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30.09.2025 | 05:00

Stirbt das industrielle Herz Europas? Mercedes-Benz, Porsche, AJN Resources

  • Krise
  • Industrie
Bildquelle: KI

Die Unsicherheit in Deutschland ist so groß wie nie: Immer mehr Unternehmen aus der Autoindustrie streichen Jobs. Wie die Branchenkenner von EY schreiben, gingen innerhalb eines Jahres rund 51.100 Jobs in der Autoindustrie verloren. Das entspricht rund 7 % aller Stellen. Auch in anderen Bereichen setzen Unternehmen den Rotstift an. Zuletzt setzte auch die Lufthansa Personal frei. Mit den Hiobsbotschaften einher geht eine beunruhigende Untergangsstimmung in der deutschen Bevölkerung - vor allem im eigentlich reichen Südwesten des Landes. Wie es um die Industrie-Giganten Porsche und Mercedes-Benz steht und warum immer mehr Anleger deswegen auch auf Gold-Aktien blicken, erklären wir in diesem Artikel.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000 , PORSCHE AG | DE000PAG9113 , AJN RESOURCES INC. O.N. | CA00149L1058

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Inhaltsverzeichnis:


    Das industrielle Herz Deutschlands blutet - Südwesten im Schock

    Unternehmen wie Mercedes-Benz und Porsche stehen für Wohlstand für alle. Über Jahrzehnte beschäftigten die großen Autobauer aus dem Südwesten Facharbeiter zu Top-Konditionen, bildete die nächste Generation gut aus und garantierte auch diesen lebenslang sehr gut bezahlte Jobs. Doch die Lage in der Autoindustrie war noch nie so schlecht, wie heute. Waren es in der Vergangenheit in erster Linie exogene Schocks, leiden Mercedes-Benz und auch Porsche heute unter strukturellen Problemen. Vor allem der Schwenk hin zu E-Autos klappt nicht richtig. Die elektrischen Modelle sind oft noch immer teuer und bleiben technisch hinter der Konkurrenz zurück. Zugleich sind Käufer bei Verbrenner-Modellen skeptisch und fürchten hohe operative Kosten aufgrund von CO2-Abgaben. Die Folge: Selbst Top-Modelle gibt es inzwischen zu Dumpingpreisen. Erst kürzlich bot ein Re-Importeur eine Mercedes-Benz E-Klasse mit guter Ausstattung für nur 55.000 EUR an. Wenn selbst solvente potenzielle Käufer aufgrund der Rahmenbedingungen vor einem Kauf zurückschrecken, zeigt das das ganze Dilemma.

    Auch beim Sportwagenbauer Porsche hat man kürzlich den Rotstift angesetzt: Einen elektrischen Luxus-SUV hat die legendäre Autoschmiede bereits kurzerhand eingedampft - nicht genügend Nachfrage. Da die operative Marge bei Porsche, die eigentlich durchweg im zweistelligen Bereich lag, inzwischen auf magere 5,5 % eingebrochen ist, setzen auch die Zuffenhausener auf Sparprogramme. Entlassungen und eine strikte Kostenkontrolle sollen den Konzern wieder stabiler aufstellen. Wie ein Porsche-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte, sind der „verzögerte Hochlauf der Elektromobilität und schwierige geopolitische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen" die Gründe.

    Politik stiftet kein Vertrauen - Populisten auf dem Vormarsch

    Die strukturelle Krise der deutschen Autoindustrie dürfte so leicht nicht aufzulösen sein. Zwar gibt es zunehmend Überlegungen, die regulatorischen Rahmenbedingungen für Verbrenner innerhalb der EU zu ändern, doch wirken die Vorschläge momentan alles andere als aus einem Guss. Ein Beispiel sind hohe Anreize für den Kauf von E-Autos durch Abschreibungen bei Unternehmen und Selbständigen, die in diesem Sommer beschlossen wurden. Nun werden gleichzeitig Stimmen laut, die Vergünstigungen bei der KFZ-Steuer für E-Autos zu streichen. Auch internationale Kunden, die ihre Entscheidungen unabhängig vom deutschen Steuer-Dickicht treffen, sind nicht mehr uneingeschränkte Fans deutscher Ingenieurskunst: Die Chinesen kopieren gut und sind zudem günstiger.

    Welch tiefgreifende Folgen der Niedergang der Autoindustrie in Deutschland hat, zeigt auch die wachsende Zustimmung zur populistischen AFD, gerade im stark von der Autoindustrie geprägten Südwesten Deutschlands. Die AFD steht für ein Ende des Euro und einer Europäischen Union der Nationalstaaten. Da parallel auch in Großbritannien und Frankreich die Populisten auf dem Vormarsch sind, könnten Verwerfungen in Europa vorprogrammiert sein - mit vielfältigen Folgen. Diese Verwerfungen vorweg nimmt bereits seit vielen Monaten der Goldpreis. Erst kürzlich erreichte das Krisenbarometer jenseits der Marke von 3.800 USD erneut einen Rekord.

    Krisenstimmung treibt Gold - AJN Resources als Geheimtipp

    Im Schatten der allgemeinen Goldhausse handeln aktuell nur noch wenige Unternehmen aus dem Sektor - Gold-Giganten wie Barrick Mining, Newmont oder IAMGOLD verzeichnen schon seit einiger Zeit stetige Kursgewinne. Noch am Anfang seiner Entwicklung steht jedoch das vom deutschen CEO Klaus Eckhoff geleitete kanadische Unternehmen AJN Resources. Der Fokus von AJN liegt auf der Suche nach Gold. Aktuell agiert das Unternehmen im äthiopischen Adola-Gürtel und betreibt dort das Okote-Projekt. AJN hat im Mai 2025 ein Joint-Venture mit einem lokalen Lizenzinhaber vereinbart, um sich in mehreren Stufen bis zu 70 % am Okote-Projekt zu sichern. Dafür sind geplante Investitionen von über 10 Mio. USD vorgesehen, um das Projekt bis zu Ressourcenschätzung und Machbarkeitsstudie zu entwickeln. Folglich ist AJN noch am Anfang: Seit September 2025 werden 600 Gesteinsproben genommen und ein Bohrprogramm von 1.500-Metern vorbereitet.

    Die Aktie von AJN ist aktuell eine spekulative Wette auf weiter steigende Goldpreise sowie den Explorationserfolg vor Ort. CEO Eckhoff ist von seinem Okote-Projekt überzeugt und hat in der Vergangenheit bereits Gold-Projekte unter schwierigeren Rahmenbedingungen zum Erfolg geführt. Frühere Stationen von Eckhoff waren unter anderem Moto Goldmines, Spinifex Gold und Monument Mining. Dabei stellte der CEO und Geologe insbesondere seine Afrika-Expertise unter Beweis. Äthiopien gilt als aufstrebend und stabil. Erst in diesem Sommer stellte das Land mit dem Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) ein Mega-Projekt fertig, das exemplarisch für die Entwicklung Äthiopiens steht.

    AJN Resources: Schon die nächste Meldung kann entscheidend sein

    Die Aktie von AJN Resources spiegelt das frühe Stadium, in dem sich das Unternehmen befindet. Zuletzt mehrten sich jedoch die Umsätze. Je rarer im Goldsektor Aktien werden, die im Zuge der steigenden Goldpreise noch nicht angesprungen sind, desto stärker wird auch AJN in den Fokus rücken. Da die Marktkapitalisierung im niedrigen einstelligen Bereich liegt, kann schon eine gute Meldung die Aktie wachküssen - gerade angesichts der allgemein unsicheren Gesamtlage. AJN Resources ist zwar spekulativ, die Rahmenbedingungen rund um das Okote-Projekt, CEO Klaus Eckhoff und Äthiopien an sich aber stimmen.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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