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07.01.2026 | 06:00

KI-Energiehunger und Dekarbonisierung: So positionieren sich Siemens Energy, CHAR Technologies und Plug Power als Profiteure

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Bildquelle: pixabay.com

Die globale Energiewende steckt in einem paradoxen Wettlauf: Während der Strombedarf durch KI und Elektrifizierung explodiert, muss die Dekarbonisierung gelingen. Diese Kollision erzeugt einen Milliardenmarkt für Unternehmen, die fundamentale Engpässe lösen, von der Netzstabilität über grüne Industrie-Energie bis hin zur Wasserstoffwirtschaft. Drei Pioniere stehen exemplarisch für diesen Systemwandel. Ihre Strategien könnten nicht unterschiedlicher sein, wie die aktuellen Entwicklungen bei Siemens Energy, CHAR Technologies und Plug Power zeigen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , CHAR Technologies Ltd. | CA15957L1040 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

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Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy - wie ein Konzern den Energiewandel gestaltet

    Die Energiewende ist in vollem Gange und stellt einen gewaltigen Investitionszyklus dar. Ein Unternehmen, das dabei zentral positioniert ist, ist Siemens Energy. Anders als viele Mitbewerber agiert der Konzern nicht aus einer defensiven Haltung heraus, sondern nutzt eine klare Marktchance. Der globale Strombedarf steigt strukturell, angetrieben durch Elektrifizierung, E-Mobilität und den massiven Ausbau von Rechenzentren. Hier setzt Siemens Energy mit zwei starken Säulen an. Einerseits mit flexiblen Gaskraftwerken, die als stabilisierende Brückentechnologie unverzichtbar sind. Andererseits mit Netztechnologie, um die wachsenden Mengen an Ökostrom zu integrieren und marode Infrastruktur zu ersetzen.

    Die operative Performance spricht eine deutliche Sprache. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt, was für langfristige Sichtbarkeit sorgt. Besonders die Nachfrage nach Gasturbinen ist robust, nicht zuletzt getrieben durch den Bedarf an zuverlässiger Stromversorgung für Data Center. Im Netzgeschäft haben sich die Lieferzeiten für Großtransformatoren deutlich verlängert, ein klares Zeichen für einen angespannten Markt. Dieser Auftragsüberhang beginnt sich in den Margen widerzuspiegeln, die in beiden Kernbereichen spürbar zugelegt haben. Der Konzern investiert nun gezielt in Kapazitätserweiterungen, um die starke Nachfrage bedienen zu können.

    Für Investoren ist die Strategie klar auf nachhaltiges Wachstum ausgelegt. Siemens Energy unterstützt die Dekarbonisierung auf pragmatische Weise, indem es mit effizienten Gaslösungen den direkten Kohleausstieg ermöglicht und gleichzeitig mit seiner Netztechnologie das Rückgrat für den Transport erneuerbarer Energien schafft. Die geplanten Kapazitätserweiterungen zielen genau auf diese beiden Hebel ab. Finanziell gestützt wird das Wachstum durch einen starken Cashflow, der auch Raum für Kapitalrückführungen an Aktionäre lässt. Der Weg von einem Sanierungsfall zum gefragten Enabler der Energiewende scheint konsequent eingeschlagen. Derzeit ist die Aktie für 128,25 EUR zu haben.

    CHAR Technologies - Cleantech-Unternehmen startet die Produktion

    Für Investoren im Cleantech-Sektor wird es konkret. Die Bewertung verschiebt sich zunehmend von Technologieversprechen hin zur operativen Umsetzung. Ein Unternehmen, das diesen Übergang jetzt vollzieht, ist CHAR Technologies. Sein Geschäftsmodell nutzt eine spezielle Hochtemperatur-Pyrolyse, um schwer verwertbare Holzreste in zwei marktfähige Produkte zu verwandeln, einen festen Biokohlenstoff für die Schwerindustrie sowie erneuerbares Gas oder grünen Wasserstoff. Der Ansatz adressiert gleichzeitig ein Entsorgungsproblem und generiert Erlöse aus der industriellen Dekarbonisierung. Der entscheidende Schritt steht unmittelbar bevor.

    Die erste kommerzielle Anlage des Unternehmens im kanadischen Thorold geht nun in die Inbetriebnahmephase. Ab Januar 2026 soll dort die Produktion von Biokohlenstoff mit einer Jahreskapazität von 5.000 t anlaufen. Dieser Meilenstein markiert den lang erwarteten Wechsel vom Projektentwickler zum betreibenden Unternehmen und wird erste wiederkehrende Einnahmen aus dem Kerngeschäft generieren. Parallel zum Start in Thorold arbeitet das Unternehmen an der Erweiterung seines Portfolios. Ein zweites, größeres Vorhaben am Lake Nipigon wird konsequent vorangetrieben mit dem Ziel, die Bauphase im Jahr 2026 zu beginnen. Interessant ist zudem ein zweiter Anwendungsbereich der Kerntechnologie. Ein sechsmonatiges Demonstrationsprojekt zur Zerstörung von PFAS-Chemikalien in Klärschlamm in Baltimore wurde zuletzt abgeschlossen. Die Leistungsdaten werden derzeit ausgewertet und könnten ein neues, regulierungsgetriebenes Geschäftsfeld eröffnen. Die Skalierung erfolgt strategisch über Partnerschaften. Die Kooperation mit der BMI Group, einem Spezialisten für Industrieanlagen, wurde jüngst ausgeweitet.

    Neben der gemeinsamen Finanzierung der Thorold-Anlage prüfen die Partner nun die Entwicklung einer Clean-Energy-Initiative am Standort Espanola. Dieses Modell der Risiko- und Kapitalteilung ermöglicht ein schnelleres Wachstum, ohne die eigene Bilanz übermäßig zu belasten. Für Investoren reduziert sich die Geschichte nun auf die operative Exzellenz. Die Technologie ist entwickelt, die ersten Abnehmer wie Stahlkonzerne sind an Bord, und die politische Unterstützung durch Fördermittel ist gegeben. Die kommenden Monate werden zeigen, wieviel Profit die Anlagen produzieren können. Es stehen spannende Zeiten an. Die Aktie notiert aktuell bei 0,345 CAD und hat das Jahreshoch von 2025 damit bereits durchbrochen.

    Plug Power - die Konsolidierung nimmt Fahrt auf

    Die Finanzgeschichte von Plug Power zeigt erste Zeichen der Besserung. Das Unternehmen hat seinen operativen Cash-Verbrauch im letzten Quartal deutlich gesenkt, angetrieben durch striktere Preisgestaltung und ein internes Effizienzprogramm. Zusätzliche Liquidität durch eine Kapitalerhöhung und anstehende Erlöse aus Stromrechten verschaffen der Firma voraussichtlich eine Atempause von rund zwei Jahren. Dies entschärft die akute Liquiditätskrise und verändert die Erzählung von einem permanenten Kampf ums Überleben hin zu einem geordneten Konsolidierungskurs. Für große Kunden ist diese Stabilisierung ein wichtiges Vertrauenssignal.

    Während sich die Finanzlage stabilisiert, bleibt der Weg zur Profitabilität steinig. Ein Hoffnungsträger ist das Elektrolyseur-Geschäft, das hohe Deckungsbeitragsmargen verspricht. Allerdings reicht dessen aktueller Umfang bei weitem nicht aus, um die Gesamtverluste des Konzerns auszugleichen. Auch in anderen Segmenten wie dem klassischen Flurförderzeug-Geschäft sind leichte Verbesserungen erkennbar, doch es bleibt ein weiter Weg bis zur schwarzen Null. Die Rentabilität hängt davon ab, ob das Wachstum in den profitableren Sparten gleichzeitig mit deutlichen Effizienzsteigerungen in den kostenintensiven Bereichen wie Dienstleistung und Brennstoffherstellung gelingt.

    Trotz der Fortschritte bleibt Plug Power ein Investment mit erheblichem Risiko. Die Bruttomargen sind nach wie vor stark negativ, getrieben durch ineffiziente Wasserstoffproduktion und alte, unvorteilhafte Serviceverträge. Die aktuelle Bewertung liegt zwar unter früheren Höchstständen, erscheint aber immer noch hoch für ein Unternehmen, das weiterhin erhebliche Verluste schreibt und Kapital verbraucht. Sie scheint bereits eine weitere Margin-Verbesserung und erfolgreiche Umsetzung der Strategie in den nächsten 12-18 Monaten einzupreisen. Momentan kostet eine Aktie 2,37 USD.


    Das Spannungsfeld zwischen explodierendem KI-Strombedarf und der Dekarbonisierung eröffnet fundamentalen Lösungsanbietern ein langfristiges Wachstumsfeld. Siemens Energy profitiert als etablierter Industrieller mit prallen Auftragsbüchern für Netzausbau und Gaskraftwerke von dieser stabilen Nachfrage. CHAR Technologies vollzieht mit der Inbetriebnahme seiner ersten kommerziellen Anlage den entscheidenden Schritt vom Projektentwickler zum operierenden Cleantech-Produzenten. Plug Power hingegen muss nach der kurzfristigen finanziellen Entspannung nun den steinigen Pfad zur Profitabilität in der Wasserstoffwirtschaft meistern.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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