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21.12.2021 | 04:44

Standard Lithium, Altech Advanced Materials, BASF – Die Super-Batterie für 2022!

  • Lithium
  • Batteriemetalle
  • Technologie
Bildquelle: pixabay.com

Ob E-Mobilität, Flugzeugtechnologie oder Erneuerbare Energien, so gut wie alle Hightech-Segmente suchen nach dem geeigneten Energiespeicher. Treiber der Entwicklung ist der Klimaschutz, der die Mobilität und Energieerzeugung sowie Verteilung in der Zukunft auf neue Beine stellen wird. Um die E-Mobilität in einen Wirkungsgrad ähnlich der modernsten Diesel-Technologie zu bringen, bedarf es zum einen umweltschonenderer Verfahren der Batterieproduktion sowie eine deutliche Leistungssteigerung mit gleichzeitiger Verlängerung der Lebensdauer. Denn was hilft es, wenn ein Fahrzeug zwar Emissionen während des Betriebs eliminiert, bei der Produktion und Entsorgung der Energiezelle aber eine vielfache Belastung entsteht. Wir beleuchten einige Unternehmen, die im Zentrum der technischen Revolution stehen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010

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Inhaltsverzeichnis:


    BASF – Der Standardwert unter den Chemikern

    Die Badische Anilin- & Soda-Fabrik - kurz BASF - ist schon historisch ein Basislieferant für industrielle Chemiestoffe. Das Unternehmen hat seinen Ursprung 1865 in Mannheim, heute ist die Zentrale in Ludwigshafen. BASF beschäftigt weltweit über 110.000 Mitarbeiter und ist an 390 Produktionsstandorten tätig. Mit einem Umsatz von geschätzt 77 Mrd. EUR im Jahr 2021 ist BASF der nach Umsatz größte Chemiekonzern weltweit.

    Gerade im Kontext nachhaltig produzierter Industriegüter kommt den Vorprodukten von BASF sehr viel Bedeutung zu. Innerhalb der Batterietechnologie will man mit den Produktionsanlagen für Kathodenmaterialien in Skandinavien und Brandenburg ab 2022 alle Bausteine mit einer positiven Nachhaltigkeitsbilanz anbieten können. Gerade OEMs müssen heute durch eine sorgfältige Auswahl ihrer Zulieferer nachhaltig wirtschaften. Insgesamt soll sich dabei natürlich auch der eigene CO2-Abdruck mindern.

    Ein wesentlicher Klimaschutz-Schritt ist den Ludwigshafenern nun in der eigenen Energieversorgung gelungen. Der Chemiekonzern hat den französischen Konzern Engie SA langfristig als Lieferanten für erneuerbaren Strom gewonnen. Im Bereich Öl- und Gas passiert Ähnliches, hier hat sich die BASF-Tochter Wintershall an dem Projekt Greensand beteiligt. Zusammen mit Partnern wie etwa INEOS Oil and Gas Denmark will man entstandenes CO2 auffangen und unterirdisch lagern. Dies stößt aber auch auf die Kritik der lokalen Verantwortlichen, denn sie wollen alle möglichen Gefahren für das UNESCO Welterbe „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ ausschließen.

    Die BASF-Aktie steht derzeit nicht auf der Kaufliste der Investoren. Auf Jahresbasis verliert der Wert nun 8% und mit 58,9 EUR steht der Kurs auch kurz vor einer wichtigen Unterstützung bei etwa 57 EUR. Der Chart sieht derzeit nicht gut aus, immerhin gibt es aber mit 5,7% Dividendenrendite ein kleines Trostpflaster für langfristige Investoren.

    Altech Advanced Materials – Der Gamechanger in der Batterieproduktion

    Einen neuen Batterie-Wert finden wir mit der Altech Advanced Materiels AG (kurz AAM) seit Mitte 2020 auf dem deutschen Kurszettel. Das Unternehmen aus Heidelberg ist eine in Frankfurt notierte Beteiligungsgesellschaft im Bereich technologischer Lösungen für Stromspeicher vor allem im Bereich E-Mobilität. Die Zielrichtung der eigenen Forschungsbemühungen ist die Verbesserung der Kathoden-Eigenschaften mit dem Ziel der Erhöhung der Leistungsdichte, Betriebssicherheit und einer Verlängerung der Lebensdauer.

    Natürlich weiß AAM, dass man mit dieser Zielrichtung nicht allein auf dem Markt ist. Giganten wie Tesla, CATL, Panasonic oder Samsung arbeiten seit Jahren an der Optimierung der Lithium-Ionen-Zellen. Die Entwicklungen zur Leistungs-Verbesserung von Batterien für elektrische Antriebe laufen nun seit Jahren auf Hochtouren. Jedes Unternehmen, auch wenn es noch so klein ist, kann mit seiner besonderen Technologie zur Weichenstellung einer ganzen Industrie beitragen. Klares Ziel ist die Senkung der Kosten pro kWh-Leistung auf unter 100 USD, das ist die Benchmark.

    Einen besonderen Stellenwert messen die Technologie-Spezialisten den Batteriestoffen Silicium und dem hochreinen Aluminiumoxid bei. Um die eigenen Ideen zur Marktreife zu entwickeln, hat sich AAM mit 25% an der Altech Industries Germany (AIG) aus Dresden beteiligt. Die anderen 75% werden vom australischen Partner Altech Chemicals Ltd. gehalten. Die Tochter AIG plant ab 2022 den Bau einer Fabrik zur Herstellung von Beschichtungsmaterial für Anoden, die dazu notwendige wirtschaftliche Machbarkeitsstudie wird bis Q1-2022 erstellt.

    AIG hält die Exklusivrechte für die Nutzung einer neuen Beschichtungstechnologie für Anodenmaterialien sowie die Rechte an der Technologie zur Herstellung von hochreinem Aluminiumoxid ("HPA") innerhalb der Europäischen Union von Altech Australia Pty Ltd, Australien. Hauptaktionäre und größte finanzielle Anteilseigner an der AAM sind die Deutsche Balaton AG und die Altech Chemicals Ltd. mit zusammen knapp 70%. Das strategische Setup ist vielversprechend.

    Die AAM-Aktie ist noch relativ unbekannt und notiert in Frankfurt bei knapp einem Euro. Mit den ausstehenden 5,65 Mio. Aktien ist die Bewertung noch sehr überschaubar. Damit könnte eine positive Machbarkeitsstudie im ersten Quartal 2022 wie eine Bombe einschlagen.

    Standard Lithium – Nun ist doch eine größere Korrektur im Gange

    Wie vermutet, steht der Lithium-Sektor kurzfristig vor einer Korrektur. Zwar steigt der Preis für das weiße Metall so schnell wie seit Jahren nicht mehr. So hat der Lithiumpreisindex des Forschungsunternehmens Benchmark Mineral Intelligence sich zwischen Mai und November verdoppelt und ist in diesem Jahr bereits um rund 240% gestiegen. Allerdings stehen viele Lithium-Projekte weltweit noch weit vor einer Finalisierung.

    Die Platzhirsche unter den Produzenten sind SQM, Albemarle und die chinesische Ganfeng. Sie können durch die Erweiterung ihrer Bergbaustätten einen Großteil der aktuellen Zusatznachfrage befriedigen und verdienen damit prächtig. Die explodierenden Preise rühren eher aus einer psychologisch bedingten Knappheitssituation vieler Technologie-Produzenten, die die Produktions-Einschränkungen bei Lithium aufgrund der Corona-Pandemie mit langfristigen Absicherungsgeschäften auffangen wollen. Diese künstliche Übernachfrage dürfte bis zu einem bestimmten Punkt laufen, dann schlägt das Pendel kurzfristig in eine ganz andere Richtung.

    Sollte der Markt stärker korrigieren, dürften vor allem die Werte der zweiten Reihe fallen, denn sie können zu den aktuell hohen Preisen noch nicht liefern. Bei vielen Lithium-Hoffnungswerten haben sich die Kurse auch schon stark zurückgebildet. Standard Lithium steht zwar auf Jahresbasis noch über 300% im Plus, das waren aber auch schon mal 500%. Hier sollten zum Jahresende verbleibende Gewinne realisiert werden, denn immerhin ist der Explorer auf dem aktuellen Niveau noch mit 1,35 Mrd. USD bewertet.


    Die Hype-Themen E-Mobilität und Klimaschutz treiben die Protagonisten im Kurs auf immer neue Höhen. Aktuell läuft aber eine erwartete Gewinnmitnahme-Runde, die sich noch beschleunigen kann. Bei dem noch kleinen Unternehmen Altech Advanced Materials könnte schon ab 2022 ein wichtiger Batterie-Player entstehen, der Einstieg ist jetzt noch bei rund 5 Mio. EUR Bewertung möglich.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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