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15.01.2024 | 05:10

Hertz, Saturn Oil + Gas, Occidential Petroleum – Deutliche Vorboten einer Trendwende

  • Elektromobilität
  • Öl
  • fossile Brennstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Elektromobilität, oft als die Zukunft des Verkehrs gepriesen, steht im Zentrum einer globalen Verkehrswende. Auf den traditionellen Verbrennungsmotor wurde bereits ein Abgesang gesungen. Doch noch immer ist das mit fossilen Brennstoffen gefüllte Vehikel das mit Abstand meistverkaufte. Und die Probleme bei den mit Batterie betriebenen Fahrzeugen häufen sich. Neben der immer noch fehlenden Tankinfrastruktur sind die Kaufpreise ohne Subventionen der Regierung schlichtweg zu teuer. Zudem treten vermehrt höhere Reparaturkosten auf.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , OCCIDENTAL PET. DL-_20 | US6745991058 , HERTZ GLOBAL HOLDING INC. | US42806J1060

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Inhaltsverzeichnis:


    Hertz – Zurück zu den Wurzeln

    Die Meldung des Fahrzeugvermieters Hertz sorgte in der vergangenen Woche für viel Aufmerksamkeit auch außerhalb der Börse und könnte eine Rolle rückwärts in der Bestückung von Fahrzeugflotten mit Elektroautomobilen auslösen. Vor zwei Jahren wagte der US-Konzern als einer der ersten, im großen Umfang auf die CO2-freie Lösung zu setzen. Jetzt, nach mehreren negativen Ereignissen, will Hertz rund 20.000 seiner mit Batterie betriebenen Einheiten durch Verbrenner ersetzen.

    Im Fokus der strategischen Neuausrichtung von Hertz standen vor rund zwei Jahren vor allem Tesla und Polestar. Im Herbst 2021 sorgte die Nachricht für Aufsehen, dass Hertz eine Großbestellung von 100.000 Tesla-Fahrzeugen tätigte, was einen massiven Short-Squeeze auslöste und die Aktienkurse zeitweilig verdreifachte. Vor dem Quartalsbericht Anfang Februar hat Hertz von einer finanziellen Belastung berichtet. Durch die Umstellung ihrer Fahrzeugflotte auf Elektromodelle entsteht eine Abschreibung von 245 Mio. USD, die ein Drittel des globalen Fuhrparks betrifft. Die Entscheidung zum Wechsel, so CEO Stephen Scherr, sei durch die hohen Wartungs- und Reparaturkosten von E-Fahrzeugen motiviert, die bei Auffahrunfällen doppelt so hoch seien wie bei Verbrennern.

    Diese hohen Kosten der E-Fahrzeugflotte haben bereits im letzten Quartal zu einer Margenverschlechterung geführt. Der geplante Verkauf der E-Fahrzeuge bis Ende 2025 zielt darauf ab, die Unternehmensmargen zu verbessern. Dies ist ein notwendiger Schritt für Hertz, das mit insgesamt 3,1 Mrd. USD verschuldet ist. Trotz der massiven Abschreibungen erwartet das Management jetzt, dass die geplante Margenverbesserung die finanziellen Einbußen ausgleichen wird.
    Im Zuge der Meldung verlor die Aktie rund 6 % auf 8,34 USD. Ein Rutsch unter das Tief des Jahres 2023 bei 8,10 USD würde einen weiteren Ausverkauf noch beschleunigen.

    Saturn Oil & Gas – Analysten euphorisch

    Im Vergleich zum Basiswert, der Preis der Rohölsorte West Texas Intermediate, gab seit Jahresanfang rund 1 % nach, konnte der kanadische Ölproduzent mit einer Jahresperformance von rund 10 % glänzen und mit dem Sprung über die Widerstandsmarke bei 2,40 CAD den Weg für weitere Kurssteigerungen freimachen. Kurzfristig wäre ein Anstieg bis in den Bereich von 2,80 CAD möglich. Rückenwind erhält die Aktie von Seiten der Indikatoren. Sowohl RSI als auch MACD sprangen beide in den grünen Bereich.

    Die Gründe für die positive Grundstimmung sind vielschichtig. Zum einen lagen die die anfänglichen Produktionsergebnisse der ersten OHML-Bakken-Bohrung über den Erwartungen. Dabei wies die erste multilaterale unverrohrte Bakken-Bohrung des Unternehmens im Gebiet Viewfield im Südosten von Saskatchewan eine durchschnittliche 30-Tage-Produktion von etwa 233 Barrel Leichtöl pro Tag auf, was 49 % über den Erwartungen des Managements lag. Das zweite Bohrloch wurde bereits im Dezember erschlossen, so dass Ende Januar weiterer News Flow in Bezug auf die neuesten Bohrergebnisse über die Börsenticker laufen dürfte.

    Optimistisch zeigen sich die Analysten von Echelon Capital Markets in ihrer frisch erschienenen Studie. Zum einen habe Saturn mit Abstand das beste Renditepotenzial im Bereich der Junior Explorations- und Produktionsunternehmen. Mit sinkendem Verschuldungsgrad dürfte das Free Cashflow–Potenzial vom Markt besser verstanden werden. Zudem konnte Saturn Oil & Gas mit der oben genannten Bakken-Bohrung weiteres Erschließungspotenzial heben. Die Experten versehen die Energieaktie mit einem Kursziel in Höhe von 5,65 CAD und dem Urteil „Kaufen“.

    Occidental Petroleum – Warren kauft weiter

    Die Anlegerlegende mit seinem Investmentvehikel Berkshire Hathaway lässt sich von der aktuellen Korrektur am Ölmarkt nicht verunsichern und folgt weiter seiner Strategie eines langfristigen Anlagehorizonts. Mit dem Kauf weiterer Anteile an Occcidental Petroleum stieg der Berkshire Hathaway-Anteil von zuvor 27,7 % auf aktuell 34 %.

    Erst im Dezember des vergangenen Jahres baute Buffett den Anteil aus, nachdem Occidental das privatgeführte Unternehmen CrownRock für 12 Mrd. USD übernahm. Dieser Kauf diente dem Erwerb umfangreicher Schieferölreserven im Permian-Becken in Westtexas und im Südosten New Mexicos. Das Permian-Becken ist das profitabelste Öl- und Gasfeld der USA.

    Trotz der Meldung gab die Aktie des Ölproduzenten weiter nach und markierte mit 56,67 USD ein neues Jahrestief. Wichtig ist der marginal niedriger liegende Unterstützungsbereich bei 55,51 USD. Sollte dieser durchbrochen werden, würde ein frisches Verkaufssignal mit einem Downside-Risiko bis zunächst 45 USD generiert.


    Hertz macht eine Rolle rückwärts bei der Bestückung seiner Fahrzeugflotte. Die Analysten von Echelon sehen in Saturn eine potenzielle Verdopplungschance. Warren Buffett kauft trotz der Gefahr neuer Jahrestiefs weitere Aktien von Occidental Petroleum.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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