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15.09.2022 | 04:44

Kampf gegen Krebs: BioNTech, Defence Therapeutics, Valneva, Morphosys – Welche Biotech-Aktie liegt vorne?

  • Biotech
  • Krebsforschung
  • Pharmazie
Bildquelle: pixabay.com

Seit dem ursprünglichen Start des „Cancer Moonshot“ im Jahr 2016 hat die US-Krebsgemeinschaft messbare Fortschritte bei der Verwirklichung von drei ehrgeizigen Zielen gemacht: Beschleunigung der wissenschaftlichen Entdeckung von Krebs, Förderung einer stärkeren Zusammenarbeit und Verbesserung der gemeinsamen Nutzung von Krebsdaten. Anfang 2022 kündigte Präsident Biden eine Neuauflage des „Cancer Moonshot“ an und nannte neue Ziele: So soll es zu einer Halbierung der Krebstodesrate innerhalb von 25 Jahren und einer deutlichen Verbesserung des Lebens von Menschen mit Krebs kommen. Die Initiative lebt in den USA gerade wieder auf. Einige Biotech-Aktien könnten in diesem Umfeld deutlich zulegen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851 , DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

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Inhaltsverzeichnis:


    David Elsley, CEO, Cardiol Therapeutics
    "[...] Wir sind fest davon überzeugt, dass CBD die Behandlung von Erkrankungen des Herzens revolutionieren kann. [...]" David Elsley, CEO, Cardiol Therapeutics

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    BioNTech – Bereits erste Erfolge im Bereich Bauchspeicheldrüsen-Krebs

    Die International Agency for Research on Cancer schätzt die Zahl der Krebstoten für das Jahr 2020 auf weltweit rund 9,96 Mio. Menschen. Die Zahl der Krebsneuerkrankungen belief sich im gleichen Jahr auf rund 19,3 Mio., Tendenz steigend. Laut Prognose könnte sich dieser Wert bis zum Jahr 2040 auf rund 16,3 Mio. per annum erhöhen. Mit rund 1,76 Mio. Toten forderte Lungenkrebs weltweit die meisten Menschenleben, mit deutlichem Abstand folgen die Krebsarten Darm- und Magenkrebs mit rund 881.000 bzw. 783.000 Toten. Zusammen mit Leber- und Brustkrebs waren diese fünf Krebsarten weltweit für über die Hälfte aller krebsbedingten Todesfälle verantwortlich.

    Das Mainzer Biotech-Unternehmen BioNTech meldet einen zaghaften Erfolg für eine mRNA-Therapie gegen eine der tödlichsten Tumorarten, den Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Therapie, die nach der operativen Entfernung des Tumors und zusätzlich zur Chemotherapie eingesetzt wurde, hat die Rückfallquote bei 8 von 16 Patienten innerhalb von 18 Monaten deutlich reduziert, teilt BioNTech nach ersten Testreihen mit. „Da nur weniger als 5% der Patienten auf die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten ansprechen, ist Bauchspeicheldrüsenkrebs eine der Krebsarten mit dem höchsten medizinischen Bedarf“, sagt Özlem Türeci, Mitbegründerin und Chefin von BioNTech.

    Die BioNTech-Aktie erreichte ihren Spitzenwert bei rund 464 USD im vergangenen August, seitdem hat der Wert in der Spitze fast 75% an Wert verloren. Mit Annäherung an einen weiteren COVID-Herbst könnten die Impfstoff-Verkaufszahlen bei den Mainzern wieder ansteigen, die geringe Impfbereitschaft spricht aber eine andere Sprache. Angesichts der aktuell niedrigen Bewertung mit KGV 8,5 für das Jahr 2023e könnten aber durchaus Überraschungen von einer anderen Produktseite lauern. Nutzen sie die aktuelle NASDAQ-Schwäche für langfristig ausgelegte Neu-Positionierungen.

    Defence Therapeutics – Schnell voran mit der ACCUM -Plattform

    Der kanadische Biotech-Spezialist Defence Therapeutics (DTC) hat mit der ACCUM -Plattform eine patentierte Technologie entwickelt, welche in der aktuellen Krebsforschung große Hoffnung macht. Die Wiederaufnahme von Bidens „Cancer Moonshot“-Initiative wirkt für die Kanadier daher wie eine Steilvorlage für neue Forschungen. Auch bislang kann sich das Unternehmen im Entwicklungsgrad schon innerhalb der Branche bemerkbar machen.

    Die ACCUM-Technologie schafft Möglichkeiten, einen präzisen Transport von Antigenen oder ADCs in intakter Form zu den Zielzellen zu ermöglichen. Dabei gab es jüngst eine bahnbrechende Entdeckung: Die ACCUM Variante „A1“ wandelt mesenchymale Stromazellen in potente antigenpräsentierende Zellen um, die sich für die Krebsimpfung eignen. Das Immunsystem ist eine strukturierte Einheit, die im Tandem arbeitet, um spezifische Immunzellen zu aktivieren, die "Nicht-Selbst"-Antigene suchen und zerstören. In Bezug auf Krebs stützt sich das Immunsystem auf dendritische Zellen (DCs), eine Untergruppe potenter endogener APCs, um zytotoxische T-Lymphozyten (CTLs) zu aktivieren. Die CTLs können dann virusinfizierte oder krebsartige Zellen angreifen und eliminieren. Leider können die meisten Krebszellen jedoch Strategien entwickeln, um der DC-ausgelösten Immunität zu entgehen, was zur Entwicklung tödlicher Tumore führt.

    Obwohl mehrere Strategien von anderen Unternehmen entwickelt und getestet wurden, um diese Anomalie zu korrigieren, scheiterten die meisten von ihnen an den Einschränkungen, die mit dem ineffizienten CTL-Priming zusammenhängen. Um dieses Problem zu überwinden, wandte Defence Therapeutics eine neuartige Strategie an, die darin besteht, die immunsuppressiven MSCs umzuprogrammieren, um sie in potente APCs zu verwandeln. Diese Entdeckung und Anwendung ist nicht nur unkonventionell, sondern hat auch das Potenzial, den Bereich der modernen Medizin zu revolutionieren, da sie als neuartige therapeutische Krebsimpfstoffe und Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten eingesetzt werden kann.

    Die von Defence durchgeführten präklinischen Studien an Tieren haben kürzlich gezeigt, dass die Verabreichung des ARM-Impfstoffs zusammen mit dem Anti-PD1-Immun-Checkpoint einen synergistischen Effekt hat, der zu einem 100-prozentigen Überleben von Tieren mit vorbestehendem Lymphom führt. "Dies ist ein weiteres erfolgreiches Beispiel dafür, wie vielseitig und effizient die ACCUM-Technologie ist. Durch die Optimierung spezifischer Komponenten des ACCUM-Moleküls kann Defence neue Entitäten mit neuartigen pharmakologischen Eigenschaften entwickeln, die bei der Entwicklung neuer Produkte für verschiedene Krebsindikationen im Rahmen einer personalisierten Medizin eingesetzt werden können", sagt Herr Plouffe, CEO von Defence Therapeutics.

    Defence bereitet derzeit die Herstellung des ARM-Impfstoffs in einem GLP-Reinraum in Kanada vor, um eine Phase-1-Studie bei Melanompatienten durchzuführen. Ziel ist es, diese klinische Studie im zweiten Quartal 2023 zu beginnen. Die DTC-Aktie ist derzeit bei 1,34 EUR zu haben, in Hinblick auf die hohe Beachtung von Bidens „Cancer Moonshot“ könnten sich die nächsten 12 Monate zu einem Freudenfest für die Aktionäre entwickeln.

    Valneva oder Morphosys – Wer setzt zum Steigflug an?

    Der französisch-österreichische Impfstoff-Hersteller Valneva entwickelt, produziert und vermarktet Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten. Mit seinem Totimpfstoff VLA 2001 verfügt Valneva über ein Vakzin gegen das Coronavirus, bislang ist der Verkaufserfolg aber überschaubar. Aktuell hat die Gesellschaft mit VBI Vaccines eine Partnerschaft für die Vermarktung und den Vertrieb des Hepatitis-B-Impfstoffs PreHevbri abgeschlossen. Adressiert werden ausgewählte europäische Staaten, Anfang 2023 soll der bereits in der EU und Großbritannien zugelassene Impfstoff in diesen Ländern verfügbar sein. Eventuell lässt sich der aktuelle Abwärtstrend der Aktie damit auch wieder stoppen. Mit 8,4 EUR steht der Wert am unteren Ende der Trading-Range von 7 bis 16 EUR, technisch sind derzeit aber noch keine Kaufanreize gegeben.

    Besser steht es um die Aktie von Morphosys. Zwar kann man seit längerem keine veritablen Unternehmensnachrichten lesen, aber es gibt signifikante Shortpositionen von Marshall Wace LLP (1,28%) und Qube Research & Technologies Limited (0,74%). Positive Analysten-Kommentare setzten die Manager der Hedgefonds offenbar unter Druck. So kam es letzte Woche wie von Geisterhand zu einem Anstieg der Aktie von 25% in einem eher schwachen Marktumfeld.

    Die Analysten bleiben jedoch skeptisch. Von den sechs begleitenden Brokern, raten vier nicht ausdrücklich zum Kauf. Die Hamburger Privatbank Berenberg ist aber offensiv und sieht ein Kursziel von immerhin 65 EUR. Die letzten Quartalszahlen konnten zwar nur wenig begeistern, dennoch macht die Pipeline gute Fortschritte. Der Hauptfokus liegt jetzt auf der Alzheimer-Forschung, das Blutkrebs-Medikament Monjuvi kann auch noch deutlich an Traktion gewinnen. Charttechnisch positiv wird es, wenn der Kurs die 21,70 EUR erklimmen kann, neue Quartalszahlen gibt es erst in zwei Monaten. Valneva und Morphosys sind interessante Werte für die Watchlist.


    Die Biotech-Branche hat unter der NASDAQ-Korrektur am meisten zu leiden. Bei allen Werten gilt es nun, die Pipeline genau im Auge zu behalten, denn auch der dritte COVID-Winter wird noch Überraschungen liefern. Mit Blick auf die Krebsforschung scheinen BioNTech, Morphosys und Defence Therapeutics interessant. Letztere ist mit der aussichtsreichen ACCUMT-Technologie nur noch mit niedrigen 48 Mio. EUR bewertet.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.

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    • Onkologie
    • Depressionen

    Rund 350 Mio. Menschen weltweit sind von Depressionen betroffen, einer Erkrankung des Gehirns. Jeder Mensch hat eine Wahrscheinlichkeit von 16 bis 20%, ebenfalls depressiv zu werden. Grund genug für das kanadische Unternehmen XPhyto Therapeutics ein Mittel zu erforschen, was nicht abhängig macht und die Krankheit besiegen kann. Diese Woche gelang u.a. Biogen der Durchbruch mit einem Wirkstoff gegen die Alzheimer Erkrankung. Und wer aufmerksam die Bundesliga verfolgt, dem sind die Hodenkrebs-Fälle der Spieler vielleicht aufgefallen. Nun wittert BioNTech eine neue Chance…

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    Kommentar von Fabian Lorenz vom 29.09.2022 | 05:05

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    Durch die striktere Geldpolitik der Notenbanken sowie Inflationssorgen leidet auch der kapitalintensive Biotech-Sektor. Der NASDAQ Biotech-Index verlor seit Anfang des Börsenjahres knapp ein Viertel seines Wertes. Zudem ist die Anzahl der Unternehmen, die sogar unter ihrem Cash-Bestand notieren, höher als jemals zuvor. Dabei nimmt die Branche, wie bei den Impfstoffherstellern ersichtlich, immer mehr an Wichtigkeit im alltäglichen Leben zu. Besonders in der Krebsforschung gibt es Unternehmen, die in den kommenden Jahren aufgrund ihrer Pipeline die Chance auf eine Vervielfachung besitzen.

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