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04.01.2023 | 05:05

Übernahmefieber 2023? BioNTech, Barrick Gold, Standard Lithium, Manuka Resources

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Bildquelle: pixabay.com

Der Pharma-Sektor war bereits im vergangenen Jahr im Übernahmefieber. Unter anderem hat BioNTech-Partner Pfizer gleich mehrfach zugeschlagen. Der Akquisitionshunger dürfte sich auch im laufenden Jahr weiter fortsetzen, da großen Pharma- und Biotech-Konzerne ihre Pipeline auffüllen wollen. Auch für Gold-Aktien könnte das laufende Jahr spannend werden. In 2022 konnten die Unternehmen nicht mit dem positiven Goldpreis mithalten. Auch Produzenten von Rohstoffe für die Energiewende könnten ins Übernahmefieber geraten. Von den beiden letzten Trends könnte Manuka Resources profitieren. Die Kanadier haben gerade eine Kapitalmaßnahme durchgeführt, um ihre Projekte voranzutreiben. Auch Spezialisten wie Standard Lithium könnten ins Visier von Konzernen geraten. Gerüchte, dass sich Tesla nach Lithium-Projekten umschaut, halten sich schon lange. Und was ist mit Barrick Gold und BioNTech?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , Manuka Resources Limited | AU0000090292

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Inhaltsverzeichnis:


    Manuka Resources durch Vanadium-Projekt vor Neubewertung?

    Die Chancen stehen gut, dass die Aktie von Manuka Resources im laufenden Jahr freundlicher tendiert. Die kursbelastende Kapitalerhöhung hat das Bergbau- und Explorationsunternehmen Ende 2022 abgeschlossen und mit Gold, Silber sowie dem kritischen Mineral Vanadium hat man gleich drei interessante Rohstoffe im Projektportfolio. Um diese Projekte voranzutreiben, sind den Australiern im Dezember 4,1 Mio. AUD zugeflossen. Die neuen Aktien wurden zu 0,105 AUD platziert. Derzeit notiert die Aktie bei 0,085 AUD. “Kürzlich haben wir die Wiederaufnahme der Silberproduktion auf Wonawinta wesentlich vorangetrieben, einen Plan für die Ressourcenerschließung bei Mount Boppy weiterentwickelt und den Erwerb von TTR abgeschlossen – einem Projekt mit dem Potenzial, an der Spitze der grünen Wirtschaft zu stehen”, sagte CEO Dennis Karp.

    Die Projekte von Manuka im Einzelnen: Das Mt. Bobby- Goldprojekt wurde 2020 übernommen. Dabei handelt es sich um eine der historisch reichsten Goldminen in Australien. Damals wurden 500.000 Unzen Gold mit einem durchschnittlichen Gehalt von einer halben Unze pro Tonne Erz abgebaut. Manuka wollte ursprünglich 24.000 Unzen Gold fördern. Doch tatsächlich sind es sogar doppelt so viel. Und die Ressource könnte ergiebiger sein als gedacht. So wird derzeit ein Plan zur weiteren Erschließung erarbeitet. Bei dem Siber-Projekt mit dem Namen Wonawinta liegt die Ressourcenschätzung bereits vor. Sie umfasst 51 Mio. Unzen und mit Produktionsbeginn würde Manuka zu einem der größten Silberproduzenten Australiens aufsteigen. Eine Verarbeitungsanlage ist bereits in Betrieb und wird zunächst mit historischen Halde mit einem Volumen von 515.000 t gefüttert.

    Spannend ist auch das dritte Projekt von Manuka. Dabei handelt es sich um das im vierten Quartal 2022 übernommene South-Taranaki-Bight-Projekt (STB). Es befindet sich vor der Küste Neuseelands und beinhaltet Eisensand mit Vanadium-Titan und Magnetit. Vanadium ist ein kritisches Mineral und trägt zu Verbesserung der Energiespeicherung und der Haltbarkeit von Batterien bei. Die Bergbaulizenz wurde bereits erteilt. Bei einer JORC-Ressource von 3,8 Mrd.t und einem Vanadium-Gehalt von 0,5%/t könnte Manuka zum drittgrößten Vanadium-Förderer weltweit mit einem Marktanteil von 15% aufsteigen. Die Erlösschätzung liegt bei etwa 55 Mio. GBP pro Jahr. Die Marktkapitalisierung von Manuka Resources beläuft sich auf unter 45 Mio. AUD. Dabei haben die Australier bereits im vergangenen Geschäftsjahr (zum 30.06.) einen Umsatz von 53,5 Mio. AUD und einen positiven operativen Cashflow von 8,9 Mio. AUD erzielt.

    Barrick Gold setzt auf eigene Projekte

    Offiziell schaut sich Barrick Gold derzeit nicht nach Übernahmekandidaten um. Stattdessen setzt man auf die Entwicklung eigener Projekte. Im Fokus steht dabei das Reko Diq Projekt in Pakistan. Ab 2028 soll dort die Produktion in einem der weltweit größten unerschlossenen Kupfer-Gold Projekte starten. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg und Pakistan alles andere als ein einfacher Ort. Daher ist nicht auszuschließen, dass Barrick doch noch auf das Übernahmekarussell aufspringt. Leisten könnte es sich der Gold-Riese in jedem Fall. Die Verschuldung wurde in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt und operativ läuft es rund. Im dritten Quartal 2022 wurden die Erwartungen übertroffen und die Produktionsziele für das Gesamtjahr bestätigt. Dagegen rechnen Experten damit, dass Agnico Eagle die M&A-Strategie fortsetzen wird. Die Kanadier haben das klare Ziel, den Abstand zu den Branchenriesen Barrick und Newmont weiter zu verringern. Die Übernahmen von Detour Gold und Kirkland Lake Gold zeigen, dass Agnico Eagle auch mehrere größere Transaktionen stemmen kann.

    Standard Lithium: Lockt Kursrückgang Käufer?

    Die Aktie von Standard Lithium hat sich im Jahr 2022 mehr als gedrittelt. Die enttäuschende Kursentwicklung könnte den einen oder anderen Konzern locken. Denn daran, dass Lithium in den kommenden Jahren ein sehr gefragter Rohstoff sein wird, gibt es wohl keinen Zweifel. Und Standard Lithium verfügt immerhin über zwei spannende Projekte. Auf dem Weg zur Kommerzialisierung setzt das Unternehmen auf eine Kooperation mit dem deutschen Laxess-Konzern. Präsident von Standard Lithium Dr. Andy Robinson: "Unser Team hat erfolgreich eine wichtige Vereinbarung mit Lanxess, dem Eigentümer des Geländes, ausgehandelt und vereinbart, um sich das erforderliche Grundstück für unsere kommerziellen Anlagen exklusiv zu sichern und uns zu ermöglichen, mit den Arbeiten vor Ort am geplanten Standort des ersten kommerziellen Lithiumprojekts zu beginnen. Die in den nächsten Monaten gesammelten Daten werden für das OPD-Team von entscheidender Bedeutung sein, um die Anlage zu entwerfen und die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände auf der großen Landfläche zu platzieren, die Standard Lithium in der Anlage South Plant von Lanxess zur Verfügung steht. Sobald die wichtigen Bodenbedingungen bestimmt sind und der Standort der wichtigsten Ausrüstungen festgelegt werden kann, kann mit den technischen Arbeiten begonnen werden, die eine Verbindung zwischen der Standard Lithium-Anlage und der bestehenden Sole-Infrastruktur von Lanxess auf dem Gelände ermöglichen. Wir freuen uns darauf, weitere Entwicklungen bekannt zu geben, während sich die Planung des ersten kommerziellen Lithiumprojekts des Unternehmens entfaltet." Neben Lanxess könnte auch der zweite Kooperationspartner Koch Industries den Lithium-Explorer schlucken. Auch rund um Tesla gibt es immer wieder Spekulationen, dass man sich an einem Lithium-Unternehmen zumindest beteiligt und damit die Wertschöpfung verlängert.

    BioNTech: Allein 163 Mio. Impfdosen an Bundesregierung geliefert

    Die Aktie von BioNTech hat gestern von der Nachricht profitieren, dass sich Deutschland verpflichtet hat, etwa 375 Mio. Dosen Corona-Impfstoff abzunehmen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Über den Preis pro Dosis gab es keine Informationen. Laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wurden von Biontech/Pfizer bisher insgesamt etwa 163 Mio. Dosen Impfstoff geliefert. Weitere 60 Mio. Dosen kamen von anderen Herstellern. Von den insgesamt gelieferten knapp 223 Millionen Dosen wurden mehr als 85 Prozent verimpft. Derzeit werden etwa 7.000 Impfungen pro Tag durchgeführt. Nach Angaben der Bundesregierung sei man über die EU-Kommission in Verhandlungen, die zusätzlichen Bestellungen für 2023 und 2024 zu stornieren oder zu verringern. Ob dies wirklich geschehen wird, ist derzeit wohl auch von der Entwicklung der Corona-Pandemie in China abhängig. Aufgrund der Entwicklung im Reich der Mitte wollen heute Vertreter der EU-Staaten zusammen kommen und über mögliche Reaktionen beraten. Egal wie es mit COVID-19 weiter gehen wird, aufgrund der Milliardengewinne kann BioNTech bei der Entwicklung Vollgas geben. Der Fokus liegt dabei auf der Krebsforschung. Die Pipeline der Mainzer umfasst 19 Produktkandidaten in 24 laufenden klinischen Studien. Entsprechend dürfte es im laufenden Jahr einen regen Newsflow geben. Bei Übernahmen hat sich BioNTech bisher auf Produktionskapazitäten konzentriert. Dass ein forschendes Biotech-Unternehmen gekauft wird, ist unwahrscheinlich, aber zumindest an der Finanzierung dürfte es nicht scheitern. Auf der anderen Seite ist eine Übernahme von BioNTech aufgrund des Aktionärskreises ebenfalls unwahrscheinlich. Insbesondere die Gründer haben immer wieder betont, BioNTech selbständig weiterentwickeln zu wollen.


    Barrick gehört zu den Basis-Investments im Gold-Sektor. Dass man derzeit lieber eigene Projekte entwickelt, statt Übernahmen zu tätigen, birgt Risiken und wird nicht von jedem Experten begrüßt. Manuka Resources hat sich im vergangenen Jahr operativ positiv entwickelt. Setzt sich dies in 2023 fort, sollte auch die Aktie profitieren. Bei Standard Lithium ist es ratsam, eine Gegenbewegung abzuwarten. Der Chart ist stark angeschlagen. Bei BioNTech werden die neuen Studienergebnisse die Entwicklung des Kurses bestimmen.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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