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29.07.2026 | 05:06

Drohnen, Speicher, Energie: Chancen bei SanDisk, Volatus Aerospace und 2G Energy!

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Bildquelle: AI

Es sind extrem volatile Zeiten an der Börse. Zwei Entwicklungen sind derzeit maßgeblich: Zum einen ist es die hohe Volatilität bei den Aktien rund um den KI-Boom. Dies zeigt der Blick nach Südkorea, wo der Leitindex Kospi fast täglich um 5 bis 8 % schwankt. Zum anderen ist es der Krieg am Persischen Golf und damit der Ölpreis, der die Anleihe- wie Aktienmärkte stark bewegt. Die Straße von Hormuz ist zu und der Zugang zum Roten Meer mindestens schwierig. Dies bewegt die Preise, vom Öl bis zu Staatsanleihen. Anleger sollten in solchen Phasen stets einen kühlen Kopf bewahren und darauf setzen, was wir seit Monaten schreiben. Der Regierung in Washington ist nichts wichtiger als der US-Aktienmarkt. Und zum zweiten will sie stets die Renditen der US-Bonds im Griff haben, denn sonst wird die Refinanzierung der exorbitanten Staatsverschuldung (inzwischen fast 40 Billionen USD) schwierig. Daher sollten Anleger stets ein Auge auf die Chancen und Risiken an den Märkten legen. Wir blicken deshalb heute auf die Aktien von SanDisk, Volatus Aerospace und 2G Energy.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: SANDISK CORPORATION | US80004C2008 | NASDAQ: SNDK , VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , 2G ENERGY AG | DE000A0HL8N9

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Inhaltsverzeichnis:


    SanDisk: Kommt eine zweite Welle nach oben?

    Die Aktie von SanDisk hat sich in den vergangenen 18 Monaten in der Spitze mehr als vervierzigfacht. Mit den massiven Investitionen in KI-Rechenzentren stieg auch die Nachfrage nach Speicher-Spezialisten wie SanDisk. Doch die erste Welle des Booms ist nun vorbei. Die Aktie von SanDisk hat vom Allzeithoch rund ein Drittel an Wert verloren. Die Charts anderer KI-Profiteure sehen momentan ähnlich aus.
    Fundamental bleibt die Story intakt. Die Google-Mutter Alphabet hat gerade erst mit der Vorlage der Q2-Zahlen ihr Capex für Rechenzentren auf dieses Jahr auf über 200 Mrd. USD hochgesetzt. Auch andere dürften diesem Beispiel folgen. Die Nachfrage nach den ultraschnellen Speicherchips sollte also hoch bleiben.
    Operativ bleibt SanDisk in der Spur. So zeigen die Ende April vorgelegten Zahlen für das dritte Geschäftsquartal das extreme Wachstum. Der Quartalsumsatz (+251 % auf 5,95 Mrd. USD und der Gewinn je Aktie (23,41 USD; 2025: rot) legten massiv zu. Das Management scheint in der besten aller Speicherwelten zu agieren und rechnet für das abschließende vierte Quartal mit einer Bruttomarge von sensationellen 65 % bis 67 %.
    Im Markt wird über einen Aktiensplit spekuliert, da das Papier schon lange die 1.000-USD-Marke genommen hatte. Oft zieht diese optische Verbilligung neue Käufer, meist Privatanleger, an. Bewertungstechnisch ist SanDisk nicht teuer. Das KGV dürfte auf Basis der Konsensschätzungen der Wall Street für das laufende Geschäftsjahr bei etwa 18 liegen.
    Was die aktuelle Entwicklung dämpft, sind aber die Sorgen vor einem Platzen der KI-Blase. Hinzu kommt, dass auch die hohen Preise von Speichern für Hektik bei den Abnehmern sorgen. Aus Südkorea gibt es Meldungen, dass man künftig auf billigere chinesische Speichermedien setzen könnte. Insofern bleibt ein Investment in SanDisk auch nach der kräftigen Korrektur vor allem eine heiße Spekulation mit heute unbekanntem Ausgang.

    Volatus Aerospace: Profiteur des Misstrauens!

    Der Drohnenkrieg am Persischen Golf sowie zwischen Russland und der Ukraine macht deutlich, dass die Zeit der Panzer und großen Kriegsschiffe in der heutigen Form wohl abgelaufen ist. Die Mittelmächte wehren sich überraschend erfolgreich gegen die Attacken der Großmächte und steigen selbst zu den stärksten Armeen der Welt auf. Dies dürfte zumindest mit Blick auf Raketen und Drohnen gelten. Dementsprechend sind künftig nicht nur kämpfende Soldaten gefragt, sondern Menschen, die das Zusammenspiel von Soft- und Hardware perfekt beherrschen. Es könnten also ungemütliche Jahre für Konzerne wie Rheinmetall oder Lockheed Martin werden.
    Denn an der Börse finanzieren sich kleine, schnelle Unternehmen derzeit gut, um in diesem Wachstumsfeld Marktanteile zu gewinnen. Und das Volumen ist erheblich. Der Militärmarkt ist einer der größten der Welt und wächst beständig. In diesem Segment will auch Volatus Aerospace punkten und stellt somit eine Alternative für Anleger dar, die genau auf diesen Trend setzen wollen. Schon jetzt verfügen die Kanadier über eine Vertriebs-Pipeline von 500 Mio. CAD. Im Fokus stehen vor allem NATO-Partner sowie die Heimat selbst. Neben dem Drohnen-Portfolio bietet Volatus Aerospace dabei auch Service- und Datendienste an. Wie groß allein der kanadische Markt ist, zeigt der Strategiewechsel der Regierung in Ottawa. Premierminister Carney traut dem großen Nachbarn nicht mehr und hat eine Abkehr vom Einkauf bei US-Rüstungsunternehmen eingeleitet. Mittel- und langfristig sollen mehr als zwei Drittel des nationalen Verteidigungsbudgets im Volumen von rund 80 Mrd. USD im Land ausgegeben werden. Mit Volatus‘ Technologie bietet sich somit schon ein einheimisches Unternehmen, das hier in die Bresche springt und vom Misstrauen gegen (frühere) Partner profitiert.
    Volatus-CFO Abhinav Singhvi erklärte die Strategie des Unternehmens und erläuterte die 500 Mio. CAD schwere Pipeline des Unternehmens.
    https://www.youtube.com/watch?v=fURtUtX51IY

    Die Aktie von Volatus Aerospace hat im vergangenen Jahr stark von diesen Aussichten profitiert. Mit dem Kriegsbeginn am Golf aber kam eine extreme Volatilität in das Papier. So schwankte der Wert zwischen 0,50 und 0,80 CAD. Momentan befindet sich die Volatus-Aktie wieder am unteren Ende dieses Korridors. Der Börsenwert liegt mit rund 350 Mio. CAD deutlich unter dem Niveau der aktuellen Vertriebspipeline. Wer an den Wandel in der modernen Kriegsführung glaubt, kann mit Volatus Aerospace diesen Trend langfristig spielen.

    2G Energy: Der KI-Profiteur aus dem Münsterland!

    Ein großer Flaschenhals beim Ausbau der KI-Infrastruktur ist die Energieversorgung. Die riesigen, milliardenschweren Projekte verteilen sich oft auf den ländlichen Raum. Die US-Energieinfrastruktur kann damit in der Regel nicht umgehen. Das öffentliche Stromnetz ist schnell überlastet und die Anschlusszeiten liegen oft zwischen drei und fünf Jahren. Die Nachfrage ist immens und das System marode. Neueste Analystenschätzungen gehen davon aus, dass bereits 2035 ein Fünftel der US-Stromnachfrage von Rechenzentren kommt. Es muss also viel getan werden, um schnell die Rechenzentren in Betrieb zu bekommen.
    Hier kommt auch ein deutsches Unternehmen ins Spiel. 2G Energy profitiert direkt vom Strombedarf des KI-Booms in den USA. Für schnelle Lösungen bei der Energieversorgung setzen viele auf dezentrale Optionen. 2G Energy liefert modulare, schlüsselfertige Blockheizkraftwerke (BHKW) in Container-Bauweise. Diese umgehen lange Netzanschluss-Wartezeiten und lassen sich schnell hochskalieren. Die Anlagen arbeiten im sogenannten Inselbetrieb und garantieren so die extrem kritische unterbrechungsfreie Stromversorgung von Rechenzentren. Ein netter Nebeneffekt: Neben Strom entsteht bei der Kraft-Wärme-Kopplung auch Abwärme, die über Absorptionskältemaschinen direkt zur Kühlung der KI-Server genutzt werden kann.
    Und die Aufträge kommen nun auch: So meldete das Unternehmen im Mai einen Großauftrag zur Ausstattung von KI-Rechenzentren in den USA. Demnach werden die Münsterländer containerisierte Energieversorgungsanlagen liefern. Das Volumen des Auftrags liegt laut Unternehmen bei über 100 Mio. Später veröffentlichte 2G Energy, dass man weitere Aufträge aus der KI-Branche bekommen habe, deren Volumen ebenfalls im dreistelligen Millionenbereich liegt. Der Vorstand geht davon aus, dass sich die Nachfrage noch einmal beschleunigt. Für das kommende Jahr wird nun ein Umsatzsprung auf 570 bis 620 Mio. EUR im Konzern erwartet. Zudem soll auch die Marge steigen. Die Aktie von 2G Energy hat sich seit Jahresanfang mehr als verdreifacht und konsolidiert derzeit unter dem Jahreshoch. Langfristig orientierte Anleger könnten sich ein paar Stücke ins Depot legen. Die nächste charttechnische Unterstützung liegt um 55 EUR.


    Fazit: Mit SanDisk können Anleger auf eine zweite Boomwelle bei Speichermedien für KI-Rechenzentren setzen. Die Aktie ist nicht zu teuer, die Spekulation darin aber extrem und nur für Zocker geeignet. Mit Volatus Aerospace investieren Anleger in die Zukunft der Kriegsführung. Die Zeit von Drohnen ist gekommen, nun gilt es weitere Aufträge einzuheimsen. Bei 2G Energy gibt es den Extraschub durch die Nachfrage aus der KI-Branche. Die dezentralen Energieversorgungslösungen dürften noch eine Weile stark nachgefragt werden.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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