07.08.2026 | 05:20
Bayer, MustGrow Biologics und Nutrien: Wer den Welthunger besiegt, erobert den Agrarmarkt
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von MustGrow Biologics Corp.
Die globale Ernährungssicherheit bleibt angespannt durch Konflikte, Klimaextreme und auch knappe Ressourcen. Das setzt die Produktion von Nahrungsmitteln unter Druck. Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung ist die Transformation der Landwirtschaft ein wichtiger Punkt. Der Agrartechniksektor wird damit zu einem Hoffnungsträger und sorgt auch dafür, dass etablierte Konzerne ihre Produktportfolios klimafit machen, während agile Biotech-Firmen den Ersatz von chemischen Mitteln vorantreiben. Wir sehen uns heute mit Bayer, MustGrow Biologics und Nutrien drei Unternehmen an, die die zukünftige Wertschöpfungskette beeinflussen können.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , MUSTGROW BIOLOGICS CORP. | CA62822A1030 | TSXV: MGRO , OTCQB: MGROF , NUTRIEN LTD | CA67077M1086
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Bayer – mit Halbjahresergebnissen
Die Halbjahreszahlen von Bayer zeigen, dass das Geschäft operativ größtenteils nach Plan läuft. Allerdings bleibt die finanzielle Flexibilität aufgrund von Altlasten eingeschränkt. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 3 % auf 24,3 Mrd. EUR und das EBITDA verbesserte sich vor Sondereinflüssen um 7 % auf 6,6 Mrd. EUR. Der Free Cashflow dagegen blieb negativ mit minus 2,7 Mrd. EUR, vor allen Dingen belastet durch 2,5 Mrd. EUR an Vergleichszahlungen aus den Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten. Die Nettoverschuldung legte auf 33,6 Mrd. EUR zu. Immerhin konnte sich Bayer durch das geplante Apollo-Investment über 3 Mrd. EUR und eine Anleiheplatzierung über 5 Mrd. USD zusätzlichen Spielraum verschaffen.
Mit einem Umsatzplus von 5,5 % im ersten Halbjahr bleibt die Sparte Crop Science der klare Wachstumstreiber. Die EBITDA-Marge stieg auf 31 %, unterstützt durch einen günstigen Produktmix und höhere Lizenzerträge. Im 2. Quartal legte der Bereich um 4 % auf 4,9 Mrd. EUR zu, getragen von Seeds and Traits, insbesondere Sojabohnen mit 17 % Wachstum sowie einem höheren Glyphosat-Absatz. Allerdings bleibt das klassische Pflanzenschutzgeschäft schwach. Core Crop Protection musste im ersten Halbjahr 5 % Umsatzrückgang hinnehmen, belastet durch Generikadruck und niedrigere Preise. Obwohl in der zweiten Hälfte eine Mengenerholung erwartet wird, wird der Umsatzmix voraussichtlich von margenschwächeren Produkten getragen. Das US-Glyphosat-Geschäft soll in eine eigenständige Einheit namens Ruveon ausgelagert werden und so für mehr Flexibilität sorgen.
Im Pharmabereich stagnierten die Umsätze im ersten Halbjahr bei einer EBITDA-Marge von 26 %. Die Rückgänge bei Xarelto und Eylea wurden teilweise durch Nubeqa und Kerendia kompensiert, die zusammen 66 % Wachstum erreichten. Positiv zu erwähnen ist, dass die 8-mg-Variante mittlerweile die Hälfte des Eylea-Umsatzes ausmacht. Mit dem Priority Review für Asundexian in den USA und China sowie der Übernahme von Perfuse Therapeutics will Bayer die nächste Produktwelle vorbereiten. Nennenswerte Ergebnisbeiträge sind aber erst mittelfristig zu erwarten. Der Consumer-Health-Bereich wuchs um 3,5 %, ist aber margentechnisch unter dem Vorjahr geblieben. Bayer muss jetzt zeigen, ob die neuen Pharmaprodukte die Patentverluste mittelfristig auffangen können, und ob die finanzielle Sanierung mit abgeschlossenen Rechtsstreitigkeiten voranschreitet.
MustGrow Biologics – mit Fokus auf Eigenentwicklungen
MustGrow Biologics hat sich von einem reinen Technologieentwickler zu einer operativen Agrarmarke mit einem eigenen Produktportfolio entwickelt. Die senfbasierten Lösungen für Biofertilität, Pflanzenschutz und regenerative Landwirtschaft zielen auf einen Markt ab, der zunehmend unter regulatorischen Druck gerät. Diese Vorgaben zwingen die Landwirte dazu, auf nachhaltige Alternativen zu den herkömmlichen chemischen Mitteln zu setzen. Die strategische Entscheidung, die NexusBioAg zu schließen, die Drittprodukte verkauft hat, unterstreicht den neuen Fokus des Unternehmens, die eigenen Entwicklungen mit deutlich besseren Margen voranzutreiben. Die Partnerschaft mit Bayer für TerraMG™ öffnet zudem internationale Märkte in Europa, dem Nahen Osten und Afrika, ohne dass das Unternehmen dort eigene Vertriebsstrukturen aufbauen muss.
Das Bodenverbesserungsprodukt TerraSante™ ist längst kein Pilotprojekt mehr. Es ist in zehn US-Bundesstaaten zugelassen, darunter Kalifornien, Texas, Georgia und Florida, und erfreut sich wachsender Nachfrage. Im letzten Jahr konnte das Unternehmen teilweise die Bestellungen nicht mehr abarbeiten, weil die Lager leergefegt waren. Die organische Zertifizierung zeigt die Qualität des Produkts und Landwirte berichten von besserer Bodengesundheit und einer effizienteren Nährstoffaufnahme. Die Produktion wurde bei den Auftragsfertigern in Asien von chargenweise auf größere und kontinuierlichere Produktionsvolumina umgestellt. Dieser Schritt sollte sowohl die Lieferfähigkeit als auch die Margen spürbar erhöhen. Parallel entwickelt MustGrow mit TerraMG™ ein weiteres Produkt für den biologischen Pflanzenschutz, der mittelfristig zusätzliches Potenzial bietet.
Der weltweite Trend zu biologischen und regenerativen Anbaumethoden nimmt Fahrt auf und MustGrow Biologics ist mit seinem Asset-Light-Modell hierfür bestens vorbereitet. Die Skalierung von TerraSante™ kann ohne hohe Kapitalbindung erfolgen, was bei steigenden Absatzmengen einen deutlichen operativen Hebel erzeugt. Durch die letzte Finanzierung im Juni über rund 3,74 Mio. CAD ist auch genug Working Capital vorhanden. Die Hauptversammlung am 25. Juni bestätigte die strategische Ausrichtung mit überwältigender Zustimmung. Mit einem klaren Fahrplan zur Marktdurchdringung und Produktionsoptimierung ist MustGrow auf einem vielversprechenden Weg in eine nachhaltige Profitabilität.
Nutrien – mit durchwachsenen Zahlen
Nutrien lieferte im 2. Quartal ein durchwachsenes Zahlenwerk ab. Mit einem bereinigten Gewinn von 2,61 USD je Aktie verfehlte der Düngemittelriese die Erwartungen der Analysten um 0,11 USD. Der Umsatz überraschte positiv mit 10,81 Milliarden USD. Er lag 420 Mio. USD über den Schätzungen. Das ist ein Plus von 3,5 % im Jahresvergleich. Während das Nettoergebnis im Quartal leicht nachgab, sind die Zahlen für das erste Halbjahr besser. Vor allem die höheren internationalen Düngemittelpreise und Rekordabsätze im Kali-Segment haben den Umsatz um 8 % auf knapp 17 Mrd. USD nach oben getrieben.
Das Kali-Geschäft bleibt der Wachstumstreiber. Die Halbjahreserlöse stiegen um 14 %. Das bereinigte EBITDA legte um 15 % zu. Die Übersee-Verkäufe zogen an, während Nordamerika leichte Rückgänge verzeichnete. Im Retail-Bereich treten die Eigenprodukte mit ihren hohen Margen immer mehr in den Vordergrund und trugen im ersten Halbjahr 30 % zur Produktmarge bei. Der Stickstoffbereich profitierte von gesunkenen Gaskosten, musste aber weniger Absatzmengen vermelden aufgrund von Wartungsarbeiten. Lediglich das Phosphatgeschäft bleibt ein Sorgenkind mit einer negativen Bruttomarge.
Der Konzern hat im ersten Halbjahr über Aktienrückkäufe und Dividenden 848 Mio. USD an die Aktionäre zurückgegeben. Parallel treibt der Konzern die Bereinigung seines Portfolios voran. Seit Juni wurden Vermögenswerte von rund 90 Mio. USD veräußert. Die Investitionsausgaben werden vorsichtiger gesteuert. Die Schulden stiegen auf knapp 10,9 Mrd. USD aufgrund von neuen Anleiheemissionen. In Zukunft wird es wichtig sein, ob Nutrien die Stärke im Kaligeschäft in höhere freie Cashflows überführen kann.
Die Ernährungssicherheit bleibt der zentrale Schlüssel für den Agrarmarkt. Bayer festigt mit seiner Crop Science Sparte die operative Basis, doch die Altlasten durch Glyphosat bleiben bestehen. MustGrow Biologics hat sich von einem Entwickler zu einer operativen Marke mit skalierbaren biologischen Lösungen gewandelt und adressiert damit einen Markt, der unter Regulierungsdruck steht. Nutrien glänzt im Kali-Geschäft, kämpft aber mit der Transformation dieser Stärke in freie Cashflows.
Interessenskonflikt
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