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15.10.2025 | 03:45

Lieferketten NASDAQ! Kritische Metalle ausverkauft? Weiter geht´s mit Almonty, Achtung bei Rheinmetall, Deutz und Renk

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Bildquelle: pixabay.com

Ritsch-Ratsch! Raus aus den Kartoffeln rein in die Kartoffeln! Zurzeit kann man alle Börsenweisheiten anwenden, denn etwas Unsteteres als den US-Präsidenten gibt es für die Börsen nicht. Und wer hätte gedacht, dass die Lieferketten der kritischen Metalle zum absoluten Hausse-Faktor an der NASDAQ mutieren. Just in dem Moment als Xi-Ping die seltenen Metalle als Verhandlungsmasse in den Ring warf, brannten bei Donald Trump die Sicherungen durch. Strafzölle von 100 % standen im Raum, die Märkte gingen auf Tauchstation. Doch schon einen Handelstag danach wird alles relativiert und die Märkte müssen ihren neuen Bewertungspunkt finden – kein leichtes Unterfangen. Gestern dann erneute Nervosität, abzulesen an einem stark steigenden Vola-Index. Was sollten Anleger dringend im Blick haben?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , RENK AG O.N. | DE000RENK730 , DEUTZ AG O.N. | DE0006305006

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Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – Gefragt an vorderster Front

    Schon wieder ein neues Hoch für Almonty. Anfang der Woche ging der Titel an der NASDAQ auf knapp 9 USD, so hoch wie noch nie. Auslöser dürfte diesmal der schwelende Konflikt zwischen Donald Trump und Xi-Ping gewesen sein. Das Klima im Bereich kritischer Metalle wird immer frostiger, das treibt die Kurse der Produzenten. China sitzt immerhin auf über 70 % der Weltreserven in Wolfram, neue Minen wird es zwar auf absehbare Zeit auch im Westen geben, doch sprunghaft wird das Angebot nur in Südkorea steigen. Denn hier hat Almonty Industries seine frisch aufgesetzte Sangdong-Mine, neben dem produzierenden Standort in Portugal. Sangdong wird spätestens Anfang 2026 ihren Betrieb aufnehmen und ihre Auslieferungen in den Westen vornehmen. Ebenso schlummern noch riesige Molybdän-Vorkommen im Boden, die sich permanent aufwerten. Derzeit gibt es noch keine Anzeichen dafür, dass sich die vorliegenden Spannungen der Rohstoffmärkte wieder glätten. Aktuell preisen die Spotpreise einen drohenden Zusammenbruch des Welthandels ein und niemand möchte hier dagegen wetten. Somit geht es täglich weiter, mit der Reise nach Norden.

    „The Trend is your friend“ – um eine weitere Börsenweisheit an den Mann zu bringen. CEO Lewis Black von Almonty zeigt in seinem Interview auf, was auf die westlichen Industrien zukommt, wenn China gar nicht mehr liefert. https://www.foxbusiness.com/video/6382702881112

    Investoren sollten sich im NASDAQ-Bewertungsvergleich Aktien wie Critical Metals oder MP Materials heranziehen. Während CRML bereits die 2 Mrd. USD-Marke an Bewertung überschritten hat und MP Materials schon knapp an der 20 Mrd. USD-Grenze kratzt, rangiert Almonty mit einer betriebsfähigen Mine noch bei 1,5 Mrd. USD. Die Reise dürfte sich also noch getrost fortsetzen. Gerüchten zur Folge könnte eine US-Staatsbeteiligung anstehen oder ein unerwarteter Merger steht eines Morgens auf dem Plan. Jeden Tag weiter kaufen und das Schwimmbecken an Gold-Dukaten füllt sich! Viele von uns können sich an Dagobert noch gut erinnern…

    Rheinmetall – Konsolidierung an der 2.000 EUR-Marke

    Gut gelaufen ist in den letzten 12 Monaten auch die Rheinmetall-Aktie. Das liegt an der reinrassigen Ausrichtung als Top-Rüstungswert. So werden die Rheinländer ausgehend von 9,75 Mrd. EUR Umsatz in 2024 in den nächsten Jahren ein Erlös-Wachstum von 25 % per annum hinlegen. Das schaffen nur wenige Industrien, doch die Düsseldorfer sind Hauptauftragsnehmer für eine Reihe von wichtigen Komponenten bei Panzern und Abwehr-Artillerie bis hin zum Drohnengeschäft. Wer sich vom aktuell hohen KGV 2025e von 45 abschrecken lässt, sollte die fundamentale Brille bis ins Jahr 2028 schärfen. Denn hier könnte Rheinmetall die 30 Mrd. EUR-Marke im Umsatz erreichen, bei überproportionaler Margen- und Gewinnentwicklung. Wichtig ist die Vorausschau in erster Linie wegen des Kapazitätsaufbaus, den die Firma leisten muss, um die Auftragsbestände von über 60 Mrd. EUR in den nächsten 5 Jahren abarbeiten zu können. Die Aktie verharrt derzeit in einer Wartestellung zwischen 1.800 und 2.000 EUR, eine Konsolidierung auf hohem Niveau. Der Grund: Am 6. November gibt es die Q3-Zahlen und hier muss CEO Armin Papperger Farbe bekennen, ob das steile Wachstumstempo in der Abarbeitung der NATO-Aufträge auch tatsächlich beibehalten werden kann. Spannend!

    Renk und Deutz – Im Windschatten des Defense-Sektors lässt es sich gut leben

    Noch eine kurze Anmerkung zu Renk und Deutz. Sie werden oft als „Trittbrettfahrer“ einer boomenden Defense-Industrie bezeichnet. Ein Check der Bilanzen zeigt aber große Unterschiede. Während Renk tatsächlich 60 bis 75 % seines Geschäfts im Bereich Defense verbuchen kann, sind es bei Deutz noch nicht einmal 3 %. Trotzdem gab es bei Deutz in 2025 eine Kursverdoppelung von 4,50 auf aktuell 8,85 EUR. Analysten erwarten nach einem Umsatzrückgang in 2024 auf rund 1,8 Mrd. EUR bis 2027 eine rund 50%ige Steigerung auf ca. 2,7 Mrd. EUR. Aktuell beträgt die Marktkapitalisierung ca. 50 % der erwarteten Umsätze. Das wäre im mittelfristigen Ausblick nicht zu teuer, dennoch muss abgewartet werden, ob die Kölner die strategische Neupositionierung tatsächlich umsetzen können. Renk ist zwar gerade dabei, den Rüstungsanteil stark zu steigern, das zugrundeliegende Zahlenwerk rechtfertigt aber in keiner Weise Kurs-Umsatz-Verhältnisse von über 5, geschweige denn KGVs von über 40. Während Renk also aus dem Stand 30 % abwerten könnte, liefert Deutz in Schwächephasen einen guten Diversifizierungsbeitrag für den Rüstungsanteil im Depot.

    Schneller, höher, weiter! Die Charts unserer Defense-Peergroup der letzten 6 Monate ist goldgerändert. Zugegeben: Nicht jeder erzielt über 280 % wie Almonty Industries derzeit, aber 39 bis 66 % ist auch ein Wort. Immerhin beträgt die Weltdurchschnitts-Entwicklung von Aktien „nur“ 8,7 % per annum. Quelle: LSEG vom 14.10.2025

    Die Party geht weiter und man hat das Gefühl, dass die Musik von Walzer zu Hard-Rock übergeht. So haben die Märkte innerhalb von 48 Stunden wieder komplett von Baisse auf Hausse umschalten müssen und nun vielleicht wieder doch runter? Kein schönes Szenario auf Dauer, aber so sind Algo-dominierte Hochgeschwindigkeits-Börsen nun mal heute gestrickt. Streuung und Durchhaltevermögen ist gefragt und manchmal auch der Mut zum Verkauf an der richtigen Stelle!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Schon lange gab es nicht mehr so eine ausgeprägte Hausse an den Weltbörsen. Der aufmerksame Investor lernt: Kriege sind kein Verkaufsgrund, sondern beflügelt die Phantasie der Technologie-Begeisterten und lässt auf weitere finanzielle Mittel der Regierungen hoffen. Dass dabei die Verschuldungen der Staaten immer weiter in den Himmel steigen, eine Rückzahlung wird es eh nur im Sinne einer Wiederanlage in neue Schuldtitel geben. Somit wird weiter munter Geld gedruckt, wir kennen das seit der Finanzkrise 2008. Im Gesamtbild haben die großen Kapitaleigner wie Elon Musk oder andere Gründer von HighTech-Unternehmen längst das Sagen im internationalen Polit-Kasperle-Theater. Wann das große Krokodil kommt, darüber darf munter philosophiert werden. Das historische Shiller-KGV des US-Aktienmarktes (S&P 500) liegt im langfristigen Mittel bei rund 17,4. Mit einem aktuellen Stand von zirka 39,5 weicht der Markt derzeit vom Allzeit-Durchschnitt um 127 % nach oben ab. Diese drastische Überbewertung markiert den zweithöchsten Stand der Finanzgeschichte und wird nur noch von der Dotcom-Blase des Jahres 1999 übertroffen. Vermutlich benötigen wir neue Mess-Instrumente, die Dinge aus dem vergangenen Jahrtausend sind unbrauchbar geworden.

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