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12.04.2021 | 05:10

BP, Saturn Oil + Gas, BASF – Treibstoff fürs Depot: viele gute News!

  • Öl
  • Gas
  • Akquisition
  • IPO
Bildquelle: pixabay.com

Die Meinungsvielfalt an den Märkten, wo der Ölpreis kurz-, mittel- und langfristig stehen wird nimmt zu. Aber auch strategisch und operativ geschieht viel, was in dem Wust der Informationen leicht verloren geht. So berichtete der britische Ölriese BP letzte Woche, dass man das geplante Ziel der Nettoverschuldung bereits viel früher, bereits im ersten Quartal erreichten werde. Der Clou: der Konzern hatte angekündigt bei Zielerreichung, wieder Aktienrückkäufe in einem hohen Umfang durchzuführen. Wie passt dann aber die Ratingänderung von Moody´s ins Bild mit einer Hochstufung für die kurzfristigen und einer Herunterstufung für die langfristigen Perspektiven? Aber wir schauen uns nicht nur die BP-Aktie im Folgenden genauer an, sondern auch die Entwicklungen der Öl-und-Gas-Beteiligung der BASF, Dea Wintershall, und deren Börsenpläne. Spannend ist auch die Chance des aufstrebenden kanadischen Öl- und Gasproduzenten Saturn, der mit einer Übernahme in eine neue Dimension vorzustoßen könnte.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CA80412L1076 , GB0007980591 , DE000BASF111

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Inhaltsverzeichnis:


    BP PLC – Einen Gang hochschalten: umfangreiche Aktienrückkäufe voraus!

    Momentan notieren die Anteilsscheine der Briten bei rund 300 Pence bzw. bei rund 4 USD. Die Aktie von BP legte seit dem Tief Ende Oktober 2020 ,als der Ölpreis knapp unter 40 USD lag, um (gut) 50 % zu, anhängig vom betrachteten Währungspaar. Das abgelaufene Geschäftsjahr war für den Mineralölkonzern durch hohe Verluste geprägt und verlangte nach einer Schuldenreduktion. Dennoch wurden die Dividendenzahlungen fortgesetzt, Aktienrückkäufe jedoch gestoppt. Mit einer Unternehmensmeldung von letzter Woche erwarten wir kurzfristig weiter steigende Aktienkurse.

    Im Rahmen der Veröffentlichung von vorläufigen Q1-Zahlen gab der Konzern letzte Woche bekannt, man habe das Ziel einer Nettoverschuldung von 35 Mrd. USD bereits im Auftaktquartal und damit wesentlich früher als geplant erreicht. Das sind sehr gute Nachrichten für Aktionäre, denn BP hatte versprochen, mit dem Erreichen dieses Ziels, den Rückkauf eigener Aktien wieder zu starten. Dabei ist der Umfang der geplanten Maßnahmen nicht zu verachten. BP will mindestens 60% des „Cashflow Überschusses” in Form von Aktienrückkäufen verwenden. Was das in Zahlen ausgedrückt bedeutet, wird der Konzern sicherlich am 27. April im Rahmen der Vorstellung der endgültigen Quartalsdaten erläutern. Noch ein wichtiger Zusatz: die Formel für die Durchführung der Aktienrückkäufe enthält eine Einschränkung. Sie sollen unter der Prämisse der „Aufrechterhaltung eines starken Investment-Grade-Kreditratings“ durchgeführt werden.

    Aktionäre, die das lediglich für eine unbedeutende Fußnote halten, sollten wissen, dass die Rating Agentur Moody´s bereits Ende März - vorausschauend und plausibel begründet – das langfristige Rating auf A2 gesenkt, was jedoch immer noch komfortabel im Investment Grade Bereich liegt, sowie den kurzfristigen Ausblick von „negativ“ auf „stabil“ angehoben hat. Kurzfristig überzeugen die Experten die hohe Liquidität in der Bilanz und die durch Verkäufe von Unternehmensbeteiligungen gesunkene Verschuldung. Langfristig sind die Kreditanalysten wegen der Annahme eines rückläufigen Ölpreises und der aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik (Dividenden, Aktienrückkäufe) skeptisch. Dies werde die Risikosituation (Credit Metrics) der Kreditgeber und Anleiheinhaber verschlechtern. Unserer Meinung nach sind die Entwicklungen bei BP positiv. Der Aktienkurs wird durch die Rückkäufe profitieren. Das Risiko einer sich dramatisch verschlechternden Ratingsituation der Gesellschaft, können wir nicht erkennen.

    SATURN OIL + GAS INC – wann platzt der Knoten?

    Seit einiger Zeit ist es etwas leiser um den aufstrebenden kanadischen Öl- und Gas Produzenten geworden. Der Kurs hat sich vom Verlaufstief der letzten 12 Monate nahezu auf 0,14 CAD verdoppelt. Damit verfügt der Produzent mit einer branchenweit niedrigen Kostenposition über einen Börsenwert von lediglich 33 Mio. CAD. Saturn konzentriert sich auf die Akquisition und Entwicklung unterbewerteter und risikoarmer Öl- und Gas-Gebiete in Kanada. Anleger warten immer noch gespannt auf die Ende letzten Jahres in Aussicht gestellte Akquisition. Derzeitiger operativer Schwerpunkt ist die Provinz Saskatchewan.

    Mit Vollzug könnte die Gesellschaft in wirklich neue Dimensionen vorstoßen und dies gleich in zweierlei Hinsicht. Da sich die Kanadier sowie auf risikoarme und Cashflow generierende Assets spezialisieren und branchenweit zu den günstigsten Konditionen produzieren können, wird sich ein Zukauf direkt positiv auf das Zahlenwerk und die Profitabilität auswirken. Dann dürfte die Aktie sich explosionsartig nach oben bewegen.

    Die Weichen für alles sind gestellt. Mit der Erweiterung des Saturn-Teams durch den erfahrenen Jean-Pierre Colin als Berater Ende 2020, hat die Gesellschaft einen Experten mit jahrzehntelange Track Record an Bord, der den nächsten Wachstumsschritt tatkräftig unterstützen wird. Auch die Anstrengungen, die Saturn im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit macht und zahlreiche Maßnahmen umgesetzt hat, sind positiv zu werten und dürften zunehmend mehr Anleger überzeugen.

    BASF – ab Herbst IPO von Wintershall Dea möglich

    BASF peilt einen Börsengang seiner Beteiligung Wintershall Dea ab September an. Der Öl- und Gaskonzern entstand 2019 aus dem Zusammenschluss der BASF-Tochter Wintershall mit dem Konkurrenten Dea. Wintershall Dea ist nun Europas größter Gas- und Ölproduzent. BASF ist mit rund 67% Großaktionär. Die Investorengruppe LetterOne hält als ehemalige Dea-Eigentümerin die verbleibenden Anteile. Der im letzten Jahr geplante IPO wurde wegen der Corona-Pandemie verschoben.

    Ziel der Gesellschaft ist weiter zu wachsen und die Marktposition insbesondere im Bereich Öl auszubauen unter besonderer Berücksichtigung der Kapitalallokation. Ähnlich wie im Fall BP soll eine attraktive Dividendenpolitik umgesetzt werden, aber mit dem Augenmaß ein Investment-Grade-Ratings zu erhalten. In Punkto Rentabilität kommt der Gesellschaft die kostengünstige Produktionsbasis zugute.

    Abseits der finanzwirtschaftlichen Parameter, spielt das Thema Nachhaltigkeit eine sehr große Rolle für das Unternehmen. Wintershall Dea bezeichnet es sogar als „Herzstück“ des Geschäftsmodells. Am Herzen dürfte Aktionären der BASF auf jeden Fall der Börsengang der Beteiligung zu einem guten Preis liegen. Abseits der Produktion gibt es in Zukunft auch noch andere Felder, in den die Gesellschaft erfreuen könnte. So ist Wintershall Dea bereits lange im Erdgastransport tätig. Mit der Präsenz im hochwertigen und stabilen Midstream-Geschäft kann die ganze Wertschöpfungskette abgebildet werden, was in turbulenten Zeiten ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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