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25.11.2025 | 06:00

Mercedes-Benz sucht, Graphano Energy findet, Siemens Energy nutzt: Die drei Aktien für die nächste Phase der Energiespeicherung

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Bildquelle: pixabay.com

Die globale Energiewende heizt den Markt für kritische Rohstoffe gewaltig an. Im Rampenlicht steht dabei ein echter Tausendsassa: Graphit. Denn ohne ihn geht bei den Lithium-Ionen-Batterien, die Elektroautos und moderne Energiespeicher antreiben, schlichtweg nichts. Doch das Angebot hängt der rasant wachsenden Nachfrage hinterher. Diese Lücke stellt Lieferketten vor enorme Herausforderungen und treibt die Preise nach oben. Für Unternehmen eröffnet das spannende Möglichkeiten – sowohl für diejenigen, die an die Rohstoffe kommen, als auch für die, die daraus Hightech-Produkte schmieden. Wir werfen deshalb einen genaueren Blick auf den Autoriesen Mercedes-Benz, den Rohstoffexperten Graphano Energy und den Energieprofi Siemens Energy.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000 , Graphano Energy Ltd. | CA38867G2053 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0

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Inhaltsverzeichnis:


    Jerre Foo, Corporate Development Executive, Silkroad Nickel
    "[...] China hat sich zur Produktionshauptstadt der Welt entwickelt, und aufgrund seiner Infrastruktur, Expertise und Fähigkeiten hat sich Silkroad Nickel strategisch positioniert, um mit chinesischen Unternehmen aus der Edelstahl- und Elektrofahrzeugindustrie zusammenzuarbeiten [...]" Jerre Foo, Corporate Development Executive, Silkroad Nickel

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    Mercedes-Benz - Elektro-Offensive in turbulenten Zeiten

    Die Stuttgarter setzen alles auf eine Karte und haben eine der ehrgeizigsten Elektro-Offensiven der Branche gestartet. Bis 2027 sollen nicht weniger als 15 reine E-Modelle in den Markt drängen, von luxuriösen kompakten Limousinen bis hin zum sportlichen AMG oder dem familientauglichen SUV. Ab diesem Zeitpunkt plant Mercedes zudem, alle neuen Fahrzeugplattformen ausschließlich für E-Antriebe zu konzipieren. Ein Vorreiter dieser Strategie ist der neue elektrische CLA, der mit einer Reichweite von bis zu 792 km und ultraschnellem 320-kW-Laden punktet. Parallel tüftelt Mercedes an Zukunftstechnologien wie dem bidirektionalen Laden, um das E-Auto zum mobilen Stromspeicher für Zuhause zu machen.

    Die jüngsten Quartalszahlen zeigen ein gemischtes Bild. Während das bereinigte EBIT gegenüber dem Vorjahr um 17 % auf 2,1 Mrd. EUR sank, übertraf das Ergebnis die Erwartungen vieler Marktbeobachter. Besonders die schwache Nachfrage in China und die Belastung durch US-Zölle drückten auf die Margen. Positiv sticht jedoch der robuste Free Cash Flow von 1,4 Mrd. EUR im Quartal hervor. Zudem signalisiert der Start eines Aktienrückkaufprogramms in Höhe von 2 Mrd. EUR das Vertrauen des Managements in die eigene Finanzstärke.

    Im Hintergrund vollzieht Konzernchef Ola Källenius einen bemerkenswerten Strategiewechsel. Die zuvor propagierte Fokussierung auf reine Luxusmodelle wird zugunsten einer breiteren Ausrichtung aufgegeben. Künftig will Mercedes wieder Premiumfahrzeuge in allen Preisklassen anbieten, um eine größere Kundengruppe anzusprechen. Dieser pragmatische Schwenk wird von Analysten begrüßt, da er die Widerstandsfähigkeit in einem schwierigen Marktumfeld erhöhen könnte. Die Kombination aus elektrischer Modelloffensive und einer breiteren Marktanbindung soll den Kurs für die kommenden Jahre stabilisieren. Die Aktie ist derzeit für 57,35 EUR zu haben.

    Graphano Energy - auf der Überholspur im Graphit-Sektor

    Graphano Energy hat sich in der für den Bergbau interessanten Region Québecs positioniert, um von der wachsenden Nachfrage nach Batterierohstoffen zu profitieren. Statt sich auf ein einziges Projekt zu versteifen, setzt das Unternehmen auf die breitere Streuung. Es verwaltet ein ganzes Portfolio vielversprechender Graphitvorkommen. Ein großer Vorteil dabei ist der Standort in einer etablierten Bergbauregion. Das bedeutet nämlich, dass man auf bestehende Infrastruktur und erfahrene Fachkräfte zurückgreifen kann, was eine echte Erleichterung für den Betrieb darstellt. Der vielleicht größte Trumpf, den man nicht unterschätzen sollte, ist die unmittelbare Nähe zur einzigen aktiven Graphit-Aufbereitungsanlage Nordamerikas, die man mitbenutzen kann. Diese wird vom Nachbarn Northern Graphite betrieben. Diese strategische Nachbarschaft eröffnet der künftigen Entwicklung massive Chancen.

    Die jüngsten Meldungen des Unternehmens untermauern das Explorationspotenzial. Mitte Oktober präsentierte Graphano die finalen Bohrergebnisse vom Black Pearl-Projekt, die durchweg positiv ausfielen. Besonders hervorzuheben ist die Bohrung BP25-06, die eine 12,25 m mächtige Zone mit 4,81 % Graphitkohlenstoff (Cg) in nur etwa 25 m Tiefe erbohrte. Diese Ergebnisse bestätigen, dass die zuvor per Geophysik identifizierten leitfähigen Zonen tatsächlich auf Graphitmineralisation zurückgehen. Dies verbessert das Verständnis der Geologie und liefert verlässliche Zielflächen für das weitere Vorgehen.

    Für den Ausblick bedeutet dies konkretes Wachstumspotenzial. Die erfolgreiche Bohrkampagne liefert die Grundlage für die nächsten Schritte. Um dieses Potenzial weiter zu entfalten, hat das Management Anfang November eine nicht-unterstützte Privatplatzierung angekündigt. Mit den erwarteten Erlösen von bis zu 375.000 CAD soll ein luftgestütztes geophysikalisches Untersuchungsprogramm auf der Black Pearl Liegenschaft finanziert werden. Diese Maßnahme zielt darauf ab, neue Anomalien auf dem großen Konzessionsgebiet zu identifizieren und so die Ressourcenbasis systematisch zu erweitern. Die Aktie notiert aktuell bei 0,18 CAD.

    Siemens Energy - starker Rückenwind im Energiemarkt

    Die Nachfrage nach Gasturbinen und smarter Netztechnologie reißt nicht ab und Siemens Energy profitiert davon kräftig. Das Unternehmen steuert mit richtig Dampf in die Zukunft und hat sein 4. Quartal mit einem nie dagewesenen Auftragsbestand von satten 138 Mrd. EUR abgeschlossen. Umgerechnet bedeutet das, dass auf jeden Euro Umsatz gut anderthalb Euro an neuen Aufträgen hereinkommen. Konkret heißt das, dass bereits 85 % des für das Geschäftsjahr 2026 erwarteten Umsatzes und 60 % für 2027 durch bestehende Aufträge abgedeckt sind. Diese vollen Orderbücher bieten dem Unternehmen eine außergewöhnliche Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

    Das Kerngeschäft mit Gasturbinen läuft weiter auf Hochtouren. Im letzten Quartal wurden 5 Gigawatt (GW) Leistung verkauft, und durch Reservierungsvereinbarungen kamen weitere 11 GW hinzu, was zu insgesamt 54 GW an Verpflichtungen führt. Als Reaktion auf diesen Nachfragedruck plant Siemens Energy, die Produktionskapazitäten gezielt auszubauen. Parallel dazu wird die Fertigung regionalisiert, um sich gegen Handelsbarrieren und höhere Zollkosten abzusichern. Diese strategischen Schritte dürften in den nächsten Jahren zu höherer Produktivität, Skaleneffekten und einer spürbaren Margenverbesserung führen.

    Finanziell spiegelt sich diese positive operative Entwicklung wider. Die Bilanz wurde gestärkt, was es dem Management ermöglichte, eine Dividendenzahlung von 0,70 EUR je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 vorzuschlagen. Diese Entscheidung unterstreicht das Vertrauen in die anhaltende Geschäftsstärke. Während der Offshore-Windmarkt, insbesondere in den USA, weiterhin Herausforderungen bereithält, erhält dieser Sektor in der Europäischen Union substanzielle Unterstützung. Insgesamt überwiegen die positiven Impulse aus den starken Bereichen bei Weitem die verbliebenen Schwachstellen. Momentan kostet eine Aktie 105,55 EUR.


    Die Energiespeicherung bleibt ein entscheidender Wachstumsmotor, angetrieben von der globalen Energiewende. Mercedes-Benz beschleunigt mit einer breit aufgestellten Elektro-Offensive und starken Barmitteln. Graphano Energy erschließt sich mit strategischen Bohrungen in Québec systematisch wertvolle Graphitvorkommen. Siemens Energy profitiert von einem Rekordauftragsbestand, der langfristige Planungssicherheit und Margenwachstum verspricht.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Die Landkarte der globalen Batterieproduktion bebt. Chinas jüngste Exportbeschränkungen für Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batterien und Schlüsselmaterialien haben bei Technologiekonzernen und Regierungen weltweit eine kalte Dusche ausgelöst. Plötzlich ist die Suche nach verlässlichen, leistungsstarken Alternativen außerhalb Chinas kein Nice-to-have mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit. In diese Bresche springt nun ein ungewöhnlicher Player. NEO Battery Materials, ein kanadisches Unternehmen, das sich genau zum richtigen Zeitpunkt eine produktionsbereite Fabrik in Südkorea geleast hat. Die ersten Kunden, zwei globale Fortune 500 Automobilriesen, geben bereits die Richtung vor.

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