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20.04.2022 | 06:06

BP, Saturn Oil + Gas, Deutsche Rohstoff – Weiter deutliche Abhängigkeit

  • Öl
  • Gas
  • Rohstoff
Bildquelle: pixabay.com

Man kann es drehen und wenden wie man will und weitere ehrgeizige Pläne für einen schnelleren Umstieg von fossilen Energieträgern auf Erneuerbare Energien schmieden. Aktuell ist die Weltwirtschaft abhängig von Erdöl und Erdgas. Und dies dürfte auch in naher Zukunft so bleiben, wie man an den wieder deutlich anziehenden Ölsorten Brent und WTI beobachten kann. Die Hauptprofiteure dieses Trends - JP Morgan rief bereits im Juni 2020 bei Öl einen Superzyklus aus - sind ohne Zweifel die Produzenten des schwarzen Goldes.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BP PLC DL-_25 | GB0007980591 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , DT.ROHSTOFF AG NA O.N. | DE000A0XYG76

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Inhaltsverzeichnis:


    Ölpreis unter Null

    Können Sie sich noch an den historischen Öl-Crash im März 2020 erinnern, als die Öl-Futures im negativen Bereich notierten? Damals glaubten nur wenige Marktteilnehmer daran, dass sich der Energieträger in Richtung 100 USD je Barrel erholen könnte. Die große Ausnahme bildeten die Analysten von JP Morgan. Bereits vor dem historischen Ölpreiseinbruch im März hatte Christyan Malek, Leiter der Öl- und Gasforschung in Europa, im Nahen Osten und in Afrika bei JPMorgan, ein Ziel von 190 USD ausgerufen. Als Begründung gab Malek damals an, dass das starke Überangebot auf dem Ölmarkt eine Produktionskürzung nach sich gezogen hat. Somit würden die überversorgten Ölmärkte in ein "grundlegendes Angebotsdefizit" fallen. "Das Defizit spricht für sich. Das bedeutet, dass die Ölpreise durch die Decke gehen werden", sagte er vor rund 24 Monaten.

    Sanktionen verstärken den Druck

    Ob der Analyst eine Glaskugel besitzt, wurde nicht übermittelt. Auf jeden Fall schätzte dieser die Situation punktgenau ein. Wahrscheinlich wären seine Ziele noch höher gelegen, hätte er damals von den ausgesprochenen und noch geplanten Sanktionen gegen Russland gewusst. Diese sorgen nun noch einmal für weiteren Druck und verschärfen die Knappheit auf der Angebotsseite. Aktien von BP und Shell haussieren und notieren bereits wieder deutlich über ihren Ständen von vor der Corona-Pandemie. Für BP sieht die US-Bank JP Morgan weiteres Kurspotenzial und erhöhte das Kursziel von 480 GBp auf 500 GBp. Das Urteil wurde mit „overweight“ wiederholt. Der oben erwähnte Analyst Christyan Malek bleibe für Öl und Ölaktien optimistisch und rechne mit dem Beginn eines mehrjährigen Superzyklus. Neben BP seien Shell, Eni, Neste und Repsol die weiteren Favoriten des Experten.

    Saturn Oil & Gas mit deutlichen Reserven

    Neben den großen Playern am Ölmarkt ist die Analystengemeinde auch euphorisch für aufstrebende Produzenten aus der zweiten Reihe. Für Saturn Oil & Gas, einem kanadischen Explorations- und Entwicklungsunternehmen, das Lizenzen für die Öl- und Gasexploration in Südost-Saskatchewan und West-Central-Saskatchewan besitzt, sieht sowohl das Analystenhaus 'GBC Research' mit einem Kursziel von 13,12 CAD, umgerechnet 9,41 EUR, als auch 'Beacon Securities' mit 8,50 CAD (6,23 EUR) Vervielfachungspotenzial. Nachbörslich kam gestern erstmalig 'Velocity Trade Capital' mit einer Studie raus und stuft die Aktie mit 'Outperform' sowie Kursziel 7,00 CAD ein.

    Dabei gehen die Analysten der GBC AG in ihrer neuesten Studie im Jahr 2022 von einer durchschnittlichen Produktion von voraussichtlich 8.000 boe/d aus. Dies dürfte zu einem massiven Umsatzwachstum von geschätzten 287,1 Mio. CAD führen. Zudem gehen die Experten Julien Desrosiers und Felix Haugg davon aus, dass das Unternehmen angesichts des aktuellen Ölpreises seine Schuldentilgung beschleunigen, die Nettoverschuldung bis Ende 2022 um 80% reduzieren wird und bereits im dritten Quartal 2023 zu 100% schuldenfrei sein könnte.

    Anstieg um 668%

    Kürzlich veröffentlichte Saturn Oil & Gas die Ergebnisse der unabhängigen Reservenbewertung der Erdöl- und Erdgasaktiva des Unternehmens zum 31. Dezember 2021 gemäß National Instrument 51-101 - Standards of Disclosure for Oil and Gas Activities sowie gemäß Canadian Oil and Gas Evaluation Handbook. Der von Ryder Scott erstellte Reserven-Bericht bewertete die Aktiva des Unternehmens und zeigte das enorme Wachstum, dass die Kanadier seit der transformativen Übernahme im vergangenen Juni hingelegt haben. So beträgt der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr 668%. Dabei bezieht sich die Arbeit auf 351 gebuchte Standorte für Bohrungen, wovon sich allein 85% beim Oxbow-Aktivum befinden. In der Mischung von Öl zu Gas liegen die Proben bei 96% Öl-Anteil und Natürliche Gasflüssigkeiten und zu 4% bei Erdgas.

    Beeindruckende Performance

    Im März 2020 beim Ausbruch der Corona-Pandemie kostete ein Anteilsschein der Deutsche Rohstoff AG 6 EUR, 2 Jahre später mussten Anleger das Fünffache zahlen. 31,10 EUR bedeuteten nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine ein neues Allzeit-Hoch. Aktuell konsolidiert der Wert auf hohem Niveau im Bereich von 27,00 EUR. Hauptverantwortlich für die hervorragende Entwicklung der letzten Jahre war der noch amtierende CEO Dr. Thomas Gutschlag. Am 28. Juni soll jedoch Schluss sein. Auf der virtuellen Hauptversammlung will der Firmenlenker in den Aufsichtsrat wechseln. Als Nachfolger steht der jetzige Finanzvorstand Jan-Philipp Weitz bereits in den Startlöchern.

    Operativ setzten sich die Erlöse in der jüngsten Vergangenheit aus dem Öl- und Gasgeschäft zusammen. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, setzen die Mannheimer zusammen mit dem australischen Unternehmen SensOre auf Lithium-Explorationsprojekte im frühen Stadium, ein Projekt soll im Bundestaat Western Australia evaluiert werden. So vermeldete die Deutsche Rohstoff AG: „Das verbindliche Term Sheet sieht vor, dass zunächst acht durch SensOres Technologie identifizierte Ziele gemeinsam erkundet und gegebenenfalls erworben werden.“


    Die Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas dürfte auch in den nächsten Jahren bestehen bleiben. Profitieren werden neben den großen Playern wie BP auch aufstrebende und im Vergleich unterbewertete Produzenten wie Saturn Oil & Gas. Bei einem weiter steigenden Preis belibt auch die Deutsche Rohstoff AG interessant.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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