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04.01.2024 | 06:00

Almonty Industries, Volkswagen, Rheinmetall – welche Aktie startet 2024 durch?

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Bildquelle: pixabay.com

Kaum hat das neue Jahr begonnen suchen die Investoren nach den Gewinneraktien für das kommende Jahr. Als Investor sollte man den kritischen Rohstoff Wolfram auf dem Schirm haben, den Almonty Industries produziert. Hier herrscht eine große Abhängigkeit von China und Russland. Dabei sind die Einsatzgebiete vielfältig und reichen von Elektroautos, die Volkswagen baut, über Medizinprodukte, Metalllegierungen, industriellen Anwendungen, Elektronikgeräten bis hin zur Rüstungsindustrie, für die Rheinmetall steht. In Zeiten von immer mehr Kriegen und einem sich zuspitzenden Handelsstreit zwischen den USA und China rücken solche wichtigen Ressourcen wie Wolfram mehr und mehr in den Vordergrund. Wir schauen, welche der drei Aktie 2024 durchstarten kann.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

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Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – viel Potenzial

    Almonty Industries produziert bereits Wolfram in seiner Panasqueira Mine in Portugal. Diese soll im 1. Quartal 2024 erweitert werden und bietet enormes Potenzial bei geringem Risiko. Laut abgeschlossener Machbarkeitsstudie wird dadurch die Durchsatzmenge erhöht und der Zugang zu hochwertigem Material erschlossen. Das soll die Wolfram-Produktion nahezu verdoppeln. Pro Jahr sollen dann 124.000 MTU Wolframoxid (WO3) produziert werden und die Lebenszeit der Mine wird um mehr als 20 Jahre verlängert. Zudem ist Panasqueira reich an Zinn. Die Möglichkeit weitere Metalle wie Zinn und Kupfer zu gewinnen, wird derzeit untersucht.

    Noch interessanter macht das Unternehmen die Sangdong Mine in Korea, die derzeit erschlossen wird. Das Projekt ist vollständig genehmigt, der Bau ist bereits weit fortgeschritten und die Finanzierung über 75,1 Mio. USD läuft über die KfW. Im November floss die nächste Tranche des Kredits in Höhe von 13,7 Mio. USD. Bei dem Projekt handelt es sich um eines der größten Wolframvorkommen außerhalb Chinas. Die Lebensdauer der Mine wird mit über 90 Jahren angegeben, in denen ein jährliches EBITDA von 72 Mio. CAD erwartet wird. Es existiert bereits ein Abnahmevertrag mit Plansee GTP mit einer Preisgarantie von 235 USD je MTU. Zudem besteht ein erhebliches Potenzial aus dem zugrundeliegenden Molybdänvorkommen, das ebenfalls auf der Liegenschaft zu finden ist.

    Mit der Sangdong Mine will man, sobald die Mine ihre volle Kapazität erreicht hat, bis zu 15 % des weltweiten Wolfram Angebots stellen. Bis Ende 2024 soll der Bau der Mine abgeschlossen sein. Neben den 2 Projekten gibt es noch 2 weitere in Spanien. Derzeit liegt der Fokus auf Portugal und Süd-Korea. Damit kann man die Batterieindustrie, den Halbleitermarkt und die Rüstungsindustrie versorgen und sorgt so für mehr Unabhängigkeit von China. Die Aktie ist aufgrund leichter Verzögerungen beim Bau der Sangdong Mine unter Druck geraten und fiel vom Jahreshoch 2023 bei 0,88 CAD bis auf 0,42 CAD. Mittlerweile notiert die Aktie bei 0,56 CAD und versucht aus der Seitwärtsphase nach oben auszubrechen.

    Volkswagen – fundamental günstig

    Die Nachfrage nach Wolfram könnte auch durch die Automobilindustrie angekurbelt werden. Denn Wolfram wird wichtiger bei der Herstellung von Elektrofahrzeug-Batterien, da es deren hohe Energiedichte verbessern kann. Dabei ist es vor allem Niobium-Wolfram-Oxid in Batterien, was die Ladezeiten verkürzt und die Leistungsdichte erhöht. Auch Volkswagen will in Zukunft seine Batterien selber fertigen und hat 3 Gigafabriken in Salzgitter, Valencia und St. Thomas geplant. Damit verfügt der Konzern über Produktionsmöglichkeiten von bis zu 200 Gigawattstunden. Ende letzten Jahres entscheid sich VW gegen einen 4. Standort in Tschechien.

    Der Konzern befindet sich in einer Transformationsphase. Der Wechsel von den herkömmlichen Fahrzeugen zur Elektromobilität erfordert eine Anpassung. Für die Zukunft muss man sich schlanker aufstellen. Dazu gehört eine Reduktion von Arbeitsplätzen, aber auch eine Verkleinerung der Modellpalette und gemeinsame Plattformansätze, um von Skalierungseffekten profitieren zu können. Am Standort Wolfsburg sollen rund 20 % an Kosten eingespart werden. Die Entwicklung soll beschleunigt werden und am Ende sollen durch die verschiedenen Maßnahmen rund 10 Mrd. EUR eingespart werden.

    Das soll die Umsatzrendite von 3,4 % auf 6,5 % anheben. Immerhin konnten die Vorwürfe, dass in China bei einem Joint Venture Zwangsarbeiter beschäftigt wurden, entkräftet werden. Von der fundamentalen Seite gesehen ist die Aktie bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 4 ein klarer Kauf. Die Frage ist eher woher das Wachstum kommen soll, denn der Markt der E-Autos ist hart umkämpft und große Preisnachlässe kann VW bei dieser Umsatzrendite nicht geben. Es bleibt auch die Frage, ob die Dividendenrendite von über 7 % bei einem derzeitigen Aktienkurs von 111,10 EUR beibehalten werden kann.

    Rheinmetall – volle Auftragsbücher

    Seit Ausbruch des Ukraine Kriegs ist Rheinmetall in den Fokus der Investoren gerückt. Die Aktie läuft von Allzeithoch zu Allzeithoch. Zuletzt wurde die 300 EUR Marke im Xetrahandel geknackt. Das wird auch von Nachrichten wie einem neuen Rekord 2023 bei freigegebenen Rüstungsexporten durch die Bundesregierung angeschoben. Die Düsseldorfer werden auch davon profitiert haben. Das Unternehmen selbst sagt, dass es dynamisch und organisch wächst. Dazu ist der Konzern international aufgestellt und gilt in einigen Bereichen als Technologieführer. Derzeit werden die Kapazitäten ausgebaut, um die Umsätze zu steigern. Dabei soll der Cash-Flow und die Profitabilität gesteigert werden.

    Operativ ist man auf einem guten Weg. Selbst im Dezember, wo es in vielen Branchen eher ruhig zugeht, konnte das Unternehmen einen Deal nach dem anderen verkünden. Den Anfang machte ein Auftrag über 140 Mio. EUR aus der Ukraine für Artilleriemunition. Gefolgt von einem zweistelligen Millionenauftrag über elektrische Hochspannungs-Kühlmittelpumpen. Aus Österreich wurde ein hochmodernes Flugabwehrsystem für 532 Mio. EUR geordert. Die Ungarn haben einen Entwicklungsauftrag für die Skyranger-Variante des Lynx Panzers erteilt. Abgasklappen für einen zweistelligen Millionenbetrag kamen von einem Kunden aus dem Bereich Nutzfahrzeuge und Rumänien möchte seine Flugabwehr für 328 Mio. EUR modernisiert bekommen.

    Der Auftragsbestand liegt aktuell bei 26,6 Mrd. EUR. Im Geschäftsjahr wird der Umsatz bei rund 6,4 Mrd. EUR liegen. Die operative Marge ist auf 11,8 % gestiegen. Das Unternehmen ist also in den kommenden Jahren voll ausgelastet. Die Kapazitätserweiterung in Ungarn ist abgeschlossen und der erste Lynx Panzer vom Band gerollt. Angesichts der geopolitischen Spannungen dürfte Rheinmetall noch länger sehr gut ausgelastet sein. Die Dividende soll bei 4,30 EUR liegen. Ein Anteilsschein der Düsseldorfer kostet aktuell 296,80 EUR.


    Welche Aktie wird also in diesem Jahr durchstarten? Bei Almonty Industries könnte am Jahresende eine Neubewertung anstehen, wenn die Sangdong Mine fertig erschlossen und die Erweiterung von Panasqueira abgeschlossen ist. Volkswagen dürfte seine Zahlen aufgrund des Sparprogramms im kommenden Jahr verbessern. Fundamental gesehen hat die Aktie Nachholbedarf. Rheinmetall brummt, ist aber auch schon sehr gut gelaufen. Da werden große Sprünge eher schwierig.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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