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30.07.2026 | 05:00

Almonty Industries, PVA TePla und GEA Group: Drei interessante Aktien mit starken Wachstumstreibern

  • Almonty Industries
  • Gea
  • PVA Tepla
  • Wolfram
  • Rüstung
Bildquelle: Pixabay.com

Bei Almonty beginnt mit dem Produktionsstart der Sangdong-Mine eine neue Zeitrechnung. Aber auch PVA TePla und GEA haben mit starken Auftragseingängen und einer erhöhten Prognose gute Argumente auf ihrer Seite. Alle drei Unternehmen verfügen über handfeste Wachstumstreiber und weiteres Kurspotenzial. Wir stellen die Aktien näher vor.

Lesezeit: ca. 7 Min. | Autor: Lars Winter
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , GEA GROUP AG | DE0006602006 , PVA TEPLA AG O.N. | DE0007461006

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Inhaltsverzeichnis:


    Der Autor

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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    Almonty: Der große Moment ist gekommen

    Die Zeiten, in denen Anleger bei Almonty Industries vor allem auf die künftigen Möglichkeiten der Sangdong-Mine setzen mussten, sind vorbei. Seit Juni läuft in Südkorea die Verarbeitung des geförderten Erzes. Damit vollzieht der Wolframproduzent den entscheidenden Schritt vom Minenentwickler zum produzierenden Unternehmen. Für die Aktie eröffnet sich dadurch eine neue Bewertungsphase. Zum Hochlauf der Produktion kommt ein ausgesprochen günstiges Marktumfeld. China kontrolliert rund 88 % der weltweiten Wolframproduktion und hat die Ausfuhr des strategisch wichtigen Metalls zunehmend eingeschränkt. Gleichzeitig benötigen die USA und ihre Verbündeten verlässliche Lieferketten außerhalb Chinas.

    Wolfram ist wegen seines extrem hohen Schmelzpunkts und seiner besonderen Härte in zahlreichen industriellen Anwendungen kaum zu ersetzen. Das Metall wird unter anderem in Werkzeugmaschinen, Halbleitern, Flugzeugen und Rüstungsgütern eingesetzt. Nach Einschätzung von Almonty entfallen derzeit 10 bis 12 % der Wolframnachfrage auf Verteidigungsanwendungen; innerhalb des kommenden Jahres könnte der Anteil auf mehr als 20 % steigen. Parallel bauen westliche Rüstungskonzerne Kapazitäten aus und Staaten füllen strategische Vorräte wieder auf.

    An dieser Stelle kommt Sangdong ins Spiel. Die Mine war früher eine der weltweit bedeutendsten Wolframlagerstätten, wurde aber Anfang der 1990er-Jahre aufgrund niedriger Rohstoffpreise stillgelegt. Almonty hat seit der Übernahme im Jahr 2015 mehr als 100 Mio. USD in die Wiederbelebung investiert. Nun kehrt Sangdong nach mehr als 30 Jahren in die Produktion zurück.

    Die Verarbeitungsanlage der ersten Ausbaustufe ist für jährlich rund 640.000 Tonnen Erz ausgelegt. Daraus sollen etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat gewonnen werden. Die Voraussetzungen dafür sind gut: Die erwartete Lebensdauer der Mine beträgt mehr als 45 Jahre. Der durchschnittliche Erzgehalt liegt bei rund 0,51 % Wolframtrioxid und damit ungefähr dreimal so hoch wie der weltweite Durchschnitt.

    Für den Anlauf steht bereits reichlich Material zur Verfügung. Ende des ersten Quartals hatte Almonty rund 120.000 Tonnen Erz auf Halde. Im zweiten Quartal kamen weitere 19.700 Tonnen hinzu. Insgesamt umfasst der Vorrat damit rund 139.700 Tonnen Erz mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0,25 % Wolframtrioxid. Das zunächst eingesetzte Material weist bewusst einen niedrigeren Erzgehalt auf, um die Anlage einzufahren und die Verarbeitung zu optimieren. Mit zunehmendem Hochlauf sollen höhergradige Bereiche folgen. Nach Unternehmensangaben repräsentiert der vorhandene Vorrat bei den aktuellen Wolframpreisen einen illustrativen Bruttoverarbeitungswert von rund 68 Mio. USD.

    Für zusätzliche Planungssicherheit sorgt der erweiterte Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders, einer Gesellschaft der österreichischen Plansee-Gruppe. Die Vereinbarung deckt rund 90 % der Produktion der ersten Sangdong-Ausbaustufe ab. Die Laufzeit wurde von 15 auf 21 Jahre verlängert, das vereinbarte Volumen um 40 % auf 4,41 Mio. MTU erhöht. Gleichzeitig verbessern sich die von Almonty erzielbaren Preise um etwa 6,3 %. Bei den derzeitigen Wolframpreisen beziffert das Unternehmen die daraus resultierenden vertraglich abgesicherten Jahreseinnahmen auf rund 490 Mio. USD.

    Dabei bezieht sich der Vertrag ausschließlich auf die erste Ausbaustufe. Die für 2027 geplante zweite Phase ist darin noch nicht enthalten. Mit ihr soll die jährliche Verarbeitungskapazität auf rund 1,2 Mio. Tonnen Erz steigen. Die Produktion von Wolframkonzentrat könnte sich dadurch auf etwa 4.600 Tonnen verdoppeln. Bei voller Auslastung wäre Sangdong rechnerisch in der Lage, rund 40 % der Wolframnachfrage außerhalb Chinas abzudecken.

    Weitere Fantasie versprechen eine geplante Wolframoxid-Anlage sowie das benachbarte Molybdänprojekt. Daraus könnte langfristig eine vollständig integrierte Wertschöpfungskette entstehen. Auch am Kapitalmarkt ist Almonty inzwischen in einer anderen Liga angekommen. Seit Ende Juni gehört die Aktie sowohl dem Russell 1000 als auch dem breiten Russell 3000 an. Dadurch rückt der Titel stärker in den Blick institutioneller US-Investoren und indexnaher Fonds.

    Zusätzliche Fantasie liefert eine mögliche Zusammenarbeit mit US-Regierungsstellen. Analysten von D. A. Davidson sehen den strategischen Rahmen als wichtigen kurzfristigen Katalysator. Erwartet werde keine staatliche Beteiligung, sondern eher eine Struktur zur Koordination westlicher Wolframversorgung. Noch ist das keine bestätigte Vereinbarung. Eine konkrete Meldung könnte daher erheblichen Kurseinfluss haben.

    https://youtu.be/D39rKLK2MN0

    Cantor Fitzgerald bestätigte nach dem Start der Aufbereitung ein Kaufurteil mit einem Kursziel von 25,50 USD. D. A. Davidson erhöhte das Ziel nach einem Gespräch mit Vorstandschef Lewis Black von 25 auf 33 USD. Ausschlaggebend waren die Fortschritte in Sangdong, höhere Preisannahmen und die zusätzlichen Projekte. Eine aktuelle Studie von Diamond Equity Research sieht für die Almonty-Aktie einen fairen Wert von 31,80 CAD. Gegenüber dem aktuellen Kurs von 17,20 CAD entspricht das einem Potenzial von gut 85 %. Dabei sind die verbesserten Konditionen des erweiterten GTP-Abnahmevertrags noch nicht einmal im Bewertungsmodell berücksichtigt, sodass sich nach Einschätzung der Analysten zusätzlicher Spielraum ergeben könnte. Für 2026 und 2027 prognostiziert Diamond Equity Research Umsätze von 545 beziehungsweise 1,06 Mrd. CAD sowie Gewinne je Aktie von 0,72 und 1,68 CAD.

    Almonty bleibt unter dem Strich eine spekulative Aktie mit hohem Kurspotenzial, die risikobereiten Anlegern das spannendste und direkteste Investment in eine westliche Wolframversorgung bietet. Nach dem steilen Kursanstieg ist allerdings bereits viel Hoffnung eingepreist. Entscheidend wird nun, ob der Produktionshochlauf ohne größere Verzögerungen gelingt und Almonty die angekündigten Mengen tatsächlich erreicht. Bleibt die Gesellschaft auf Kurs, besitzt Sangdong jedoch das Potenzial, Almonty zu einem der strategisch wichtigsten Wolframproduzenten der westlichen Welt zu machen. Rücksetzer bleiben daher interessant.

    PVA TePla: Aufträge machen Hoffnung

    Eine spannende deutsche Technologiegeschichte liefert PVA TePla. Der deutsche Spezialmaschinenhersteller für Materialherstellung und Materialprüfung baut Anlagen, mit denen Hightech-Werkstoffe produziert, bearbeitet und auf kleinste Fehler untersucht werden können. Die Aktivitäten gliedern sich in zwei Bereiche: Material Solutions und Metrology. In der ersten Sparte geht es um Anlagen zur Herstellung und Veredelung moderner Werkstoffe und Kristalle, etwa aus Siliziumkarbid oder Indiumphosphid. Diese kommen unter anderem in Halbleitern, Leistungselektronik, Lasern und optischen Anwendungen zum Einsatz. Im Metrology-Bereich dreht sich alles um Mess- und Prüfsysteme, die Materialien und Bauteile mithilfe akustischer, optischer oder chemischer Verfahren untersuchen. So lassen sich selbst winzige Risse, Hohlräume oder andere Produktionsfehler erkennen.

    Nach einem schwierigen Jahr 2025 zeigt die Entwicklung der Auftragseingänge inzwischen deutlich nach oben. Im ersten Quartal 2026 gingen Bestellungen im Volumen von 121,6 Mio. EUR ein. Das waren 164 % mehr als im Vorjahr und einer der höchsten Quartalswerte der Unternehmensgeschichte. Bemerkenswert ist, dass beide Geschäftsbereiche zu dem Wachstum beitrugen. Im Segment Metrology verdreifachte sich der Auftragseingang nahezu auf 62,7 Mio. EUR. Bei Material Solutions verdoppelte er sich auf 59 Mio. EUR. Zu den Bestellungen gehören unter anderem Lösungen für High-Bandwidth-Memory-Chips, die in KI-Anwendungen und Rechenzentren benötigt werden, sowie erste Anlagen zur Herstellung von Indiumphosphid-Kristallen.

    In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ist die Trendwende allerdings noch nicht angekommen. Der Umsatz sank im ersten Quartal um 7 % auf 54,9 Mio. EUR. Das EBITDA brach von 8,2 auf 1,4 Mio. EUR ein. Neben der niedrigen Auslastung belasteten Investitionen in Personal, Infrastruktur und Organisation. Teile der neuen Aufträge werden zudem erst 2027 umsatzwirksam.

    Genau darin liegt aber der Reiz der Aktie. Der Auftragsschub läuft den Ergebnissen voraus und könnte ab 2027 für eine deutliche Beschleunigung sorgen. Für 2026 erwartet PVA TePla einen Umsatz zwischen 255 und 275 Mio. EUR sowie ein EBITDA von 26 bis 31 Mio. EUR. Im kommenden Jahr sollen die Erlöse erstmals die Marke von 300 Mio. EUR übertreffen. Mittelfristig peilt das Management rund 500 Mio. EUR an.

    Auch die Deutsche Bank traut der Aktie weitere Kursgewinne zu. Die Analysten bestätigten jüngst ihre Kaufempfehlung und das Kursziel von 50 EUR. Anleger müssen bei den anstehenden Zahlen am 6. August zwar noch mit schwachen Margen rechnen. Entscheidend ist aber, ob der hohe Auftragseingang anhält. Ist das der Fall, dürfte der Markt zunehmend auf die für 2027 erwartete Ergebniswende blicken. Für das kommende Jahr schätzt der Analystenkonsens den Gewinn je Aktie auf 1,29 EUR, damit wird der Titel mit einem 2027er KGV von 25 bewertet. Das durchschnittliche Kursziel der 10 Bank- und Researchhäuser, die die Aktie covern, liegt bei 44 EUR, was einem Potenzial von gut 35 % entspricht.

    GEA: Höhere Prognose - höhere Kurse?

    Während Almonty in die Produktion startet und PVA TePla vor einer Erholung steht, läuft das Geschäft bei der GEA Group bereits auf Hochtouren. Der Maschinen- und Anlagenbauer übertraf im zweiten Quartal die Erwartungen deutlich. Der Auftragseingang stieg um 14,2 % auf 1,49 Mrd. EUR. Der Umsatz verbesserte sich um 10 % auf 1,44 Mrd. EUR. Organisch erreichte das Wachstum sogar 11 %. Auch die Profitabilität überzeugte. Das EBITDA vor Restrukturierungsaufwendungen kletterte auf 250 Mio. EUR und lag damit 17 Mio. EUR über der Konsensschätzung. Die Marge erreichte 17,4 %.

    Nach dem starken Quartal schraubte das Management die Jahresziele nach oben. Statt eines organischen Umsatzwachstums von 5 bis 7 % erwartet GEA nun 6 bis 8 %. Die Zielspanne für die EBITDA-Marge wurde von 16,6 bis 17,2 % auf 17,0 bis 17,4 % angehoben. Beim Return on Capital Employed sollen jetzt 36 bis 40 % erreicht werden.

    GEA profitiert von einer robusten Nachfrage nach Anlagen für die Nahrungsmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie. Diese Märkte wachsen strukturell und sind weniger konjunkturanfällig als der klassische Maschinenbau. Allerdings hat die Aktie bereits einen starken Lauf hinter sich und notiert in der Nähe ihres Rekordhochs. Günstig ist der Titel nicht mehr. Das KGV für das Jahr 2027 liegt bei 18 und damit über dem Branchenschnitt von 14. Die Kombination aus überdurchschnittlichem Wachstum, steigenden Margen und einer soliden Bilanz rechtfertigt jedoch einen Bewertungsaufschlag. Anleger können schwächere Tage zum Einstieg nutzen.

    Fazit

    Almonty bietet von dem vorgestellten Trio das größte Potenzial, trägt wegen des laufenden Produktionshochlaufs allerdings auch das höchste Risiko. PVA TePla ist eine Wette darauf, dass sich der starke Auftragseingang ab 2027 in deutlich höheren Ergebnissen niederschlägt. GEA wiederum punktet als verlässlicher Qualitätswert mit einer frisch erhöhten Prognose.


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    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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