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23.05.2022 | 05:10

BioNTech, Defence Therapeutics, Valneva – Kommt nach Corona mit Affenpocken die nächste Bedrohung?

  • Affenpocken
  • Impfstoff
  • Monkeypox
  • Corona
Bildquelle: pixabay.com

Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei, trotzdem sollten wir uns schon jetzt auf künftige Viren einstellen. Die nächste Pandemie wird kommen. Wann, ist ungewiss und auch, mit welchem Erreger wir es dann zu tun haben werden. Nun breiten sich die Affenpocken global aus, erste Fälle gibt es bereits auch in Deutschland. Was bisher bekannt ist, wo Gefahren bestehen und welche Möglichkeiten es für die Biotechnologie-Branche gibt, erzählt der anerkannte Pharmakologe und Leiter Forschung und Entwicklung des Unternehmens Defence Therapeutics Inc., Dr. Moutih Rafei.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851

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Inhaltsverzeichnis:


    Rasche Ausbreitung der „Monkeypox"

    Affenpocken (engl.: Monkeypox) sind eine seltene, von Tieren, vermutlich vor allem Nagetieren, auf Menschen übertragbare Viruserkrankung. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind selten, aber möglich, vor allem bei engem Kontakt. In Deutschland haben sich weitere Menschen mit den Affenpocken infiziert. Die Weltgesundheitsorganisation und das Robert Koch-Institut sind gewarnt. "Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Tagen eventuell noch weitere Infektionen registriert werden." Gesundheitssenatorin Ulrike Gote von den Grünen teilte mit, es bestehe kein Grund zur Panik, aber Grund zur Vorsicht, da viele wissenschaftliche Erkenntnisse über die Krankheit noch vorläufig seien. "Expertinnen und Experten gehen jedoch davon aus, dass wir keine neue Pandemie fürchten müssen. Wir müssen jetzt aber schnell und konsequent handeln, um Infektionsfälle zu erkennen und einzudämmen."

    In einem Video-Interview des IIF – International Investment Forum mit dem Pharmakologen und Leiter Forschung und Entwicklung bei Defence Therapeutics Inc., Dr. Moutih Rafei, konnte über die Gefahren aber auch die möglichen Lösungen durch die Biotechnologie gesprochen werden. Laut Dr. Rafei gehören Affenpocken zur Familie der klassischen Pocken. Sobald Menschen infiziert sind, leiden sie unter Fieber und Schmerzen und fühlen sich abgeschlagen. Auch sind die Lymphknoten geschwollen. Im späteren Verlauf sind auch dermatologische Symptome, wie etwa Bläschen, typisch. In der Regel heilen Pocken-Erkrankungen aber ab und führen letztlich zu einer natürlichen Immunität. „Wer gegen die klassischen Pocken als Kind geimpft wurde, hat auch gegen die Affenpocken einen guten Schutz. Ich würde von einer Immunität von 80 bis 85% sprechen. Leider sind die Impfquoten heutzutage gering,“ so Rafei.

    Flexible Plattform-Technologie gefragt

    Nach der Meinung des Experten sind weitere Pandemien in den kommenden Jahren wahrscheinlich. Die Biotechnologiebranche sollte deshalb wachsam sein, um schnell auf neue Gegebenheiten reagieren zu können. Defence Therapeutics arbeitet zum Beispiel an einer Impfstoff-Plattform, auf deren Basis sich Impfstoffe und ADC-Produkte der nächsten Generation unter dem Einsatz der eigenentwickelten und patentierten Accum-Technologie für verschiedene Erreger schnell entwickeln lassen. Diese hat den entscheidenden Vorteil, dass der präzise Transport von Impfantigenen oder ADCs in intakter Form zu den Zielzellen gewährleistet ist, was die Effizienz und damit die Wirksamkeit gegen Krankheiten wie Krebs oder Infektionskrankheiten deutlich verbessert.

    Dabei untergliedern sich die Aktivitäten von Defence Therapeutics, die aktuell gerade einmal einen Börsenwert von 85,82 Mio. EUR auf die Waage bringen, in zwei Segmente. Zum einen das Segment der Immun-Onkologie und einmal die Aktivitäten gegen Infektionskrankheiten. Im ersten Bereich arbeiten die Kanadier an Impfstoffen gegen Brust- und Hautkrebs sowie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC). Letztere adressieren vor allem die Bereiche Sicherheit und Wirksamkeit und bieten gegenüber anderen Therapieformen große Vorteile. Bei den Infektionskrankheiten wird an Vakzinen gegen Covid-19 und das Humane Papillomvirus (HPV) geforscht. Hier erwarten die Kanadier, Anfang 2023 mit einer Phase 1-Studie gegen Brust- und Hautkrebs starten zu können.

    Neuartiger Impfstoff zeigt vollständige Schutzwirkung

    Mit einem Meilenstein konnte das Unternehmen kürzlich an die Presse treten. Der doppelt wirksame Proteinimpfstoff AccuVAC-PTE7 zeigt eine vollständige Schutzwirkung gegen Gebärmutterhalskrebs. Ein Schutz vor Gebärmutterhalskrebs kann derzeit nur durch den Einsatz von Gardasil-9 oder Cervarix erreicht werden, zwei Impfstoffe, die gegen die L1-Proteine von humanen Papillomviren (HPV) wirken. Es gibt jedoch zurzeit keine Heilung für Patientinnen mit bereits bestehendem Gebärhalsmutterkrebs und die zuvor bei anderen Unternehmen durchgeführten klinischen Versuche mit dem E6- und dem E7-Protein verliefen sehr enttäuschend. „Die Idee eines doppelt wirksamen Impfstoffs gegen Gebärmutterhalskrebs, der Patientinnen sowohl vor Gebärmutterhalskrebs schützen als auch einen bereits bestehenden Tumor behandeln kann, ist ein Riesenschritt bei der Entwicklung von Krebsimpfstoffen. Zudem enthält dieser Impfstoff nur ein einziges Protein (E7), was die Herstellung und den Einsatz im Vergleich mit einer Kombination von 9 Proteinen wie beim Gardasil-9-Produkt vereinfacht", erklärt Sébastien Plouffe, CEO von Defence Therapeutics.

    Durch die allgemeine Marktkorrektur kam auch der Aktienkurs von Defence Therapeutics in den vergangenen Wochen unter die Räder. Nach Jahreshöchstkursen im Bereich von 3,50 EUR korrigierte der Wert auf aktuell 2,27 EUR. In Anbetracht der hohen Innovationskraft und Flexibilität der Accum-Technologie dürfte Defence Therapeutics auf aktuellem Niveau ein attraktiver Kandidat für das Langfrist-Depot sein.

    Bodenbildung im Bereich um 150 USD?

    Wie schnell sich ein Biotechnologie-Unternehmen vervielfachen kann, zeigte der Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech seit dem Ausbrauch der Corona-Pandemie in beeindruckender Weise. Stand der Kurs des deutschen Vorzeigeunternehmens im März 2020 bei 35 USD, explodierte der Wert bis August des Folgejahres auf 463,93 USD. Seitdem erfolgte eine stärkere Korrektur. Aktuell bastelt der Vakzin-Hersteller jedoch am Boden bei rund 150 USD und könnte von diesem Niveau aus die nächste Welle nach oben starten.

    Wichtig hierbei wäre jedoch der Bruch des Widerstandes bei 189,07 USD und das Schließen der Kurslücke vom Januar des laufenden Jahres bei 196,00 USD. Erst dann würde sich das Chartbild deutlich aufhellen. Nach unten würde sich die Abwärtsspirale dagegen beim Unterschreiten des Jahrestiefs bei 121,32 USD deutlich verschärfen.

    Beim französischen Pendant Valneva konnte in der vergangenen Woche nach Erreichen eines Jahrestiefs in einer Gegenbewegung die Kurslücke bei 11,75 EUR geschlossen werden. Bullish wird das Chartbild jedoch erst nach Überwinden der Marke von 12,80 EUR. Zudem deuten die negativ divergierenden Indikatoren auf eine weitere Korrekturwelle hin.


    Nachdem Corona noch nicht verflogen ist, kommt mit den Affenpocken ein neuer Virus. Bislang bestehe laut dem RKI kein Grund zur Panik, jedoch zur Vorsicht. Die Biotechnologiebranche muss wachsam bleiben. Flexible Plattformtechnologien wie die von Defence Therapeutics könnten in Zukunft als Gewinner hervorgehen. Dagegen sollten BioNTech als auch Valneva im Augenblick lediglich beobachtet werden.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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