Menü schließen




02.05.2022 | 05:58

Adler Group, BrainChip, Verbio – Spannende Entwicklungen!

  • Investments
  • KI
  • Chips
  • Technologie
  • Innovationen
  • Immobilien
  • Erneuerbare Energien
Bildquelle: pixabay.com

Nicht jede Information wird am Markt so empfangen, wie der Sender dies im Sinn hatte. Das generelle Sentiment und die Erklärungsbedürftigkeit von News oder Entwicklungen spielen zudem eine große, teilweise sogar die entscheidende Rolle. Davon können Management und Aktionäre der Adler Group und Verbio derzeit ein Lied singen. Teilweise ist es aber auch die zu kurz greifende Quartalsdenke, wie bei Brainchip, die die Kurse drückt. Vorausschauende Anleger können bei diesen Konstellationen profitieren.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: ADLER GROUP S.A. NPV | LU1250154413 , BRAINCHIP HOLDINGS LTD | AU000000BRN8 , VERBIO VER.BIOENERGIE ON | DE000A0JL9W6

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Adler Group – „Angeschlagen, aber vital“ – wirklich?

    Schon länger ist das in Luxemburg ansässige Immobilienunternehmen negativ in der Presse vertreten. Auslöser des jüngsten Kursrutsches von einem Drittel war, dass KPMG Luxembourg für den Konzern- und Einzelabschluss des abgelaufenen Geschäftsjahres einen Versagungsvermerk erteilte. Die Prüfer führten als Grund „die Verweigerung des Zugangs zu bestimmten Informationen über verbundene Unternehmen und Personen" an. Das ist eine schallende Ohrfeige für den SDAX-Titel. Der Konzern weist jedoch lediglich darauf hin, dass der geprüfte Konzernabschluss innerhalb der relevanten Frist am 30. April 2022 veröffentlicht wurde. Somit blieben die Anleihe-Covenants intakt.

    Aufgrund des Versagungsvermerks haben alle Mitglieder des Verwaltungsrats, die im Jahr 2021 ein Mandat innehatten, kollektiv ihren Rücktritt mit sofortiger Wirkung angeboten. Um einen geordneten Übergang zu ermöglichen, werden diese Personen aber erst im Rahmen der Hauptversammlung am 29. Juni ausscheiden. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats Prof. Dr. A. Stefan Kirsten zeigte sich über die Schärfe der Aussagen des Wirtschaftsprüfers hinsichtlich der Governance- und Compliance-Probleme selbst überrascht.

    Kirsten blickt kritisch reflektierend dennoch positiv in die Zukunft: „Ein solcher Vermerk spiegelt ein hohes Maß an Misstrauen zwischen dem Unternehmen und den Wirtschaftsprüfern wider; aber noch einmal: Wir stehen vor einem Neuanfang, denn Adler hat meines Erachtens genügend Substanz. Unser bestehendes Portfolio ist grundsolide. Der Disclaimer ist die Bestätigung einer Prüfung ohne abschließendes Urteil. Das müssen wir akzeptieren, aber wir werden versuchen, die Gründe dafür so schnell wie möglich zu beseitigen. Wir sind und bleiben, wie ich schon bei der Sonderuntersuchung sagte, angeschlagen, aber vital."

    Am 3. Mai wird der Konzern, der durch die Fusion von ADO Properties mit Adler Real Estate und der anschließenden Übernahme von Consus Real Estate entstand, die 2021er Zahlen vorstellen. Zwar konnten Mieterträge und FFO gesteigert werden, dennoch führte die Abschreibung auf die Consus-Anteile in Höhe von 1,083 Mrd. EUR zu einem Vorsteuerverlust von -1,023 Mrd. EUR (Vj.: +383 Mio. EUR). Als Gründe werden gestiegene Baukosten und eine deutliche Reduzierung des erwarteten Projektentwicklungsvolumens angeführt.

    Die nächsten Tage und Wochen werden mehr Licht ins Dunkel bringen. Die Kurse von Aktie und Anleihen sprechen derweil ihre eigene Sprache. Die Botschaften des Wirtschaftsprüfers und der Rücktritt von Verwaltungsratsmitgliedern unterstreichen die ernste Situation. Die Notiz der Aktie zu einem Bruchteil des berichteten NAVs von 36,33 EUR passt da ins Bild.

    BrainChip Holdings – Wann endet die Konsolidierungsphase?

    Die Technologiefirma beeindruckt mit Innovationen wie der Entwicklung eines neuromorphen Prozessors mit dem Namen Akida. Zudem gelang es der Gesellschaft, sich in der jüngsten Vergangenheit mehrere Patente zu sichern. Hervorzuheben ist hier der Schutz des Prozessordesigns beim US-amerikanischen Patentamt. Bestandteil des Patents ist dabei das sogenannte Spiking Neural Network (SNN), welches durch Faltung von Eingangsinformationen die Funktionsweise des menschlichen Gehirns nachahmt. Kunden sind u.a. das US-Militär und Daimler.

    Zwei Kooperationen in der letzten Zeit stechen ebenso hervor. Erstens, die Zusammenarbeit mit NaNose Medical. Mit der Gesellschaft soll auf Basis des Akida-Chips ein tragbares Corona-Viren-Testgerät entwickelt werden, welches rein aus der Atemluft eine Virusbelastung erkennt. Damit greift dieses Verfahren in einem wesentlich früheren Stadium, ist schneller und soll zuverlässiger als ein PCR-Test sein.

    Zweitens ist die Zusammenarbeit mit nViso SA zu erwähnen. Deren Lösungen ermöglichen es, Signale des menschlichen Verhaltens wie Gesichtsausdrücke, Emotionen, Gesten und Aktivitäten auf Basis welcher Nutzer interagieren, zu analysieren. Anwendungsmöglichkeiten werden in den Feldern Roboter und Überwachungssysteme ausgemacht. Die jüngst veröffentlichten Quartalszahlen fielen in den Augen einiger Markteilnehmer enttäuschend aus. Momentan notieren die Anteilsscheine bei knapp 1 AUD, womit die Gesellschaft mit rund 1,7 Mrd. AUD bzw. 1,1 Mrd. EUR bewertet ist.

    Verbio Vereinigte BioEnergie – Wer ist hier auf dem Holzweg?

    Jüngst erhöhte der Biokraftstoff-Hersteller wegen einer hohen Nachfrage und vorteilhaften Preisen erneut seine Jahresprognose. Bis zum Ende des Geschäftsjahres am 30. Juni - die endgültigen Zahlen werden am 27.9. veröffentlicht - will der Konzern den operativen Gewinn (EBITDA) auf rund 430 Mio. EUR steigern. Bisher hatte die Guidance bei lediglich 300 Mio. EUR gelegen.

    Anstatt zu steigen, verloren die Anteilsscheine jedoch deutlich an Wert. Der Markt und auch Verbio machten anscheinend die Aussagen von Bundesumweltministerin Steffi Lemke in einem Gespräch mit der Augsburger Allgemeine dafür verantwortlich. Nach Lemkes Ansicht seien Agrokraftstoffe aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen „keine sinnvolle Option. Agrarflächen sind weltweit begrenzt, wir brauchen sie dringend für die Ernährung, das führt uns der Krieg in der Ukraine dramatisch vor Augen“, so Lemke.

    Verbio konterte mit einer Unternehmensmeldung, in der die Gesellschaft die Äußerungen von Lemke als „unbedacht“ bezeichnete und konstatierte zudem „ … dass eine unprofessionelle Kommunikation der Bundesregierung zur Verunsicherung des Kapitalmarktes führt, wenn es um die Ausgestaltung der Energiewende bzw. wenn es um die Bedeutung von Biomasse für diese Transformation geht …“. Fakt ist, dass Verbio laut Unternehmensaussagen auf Rohstoffe setzt, die nicht für die Herstellung von Nahrungsmitteln verwendet werden und vermehrt auf agrarische Reststoffe, wie z. B. Stroh.


    Unsicherheit ist ein guter Nährboden für opportunistische Investments. Ganz sicherlich fällt Verbio in diese Kategorie. Bei Adler bestehen derzeit noch zu viele Fragezeichen. Mit BrainChip sollten langfristig orientierte Anleger auf der Gewinnerseite stehen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 19.02.2026 | 05:30

    Vom Rohstoff zum Reaktor: Wie Cameco, Stallion Uranium und Constellation Energy die KI-getriebene Energiekrise für sich nutzen

    • Cameco
    • Stallion Uranium
    • Constellation Energy
    • Atomkraft
    • Uran
    • Atomkraftwerk
    • Atomenergie
    • Energiehunger
    • KI

    Künstliche Intelligenz und ihre durstigen Rechenzentren treiben den Strombedarf in neue Dimensionen, während geopolitische Spannungen und jahrelange Unterinvestitionen das Uranangebot strangulieren. Analysten prognostizieren eine Vervielfachung des Uranpreises, denn die Minen fördern gerade einmal drei Viertel des benötigten Materials. Gleichzeitig forciert die US-Politik den Bau Dutzender neuer Reaktoren und stuft Atomkraft als kritische Infrastruktur ein. Daher lohnt sich ein Blick auf die heutigen 3 Unternehmen: der Primärproduzent Cameco, der Explorationsspezialist Stallion Uranium und der Reaktor-Betreiber Constellation Energy.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 19.02.2026 | 05:10

    Palo Alto, NEO Battery Materials, ITM Power – Vor dem Durchbruch

    • Batterietechnologie
    • Wasserstoff
    • KI

    Angehobene Umsatzprognosen im Wasserstoffsektor, der mögliche Durchbruch bei siliziumbasierten Hochleistungsbatterien und ein Cybersecurity-Gigant, der trotz starker Zahlen wegen eines schwachen Ausblicks unter Druck gerät. Die Märkte reagieren 2026 selektiv. Während Zukunftstechnologien wie Elektrolyse und Next-Gen-Batterien operativ Momentum aufbauen und Milliardenmärkte adressieren, zeigt sich im KI-Security-Bereich, wie sensibel Investoren auf Erwartungen reagieren.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 17.02.2026 | 05:00

    Die Dividenden-Falle: Warum RE Royalties langfristig stabiler liefert als Petrobras und Maersk

    • Royalties
    • Erneuerbare Energien
    • Reederei
    • Energie

    In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und volatiler Märkte sehnen sich Anleger nach verlässlichem Cashflow. Dividendenaktien gelten als der sichere Hafen im Sturm, doch oft trügt der Schein: Wer nur auf die aktuelle Ausschüttungsrendite schaut, übersieht häufig die strukturellen Risiken des Geschäftsmodells. Ein Ölmulti, der von politischen Launen abhängt, oder eine Reederei, deren Gewinne mit den Frachtraten Achterbahn fahren, können ihre Dividendenversprechen oft nicht langfristig halten. In diesem Umfeld lohnt sich ein genauerer Blick auf die Substanz. Während die Giganten Petrobras und AP Moeller-Maersk mit zyklischen Herausforderungen kämpfen, hat sich der kanadische Nischenplayer RE Royalties ein Modell gebaut, das von der größten Investitionswelle unserer Zeit profitiert – und dabei die typischen Risiken elegant umschifft.

    Zum Kommentar