA-Marge von neun bis 11 % an. Bis 2028 könnten die Erlöse auf mehr als eine Milliarde EUR und der Gewinn je Aktie von geschätzten 0,36 EUR im laufenden Jahr auf 0,81 EUR steigen. Die entscheidende Frage bei den Halbjahreszahlen wird weniger die vorübergehend gedrückte Marge sein. Wichtiger ist, ob Tonies das hohe Wachstum bestätigt und am Ausblick festhält. Gelingt das, sollte die wachsende Zahl verkaufter Boxen die Basis für weiteres Umsatz- und Gewinnwachstum legen – und auch das Momentum der Aktie intakt bleiben.
Das durchschnittliche Kursziel der acht Banken und Researchhäuser, die die Aktie covern, liegt bei knapp 17 EUR, rund ein Drittel über dem aktuellen Aktienkurs.
Interessenskonflikt
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