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07.08.2023 | 05:10

Neue Durchbrüche im Wasserstoffsektor - Nikola, First Hydrogen, Plug Power

  • Wasserstoff
  • Brennstoffzelle
  • Energiewende
Bildquelle: First Hydrogen Corp.

Erst in der vergangenen Woche hat das Bundeskabinett die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie aus dem Jahr 2020 beschlossen, die nun an das gesteigerte Ambitionsniveau im Klimaschutz und die neuen Herausforderungen am Energiemarkt angepasst wird. Nicht nur für Deutschland gilt Wasserstoff als das noch fehlende Puzzleteil der Energiewende. In Bezug auf die Entwicklung von mit Wasserstoff und Brennstoffzellen betriebenen Fahrzeugen, konnten erhebliche Fortschritte verbucht werden. Dabei erscheinen viele innovative Unternehmen aus diesem Sektor nach der Korrektur langfristig aussichtsreich.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NIKOLA CORP. | US6541101050 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

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Inhaltsverzeichnis:


    Bernd Krüper, President & Director, dynaCERT Inc.
    "[...] dynaCERT hat mit dem Gerät HydraGEN eine Lösung auf den Markt gebracht, die zur Nachrüstung von Dieselmotoren entwickelt wurde, um die Umwelt zu schützen und die zugleich wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. [...]" Bernd Krüper, President & Director, dynaCERT Inc.

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    Nikola – Hoch geflogen, tief gefallen

    Noch letzte Woche schwärmten wir von der Wiederauferstehung der Nikola-Aktie. Doch dann kam die Schockmeldung! Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, gab Michael Lohscheller den Rücktritt vom Chefposten beim amerikanischen Elektrolastwagenbauer bekannt. Die Gründe sind familiärer Natur. Der ehemalige Opel-Chef wolle nach Europa zurückkehren. Ab sofort soll der bisherige Verwaltungsratschef und einstige Top-Manager von General Motors, Steven Girsky, das Amt übernehmen. Für Nikola bedeutet dies den vierten Wechsel auf der Kommandobrücke in vier Jahren.

    Neben der Hiobsbotschaft veröffentlichte der Anbieter von emissionsfreien Transport- und Energieversorgungs- und Infrastrukturlösungen Zahlen zum 2. Quartal. Nikola meldete einen Nettoverlust in Höhe von 217,8 Mio. USD oder 0,31 USD je Aktie. Diese Zahl schließt einen Verlust von 77,8 Mio. USD ein, der auf nicht weitergeführte Geschäftsbereiche zurückzuführen ist, einschließlich der Schließung der einstigen Romeo-Power-Batterieproduktionsstätte in Kalifornien, die Nikola im vorigen Jahr erworben hatte. Der Gesamtumsatz fiel um 15 % auf 15,4 Mio. USD. Per Ende Juni waren 226,7 Mio. USD an liquiden Mitteln vorhanden, im Vergleich zu 121,1 Mio. USD zum Ende des 1. Quartals.

    Zudem hat Nikola die Zustimmung der Aktionäre zur Ausgabe neuer Anteile erhalten, die den Weg für die Beschaffung zusätzlicher Geldmittel, die zur Unterstützung der Markteinführung seines Brennstoffzellen-E-LKW Tre und des Aufbaus eines Wasserstoff-Tankstellennetzes in den USA und Kanada dienen sollen, ebnet. Im Anschluss an die Veröffentlichung verlor die Nikola-Aktie zweistellig auf 2,50 USD und gab fast den kompletten Wochengewinn ab. Auf diesem Niveau verläuft ein markanter Unterstützungsbereich. Dennoch sollten Anleger mit einem Neuinvestment abwarten.

    First Hydrogen – Über den Erwartungen

    Weiterhin positiv und sogar besser als erwartet gestalten sich die Testfahrten unter realen Straßenbedingungen der mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betriebenen Fahrzeuge von First Hydrogen. Dabei erreichte das First Hydrogen Vehicle mit einer einzigen Betankung eine Reichweite von 630 km. Nachdem Flottenmanagementanbieter Rivus, der sich für die Verwaltung von über 120.000 leichten Nutzfahrzeugen und LKWs jährlich verantwortlich zeichnet und den je 4 Wochen andauernden Testzyklus startete, wurde die neue Bestmarke von den Fahrern des britischen Energieversorger SSE PLC erzielt. Als eines der größten Energieinfrastrukturunternehmen des Vereinigten Königreichs hat SSE einen Aktionsplan zur Klimaneutralität erstellt und kürzlich die Investitionen in erneuerbare Energien und seine Stromnetze auf 18 Mrd. GBP ausgebaut.

    Neben der beeindruckenden Reichweite glänzte das FCEV (Fuelcell Energie Vehicle) des kanadischen Wasserstoffunternehmens mit Sitz in Vancouver und London durch seinen äußerst sparsamen Durchschnittsverbrauch, selbst bei konstant höheren Geschwindigkeiten, von 1,58 kg Wasserstoff pro 100 km. Laut den SSE-Fahrern verhalte sich das Fahrzeug wie ein Dieselfahrzeug, jedoch ohne umweltschädliche Emissionen. Zudem hielt das FCEV seine Batterie durch die Rückspeisung aus dem Bremsvorgang bei maximaler Ladung. Das heißt die Menge der geladenen und entladenen kWh war vergleichbar, was die Effizienz des integrierten Energiemanagementsystems von First Hydrogen verdeutlicht.

    Insgesamt 16 große Fuhrparkbetreiber aus Branchen wie Lebensmittel, Lieferung, Gesundheitswesen und Versorgung nehmen an den je 4 Wochen andauernden Tests, die vom Aggregated Hydrogen Freight Consortium (AHFC) koordiniert werden, teil. Anschließend werden die von der Onboard-Telematik erfassten Daten analysiert und Vergleiche zwischen batterieelektrischen Fahrzeugen sowie Transportern mit Verbrennungsmotoren durchgeführt. Den Gang in den kommerziellen Markt strebt Hydrogen mit der ersten Generation seiner mit Wasserstoff betriebenen leichten Nutzfahrzeuge zwischen 2025 und 2026 an. Dann sollen laut Firmenchef Balraj Mann anfangs zwischen 10.000 und 20.000 Einheiten abgesetzt werden. Bei einem geschätzten Verkaufspreis von rund 50.000 EUR würden sich im Bestfall alleine für diesen Geschäftszweig Erlöse in Höhe von 1 Mrd. EUR eröffnen. Im Vergleich dazu bewegt sich die Marktkapitalisierung von First Hydrogen aktuell bei 140,78 Mio. CAD.

    Neben der Entwicklung der FCEVs strebt First Hydrogen zudem mit seinem „Hydrogen-as-a-service“-Modell die Abdeckung der kompletten Wasserstoff-Wertschöpfungskette an.

    Plug Power – Es wird spannend

    Gibt es am Mittwoch, den 9. August, nach US-Börsenschluss ein déja-vu Erlebnis? Dann präsentiert Plug Power mit seinem umtriebigen CEO Andy Marsh die Zahlen für das abgelaufene 2. Quartal. In der Vergangenheit enttäuschte das Unternehmen sowohl Analysten als auch Anleger mehrfach. Nachdem die Zahlen im 1. Quartal mit einem Umsatz in Höhe von 210,30 Mio. USD und einem fast identischen Nettoverlust von -209,80 Mio. USD unter den Prognosen lagen, wurden die ambitionierten Jahresziele von 1,4 Mrd. USD bei einer positiven Bruttomarge trotz allem aufrechterhalten.

    Somit steht Plug Power schon fast in der Pflicht, bei den erwarteten Zahlen eine positive Überraschung zu liefern. Bei den Umsätzen werden 234 Mio. USD prognostiziert, bei einem EBIT in Höhe von -151 Mio. USD. Die Erwartung beim Konzernverlust liegt bei -154 Mio. USD, was einen Verlust pro Aktie von -0,26 USD widerspiegelt.

    Wichtig wird zudem die Frage sein, wann und auf welche Art benötigtes Kapital für das Wachstum, Plug Power will jährlich rund 1 Mrd. USD in Wasserstoffinnovationen investieren, eingetrieben werden soll. Denn diesmal, geht es nach den Vorstellungen der Firmenleitung, sollten die Altaktionäre nicht verwässert werden. Vielmehr sollen Projektfinanzierungen, Eigenkaptal auf Projektbasis, Unternehmensanleihen sowie Finanzierungsoptionen mit dem Energieministerium präferiert werden.

    Nach einer Verdopplung seit Anfang Mai auf 13,44 USD konsolidiert die Aktie von Plug Power und notiert aktuell bei 11,56 USD. Aufgrund weiteren Enttäuschungspotenzials sollte man die Verkündung der Quartalszahlen lieber von der Seitenlinie betrachten.


    Nach dem Rekordlauf der letzten Wochen wurden die Aktionäre von Nikola auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. First Hydrogen feierte bei Testfahrten weitere Reichweitenrekorde. Bei Plug Power stehen Zahlen an, mit der Gefahr weiterer Enttäuschungen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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    Kommentar von Nico Popp vom 26.02.2026 | 05:00

    Wasserstoff-Wende: Wie dynaCERT, Plug Power und Ballard Power Systems den Transportsektor dekarbonisieren

    • Wasserstoff
    • Übergangstechnologie
    • Industrie
    • Klimawende
    • Transformation

    Der Markt für wasserstoffbetriebene Logistik erreicht im Jahr 2026 ein Volumen von 32,47 Mrd. USD und steht vor einem Wachstum auf voraussichtlich 204,9 Mrd. USD bis zum Ende der Dekade. Die Internationale Energieagentur (IEA) berichtet, dass die globale Nachfrage nach Wasserstoff im abgelaufenen Jahr bei fast 100 Mio. t lag, wovon jedoch weniger als 1 % aus emissionsarmen Quellen stammte. In den USA zwingen Zölle auf Elektrolyseure und Brennstoffzellen, die sich im Bereich von 10 % bis 30 % bewegen, die Industrie zum Aufbau lokaler Lieferketten. In Europa schafft der REPowerEU-Plan zusammen mit der EU-Wasserstoffstrategie einen stabilen Rahmen für Investitionen in Infrastruktur. Ein sofortiger und flächendeckender Austausch der weltweiten Schwerlastflotten gegen komplett emissionsfreie Fahrzeuge wäre jedoch schwer zu realisieren und zudem ökonomisch unsinnig. Stattdessen schicken sich Unternehmen an, Bestandsflotten nachzurüsten oder auf anderen Wegen die Wasserstoff-Wende voranzubringen.

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    • Kernenergie
    • Wasserstoff
    • grüner Wasserstoff
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    • Innovationen

    Wer kann den riesigen Stromhunger von Datenzentren und KI-Infrastrukturen stillen? Microsoft und Meta haben bereits gezeigt, wo es lang gehen kann: Atomenergie und sogenannte SMRs, also Mini-Kernkraftwerke. In den Vereinigten Staaten geht langfristig kein Weg an der Kernenergie vorbei. Auf der anderen Seite darf Wasserstoff nicht unterschätzt werden. Plug Power und thyssenkrupp Nucera sind bekannte Branchenvertreter. Spannende, neue Wege geht First Hydrogen. Die Kanadier besitzen das Potenzial, die Branche aufzumischen. Das könnte zu einer massiven Neubewertung der Aktie führen.

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    Kommentar von Carsten Mainitz vom 20.02.2026 | 05:00

    Nicht verpassen! Small- und Micro Cap Upside aus dem Cleantech-Bereich mit A.H.T. Syngas Technology, Nel und SFC Energy!

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    • Klimaneutralität
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    • grüner Wasserstoff
    • Investments

    Versorgung mit Strom aus Erneuerbaren Energien und Klimaschutz sind nicht nur auf der politischen Bühne wichtige Themen, sondern auch am Kapitalmarkt. Nationale und internationale Vorgaben stellen entscheidende Leitplanken dar, die zu strukturellen Veränderungen führen. Wenn es um Wasserstoff und Brennstoffzellen geht, treten Nel und SFC Energy in Augenschein. Ein bislang völlig vernachlässigtes Unternehmen ist dagegen A.H.T. Syngas Technology. Als Anbieter von Syngas-Lösungen verbindet die Gesellschaft Klimaschutz und Versorgungssicherheit. A.H.T. befindet sich momentan in einem richtungsweisenden Transformationsprozess. Analysten bescheinigen der Aktie Verdopplungspotenzial. Was können Anleger erwarten?

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