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06.05.2020 | 05:50

BP, Exxon, Shell, Saturn Oil & Gas - Rohöl im Mai noch bis zu 100 USD?

  • Erdöl

In den vergangenen Wochen haben selbst erfahrene Investoren viel über den Öl-Markt gelernt. Als im April 2020 der Preis der Sorte WTI ins Minus rutschte, da war dies ein Novum in der Geschichte des schwarzen Goldes. Zum einen sorgten das Überangebot der Produzenten für Preisdruck, aber darüber hinaus haben auch Spekulanten die Verwerfungen herbeigeführt. Es war eine gefährliche Mischung am Ablauftermin der Mai-Kontrakte. In zwei Wochen laufen die Kontrakte für Juni ab und mit Spannung wird die Preisentwicklung erwartet, aber dieses Mal kann es auch in die andere Richtung gehen.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Mario Hose

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Der Autor

Mario Hose

In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

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Spekulanten haben sich verzockt

Der Handel mit Rohöl am Future Markt findet in mengen- und qualitätsmäßig standardisierten Einheiten statt. So entspricht ein Barrel 159 Liter und ein Lot sind 1.000 Barrel. Gehandelt werden die Kontrakte, also Verträge, an den Warenterminbörsen, wie z.B. die NYMEX in den USA. Die Sorte WTI steht für Western Texas Intermediate und gilt als Standard für die Qualität bei physischer Lieferung zum Ablauftermin.

Im Zusammenhang mit der Lieferung fallen Transport und Lagerkosten an. Als am 21. April die Mai Kontrakte abgelaufen sind, da gab es schlichtweg keine Abnehmer und wer eine Long-Position loswerden wollte, hat nicht nur das Öl verschenkt, sondern musste rund 38,00 USD draufzahlen.

Verknappung und Leerverkäufe

Die Marktteilnehmer haben eine schmerzhafte Erfahrung gemacht, die sich am 19. Mai, dann, wenn die Juni Kontrakte ablaufen, sich wahrscheinlich nicht wiederholen wird. Nach einem Long-Squeeze im April könnte möglicherweise ein Short-Squeeze bis zum Ablauftermin im Mai folgen. Aufgrund des niedrigen Öl-Preises lohnt es für viele Produzenten nicht, die Förderung auf normalem Niveau fortzusetzen. Eine Drosselung führt zum Rückgang des Angebotes.

Gleichzeitig wird die Wirtschaft und somit die Nachfrage nach Öl in den kommenden Wochen wieder weiter zulegen. Spekulanten, die zugleich darauf wetten, dass der Ölpreis beim Ablauftermin wieder niedriger steht, könnten möglicherweise zum Kurstreiber mit ihren Eindeckungen werden. Steigt der Öl-Preis im Mai noch auf 100,00 USD pro Barrel? Wir werden es sehen. Zuletzt notierte der Juni Kontrakt der Sorte WTI bei 24,59 USD und konnte somit gegenüber der Vorwoche bereits um mehr als 100% zulegen.

Vorteil für kanadisches Öl

Die Aktionäre von BP, Exxon und Shell werden wieder spannende Tage vor sich haben. Bis zum Niveau zum Jahresanfang, als der Öl-Preis bei über 60,00 USD notierte, müssen diese Aktien um 50% zulegen. Spannend wird sich auch eine positive Öl-Preis Entwicklung auch für den jungen Produzenten Saturn Oil & Gas aus Kanada auswirken. Das Unternehmen fördert das schwarze Gold in der Provinz Saskatchewan.

Die Vorkommen liegen in der Viking Formation, bestehend aus Sandstein, und können mit weniger als 15 CAD pro Barrel kostengünstiger gefördert werden, als das Schiefer-Öl der Produzenten in den USA. Dieser Wettbewerbsvorteil dürfte Saturn Oil & Gas zukünftig in die Karten spielen. Zumal das Management auch auf den ESG-Trend setzt.

Unbedenkliche Herkunft des Energieträgers

Öl wird auch in Zukunft in der modernen und aufstrebenden Gesellschaft benötigt. Vor diesem Hintergrund können die aktuellen Marktgegebenheiten eine exzellente Einstiegsgelegenheit sein. Im Zusammenhang mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz dürfte der Standort Kanada an Bedeutung gewinnen.

Ethisch und moralisch unbedenkliches Öl wird mittel- bis langfristig einen Wettbewerbsvorteil haben. Wer heute schon Wert auf Fairtrade und biologischen Anbau legt, sollte hinterfragen, welches Regime an der Zapfsäule unterstützt wird.

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Lexikon:

  1. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

Interessenskonflikt & Risikohinweis

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Wenn jemand vom größten Rohstoffmarkt der Welt spricht, dann meint er den Ölmarkt. Täglich werden weltweit knapp 100 Mio. Barrel des Schwarzen Goldes produziert und ausgeliefert, auch wenn Elon Musk immer noch felsenfest behauptet „Öl ist out!“ - Ihm speziell wäre anzuraten, sich einmal zu informieren, wieviel Ölprodukte in einem Tesla verbaut sind. Er wird bei über 300 Bauteilen landen, welche aus Ölderivaten gefertigt sind. Aber egal – die weltweite Nachfrage nach Öl hat laut British Petroleum, unzweifelhaft einer der großen Branchenvertreter, im Jahr 2019 seinen Gipfel erlebt. Der Energiekonzern prognostiziert in seinem jährlichen Energie-Ausblick eine global rückläufige Öl- aber eine robuste Gasnachfrage bis 2050. Gleichzeitig seien erneuerbare Energien in den nächsten 30 Jahren die am schnellsten wachsenden Energieträger. Hier dürfte sogar Elon Musk mit seinen Erwartungen wieder richtig liegen.

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Kommentar von Mario Hose vom 24.09.2020 | 12:34

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