15.07.2025 | 05:30
Nach Wolfram der nächste Rohstoffengpass? thyssenkrupp, Pasinex Resources und Mercedes-Benz im Check!
Geopolitische Spannungen zwingen Industrienationen zu radikalem Umdenken. Nach strategischen Metallen wie Wolfram oder Seltenen Erden rückt ein weiterer Rohstoff ins Rampenlicht. Seine Bedeutung für Stahlveredelung und High-Tech-Produktion wächst exponentiell, während Versorgungsrisiken durch Marktkonzentrationen drohen. Wer jetzt alternative Bezugsquellen erschließt oder substitutionstechnische Lösungen entwickelt sichert nicht nur Lieferketten, sondern generiert Wettbewerbsvorteile. Wir sehen uns Unternehmen an, die auf Zink angewiesen sind, und ein Unternehmen, das den USA dabei helfen kann, Zink von der Liste der kritischen Rohstoffe zu nehmen.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , PASINEX RESOURCES LTD. | CA70260R1082 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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thyssenkrupp – Modernisierung und Marineaufträge
Deutschlands größter Stahlhersteller, thyssenkrupp Steel, hat nach rund 2 Jahren Bauzeit eine zentrale Modernisierung am Standort Duisburg abgeschlossen. Kernstück ist ein neuer Hightech-Verbund, bestehend aus einer hochmodernen Stranggießanlage, einem komplett erneuerten Warmbandwerk und einer vollautomatisierten Brammenlogistik. Das Investitionsvolumen von etwa 800 Mio. EUR unterstreicht die strategische Bedeutung. Die Anlagen ermöglichen nicht nur effizientere Produktion von Premiumstählen für Elektromobilität und erneuerbare Energien, sondern auch verbesserte Oberflächenqualitäten – etwa durch optimierte Zink-Beschichtungsverfahren für den Automobilsektor.
Parallel läuft die Verselbstständigung der profitablen Marinesparte TKMS voran. Der Aufsichtsrat gab grünes Licht für die geplante Teilabspaltung und spätere Börsennotierung. Ein kürzlich erhaltener Serviceauftrag der Bundeswehr über rund 800 Mio. EUR zur Modernisierung von 6 U-Booten unterstreicht das Geschäftspotenzial und die Rolle als systemkritischer Partner. Die Bundesregierung sichert sich dabei künftig Einflussrechte, etwa bei strategisch relevanten Anteilsverkäufen, um Sicherheitsinteressen zu wahren. TKMS profitiert von einem Rekordauftragsbestand und klaren Standortgarantien in Deutschland.
Während die Marine auf Eigenständigkeit setzt strukturiert sich auch der Automobilzulieferer thyssenkrupp Automotive Technology neu. Ab Oktober bündelt das Segment seine Aktivitäten in 4 klar definierten Geschäftseinheiten, um effizienter, kundennaher und perspektivisch kapitalmarktfähig zu werden. Gleichzeitig stehen für die Stahlsparte schwierige Anpassungen an. Der neue Tarifvertrag der Stahl Sparte sieht den Abbau von rund 11.000 Stellen vor und einen durchschnittlichen Gehaltsverzicht von 8 %. Ziel ist es, durch Kostensenkung und Fokussierung auf wettbewerbsfähige Kernkapazitäten langfristig zu überleben. Die Aktie von thyssenkrupp ist aktuell für 11,08 EUR zu haben.
Pasinex Resources - Zinkspezialist punktet mit Premium-Erzen
Für Zink-Investoren, die abseits der Massenproduktion denken, bietet Pasinex einen ungewöhnlichen Ansatz. Statt auf Volumen setzt der Explorer und Produzent auf extrem hochgradige Vorkommen in der Türkei, die einen Zinkgehalt von 25-50 % aufweisen. Das ist ein Vielfaches des Branchendurchschnitts. Das macht wirtschaftlich Sinn, denn bei Abbaukosten von 200-300 USD pro Tonne und Rohstoffwerten bis zu 1.300 USD/t bei einem Zinkgehalt von 50 % entstehen operative Margen von 30-50 %. Dank Direktversand vom Erz und oberflächennaher Lagerstätten erreicht das Unternehmen einen positiven Cashflow in Monaten, nicht Jahren. Erfahrungen aus mehr als einem Jahrzehnt türkischer Operationen und über 160 Mio. Pfund verkauftem Zink bilden das Rückgrat für die kommenden Schritte.
Pasinex nutzt die geologische Vielfalt der Türkei und die etablierte Infrastruktur mit Asphaltstraßen zu den Projekten, Strom und Häfen. Die Genehmigungen liegen vor, Community-Arbeit wie Schulprojekte sichert die Akzeptanz in der Bevölkerung. Aktuell rollt das Unternehmen gezielt hochgradige Kleinlagerstätten auf. Das Flaggschiff Pinargozu mit einem laufenden Abbau von bis zu 50 % Zinkgehalt wird durch die Akquisition von Sarikaya ergänzt. Hier ermöglichen bereits identifizierte Erzkörper mit Zinkgehalten von 30-50 % einen Produktionsstart binnen Monaten. Ein drittes Projekt Akkay liegt in Warteposition, genau wie das US-Projekt Gunman in Nevada.
Die nächsten Schritte sind klar. Eine kurzfristige Monetarisierung kleiner hochgradiger Erzkörper finanziert die Tiefenexploration. Sarikaya soll sofort Cash generieren, während bei Pinargozu ein tieferer Stollen neue Zonen erschließen soll. Für die Skalierung ist Kapital nötig. Eine 7 Mio. USD Finanzierungsrunde soll die Akquisition von Sarikaya zu 100 % abschließen und Bohrungen vorantreiben. Das Management hält über 25 % der Anteile und hat dementsprechend ein Eigeninteresse am weiteren Wachstum. Kürzlich stärkte Pasinex seine Bilanz substanziell, indem 2,16 Mio. CAD Schulden in Eigenkapital gewandelt wurden. Darüber hinaus hat das Unternehmen offene Forderungen in Höhe von 37,7 Mio. USD gegen seinen Joint-Venture Partner Akmetal. Es gibt also mehrere Katalysatoren für einen Kursanstieg. Ein Sieg vor Gericht ebenso wie der Produktionsstart Sarikaya und Pinargozu könnten den Aktienkurs von aktuell 0,065 CAD in die Höhe treiben.
Mercedes-Benz - zwischen Innovation, Unsicherheit und Dividendenstärke
Zink spielt bei Mercedes-Benz eine zentrale Rolle. Es wird für Korrosionsschutz, Zinkphosphatschichten zur Lackhaftung und in Druckgusslegierungen für Bauteile wie Türschlösser und Getriebegehäuse eingesetzt. Rund 10 % des globalen Zinkverbrauchs entfallen auf die Autoindustrie, wobei praktisch alle großen Hersteller auf diesen Werkstoff angewiesen sind. Trotz Bemühungen im Recyclingbereich bleibt Zink aufgrund seiner Eigenschaften unersetzlich. Eine Tatsache, die Investoren bei der Bewertung der Lieferkette im Auge behalten sollten.
Im 2. Quartal verzeichnete Mercedes-Benz einen Rückgang der weltweiten Auslieferungen um 9 % auf 547.100 Fahrzeuge. Besonders betroffen waren batterieelektrische Modelle, deren Absatz um 18 % sank. Hauptursachen waren neue Handelszölle, ein volatiles Marktumfeld und Modellwechsel. Während die Nachfrage in den USA und Deutschland stabil blieb schwächelte der chinesische Markt deutlich und trug maßgeblich zum Gesamtrückgang bei. Margen stehen zudem unter Druck, da Kostenprogramme die negativen Mixeffekte nicht vollständig kompensieren konnten.
Mercedes-Benz setzt auf eine Modelloffensive, um die Herausforderungen zu meistern. Der neue CLA und der bevorstehende elektrische GLC sollen Impulse liefern, während die Batteriefertigung in Kamenz für schnelle Ladezeiten und Nachhaltigkeit sorgen soll. Ab 2026 ist ein geschlossenes Recyclingkonzept geplant. Mit einer Dividendenrendite von über 8 % und soliden liquiden Mitteln will das Unternehmen Vertrauen stärken. Risiken wie die Abhängigkeit vom chinesischen Markt und der Handelspolitik bleiben bestehen. Das spiegelt sich auch im Aktienkurs von derzeit 52,26 EUR wider.
Angesichts geopolitischer Rohstoffrisiken zeigt sich, dass Alternativen unabdingbar sind. thyssenkrupp stellt mit einer 800-Mio.-Euro-Modernisierung im Stahlsegment sowie der geplanten Börsennotierung seiner profitablen Marinesparte TKMS wichtige Weichen für die Zukunft. Pasinex Resources punktet als Zinkspezialist mit hochgradigen Türkei-Vorkommen, die kurzfristige Monetarisierung und Skalierung ermöglichen. Mercedes-Benz kämpft trotz Zinkabhängigkeit für Korrosionsschutz mit Absatzrückgängen in China und Elektromodellen, setzt aber auf neue Modelle und eine rund 8 %-ige Dividendenrendite.
Interessenskonflikt
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