31.03.2026 | 05:00
Resilienz in der Logistik: Daimler Truck und Nel sinnieren über Wasserstoff-Zukunft – dynaCERT baut die Brücke
Der Logistiksektor steht vor großen Herausforderungen, die zeigen, wie groß die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist. Ein eskalierender Konflikt im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus haben die Energiemärkte erschüttert und zu steigenden Preisen bei Mineralölprodukten und deren Derivaten geführt. Besonders alarmierend ist die Preisexplosion bei Diesel, dem primären Kraftstoff für den weltweiten Schwerlastverkehr. An der Londoner Börse verzeichnete Diesel laut aktuellen Marktdaten seit Ende Februar 2026 einen Preissprung von etwa 27 Cent pro Liter. Die ökonomischen Konsequenzen sind enorm: Simulationen des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigen, dass ein dauerhafter Ölpreis von 100 USD pro Barrel zu einem realen wirtschaftlichen Schaden von etwa 40 Mrd. EUR über zwei Jahre führen könnte. Wasserstoff wird in diesem Umfeld nicht mehr nur als Instrument für mehr Nachhaltigkeit gesehen, sondern als Voraussetzung für Resilienz in Energiefragen. In diesem Transformationsprozess ergänzen sich die Geschäftsmodelle von Daimler Truck, Nel ASA und dynaCERT. Wir analysieren die Lösungen, die von weitreichenden Visionen für die Zukunft der Mobilität bis hin zu sofortiger Effizienzsteigerung bei schweren Motoren reichen.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , DYNACERT INC. | CA26780A1084
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Inhaltsverzeichnis:
"[...] Wir können Busse und LKW vollständig klimaneutral umbauen. Dabei gehen wir modular und inkrementell vor. So können wir mit allen gängigen Fahrzeugtypen arbeiten und zudem auf neue Technologie und Innovation reagieren [...]" Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Daimler Truck forciert den flüssigen Wasserstoff
Daimler Truck verfolgt als Branchenführer eine konsequente Dual-Track-Strategie, bei der batterieelektrische Antriebe für den Nahverkehr und wasserstoffbasierte Brennstoffzellen für den schweren Fernverkehr komplementär eingesetzt werden. CEO Karin Rådström betonte, dass Wasserstoff eine unverzichtbare Rolle spielt, da das europäische Stromnetz die Last von sechs Millionen LKW allein nicht tragen kann. Das Unternehmen favorisiert flüssigen Wasserstoff, da dieser eine höhere Energiedichte ermöglicht und somit Reichweiten von über 1.000 Kilometern bei voller Auslastung realisierbar macht. Ab Ende 2026 plant Daimler Truck den Praxiseinsatz einer Kleinserie von 100 Brennstoffzellenfahrzeugen des Typs GenH2 bei ausgewählten Kunden wie der Rhenus Gruppe. Die Brennstoffzellen-Stacks werden im Joint Venture cellcentric mit der Volvo Group entwickelt, wobei eine neue Pilotproduktion in Esslingen die Großserie vorbereitet. Trotz geopolitischer Herausforderungen wie US-Importzöllen konnte Daimler Truck im Geschäftsjahr 2025 bei einem Umsatz von 49,4 Mrd. EUR ein bereinigtes EBIT von 3,8 Mrd. EUR erzielen.
Nel ASA skaliert die Produktionsinfrastruktur
Während Daimler Truck die Nutzfahrzeuge von morgen entwickelt, konzentriert sich Nel auf die Bereitstellung der notwendigen Produktionskapazitäten für grünen Wasserstoff. Als Pionier der Elektrolyse-Technologie steht das Unternehmen vor der Herausforderung, den Übergang zum profitablen Massenhersteller zu vollziehen. Im vierten Quartal 2025 verzeichnete Nel zwar einen Nettoverlust von 870 Mio. NOK aufgrund von Abschreibungen, jedoch stieg der Auftragseingang gleichzeitig um 364 % auf 686 Mio. NOK an. Ein entscheidender Wendepunkt für die globale Skalierung war die im März 2025 geschlossene Partnerschaft mit Samsung E&A, die es ermöglicht, integrierte Elektrolyseur-Lösungen für internationale Großprojekte anzubieten Für Mai dieses Jahres ist laut Unternehmensangaben die Markteinführung einer neuen Alkaline-Plattform geplant, die als technologischer Meilenstein gilt und die Investitionskosten für Wasserstoffprojekte um 40 bis 60 % senken soll. Prognosen der Unternehmensberatung McKinsey deuten darauf hin, dass grüner Wasserstoff durch solche Skalierungseffekte in großem Stil wettbewerbsfähig werden könnte.
dynaCERT liefert die Brückentechnologie für bestehende Flotten
In der kritischen Übergangsphase zur umfassenden Wasserstoffwirtschaft spielt dynaCERT eine besondere Rolle, da der Flottenumbau der Logistikbranche Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Das kanadische Unternehmen bietet mit seiner HydraGEN™-Technologie ein mobiles Elektrolysegerät an, das destilliertes Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff spaltet und diese Gase der Ansaugluft von bestehenden Dieselmotoren zuführt. Dieser Prozess verbessert den Wirkungsgrad der Verbrennung erheblich und ermöglicht Treibstoffersparnisse von bis zu 19 % sowie eine Reduktion der Treibhausgase um bis zu 40 %. In Zeiten des aktuellen Ölpreis-Schocks amortisiert sich diese Technologie für Logistikunternehmen fast allein durch die direkten Kraftstoffeinsparungen – Kunden von dynaCERT profitieren also direkt.

dynaCERT hat sein Geschäftsmodell zudem um die Monetarisierung von CO2-Zertifikaten erweitert, indem die Telematik-Plattform HydraLytica Emissionsreduktionen in Echtzeit nach strengen Standards der Organisation Verra erfasst. Nach einem Führungswechsel hin zu CEO Kevin Unrath zuletzt liegt der Fokus nun auf der globalen kommerziellen Skalierung, was durch einen ersten Auftrag über 100 Einheiten für den mexikanischen Markt untermauert wird. Analysten auf Plattformen wie Investing.com sehen für die Aktie ein durchschnittliches Kursziel von 0,75 CAD, was das hohe Renditepotenzial dieser sofort verfügbaren Brückentechnologie verdeutlicht.
dynaCERT: Ist das die Ruhe vor dem Sturm?
Nachdem dynaCERT seit Jahren auf Kundenfang geht, konnte das Unternehmen in den vergangenen Quartalen immer wieder Achtungserfolge erzielen. Vor allem bei schweren Maschinen im Bergbau oder auch Hafenanlagen kann die Technologie ihre Stärken ausspielen. Doch auch ein Truck bei der Rallye Paris-Dakar wurde bereits mit dynaCERTs Technologie ausgestattet und kam ohne Probleme ins Ziel. Die Aktie notiert aktuell am Boden. Spekulativ denkende Anleger sollten sich den Wert vormerken. Kommt bei dynaCERT wieder Dynamik auf, dürfte die Aktie von allen drei genannten Titeln die vielversprechendste sein.
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