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06.04.2021 | 04:50

Sierra Growth, BYD, Ballard Power – Kupfer versus Wasserstoff!

  • Kupfer
Bildquelle: pixabay.com

Emissionsfreie Mobilität – und wer macht das Rennen? In den letzten 3 Wochen gab es starke Bewegungen bei den Batteriemetallen. Nickel beispielsweise konnte sich binnen 12 Monaten fast auf 19.500 USD verdoppeln, nun folgte im April die Korrektur auf 16.000 USD. Besser erging es Kupfer, hier fiel der Preis nur von 9.500 USD auf 8.750 USD zurück. Der Gewinn auf Jahressicht beträgt bei beiden Metallen aber noch knapp 100%. Im ersten Quartal 2021 gab es auch einen Ruck in der Entwicklung Richtung e-Mobilität, denn VW blies zum Großangriff gegen Tesla. Immerhin verkauft VW 10-mal mehr Autos als der kalifornische Konkurrent und folgt man der aktuellen Politik, dann geht der Kampf um den Elektrokunden wohl erst richtig los…

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CA8263191055 , CNE100000296 , CA0585861085

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Inhaltsverzeichnis:


    Sierra Growth Corp. – Ein neuer Stern auf dem Kupfermarkt

    Der VW-Konzern meldete für seine Hauptmarke in 2020 eine Steigerung der Auslieferungen rein batteriebetriebener Modelle auf fast das doppelte Niveau des Vorjahres. Bei E-Autos insgesamt - also auch solchen mit Plug-in-Hybridabtrieben - lag das Plus bei 158%. Weltweit kam das Thema Elektro- oder Alternativantrieb zum Verbrenner auf einen Zuwachs von etwa 120%. Damit erkennen wir die Dynamik die in diesem Trend steckt – und benötigt wird in erster Linie Kupfer!

    Wenn man bedenkt, dass die globale Verfügbarkeit von Kupfer derzeit aus etwa 10 größeren und weiten 20 kleineren Minen bewerkstelligt wird, so wird klar, dass eine mittelfristige Versorgung mit dem begehrten Rohstoff nur über Neuerschließungen gehen kann. Ein E-Fahrzeug braucht insgesamt die 4-fache Menge an Kupfer wie ein herkömmliches Fahrzeug, ca. 70% des verbauten Kupfers ist überdies in elektronischen Anwendungen enthalten. Der weltweite Bedarf wird im Jahr 2025 runde 1,6 Mio. metrische Tonnen (MT) betragen, im Jahr 2020 wurden ganze 0,6 Mio. MT nachgefragt. Das bedeutet einen Nachfrageanstieg von 160% in 5 Jahren – das ist exponentiell!

    Sierra Growth ist ein Junior-Explorationsunternehmen, das sich mit dem Erwerb, der Exploration und der Erschließung von Mineralienprojekten im Frühstadium befasst und derzeit Projekte in Nevada betreibt. Die primären Sektoren, auf die sich das Unternehmen konzentriert sind Silber, Kupfer, Gold und Molybdän. Momentan liegt der Fokus klar auf den 3 Liegenschaften in Nevada, denn der Bundesstaat wurde vom Fraser Institute in seiner jährlichen Bewertung von Bergbau-Jurisdiktionen immer wieder in die Top 5-Liga eingestuft. Die betreffenden Grundstücke werden von erfahrenen Lizenzinhabern gehalten, die eine nachgewiesene Erfolgsbilanz in der Exploration in Nevada haben. Eine hervorragende Infrastruktur ist in Nevada schon historisch vorhanden: Strom, Wasser und Versorgungseinrichtungen sind in den lokalen Bergbaustädten in unmittelbarer Nähe verfügbar.

    Wer einen kleinen Nachfolger im Kupfermarkt sucht und sich die Versorgungslage in den nächsten 5 Jahren vor Augen hält, erkennt das Potenzial aktueller Kupfer-Projekte. Die Sierra Growth-Aktie ist seit kurzem in Frankfurt mit etwa 0,12 EUR notiert, die Handelsumsätze sind noch sehr gering. Da die Marktkapitalisierung aber erst bei überschaubaren 6 Mio. EUR liegt, könnte sich ein limitierter Einstieg alsbald bezahlt machen.

    BYD – Die Super-Batterie “Blade”

    BYD hat nun seine Geschäftszahlen für das Jahr 2020 vorgelegt. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 22,6% auf umgerechnet rund 20,3 Mrd. EUR, der Gewinn kletterte sogar um 162,3% auf rund 550 Mio. EUR. Das Gewinnwachstum begründet BYD mit einer „Verbesserung der betrieblichen Gesamteffizienz“ und neuen Produkten. Die Automotive-Sparte steuerte mit 10,9 Mrd. EUR rund die Hälfte des Konzernumsatzes bei.

    Wie ein Blick auf die Produktion und aktuellen Auslieferungen zeigt, konnten die Chinesen aber vor allem bei den Verbrenner-Modellen zulegen. BYD produzierte insgesamt 431.954 Fahrzeuge, was einem Rückgang von 5% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Rückgang war vor allem auf den gesunkenen Absatz von Elektroautos und Plug-in-Hybriden um 12,5% auf 162.893 Einheiten zurückzuführen, während der Verkauf der Verbrenner-Modelle um 3,8% auf 231.715 Fahrzeuge zulegte. Weltweit absolut vorne dabei ist BYD mit seinen Elektrobussen, die PKWs derzeit vor allem in China erhältlich und international noch wenig bekannt.

    Derzeit arbeitet der Konzern konzentriert an seiner Expansion nach Europa: Nach einem Test im vergangenen Jahr sollen in Norwegen weitere Exemplare des E-SUV Tang EV verkauft werden. Die Gruppe beabsichtigt, die auf bestehenden NCM-Batterie-basierten BEV langsam aufzugeben und ab April mehr „LFP-Blade-Batterie“-basierte Fahrzeuge auszurollen, dafür soll 2021 eine neue BEV-Plattform vorgestellt werden. BYD möchte so Tesla und anderen Herstellern die Stirn bieten, denn die Blade-Batterie soll stabiler gegen äußere Einflüsse geschützt sein und bei einem Unfall die Brandgefahr minimieren. In Tests wurde die Batterie unter Höchstlast sogar mit Nägeln beschossen, eine herkömmliche Lithium-Batterie hätte bei dieser Beanspruchung Temperaturen von über 500 Grad erreicht. Die "Blade-Batterie" hat sich dabei nur auf 30 bis 60 Grad erwärmt.

    Der Kurs der BYD-Aktie hat nach ihrem Hoch bei 29,5 EUR bis auf 17,2 EUR korrigiert und schnell wieder nach oben gedreht. Die 15 EUR-Linie wird wohl an dieser Stelle halten, nehmen sie sich die Aktie daher erneut aufs Korn.

    Ballard Power – Große Ziele, schwache Kursentwicklung

    Ballard Power (gegründet 1979) hatte schon immer ambitionierte Ziele. Durch eine groß angelegte Wachstumsstrategie soll seit 1995 ein großer Teil des stark wachsenden Weltmarkts für Brennstoffzellen erobert werden. Anfang des Jahrtausends stand die Aktie auch schon mal bei 140 Euro, dann folgten 19 Jahre Trauerspiel mit Kursverlusten von bis zu 99% vom Hoch. Erst im Jahr 2017 erlangte die Aktie wieder Aufsehen, als man die erste kommerziell nutzbare Brennstoffzelle in größeren Stückzahlen produzierte.

    Dass es bei der Brennstoffzellen-Technologie um eine relevante Zukunftsentwicklung geht, bezweifelt heute keiner mehr. Dies beweist der jüngste Meilenstein an gefahrenen Kilometern. Das Unternehmen gab zuletzt bekannt, dass die PEM-Brennstoffzellentechnologie mittlerweile Fahrzeuge mit einer branchenführenden Gesamtkilometerzahl von mehr als 75 Millionen Kilometern angetrieben haben. Wenn wir genau rechnen, würden wir mit dieser Anzahl die Erde rund 1.870 Mal umrundet haben. Ungefähr 80% der bisher zurückgelegten Kilometer wurden mit Brennstoffzellenfahrzeugen in China zurückgelegt, die restlichen Strecken absolvierte man in Europa und Nordamerika.

    Ballard hat in den letzten 2 Jahren seinen Aktienkurs um über 100% nach oben entwickeln können. Daher ist der CTO Dr. Kevin Colbow auch überzeugt, dass man über eine branchenführende Felderfahrung beim Antrieb von Nutzfahrzeugen verfügt. Die Zielgruppe der zukünftigen Entwicklung sind demnach Busse, LKWs, Züge und Schiffe. Wir dürfen gespannt sein, ob das weltweite Engagement für emissionsfreie Mobilität tatsächlich zur Massenherstellung von Brennstoff-Zellen führt oder letztlich der Batterie-Antrieb das Rennen macht. Derzeit scheint letztere allerdings klar im Fokus zu stehen. Die Ballard-Aktie hat sich in den letzten 3 Monaten fast halbiert, wir hatten frühzeitig vor der anstehenden Korrektur gewarnt.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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