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30.06.2022 | 04:44

Biotech-Blockbuster: BioNTech, XPhyto Therapeutics, Valneva, CureVac – Was ist bei diesen Aktien zu erwarten?

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Bildquelle: pixabay.com

Nun sind wir im Sommer angekommen, die Pandemie wird schwächer und die mediale Präsenz der Grippekrankheit geht ebenso zurück. D.h. weniger Aufmerksamkeit für reine Impfstoffhersteller, nun stellen sich Investoren die Frage, wie vielleicht alternativ Geld verdient werden kann? Ist die Pipeline der Protagonisten stark genug, weiteres Anlegerkapital anzuziehen oder geht die ganze Branche erst mal auf Tauchstation. Wir versuchen uns als Trüffelschwein und graben unter der Oberfläche. Welcher Biotech-Wert hat etwas in der Schublade?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: XPHYTO THERAPEUTICS | CA98421R1055 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851 , CUREVAC N.V. O.N. | NL0015436031

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Inhaltsverzeichnis:


    Bill Radvak, CEO, NervGen Pharma
    "[...] Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es viele verschiedene Heilungsprozesse gibt, die uns sehr zuversichtlich stimmen, dass unser Medikament die Fähigkeit hat, vielen Millionen Menschen mit einer Vielzahl von Ursachen für Schäden am Nervensystem zu helfen. [...]" Bill Radvak, CEO, NervGen Pharma

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    BioNTech – Wieder an der wichtigen Linie, wie geht es weiter?

    76,2% der deutschen Bevölkerung hat bisher mindestens eine Impfdosis erhalten. 63,3 Mio. Menschen sind damit bereits grundimmunisiert und 51,2 Mio. Menschen gingen ein weiteres Mal zur Spritze. Lediglich 5,7 Mio. Menschen oder 6,9% erhielten eine zweite Auffrischungsimpfung, den sogenannten „Booster“. Nicht geimpft sind nach wie vor 18,5 Mio. Menschen oder 22,2% der Bevölkerung. Bei aktuell nur noch etwa 50.000 Impfungen pro Tag dürften die vielen Millionen bestellten Impfdosen im Regal wohl vorerst verbleiben.

    Für die großen Impfstoffhersteller werden die künftigen Bestellungen wohl stärker zurückgehen, dennoch hat man bei BioNTech bereits viele Millionen Dosen für den Herbst verhandeln können. Mit dem Corona-Impfstoff hat die Mainzer Biotech-Schmiede nicht nur seine erste Substanz zur Zulassung geführt, sondern das Jahr 2021 auch mit ganzen 10 Mrd. EUR Gewinn abschließen können. Jüngst veröffentlichte das Biotechnologie-Unternehmen ein Update zu dem an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffkandidaten. Die Ergebnisse der Phase 2/3- Studie zeigen, dass der verbesserte Impfstoff durch eine Auffrischungsimpfung eine deutlich höhere Immunantwort gegen Omikron BA.1 hervorruft, im Vergleich zur Grundversion des Blockbusters „Comirnaty“. Auch bei anderen Omikron-Subvarianten zeigt der Impfstoff Wirkung, allerdings nicht so stark wie bei BA.1.

    Die BioNTech-Aktie fiel durch zwei heftige Abwärtsbewegungen schon zweimal unter die wichtige 115 EUR-Linie, konnte sich aber immer wieder dynamisch davon absetzen. Adjustierte Schätzungen attestieren den Mainzern zwar einen starken Umsatzrückgang zwischen 2022 und 2026, dennoch weiß man nie mit welchen Errungenschaften die Biotech-Schmiede um die Ecke kommt. Rein technisch sollte der Wert nicht erneut unter die Linie von 115 EUR fallen, dann bleibt die technische Hoffnung auf bessere Zeiten bestehen. Beobachten.

    XPhyto Therapeutics – Der Bio-Akzelerator könnte nun interessant werden

    Xphyto Therapeutics hatte im Herbst 2021 versucht, im COVID-PCR-Testmarkt Fuß zu fassen. Die Entwicklung dauerte letztlich zu lange, um noch signifikante Marktanteile zu erhaschen, der Wert ging darauf charttechnisch in einen Ausverkauf über. Grund war sicherlich der dauerhafte Ausweis von niedrigen Umsätzen im Konzern, denn in den Augen der Investoren sollte nach einigen Forschungsjahren irgendwann ein marktreifes Produkt für spürbare Erlöse sorgen.

    Die verbleibende Pipeline des Unternehmens ist weiter interessant, denn man hat noch einige Produkte aus dem Bereich ODF-Präparate der deutschen Tochter Vektor Pharma im Köcher. Mit Hilfe intelligenter Formulierungstechnologien hat Vektor generische und neue Wirkstoffe untersucht und zu effizienten transdermalen Systemen entwickelt. Lokal wirkende dermale Systeme sind Filme, die so formuliert sind, dass der Wirkstoff nicht in den Blutkreislauf übergehen kann, sondern in der Haut verbleibt. Als Beispiel sind Schmerzpflaster zu nennen, die kurz vor Injektionen aufgebracht werden.

    Orally Disintegrating Films (ODF) sind bioadhäsive Filme, die auf der Zunge oder im Mund schnell zerfallen und Wirkstoffe im Mund freisetzen, womit eine schnelle Reaktion erzielt wird. Anwendungsbereiche sind Erkältungskrankheiten, Vitamin-Substitution oder auch Notfallsituationen. Das in 2021 marktreif entwickelte Rotigotin-Pflaster des Unternehmens basiert auf der TDS-Plattformtechnologie, die von der deutschen Tochtergesellschaft entwickelt wurde. Diese Dareichungsform wird international immer beliebter, hier fehlt XPhyto nur noch der geeignete Distributionspartner mit Schlagkraft. Laut Research and Markets hatte der globale Markt für transdermale Hautpflaster im Jahr 2020 bereits einen Wert von fast 6,5 Mrd. USD erreicht, er soll laut Kuick Research bis 2028 auf etwa 20 Mrd. USD anwachsen. Neben diesen Forschungen arbeiten die Kanadier auch an der Evaluierung von psychedelischen Wirkstoffen für die Behandlung von neurologischen Erkrankungen.

    Die XPhyto-Aktie hat im jüngsten Abwärtstrend nun offenbar angehalten. Seit einigen Tagen schwankt der Kurs bei guten Umsätzen zwischen 0,55 und 0,62 CAD oder rund 0,42 EUR. Das Handelsvolumen ist in Deutschland wegen des Bekanntheitsgrades der Töchter Vektor und 3A sogar manchmal sogar höher als in Kanada. Die aktuell auffälligen Umsätze könnten daher der Vorbote für externe Interessenten sein. Behalten sie den Titel auf der Watchlist!

    Valneva versus CureVac – Wer kann den nächsten Deal besiegeln?

    Spannend ist es wieder um die Biotech-Werte im Impfsektor geworden, die bislang noch keinen Markterfolg landen konnten. Trotz aller Verzögerungen in der Entwicklungsphase ihres Tot-Impfstoffs hat sich die Aktie der französisch-österreichischen Biotech-Firma Valneva in 2021 zu einem der besten Impfstoff-Werte gemausert, ohne dass eine breite Markteinführung stattgefunden hatte. Mitte Juni kam es allerdings zum Sellout bis 7,25 EUR, als es im EU-Genehmigungsprozess zu erneuten Verzögerungen kam. Nun ist die EMA-Zulassung aber erfolgt und die Valneva-Aktionäre können zumindest kurzfristig aufatmen. Die Kurserholung setzte prompt ein und katapultierte den Kurs um 70% nach oben. Da bislang nur die Zulassung bestätigt wurde, bleibt abzuwarten, ob die EU die geplante Bestellung aus 2021 auch wirklich aufrecht erhält.

    Bei CureVac ist es in Sachen Corona-Impfstoff sehr ruhig geworden. Kürzlich gab man die Übernahme von Frame Cancer Therapeutics bekannt, einem privaten Unternehmen, das sich auf fortschrittliche Genomik und Bioinformatik konzentriert, um Neoantigene für verschiedene Krebsarten zu identifizieren. „Die Einbettung von Frame-Technologie und -Expertise in die Onkologie-Forschung von CureVac komplementiert unsere Fähigkeit, vielversprechende Neoantigene für unsere mRNA-Krebsimpfstoff­programme zu identifizieren und zu validieren“, sagte Franz-Werner Haas, Vorstandsvorsitzender von CureVac.

    Mit der neu entwickelten Bioinformatik-Plattform besitzt CureVac nun ein Tool, ein breites Spektrum von Neoantigenen zu identifizieren, das über herkömmliche Neoantigene hinausgeht und dabei helfen könnte, hochwirksame Impfstoffe gegen Krebs zu entwickeln. Eine weitere Anwendung der Frame-Technologie ist die Entwicklung personalisierter Krebsimpfstoffe, wodurch das volle antigene Potenzial eines Tumors genutzt wird. Im Dezember 2021 genehmigten die Aufsichtsbehörden in den Niederlanden das klinische Studienprotokoll von Frame, um den auf einem Peptidimpfstoff basierenden Ansatz bei 15 Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zu bewerten. CureVac wird nun die Entwicklung von personalisierten Krebsimpfstoffen auf mRNA-Basis neu ausrichten.

    Die Aktie hat mit 77%-Verlust in 12 Monaten bereits stark im Markt gelitten, könnte aber mit ersten Erfolgsmeldungen durchaus wieder interessant werden. Der spekulative Investor kann den Titel im aktuellen Korridor zwischen 12 und 14 EUR ruhig einsammeln, für dieses Investment brauchen sie aber mittelfristig Geduld und Nerven.


    Die Biotech-Branche lebt von ihren Erfolgen, die zugehörigen Aktien sind schon immer ein heißes Eisen gewesen. Mit der COVID-Pandemie gab es große Gewinner, aber auch genauso viele Verlierer, die richtige Investment-Auswahl bleibt ein anstrengender Selektionsprozess. Die interessante TDS-Plattformtechnologie von XPhyto kann eines Tages auch für Dritte hochinteressant sein.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Handelsvolumen – Das Handelsvolumen beziffert die Summe aller getätigten Transaktionen.
    3. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

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    • Biotech
    • Corona

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    Kommentar von Fabian Lorenz vom 21.07.2022 | 05:05

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    Die Stimmung an den Weltbörsen hat sich in den vergangenen Tagen stabilisiert. Die Hoffnung lebt, dass die Inflation und der US-Dollar ihre Höchststände erstmal gesehen haben. Auch eine weiche Landung der US-Wirtschaft wird nicht mehr ausgeschlossen. Daher raten beispielsweise JP Morgan und Goldman Sachs zum Kauf von Aktien. Denn aus Sicht der US Banken steigen die Chancen auf eine V-förmige Erholung der Aktienmärkte. Davon könnten Aktien profitieren, die in den vergangenen Monaten unter die Räder gekommen sind. Hierzu zählt BioNTech. Auf die Wiesbadener könnte ein spannender Herbst zu kommen. Ein schwächerer US-Dollar würde dem Goldpreis Auftrieb geben. Davon sollte Gold-Explorer MAS Gold profitieren können. Nordex hat nach zwei Kapitalerhöhung zumindest volle Kassen, aber weiterhin Probleme. Doch Jefferies rät zum Kauf.

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    • Biotech

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