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15.09.2026 | 10:25

Ohne Strom keine KI: Wie Siemens Energy, NU E Power und Micron mit Infrastruktur, Projekten und Effizienz Geld verdienen wollen

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Bildquelle: Pixabay KI generiert

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power Corp.
Die KI-Euphorie rückt den größten Engpass, den Strom, in den Schatten. Die Rechenzentren verschlingen Energie und die begrenzten Kapazitäten an Netzen, Turbinen und Transformatoren bremsen das Wachstum. Daraus entstehen drei Investmentmöglichkeiten: das Infrastruktur-Angebot, die Projektentwicklung vor Ort und die Effizienz-Nachfrage bei Chips. Als Investor ist es wichtig zu verstehen, wer die Energie-Infrastrukturen liefert, wer die Projekte entwickelt und wer die sparsamsten Chips produziert. Diese Bereiche decken Siemens Energy, NU E Power und Micron ab. Grund genug, sich die Unternehmen genauer anzusehen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , NU E POWER CORP | CA6699882065 | CSE: NUE , MICRON TECHN. INC. DL-_10 | US5951121038

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Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy – Rekordquartal und volle Bücher

    Wer Strom erzeugen und transportieren will, kommt an Siemens Energy kaum vorbei. Der Konzern aus München baut Gas- und Dampfturbinen, Transformatoren, Schaltanlagen und komplette Netzanbindungen, dazu kommt die Windtochter Siemens Gamesa. Genau diese Produkte sind derzeit knapp, weil Rechenzentren, Elektrifizierung und der Netzausbau gleichzeitig die Kapazitäten binden. Der Boom bei der künstlichen Intelligenz spielt den Münchnern damit in die Karten, denn Lieferzeiten und Preise ziehen deutlich an. Wer heute eine große Turbine bestellt, wartet Jahre auf die Lieferung. Der Engpass sitzt beim Angebot.

    Am 5. August hat der Konzern die Zahlen zum 3. Quartal vorgelegt. Der Auftragseingang lag bei 17,9 Mrd. EUR, das Auftrags-Umsatz-Verhältnis bei 1,57 und der Auftragsbestand bei 162 Mrd. EUR. Der Umsatz stieg um 18,5 % auf 11,4 Mrd. EUR, das Ergebnis vor Sondereffekten lag bei 1,6 Mrd. EUR. Zum Vergleich: Im Vorjahresquartal waren es lediglich 497 Mio. EUR. Am 11. August folgte ein Auftrag von Babcock & Wilcox über 20 Dampfturbinensätze mit je 50 Megawatt (MW). Das sind zusammen 1 Gigawatt für KI-Rechenzentren.

    Die angehobene Prognose hat man bestätigt. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet man 14 bis 16 % vergleichbares Umsatzwachstum, eine Marge vor Sondereffekten von 10 bis 12 %, einen Nettogewinn von rund 4 Mrd. EUR und einen Free Cashflow vor Steuern von etwa 8 Mrd. EUR. Auch die lange kriselnde Windtochter Siemens Gamesa schrieb erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder schwarze Zahlen. Gelingt es, die Fertigung bei Turbinen und Netztechnik weiter hochzufahren, lässt sich der Auftragsbestand Schritt für Schritt in Gewinn umwandeln. Die Jahreszahlen im November werden zeigen, wie das Unternehmen auf dem Weg vorankommt.

    NU E Power – Portfolio wächst und die Kasse ist gefüllt

    Strom aus dem Netz nützt einem Rechenzentrum wenig, wenn am Standort kein Anschluss verfügbar ist. Jemand muss das Grundstück sichern, Genehmigungen einholen und sich mit dem Netzbetreiber abstimmen. Ein solches Unternehmen ist NU E Power. Das in Calgary ansässige Unternehmen entwickelt integrierte Energieparks für rechenintensive und industrielle Kunden. Das Portfolio umfasst derzeit insgesamt 1.112,25 MW Bruttoleistung bei einer Nettokapazität von 613,94 MW, verteilt über Nordamerika und die Mongolei. Allein in Alberta umfasst Cluster 3 des Verfahrens des Netzbetreibers AESO 503,5 MWac Brutto- bzw. 251,75 MWac Nettoleistung. Ebenfalls in Planung ist der Darkhan Energy Park in der Mongolei, ein gemeinsames Entwicklungsprojekt, das sich noch in einem frühen Stadium befindet. Das Projekt befindet sich nach wie vor in einer hochspekulativen, in Meilensteine unterteilten Phase. Derzeit liegen keine verbindlichen Vereinbarungen bezüglich Bau, Finanzierung oder Stromverkauf vor.

    Im Juli 2026 unterzeichnete NU E Power eine unverbindliche Absichtserklärung für ein geplantes 50/50-Joint-Venture mit dem in Seoul ansässigen Unternehmen Green Harbor Partners zur Beschaffung von in Korea hergestellten Turbinen. Laut der Pressemitteilung von NU E Power vom 6. Juli 2026 verwaltet und berät Green Harbor mehr als 2,5 GW an globalen Stromerzeugungsanlagen. Diese Angabe wurde nicht unabhängig überprüft. Die Partnerschaft könnte es NU E Power ermöglichen, die langen Lieferzeiten westlicher Hersteller zu umgehen. Am 30. Juli kam eine strategische Partnerschaft mit dem Bergbauunternehmen Luxxfolio hinzu. Gemeinsam prüfen sie Standorte, an denen Stromerzeugung und Rechenlasten direkt nebeneinander erzeugt werden können. Dadurch könnten Netzgebühren und Wartezeiten für den Netzanschluss entfallen. Bei der Zusammenarbeit mit Luxxfolio handelt es sich um eine Vereinbarung zur Prüfung; konkrete Vereinbarungen unterliegen einer weiteren Due-Diligence-Prüfung.

    Am 12. August schloss das Unternehmen die zweite Tranche einer überzeichneten Privatplatzierung in Höhe von insgesamt 3.860.053 CAD zu einem Preis von 0,15 CAD pro Anteil ab. Darauf folgte am 24. August eine unverbindliche Absichtserklärung bezüglich des 145-MWac-Projekts „Hays Solar“, einschließlich Batteriespeicher, im Wert von rund 7,25 Millionen CAD. Derzeit ist das Projekt noch eindeutig entwicklungsorientiert, da Hays derzeit weder über eine endgültige Netzanschlussvereinbarung noch über einen Stromabnahmevertrag verfügt. Der Abschluss der Übernahme steht weiterhin unter dem Vorbehalt von sieben aufschiebenden Bedingungen. Das Unternehmen hat zudem sein Managementteam verstärkt. Am 25. August wurde John Windsor mit Wirkung zum 31. August zum COO ernannt. Am 31. August gab das Unternehmen seine Ergebnisse für das zweite Quartal bekannt, die aufgrund von Entwicklungskosten und Verwaltungskosten einen Verlust von 1,41 Millionen CAD auswiesen. Nur einen Tag später wurde Peter Espig in den Vorstand berufen. Das Unternehmen erzielt noch keine Umsätze. Sollte der Anschluss an Cluster 3 gesichert werden, könnten die derzeit nur auf dem Papier stehenden Megawatt in Verträge umgewandelt werden.

    Micron – knapper Speicher und sparsame Module

    Je teurer die Kilowattstunde, desto wichtiger wird, wie viel Rechenleistung man aus ihr herausholt. Der Speicher ist dabei der unterschätzte Posten. Micron mit Sitz in Boise im US-Bundesstaat Idaho fertigt DRAM, NAND und vor allem HBM, den schnellen Speicher, der neben jedem KI-Beschleuniger sitzt. Parallel treiben die Amerikaner stromsparende Module für den Einsatz im Rechenzentrum voran. Nach eigenen Messungen mit einem großen Sprachmodell brauchte LPDDR5X rund 73 % weniger Energie als DDR5 und lieferte dabei den fünffachen Durchsatz. Jedes eingesparte Watt zählt.

    Auf der „Hot Chips 2026“-Konferenz vom 23. bis 25. August legte der Konzern offen, wie viel Silizium dieser schnelle Speicher bindet. Für dieselbe Kapazität braucht HBM rund die dreifache Waferfläche von DDR5 und kostet je Bit etwa das Fünffache. In einem Paket mit zwei Grafikprozessoren entfallen rund 90 % der Siliziumfläche auf den Speicher. Ein HBM4 Die bringt 256 Bänke mit, ein DDR5 Die lediglich 32. Ein HBM3E Die liefert 256 GB/s, ein DDR5 Die gerade einmal rund 8 GB/s. Wer diese Chips liefern kann sitzt damit am längeren Hebel.

    Die Rechenleistung wächst rund dreimal schneller als die Bandbreite des Speichers. Der Bedarf läuft der Fertigung also davon. Am 26. August teilte man mit, dass die Zahlen zum 4. Geschäftsquartal am 30. September 2026 veröffentlicht werden. Der Kapazitätsaufbau kostet Geld und HBM bindet Wafer, die für normalen Arbeitsspeicher fehlen. Ein ruhiges Geschäft war der Speichermarkt noch nie, aber derzeit scheint der Markt irrational zu sein. Gelingt es den Amerikanern, die Fertigung für HBM weiter hochzufahren, lässt sich diese Knappheit über Jahre in Preise ummünzen. Der 30. September bringt mehr Klarheit.


    Strom ist der Flaschenhals der künstlichen Intelligenz und alle drei Unternehmen sitzen an einer anderen Stelle davon. Siemens Energy liefert die Hardware, hat mit 162 Mrd. EUR einen Auftragsbestand wie nie zuvor und verdient inzwischen ordentlich daran. NU E Power sichert sich Standorte sowie Partnerschaften und hat im August frisches Kapital eingesammelt. Micron liefert den Speicher, der die Rechenzentren antreibt, und zugleich die sparsameren Module dafür. Am 30. September legen die Amerikaner ihre Zahlen vor. Am Engpass Strom verdienen alle drei.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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